U.S. Amerikanische Präsidenten

U.S. Amerikanische Präsidenten

Das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wurde am 4. März 1789 geschaffen. In dieser Position wird sowohl die Rolle als Staatschef wie auch als Regierungschef und Oberbefehlshaber der USA in einer Person vereinigt.

Lincoln Memorial zum Andenken an 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln
Lincoln Memorial in Washington D.C. zum Andenken an Abraham Lincoln, den 16. Präsidenten der USA (pixabay)

Das Amt des US-Präsidenten entwickelte sich im Anschluss an den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die frühere Kolonialmacht Großbritannien. In einem Konsens wurde deshalb der General George Washington als erster Präsident gewählt. Aktuell regiert Donald Trump.

Doch der Präsident der USA wird nicht wie der deutsche Bundeskanzler von einem Parlament gewählt. Vielmehr entsenden die einzelnen Bundesstaaten Repräsentanten als sogenannte „Wahlmänner“. Diese bilden gemeinsam das Electoral College und wählen erst in dieser Zusammensetzung den Präsidenten sowie den Vize-Präsidenten.

Die Wahlperiode eines US-Präsidenten beträgt vier Jahre. Seit einer Änderung der Verfassung im Jahr 1951 darf eine Person nur zweimal in das Amt gewählt werden.

Es regierte jedoch ohnehin nur der 32. Präsident Franklin D. Roosevelt für mehr als zwei Wahlperioden. Dies hatte aber auch den Hintergrund, dass sich seine Regierungszeit von 1933 bis 1945 zeitlich relativ genau mit dem Regime von Adolf Hitler überschnitt.

Aufgrund der militärischen und wirtschaftlichen Macht der Vereinigten Staaten von Amerika sowie der Rolle als Oberbefehlshaber der Streitkräfte gilt der US-Präsident gemeinhin als die mächtigste Person der Welt. Darüber hinaus verfügt der Präsident auch über weitreichende Rechte gegenüber dem Parlament wie beispielsweise das suspensive Veto.

Die Ansprache eines amerikanischen Präsidenten lautet:

  • The Honorable (förmlich)
  • Mr. President (informell)
  • His Excellency (diplomatisch)

Rolle im politischen System der USA

Der Präsident ist das Machtzentrum im politischen System der Vereinigten Staaten von Amerika. Anders als in vielen Demokratien geht der amerikanische Präsident aber nicht aus dem Parlament hervor.

Präsident Kennedy bei einer Rede im Kongress
John F. Kennedy – 35. US-Präsident bei einer Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress (pixabay)

Dies führt zu einem spannungsvollen Wechselspiel insbesondere mit dem Repräsentantenhaus. Denn obwohl der US-Präsident kein formales Initiativrecht hat, wird sein politischer Erfolg daran gemessen, ob sich das Parlament seiner Linie beugt.

Im politischen System der USA sind deshalb Mechanismen der gegenseitigen Kontrolle, die sogenannten Checks and Balances, von besonderer Bedeutung. Eine wesentliche Achse dieser Kontrolle bildet der Oberste Gerichtshof, der Federal Supreme Court.

Dieser Federal Supreme Court kann Gesetze und Direktiven der US-Präsidenten für verfassungswidrig erklären. Außerdem können Untersuchungsausschüsse eingerichtet werden.

Doch bereits 1788 wies der spätere 4. Präsident James Madison darauf hin, dass personelle Verbindungen die gegenseitige Kontrolle überlagern können. Eine absolute Trennung der Gewalten sei nicht gegeben und man müsse mit gegenseitiger Beeinflussung rechnen.

System der Wahlmänner (Electoral College)

Die Wahl des US-Präsidenten erfolgt in der repräsentativen Demokratie der Vereinigten Staaten nur indirekt. Die Wahlberechtigten können in den Bundesstaaten jeweils nur abstimmen, welche Partei ihre sogenannten Wahlmänner in das Electoral College, das eigentliche Gremium zur Wahl des Präsidenten und des Vize-Präsidenten, entsenden dürfen.

Die Anzahl der Wahlmänner richtete sich dabei nach dem gesetzlich festgelegten Proporz, der sich an der Bevölkerungsstärke des jeweiligen Bundesstaates orientiert:

  • Das dünn besiedelte Wyoming verfügt deshalb beispielsweise nur über drei Wahlmänner.
  • Der mit Abstand bevölkerungsreichste Bundesstaat Kalifornien kann dagegen 55 Wahlmänner in das Electoral College entsenden.

Bei der Wahl der Wahlmänner kommt ein Mehrheitswahlrecht zur Anwendung. Das bedeutet, dass die Partei mit den meisten Stimmen in einem Bundesstaat alle Wahlmänner erhält.

Aber die Zahl der Wahlmänner entspricht nicht exakt der tatsächlichen Bevölkerung und die relativen Mehrheiten in den Bundesstaaten sind oft nur knapp. Deshalb kommt es bei der Wahl eines US-Präsidenten immer wieder zu dramatischen Verzerrungen.

Beispielsweise erhielt der 45. US-Präsident Donald Trump im Jahr 2016 knapp drei Millionen Stimmen weniger als seine damalige Konkurrentin Hillary Clinton. Nur aufgrund der Verzerrungen durch das System der Wahlmänner war er der Sieger der Abstimmung. Dies war bereits der fünfte Fall in der Geschichte der USA, bei dem der „Popular Vote“ vom juristischen Endergebnis abwich.

Kongress = Senat + Repräsentantenhaus

Die Vereinigten Staaten von Amerika bestehen zur Zeit aus 50 einzelnen Bundesstaaten inklusive dem Bundesdistrikt Washington. Diese Entitäten entsenden Repräsentanten in die beiden gesetzgebenden Kammern:

  • Der Senat hat 100 Mitglieder, je zwei aus den einzelnen Bundesstaaten.
  • Das Repräsentantenhaus besteht aus 435 Mitgliedern. In diese Kammer dürfen die Bundesstaaten je nach ihrer Bevölkerungsstärke eine unterschiedliche Zahl an Abgeordneten entsenden. Zur Zeit ergeben sich aus etwa 700.000 Einwohnern ein Repräsentant.

