Jakob I. Stuart

König Jakob I. (James I.) Stuart

Jakob Stuart, englisch James Stuart, wurde am 19. Juni 1566 in Edinburgh geboren. Bereits im Alter von nur einem Jahr ernannte man ihn als Jakob VI. zum König von Schottland. 1603 wurde er als Jakob I. auch der König von England und Irland.

Jakob I. von England
König Jakob I. von England (Maler: John de Critz / Lizenz: gemeinfreies Bild)

Jakob war ein Sohn der berühmten schottischen Königin Maria Stuart. Die Familie war alter bretonischer Adel und im Unabhängigkeitskrieg unter der Führung von Robert the Bruce aufgestiegen.

In der Schlacht von Bannockburn im Jahr 1314 kommandierte Walter Stuart den linken Flügel der schottischen Rebellen. Damit hatte er eine rühmliche Rolle bei diesem historischen Sieg und heiratete anschließend die Tochter des Königs.

Jakob Stuart hatte dann das dynastische Glück, als Nachfolger der kinderlosen Elisabeth I. auch den englischen Thron zu erben. Damit war er der erste König, der die Reiche von England, Irland und Schottland unter einer Herrschaft vereinigte.

Dank dieser glücklichen Konstellation gilt Jakob I. Stuart auch als „Vater von Großbritannien“. Er war sehr bemüht, diese Union mit einem eigenen Geist zu erfüllen. Auf seine Initiative geht beispielsweise die Entwicklung der britischen Flagge zurück, des Union Jacks.

Doch die Herrschaft von Jakob I. Stuart ist auch umstritten. Während seine Regierung als König von Schottland positiv bewertet wird, war sein Händchen für England und Irland weniger glücklich. Darüber hinaus verkaufte er Ämter und befand sich im Dauerkonflikt mit dem englischen Parlament.

Als Monarch interessierte sich Jakob I. Stuart auch für Esoterik, Künste und Religion. Er schrieb beispielsweise ein Trakt über die Dämonologie und ließ die Bibel in die englische Sprache übersetzen. Er galt als „weisester Narr der Christenheit“.

Nach dem Tod von Jakob I. Stuart am 27. März 1625 übernahm seine Sohn Karl I. die Krone. Das Haus Stuart regierte dann noch mit Unterbrechungen bis 1714.

Jakob VI. Stuart – König von Schottland

Jakob war ein Sohn der schottischen Königin Maria Stuart und Lord Darnley. Er wurde katholisch auf den Namen James Charles getauft. Zu diesem Anlass wurde das erste Feuerwerk in der Geschichte Schottlands gezündet.

Abdankung von Maria Stuart

Am 10. Februar 1567 wurde Lord Darnley getötet. Es kam in seiner Unterkunft zu einer gewaltigen Explosion. Seine Leiche fand man jedoch außerhalb des Gebäudes liegend, entkleidet und unverletzt.

Maria Stuart
Maria Stuart um 1558 (Maler: François Clouet / Lizenz: gemeinfreies Bild)

Deshalb ging man davon aus, dass Lord Darnley erdrosselt wurde und die Explosion nur der Tarnung eines Attentats diente. Als Drahtzieher galt Lord Bothwell, der wenige Monate zuvor den Mord öffentlich angekündigt hatte.

Am 24. April 1567 besuchte Maria Stuart ein letztes Mal ihren Sohn Jakob in Stirling Castle. Wenige Tage später wurde sie offenbar willentlich von Lord Bothwell entführt.

In einem rasanten Ereignisverlauf vergab sie ihrem Entführer am 12. Mai und erhob ihn zum Duke of Orkney. Drei Tage später heiratete sie ihn.

Damit hatte die Königin die Geduld großer Teile des schottischen Adels jedoch überstrapaziert. Es kam zu einer Revolte. Selbst ihr eigenes Heer verweigerte den Befehl.

Sie musste daraufhin abdanken. Ihr einjähriger Sohn James mit Lord Darnley wurde fünf Tage später am 24. Juli 1567 als Jakob VI. zum König von Schottland gekrönt.

Ermordung der ersten Vormunde

Weil Jakob VI. von Schottland im Alter von einem Jahr offenkundig nicht regierungsfähig war, wurde ein Vormund bestimmt. James Stewart, 1. Earl of Moray, ein Halbbruder der Mutter, übernahm die Regierungsgeschäfte.