Der Senat und das Repräsentantenhaus bilden zusammen den Kongress. Schon im ersten Artikel der amerikanischen Verfassung wird dieser als gesetzgebende Gewalt der Bundesebene definiert:

„Alle in dieser Verfassung verliehene gesetzgebende Gewalt ruht im Kongress der Vereinigten Staaten, der aus einem Senat und einem Repräsentantenhaus besteht.“ (deutsche Übersetzung)

Der Kongress ist deshalb der große Gegenpol zum amerikanischen Präsident. Dieser hat auch nicht das Recht, den Sitzungen des Parlamentes beizuwohnen. Deshalb ist nicht einmal ein Sitz in der Räumlichkeit für seine Person vorgesehen. Im Gegensatz dazu findet sich beispielsweise im deutschen Bundestag die sogenannte „Regierungsbank“.

Einmal im Jahr muss der amerikanische Präsident jedoch in einer Rede zur Lage der Nation, der State of the Union Address, dem Kongress gegenüber Auskunft über seine Regierungstätigkeit geben.

Befugnisse der US-Präsidenten

Ein Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat zahlreiche Befugnisse, die sich im Wesentlichen aus zwei Quellen speisen:

  1. In der Verfassung sind Kompetenzen aufgezählt.
  2. Aus dem Ansehen des Amtes leiten sich Befugnisse ab.

Doch beide Quellen der Befugnisse der US-Präsidenten lassen bis heute offene Fragen. Dies gilt teilweise auch, weil viele Probleme bis jetzt einfach noch nicht relevant wurden. Deshalb können nach wie vor Präzedenzfälle geschaffen und die Verfassungspraxis nachhaltig verändert werden.

Präsident Donald Trump während einer Rede
Donald Trump – 45. Präsident der Vereinigten Staaten (pixabay)

Ein pikantes Beispiel war das Verfahren zur Amtsenthebung (Impeachment) gegen den 45. Präsidenten Donald Trump. Seine Verteidiger argumentierten im Laufe des Prozesses recht unverhohlen, dass Trump quasi über dem Gesetz steht.

Tatsächlich gibt es Möglichkeiten, mit deren Hilfe sich ein US-Präsident auch nach dem offensichtlichen Bruch von Gesetzen selber begnadigen oder zumindest für eine Begnadigung sorgen kann. Dies geschah beispielsweise bei dem 37. Präsidenten Richard Nixon.

In der amerikanischen Demokratie gibt es jedoch auch zahlreiche Kräfte wie Adam Schiff, der Ankläger gegen Trump, die einem solchen „Abstieg in den Verfassungswahnsinn“ widersprechen. Im Vergleich zu einem deutschen Bundeskanzler verfügt ein amerikanischer Präsident jedoch über eine sehr viele größere Machtfülle.

Zugleich haben beispielsweise auch die amerikanischen Minister weniger Kompetenzen, so dass von ihnen nur eine geringere Einhegung des Einflusses ihres Chefs zu erwarten ist. Im Gegensatz dazu kann ein deutscher Bundesminister auf Basis des Ressortprinzips dem Kanzler auch mal offen widersprechen.

Ausführende Gewalt (Exekutive)

Der US-Präsident hat innerhalb der amerikanischen Exekutive zentrale Befugnisse, um den Apparat zu steuern und zu überwachen. Dazu zählen die Executive Orders. Dabei handelt es sich um Erlässe, die nicht von der Zustimmung durch eine Parlamentskammer abhängig sind, aber dennoch bindenden Charakter für Amtsträger und Behörden haben.

Präsident Barack Obama im Oval Office
Barack Obama – 44. US-Präsident: „Turns Out I’m Really Good At Killing People.“ (pixabay)

Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte kann der Präsident auch die Nationalgarden der Bundesstaaten in den Dienst der Vereinigten Staaten stellen.

In der Verfassungspraxis hat sich darüber hinaus gezeigt, dass der Kongress in Krisenzeiten weitere Kompetenzen an den Präsidenten überträgt. Ein bekanntes Beispiel war der Patriot Act von 2001 zur Bekämpfung des Terrorismus.

Von besonderer Bedeutung für das politische Tagesgeschäft ist das Recht des US-Präsidenten, zahlreiche Amtsträger zu ernennen. Gemäß einer Zählung aus dem Jahr 2003 konnte der damalige Präsident George W. Bush insgesamt 3.000 Posten besetzen. Davon waren nur 1.200 Posten von der Zustimmung einer parlamentarischen Kammer abhängig.

Dieser Mechanismus erlaubt die Begünstigung von Gönnern und Unterstützern. Deswegen werden seit 1960 im sogenannten „Plum Book“ alle Amtserhebungen eines US-Präsidenten in einem Buch aufgelistet und veröffentlicht.

Gesetzgebende Gewalt (Legislative)

Der US-Präsident spielt im Gesetzgebungsprozess schon deshalb eine bedeutende Rolle, weil er an der Spitze des Verwaltungsapparates steht. In der Praxis werden ohnehin ein wesentlicher Teil der Gesetzentwürfe von der Exekutive ausgearbeitet.

Aber darüber hinaus kommen weitere formale Rechte der gesetzgebenden Gewalt hinzu:

  • Ein Präsident kann Gesetzesentwürfe mit einem Veto stoppen. Ein solcher Eingriff durch einen Präsidenten kann nur mit einer Zweidrittelmehrheit im Kongress überstimmt werden.
  • Der Präsident verfügt auch über ein sogenanntes Pocket-Veto. Das bedeutet, dass ihn niemand zwingen kann, einen Gesetzesentwurf zu unterschreiben. Die Folge ist, dass das Gesetz dann ganz einfach nicht in Kraft tritt. Deshalb spricht man bildlich davon, dass ein Gesetz in die Tasche gesteckt und eben nicht mehr hervorgeholt wird.

Ein amerikanischer Präsident muss sich jedoch darauf beschränken, ein Gesetz ganz oder gar nicht zu akzeptieren. Das sogenannte Line-Item-Veto, das Streichen von einzelnen Passagen, ist nicht zulässig. Eine Besonderheit des politischen Systems der USA ist jedoch, dass die meisten Gouverneure der einzelnen Bundesstaaten dies auf ihrer Ebene dann plötzlich sehr wohl dürfen.

Rechtsprechende Gewalt (Judikative)

Amerikanische Präsidenten haben eine Gnadenbefugnis in Bundessachen. Das heißt, sie können mit ihrer präsidialen Gewalt gerichtliche Urteile und damit verbundene Strafen reduzieren oder gänzlich aufheben.

Im Laufe der Geschichte kam es natürlich auch zu kontroversen Anwendung dieses Rechts wie beispielsweise die Begnadigung des 37. Präsidenten Richard Nixon durch seinen vormaligen Vize-Präsidenten und dann Nachfolger Gerald Ford.

Eine Begnadigung durch einen US-Präsidenten wird in der Regel vom Justizministerium vorbereitet. Dortige Stellen prüfen dann beispielsweise die „Würdigkeit“ eines Gnadengesuches. Eine offizielle Richtlinie hierzu lautet:

„Eine Begnadigung durch den Präsidenten ist gewöhnlicherweise ein Zeichen der Vergebung. Eine Begnadigung ist kein Zeichen der Rehabilitation, weder bedeutet noch begründet sie Unschuld. Aus diesem Grund wird bei der Bearbeitung eines Gnadengesuchs die Anerkennung von Verantwortung, Reue und die geleistete Sühne für die Straftat in Betracht gezogen.“

Eine gewährte Begnadigung durch den US-Präsidenten dient dabei auch der Schaffung von Rechtssicherheit. Das heißt, eine gewährte Begnadigung kann nicht durch einen späteren Präsidenten widerrufen werden.

Ob ein Präsident sich selbst begnadigen kann, ist bis heute jedoch noch nicht geklärt. Juristisch wäre es darüber hinaus wohl auch möglich, dass sich ein amtierender US-Präsident nach dem 25. Zusatzartikel der Verfassung als temporär arbeitsunfähig erklärt, um sich dann in dieser Zeit von seinem übernehmenden Vize-Präsidenten begnadigen zu lassen. In der Praxis wäre wohl entscheidend, ob die ausschlaggebenden Akteure der jeweiligen Partei ein solches Vorgehen tolerieren würden.

Außenpolitik der Präsidenten

Eine zentrale Aufgabe der US-Präsidenten ist die Gestaltung der Außenpolitik. Deshalb formulieren sie immer wieder Visionen wie beispielsweise Präsident John F. Kennedy mit dem Raumfahrt-Programm.

„We choose to go to the Moon!“

Für die Außenpolitik ernennt der amerikanische Präsident mit Zustimmung des Senats alle Botschafter und Konsule der USA. Obwohl der Außenminister das Tagesgeschäft leitet, nehmen die Präsidenten aus politischen oder aus protokollarischen Gründen häufig selbst an internationalen Konferenzen teil.

Unter der Führung der US-Präsidenten werden auch Abkommen mit fremden Regierungen ausgehandeln. Bis auf die Executive Agreements sind diese jedoch von der Zustimmung des Senats abhängig.

Außerdem ist ein US-Präsident mit Hilfe des Außen- und des Verteidigungsministeriums auch für den Schutz von amerikanischen Bürgern im Ausland zuständig.

Liste und Einordnung der US-Präsidenten

Chronologische Reihenfolge der Präsidenten

  1. George Washington (30. April 1789 bis 04. März 1797) war ursprünglich ein Offizier in den Diensten der britischen Armee und dann im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ein General der Rebellen. Washington war parteilos, aber wurde dennoch einstimmig gewählt. Mit seiner Amtsführung setzte Washington Maßstäbe und schuf Präzedenzfälle, die bis heute das Amt prägen. Er gilt deshalb als „Vater der Nation“.
  2. John Adams (04. März 1797 bis 04. März 1801) gehörte der damaligen Partei der Föderalisten an. Seine Präsidentschaft war von Intrigen und politischen Grabenkämpfen geprägt. Während dieser Zeit bildete sich nach und nach das bis heute bestehende Zwei-Parteien-System der USA heraus.
  3. Thomas Jefferson (04. März 1801 bis 04. März 1809) gehörte der damaligen Demokratisch-Republikanischen Partei an, die später zu den heutigen Demokraten wurde. Aufgrund einer Stimmengleichheit während seiner Wahl wurde der 12. Verfassungszusatz bezüglich der Präsidentenwahlen formuliert. Jefferson erwarb Louisiana von Napoleon Bonaparte und konnte das Staatsgebiet der USA damit verdoppeln. Anschließend sandte er die erste Expedition von der Ost- bis zur Westküste und gewährte Mittel für den Bau einer Straße.
  4. James Madison (04. März bis 04. März 1817) war demokratisch-republikanischer Präsident als Spannungen zwischen Großbritannien und den USA erneut eskalierten. Im Britisch-Amerikanischen Krieg scheiterte er an der Eroberung von Kanada. Dafür konnten die Briten Washington D.C. besetzen und das Weiße Haus, seinen Regierungsitz, niederbrennen.
  5. James Monroe (04. März bis 1817 bis 04. März 1825) war ebenfalls ein Angehöriger der demokratisch-republikanischen Partei. Nur eine fehlerhafte Stimmabgabe verhinderte seine einstimmige Wahl ohne Gegenkandidaten. James Monroe führte den Ersten Seminolenkrieg und erweiterte die Vereinigten Staaten um Indiana, Mississippi, Illinois, Alabama und Maine. In einer Rede zur Lage der Nation formulierte der Präsident seine Monroe-Doktrin: „Amerika den Amerikanern“ und teilte die Erde dabei in zwei Sphären, eine alte und eine neue Welt.
  6. John Quincy Adams (04. März 1825 bis 04. März 1829) war der Sohn des 2. Präsidenten John Adams und gehörte ebenso zur demokratisch-republikanischen Partei. Seine Wahl spaltete die Partei und auch seine Amtszeit war glücklos. Mit dem Bau der Baltimore and Ohio Railroad sowie dem Eriekanal und dem Illinios Waterway konnte er jedoch wichtige infrastrukturelle Projekte auf den Weg bringen.
  7. Andrew Jackson (04. März 1829 bis 04. März 1837) gehörte den neu entstandenen Demokraten an. Mit seinem Vize-Präsidenten und Nachfolger Martin van Buren baute er eine straff organisierte Partei auf. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, war sehr beliebt in der breiten Bevölkerung und schaffte das Zensuswahlrecht ab. Während seiner Amtszeit kamen Arkansas und Michigan als neue Bundesstaaten hinzu. Aber Andrew Jackson war mit dem Indian Removal Act auch für die Zwangsumsiedlung von Indianern verantwortlich.
  8. Martin van Buren (04. März 1837 bis 04. März 1841) war der erste Präsident der USA, der als Staatsbürger der Vereinigten Staaten von Amerika geboren wurde. Als enger Mitarbeiter seines Vorgängers gelang ihm die Wahl aus dem Amt des Vize-Präsidenten heraus. Dies sollte erst wieder George Bush im Jahr 1989 gelingen. Während der Amtszeit von Martin van Buren kam es zu einer großen Wirtschaftskrise, zu neuen Konflikten mit Großbritannien und vielen Toten unter den Indianern im Zuge der Zwangsumsiedlungen.
  9. William Henry Harrison (04. März 1841 bis 04. April 1841) verstarb nach wenigen Wochen im Amt. Er hatte sich bereits bei seiner zweistündigen Antrittsrede eine Lungenentzündung zugezogen, die wenig später sein Leben forderte. Er gehörte der relativ kurzlebigen Partei der Whigs an. Diese orientierten sich an den englischen Whigs, aus denen die heutigen Tories geworden sind. Die amerikanischen Whigs spalteten sich später an der Sklaven-Frage.
  10. John Tyler (04. April 1841 bis 04. März 1845) war der Stellvertreter seines Vorgängers und wurde Nachfolger nach dessen Tod. Er forcierte bewusst seine Stellung als vollwertiger Präsident im Gegensatz zu einem „Acting President“. Damit schuf John Tyler eine Verfassungstradition, die bis heute gilt. Darüber hinaus wurde er als amtierender Präsident wegen eines Vetos zu einem Gesetz von seiner eigenen Partei ausgeschlossen. Eine Wiederwahl war deshalb nicht denkbar, weswegen er bereits früh seinen späteren Nachfolger James Polk unterstützte.
  11. James K. Polk (04. März 1845 bis 04. März 1849) war Demokrat und konnte sich in der Vorwahl als Außenseiter überraschend gegen Martin van Buren durchsetzen. Dies führte zu einem tiefschürfenden Wandel der Außenpolitik unter dem Dach des „Manifest Destiny“. Es entwickelte sich der Glaube, dass die USA offensichtlich dazu bestimmt sei, immer weiter zu expandieren. In der Folge kam es zur Annexion von Texas und zum Krieg gegen Mexiko.
  12. Zachary Taylor (04. März 1849 bis 09. Juli 1850) war der vorletzte Präsident der Whigs. Er hatte keine politische Erfahrung, aber konnte eine Karriere beim Militär vorweisen. Taylor verschärfte die Konflikte um die Sklavenfrage, aber verstarb schon nach etwas mehr als einem Jahr im Amt.
  13. Millard Fillmore (09. Juli 1850 bis 04. März 1853) war der Stellvertreter seines Vorgängers und wurde Nachfolger nach dessen Tod. Er war der letzte Präsident der amerikanischen Whigs und zwang Japan zur wirtschaftlichen Öffnung. Eine sich damals bereits abzeichnende Sezession der Südstaaten konnte er in einem Kompromiss vorerst verhindern.
  14. Franklin Pierce (04. März 1853 bis 04. März 1857) war Demokrat und vergrößerte die Territorien von Arizona und New Mexiko. Er wollte auch Kuba gewinnen, konnte dies jedoch nicht erreichen. Seine Amtszeit wurde jedoch auch von persönlichen Problemen geprägt und die Partei verweigerte ihm eine weitere Nominierung.
  15. James Buchanan (04. März 1857 bis 04. März 1861) war Demokrat und regierte während einer erneuten wirtschaftlichen Krise. Im Laufe seiner Amtszeit kam es zur Sezession der Südstaaten, der er nichts entgegensetzte.
  16. Abraham Lincoln (04. März 1861 bis 15. April 1865) war ein Republikaner. Er führte die siegreichen Nordstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg gegen die elf abtrünnigen Südstaaten und erzwang das gesetzliche Ende der Sklaverei für die Vereinigten Staaten von Amerika. Dafür wurde er von einem fanatischen Sympathisanten der Südstaaten im Theater erschossen. Lincoln war der erste Präsident, der im Amt ermordet wurde.
  17. Andrew Jackson (15. April 1865 bis 04. März 1869) war zwar Demokrat, zugleich war er jedoch unter seinem republikanischen Vorgänger auch der Vize-Präsident und wurde nach dem Attentat dessen Nachfolger. Seine Hauptaufgabe war die Reconstruction, die gesellschaftliche und ökonomische Wiedervereinigung nach dem Bürgerkrieg.
  18. Ulysses S. Grant (04. März 1869 bis 04. März 1877) war Republikaner und der ehemalige Oberbefehlshaber der Nordstaaten. Er setzte die Reconstruction fort. In seine Zeit fallen jedoch auch blutige Gefechte mit Indianern wie die Schlacht am Little Bighorn. Dort wurde das 7. US-Kavallerie-Regiment unter General Custer von Sitting Bull und Crazy Horse vernichtend geschlagen.
  19. Rutherford B. Hayes (04. März 1877 bis 04. März 1881) war Republikaner. Er kam nach einer strittigen Wahl an die Macht. In seine Regierungszeit fällt jedoch auch der Beginn einer Blütezeit der amerikanischen Wirtschaft, das Gilded Age.
  20. James A. Garfield (04. März 1881 bis 19. September 1881) war Republikaner. Garfield bemühte sich um die Bekämpfung der Korruption im Staat. Als er dem psychisch kranken Charles J. Guiteau die Ernennung zum Großkonsul von Paris verweigerte, wurde er von diesem mit einem Revolver erschossen.
  21. Chester A. Arthur (19. September 1881 bis 04. März 1885) war Republikaner. Arthur bemühte sich ebenfalls um die Bekämpfung der Korruption und stellte die Marine neu auf. Ansonsten war seine Regierungszeit recht ereignislos und er wurde von seiner Partei nicht erneut als Kandidat aufgestellt.
  22. Grover Cleveland (04. März 1885 bis 04. März 1889) war ein Demokrat. Er weihte die Freiheitsstatue ein und heiratete als Präsident die damals 21-Jährige Frances Folsom. Schon während seiner ersten Amtszeit ging er mit alleine 228 Vetos gegen Gesetze zur Veteranenversorgung als großer Blockierer in die Geschichte ein.
  23. Benjamin Harrison (04. März 1889 bis 04. März 1893) war der Enkel des 9. US-Präsidenten William Henry Harrison. Er regulierte die Wirtschaft und erließ mit dem Sherman Antitrust Act eine Sammlung von Gesetzen gegen Monopole und Kartelle.
  24. Grover Cleveland (04. März 1893 bis 04. März 1897) wurde als bisher einziger Präsident der USA mit einer Unterbrechung erneut in das höchste Staatsamt gewählt. In der zweiten Amtszeit kam es zu den bis dahin größten Protesten der Arbeiter im Rahmen des Pullman-Streiks.
  25. William McKinley (04. März 1897 bis 14. September 1901) war Republikaner und verfolgte die Expansion der Vereinigten Staaten von Amerika. McKinley annektierte Hawaii und führte den Spanisch-Amerikanischen Krieg. Er erhob Schutzzölle, aber verfolgte im Inneren eine Politik der wirtschaftlichen Deregulierung. Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit wurde William McKinley von dem anarchistischen Aktivisten Leon Czolgosz erschossen.
  26. Theodore Roosevelt (14. September 1901 bis 04. März 1909) war der Stellvertreter des Vorgängers und wurde nach dessen Tod zum Nachfolger ernannt. Er bemühte sich um die Einschränkungen von Kartellen und schuf die Voraussetzungen für den Bau des Panama-Kanals. Als erster US-Präsident erhielt er den Friedensnobelpreis, weil er im Russisch-Japanischen Krieg vermittelte.
  27. William Howard Taft (04. März 1909 bis 04. März 1913) war Republikaner und knüpfte an die Reformen seines Vorgängers an. Auch außenpolitisch hielt er Kurs und setzte die bestehende Dollar-Diplomatie fort.
  28. Woodrow Wilson (04. März 1913 bis 04. März 1921) war Demokrat und setzte auf soziale Reformen. Im Ersten Weltkrieg bemühte sich Wilson zunächst um eine neutrale Haltung der USA. Nach der Ankündigung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges durch die Deutschen wurde er zum wichtigen Unterstützer der Alliierten. Für seine Anstrengungen um den 1920 gegründeten Völkerbund erhielt er den Friedensnobelpreis.
  29. Warren G. Harding (04. März 1921 bis 02. August 1923) war Republikaner und gilt als wenig erfolgreicher Präsident. Harding verfolgte eine Politik der Nichteinmischung in wirtschaftliche und soziale Fragen. Zahlreiche Mitglieder seiner Regierung waren in Skandale verwickelt. Er starb unter nicht endgültig geklärten Umständen, wahrscheinlich an einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall.
  30. Calvin Coolidge (02. August 1923 bis 04. März 1929) war Republikaner und Vize-Präsident unter seinem vorzeitig verstorbenen Vorgänger. Coolidge war ebenfalls ein Vertreter einer sozialen und wirtschaftlichen Laissez-Faire-Politik. Mit dem Briand-Kollogg-Pakt von 1928 half er bei der völkerrechtlichen Ächtung von Angriffskriegen.
  31. Herbert Hoover (04. März 1929 bis 04. März 1933) war Republikaner und bemühte sich wie seine Vorgänger um eine Deregulierung. Er musste jedoch ab dem „Schwarzen Donnerstag“ am 24. Oktober 1929 mit dem folgenreichsten Börsencrash der Wirtschaftsgeschichte umgehen und hatte deshalb keine Chance auf eine Wiederwahl.
  32. Franklin D. Roosevelt (04. März 1933 bis 12. April 1945) war Demokrat und entfernt mit dem 26. Präsidenten Theodore Roosevelt verwandt. Er führte die USA durch die Krisen der 1930er Jahre und den Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus machte sich Franklin D. Roosevelt erheblich um die Gründung der Vereinten Nationen verdient. Als einziger Präsident der Vereinigten Staaten war er mehr als zwei Wahlperioden im Dienst. Er starb im Amt an einer Hirnblutung.
  33. Harry S. Truman (12. April 1945 bis 20. Januar 1953) war der demokratische Stellvertreter seines Vorgängers und wurde nach dessen Tod zum Nachfolger. Seine Regierungszeit war vom Beginn des Kalten Krieges und der McCarthy-Ära geprägt. Er ordnete die Intervention in Korea von 1950 an und formulierte seine Truman-Doktrin: „… freien Völkern beizustehen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen.“ Darüber hinaus bemühte er sich auch um soziale Reformen.
  34. Dwight D. Eisenhower (20. Januar 1953 bis 20. Januar 1961) war ursprünglich der wichtigste amerikanische General im Zweiten Weltkrieg und kandidierte für die Republikaner. Auf die zunehmende Aggression der Sowjetunion reagierte er mit der Eisenhower-Doktrin, die bis heute als „Massive Retaliation“, als massive Vergeltung, bekannt ist. Dieser Ansatz sah gegebenenfalls sogar den Einsatz von Atomwaffen auch bei geringen Provokationen vor.
  35. John F. Kennedy (20. Januar 1961 bis 22. November 1963) war Demokrat und an vielen Großereignissen beteiligt wie die Invasion an der Schweinebucht von Kuba, die Ankündigung der Mondlandung, den Bau der Berliner Mauer, den Beginn des Vietnamkrieges und die Kuba-Krise wegen sowjetischer Atomwaffen. Kennedy unterstützte die amerikanische Bürgerrechtsbewegung und forderte die Aufhebung der Rassentrennung. Am 22. November 1963 wurde er in Dallas zum Opfer eines Attentates, das bis heute zahlreiche Verschwörungstheorien befeuert.
  36. Lyndon B. Johnson (22. November 1963 bis 20. Januar 1960) war Demokrat und der Vize-Präsident von Kennedy zum Zeitpunkt von dessen Tod. Johnsson hatte eine umfangreiche Agenda für soziale Reformen und setzte sich beispielsweise auch für einen Atomwaffensperrvertrag ein. Viele seiner Ambitionen konnte er jedoch aufgrund der wachsenden Probleme mit dem Krieg in Vietnam nicht umsetzen. Entgegen seiner persönlichen Absichten entwickelte sich deshalb das Image eines Kriegstreibers: „Hey, hey, L.B.J., how many kids did you kill today?“
  37. Richard Nixon (20. November 1969 bis 09. August 1974) war Republikaner und setzte auf Flächenbombardements in Vietnam. Seine Name ist vor allem mit der „Watergate-Affäre“ verbunden. Dabei waren auf Befehl des Weißen Hauses im Vorfeld des Wahlkampfes um die US-Präsidentschaft fünf professionelle Einbrecher in das Hauptquartier der opponierenden Demokraten eingedrungen. Die Ereignisse führten letztlich zum Rücktritt von Nixon, dem ersten und bisher einzigen Vorgang dieser Art in der Geschichte der USA.
  38. Gerald Ford (09. August 1974 bis 20. Januar 1977) war Republikaner und ursprünglich der Vize-Präsident unter Nixon. Nach dessen Rücktritt wurde er zum bisher einzigen Präsidenten, der ohne die Bestätigung von Wahlmännern in dieses Amt kam. Sehr kontrovers wurde seine präsidiale Begnadigung von Nixon für jedwede Taten im Amt diskutiert. Gerald Ford bemühte sich außenpolitisch um eine Politik der Entspannung. In seine Zeit fällt jedoch auch die Eroberung von Saigon durch nord-vietnamesische Truppen.
  39. Jimmy Carter (20. Januar 1977 bis 20. Januar 1981) war Demokrat und regierte erstmals seit dem 31. Präsidenten Hoover in Zeiten ohne offene Kriegshandlungen. Dank intensiver Spionage wie im Rahmen der Operation Rubikon konnte Jimmy Carter als Vermittler das Camp-David-Abkommen für den Nahen Osten erzielen. Außerdem führte er Gespräche mit der Sowjetunion zur Begrenzung von strategischen Atomwaffen (SALT II). Innenpolitisch war seine Amtszeit von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krisen geprägt, die er nicht überwinden konnte.
  40. Ronald Reagan (20. Januar 1981 bis 20. Januar 1989) war Republikaner, Schauspieler und überzeugter Anti-Kommunist. Er führte eine massive Aufrüstung durch und vertrat eine robuste Außenpolitik. Unter seiner Führung kam es zur Iran-Contra-Affäre und der Invasion von Grenada. Den wirtschaftlichen Aufschwung dieser Zeit finanzierte Reagan durch ein Rekord-Defizit des Bundeshaushaltes.
  41. George Bush (20. Januar 1989 bis 20. Januar 1993) war Republikaner und verkündete nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die „New World Order“. Auf Basis einer Resolution der Vereinten Nationen befahl er die Operation Desert Storm gegen den Irak. Darüber hinaus befahl er ohne völkerrechtliche Legitimation die Invasion von Panama.
  42. Bill Clinton (20. Januar 1993 bis 20. Januar 2001) war Demokrat und konzentrierte sich auf die Bekämpfung von Drogen, Waffen sowie der Armut. Außerdem führte er eine allgemeine Krankenversicherung ein und senkte die immensen Staatsschulden. Er unterzeichnete das Kyoto-Protokoll für den Umweltschutz und handelte das nord-amerikanische Freihandelsabkommen NAFTA aus. Das Ende seiner Regierung war jedoch vom Platzen der Dotcom-Blase sowie von einer Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky gezeichnet. Dies führte zu einem jedoch erfolglosen Verfahren zur Amtsenthebung.
  43. George W. Bush (20. Januar 2001 bis 20. Januar 2009) war Republikaner und der Sohn des 41. Präsidenten George Bush. Er wurde mit einem denkbar knappen Ergebnis gewählt und erst nach einem Monat durch eine Entscheidung des höchsten Gerichtes anerkannt. Seine Regierung war von den Terroranschlägen des 11. September 2001 geprägt. In der Folge kam es erstmals zur Auslösung des NATO-Bündnisfalls sowie einem Krieg gegen Afghanistan und den Irak. Neben der dramatischen Einschränkung von Bürgerrechten war seine Präsidentschaft seit dem Crash der Investmentbank Lehman Brothers durch die größte Finanzkrise seit 1929 geprägt.
  44. Barack Obama (20. Januar 2009 bis 20. Januar 2017) war Demokrat und der erste afroamerikanische Präsident der USA. Er startete ein großes Konjunkturprogramm zur Bekämpfung der Folgen der Finanzkrise und setzte eine großflächige Gesundheitsreform durch. Für seine Bemühungen im Bereich der internationalen Diplomatie wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Doch unter Barack Obama kam es auch zu einer massiven Ausweitung der gezielten Tötungen von tatsächlichen oder vermeintlichen Terroristen durch Luftschläge und Spezialkommandos: „Turns Out I’m Really Good At Killing People.“
  45. Donald Trump (20. Januar 2017 bis 20. Januar 2021) war ein Republikaner und der zur Zeit amtierende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Obwohl seine Konkurrentin Hillary Clinton knapp drei Millionen Wähler mehr gewinnen konnte, verlor sie aufgrund des Systems der Wahlmänner dennoch die Präsidentschaftswahl gegen den Entertainer und Immobilienunternehmer. Die Linien seiner Wirtschaftspolitik orientieren sich am 40. Präsidenten Ronald Reagan. In der Außenpolitik rückte Trump nationalistische Interessen unter dem Motto „America First“ in den Vordergrund. Beobachter kritisieren neben seinem Populismus, dass er zahlreiche Fehler macht, von denen vor allem China und Russland profitieren.
  46. Joe Biden (20. Januar 2021 bis heute) ist ein Demokrat.

Erfolgreiche Attentate auf US-Präsidenten

Die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sind aus einer Vielzahl von Gründen heraus sehr gefährdet. Im Laufe der Jahrhunderte kam es deshalb zu zahllosen Attentaten. Selbst im Ruhestand wird einem ehemaligen Amtsträger deshalb ein Personenschutz gestellt.

Heutzutage wird der amerikanische Präsident vom United States Secret Service (USSS) geschützt. Doch erst nach dem erfolgreichen Attentat auf den 25. Präsidenten William McKinley am 14. September 1901 erhielt die Behörde den gesetzlichen Auftrag für den Schutz des Staats- und Regierungschef.

John Wilkes Booth und das Attentat auf Abraham Lincoln von 1865

John Wilkes Booth war ein populärer Schauspieler, jedoch sehr unzufrieden über den Ausgang des Sezessionskrieges. Zusammen mit Angehörigen der Regierung verschwor er sich deshalb gegen Abraham Lincoln.

Als John Wilkes Booth erfuhr, dass der Präsident sich eine Vorstellung im Ford’s Theater in Washington D.C. ansehen wollte, sah er seine Chance gekommen. Unerkannt konnte Booth in das Gebäude eindringen und sich der Loge des Präsidenten nähern, weil der Leibwächter sich das Theaterstück ebenfalls ansehen wollte.

John Wilkes Booth betrat daraufhin die Loge und schoss Abraham Lincoln mit einer einschüssigen Deringer-Vorderladerpistole aus nächster Nähe in den Kopf. Anschließend sprang er über das Geländer der Loge mitten in den Saal des Theaters und schrie:

„Sic Semper Tyrannis!“ (deutsch: So immer den Tyrannen!)

Bei dem Sprung brach sich Booth jedoch ein Bein. Dennoch konnte er hinkend entkommen, weil vor der Tür bereits ein Komplize auf ihn wartete. Zu diesem Zeitpunkt waren noch weitere Attentate auf den Vize-Präsidenten, General Grant und den Außenminister geplant. Diese wurden jedoch nicht ausgeführt.

Entgegen der Erwartung von John Wilkes Booth und seines Komplizen erhielt das Attentat auf Lincoln jedoch keinen breiten Zuspruch durch die Bevölkerung der Südstaaten. Nach ihrer Flucht versteckten sie sich deshalb in einer Scheune.

Der Komplize nutzte die freie Zeit für einen Besuch im örtlichen Bordell und prahlte vor den Huren mit dem Anschlag. Die leichten Damen wandten sich jedoch an die Polizei, die anschließend die Scheune ausfindig machten. Sie räucherten Booth aus und töteten ihn in einem dann folgenden Schusswechsel.

Charles J. Guiteau und das Attentat auf James A. Garfield von 1881

Charles J. Guiteau wurde am 08. September 1841 in Illinois geboren. Er hatte keinen festen Beruf, sondern lebte von der Erbschaft seines Großvaters. Vor der Präsidentschaftswahl von 1880 setzte er sich in einem Zeitungsartikel für den späteren Sieger James A. Garfield ein.

Nach der Ernennung von James A. Garfield zum Präsidenten am 4. März 1881 schickte Guiteau ihm unaufgefordert, aber dafür wiederholt Briefe mit Ratschlägen zur Amtsführung. In diesen Schreiben forderte er darüber hinaus zunächst den Posten eines Gesandten im Ausland und wollte dann zum Generalkonsul in Paris ernannt werden.

Als die Briefe unbeantwortet blieben, nutzte Charles Guiteau die Abreise des Präsidenten von der Pennsylvania Station in Washington D.C. in den Urlaub. Vor den Augen der Söhne von Garfield gab der Attentäter am 2. Juli 1881 zwei Schüsse aus einem Revolver ab.

Eine Kugel traf den Arm des Präsidenten und die andere Kugel in den Rücken. James A. Garfield überlebte den Anschlag zunächst schwer verletzt. Er verstarb jedoch an den Folgen am 19. September 1881.

„Gott hat mich zu seinem Werkzeug berufen, um das Volk von einem Schädling zu befreien!

Charles Guiteau hoffte auf soviel Ruhm durch dieses Attentat, dass er selbst zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden wurde. Trotz des dringenden Verdachts auf eine Geisteskrankheit wurde er im Hauptgutachten des folgenden Prozesses als zurechnungsfähig eingestuft und einstimmig zum Tod durch den Strang verurteilt.

Leon Czolgosz und das Attentat auf William McKinley von 1901

Leon Frank Czolgosz war ein amerikanischer Arbeiter und Anarchist. Er stammte aus einer Familie von polnischen Immigranten und musste bereits im Alter von zehn Jahren in einer Fabrik arbeiten.

Bereits als junger Teenager erlebte er Streiks und Straßenschlachten mit der Polizei. Ideologisch wandte sich Leon Czolgosz der russischen Anarchistin Emma Goldmann zu und ließ den Katholizismus seiner eigenen Familie hinter sich.

Die Ermordung des italienischen Königs Umberto I. durch Gaetano Bresci am 29. Juli 1900 wurde schließlich zu seinem Vorbild für ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten William McKinley.

Die Chance ergab sich, als William McKinley die Pan-American Exposition in Buffalo besuchte. Leon Czolgosz kaufte daraufhin einen Revolver. Diesen hielt er auf der Ausstellung in der Hand, die er noch zusätzlich wie bei einer Verletzung bandagiert hatte.

So konnte er sich unauffällig dem Präsidenten nähern, der am 06. September 1901 ein Bad in der Menge nahm. Als Leon Czolgosz an der Reihe war, William McKinley die Hand zu schütteln, gab der Anarchist aus nächster Nähe zwei Schüsse ab.

Eine Kugel prallte an einer Rippe ab, während das andere Projektil tief in den Unterleib eindrang. Der Präsident überlebte zunächst schwer verletzt und schien bereits auf dem Weg der Besserung. Doch am 14. September 1901 verstarb William McKinley schließlich.

Leon Czolgosz wurde direkt nach dem Attentat von den Leibwächtern des Präsidenten überwältigt. Nach einer kurzen Verhandlung wurde er zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Seine letzten Worte waren:

„I killed the President because he was the enemy of the good people — the good working people. I am not sorry for my crime.“

„Ich tötete den Präsidenten, weil er der Feind der guten Menschen war – der guten, arbeitenden Menschen. Mein Verbrechen tut mir nicht leid.“

Lee Harvey Oswald und das Attentat auf John F. Kennedy von 1963

Am 22. November 1963 wurde mit John F. Kennedy der 35. Präsident der Vereinigten Staaten in Dallas erschossen. Das Attentat ereignete sich, als Kennedy in Begleitung seiner Frau sowie des Gouverneurs und dessen Frau in einer offenen Limousine durch die Stadt fuhr.

Gegen 12:30 Uhr wurden drei Schüsse abgegeben. Die erste Kugel ging fehl. Die zweite Kugel traf Kennedy in den Hals und die dritte in den Kopf. Nur wenige Minuten später hatte man den Präsidenten bereits in das nächstgelegene Krankenhaus eingeliefert. Doch bereits gegen 13 Uhr wurde der Totenschein ausgefüllt.

Unmittelbar nach dem Attentat schwärmten Sicherheitskräfte aus, um eine anliegende Lagerhalle und einen Hügel als mögliche Standorte des Schützen zu untersuchen.

Bereits wenige Minuten nach dem Mord an Kennedy gab die Polizei eine Beschreibung des mutmaßlichen Attentäters heraus. Diese passte auf den 24-jährigen Lee Harvey Oswald, der in der Nähe jobbte. Er hatte den Arbeitsplatz zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen und sich zu seiner Wohnung begeben.

Gegen 13:15 Uhr kontrollierte ein Polizist Lee Harvey Oswald, als dieser seine Wohnung wieder verließ. Nach einem kurzen Wortwechsel tötete Oswald den Polizisten mit vier Schüssen aus einer Smith & Wesson Kaliber 38.

Oswald wurde dann später in einem Kino von der Polizei gestellt und nach einem Handgemenge überwältigt. Jedoch wurde die Tatwaffe des Attentats auf Kennedy erst im nachhinein am Arbeitsplatz von Lee Harvey Oswald gefunden.

Die weitere Vernehmung von Oswald lief dann unter denkbar chaotischen Zuständen ab. Er selbst hatte die Möglichkeit vor der Presse zu sprechen und bestritt jede Beteiligung am Mord des Präsidenten.

Deshalb wurde eine Verlegung von Lee Harvey Oswald in ein Bundesgefängnis angesetzt. Diese verzögerte sich jedoch mehrfach. Als es soweit war, kreuzte Oswald im Untergeschoss des Polizeihauptquartiers den Weg des Nachtclubesitzers Jack Ruby.

Dieser hatte Verbindungen zur Mafia und war selbst bewaffnet. Vor laufender Kamera feuerte Jack Ruby auf Lee Harvey Oswald, der einen Bauchschuss erlitt und kurz darauf an inneren Blutungen verstarb:

„Du hast meinen Präsidenten getötet, du Ratte!“

Jack Ruby wurde daraufhin selbst zum Tode verurteilt. Er verstarb jedoch an einer Embolie, bevor das Urteil vollstreckt werden konnte.

Bis heute existieren zahlreiche Verschwörungstheorien um den Mord an Präsident Kennedy. Bei näherer Betrachtung eröffnen sich zwar tatsächlich Fragen, jedoch kann keine Theorie die Ereignisse plausibler erklären als die offizielle Version.