James Stewart Porträt
James Stewart, 1. Earl of Moray (Maler: unbekannt / Lizenz: gemeinfreies Bild)

James Stewart war ein vehementer Verfechter des Protestantismus. Damit machte er sich unter den Katholiken in Schottland viele Feinde.

Seine Regentschaft als königlicher Vormund war auch deshalb von den zahlreichen Konflikten im Land und zwischen den schottischen Clans geprägt. Am 23. Januar 1570 kam es dann zum Attentat.

Aus dem Hinterhalt wurde er im Vorbeireiten von einem Attentäter namens James Hamilton mit einer Arkebuse angeschossen und erlag den Verletzungen. Damit war er das erste bekannte Opfer eines Anschlages mit einer Feuerwaffe in der Geschichte.

Nach der Ermordung kam es zum offenen Bürgerkrieg. Die Parteigänger von Maria Stuart stellten sich gegen die Anhänger des damals erst dreijährigen Jakob VI. von Schottland.

Als Regent konnte sich der Großvater Matthew Stewart, 4. Earl of Lennox, etablieren. Er wurde ein Jahr später von den Anhängern der abgedankten Königin ebenfalls ermordet.

Phase der Stabilität in Schottland

Daraufhin übernahm John Erskine, 18. Earl of Mar, die Vormundschaft des jungen Jakob Stuart. Er starb jedoch zwei Jahre später eines natürlichen Todes.

In dieser Zeit erhielt König Jakob VI. von Schottland mit George Buchanan einen puritanischen Lehrer. Das war ein strenger Protestant, der häufig Prügel als Erziehungsmittel einsetzte. Auch in späteren Jahren war der König deshalb insbesondere dem puritanischen Protestantismus wenig zugeneigt.

James Douglas, 4. Earl of Morton Porträt
James Douglas, 4. Earl of Morton (Maler: Arnold Bronckorst / Lizenz: gemeinfreies Bild)

James Douglas, 4. Earl of Morton, führte dann von 1571 bis 1578 die Regierung für König Jakob VI. von Schottland. Der Edelmann war bereits an der Ermordung von Lord Darnley beteiligt, stellte sich jedoch anschließend gegen die intrigante Queen of Scots.

Mit der Unterstützung von Elisabeth I. regierte er Schottland und verhielt sich gegenüber England besonders freundlich. Auch er förderte den Protestantismus.

Dabei erwies sich der Earl of Morton als ein brutaler Regent. Er reorganisierte die kirchliche und politische Verwaltung. Seine persönlichen Gegner ließ er inhaftieren oder gleich hängen.

Er musste jedoch 1578 zurücktreten. Wegen seiner Beteiligung am Mord von Lord Darnley wurde er zwei Jahre später verhaftet und schließlich selbst hingerichtet.

Ernennung von Jakob VI. zum König

Nach dem Rücktritt des Earl of Morton wurde Jakob VI. im Alter von zwölf Jahren offiziell zum König ernannt. Im darauffolgenden Jahr kam Esmé Stewart, 1. Duke of Lennox, aus Frankreich nach Schottland.

Esmé Stewart, 1. Duke of Lennox, Porträt
Esmé Stewart, 1. Duke of Lennox (Maler: unbekannt / Lizenz: gemeinfreies Bild)

Dort entwickelte er sich zum Favoriten des Königs. In seinem Namen regierte Esmé Stewart das Land für die kommenden fünf Jahre.

Zwischenzeitlich kam es im Jahr 1582 zu einem letztlich gescheiterten Versuch eines Staatsstreichs. Unter der Führung des Earl of Gowrie wurde der junge König während einer Jagd entführt. Man hielt Jakob VI. von Schottland für fast ein Jahr gefangen.

Der schottische Adel sah Esmé Stewart jedoch sehr kritisch. Dieser hatte zwar den katholischen Glauben abgelegt, wurde jedoch verdächtig, weiterhin zur römischen Kirche zu stehen.

1585 wurde Esmé Stewart in Ruthven Castle festgesetzt. Nach zehn Monaten Haft wurde er zur Ausreise nach Frankreich gezwungen.

Im Jahr 1587 wurde die seit langem gefangene Maria Stuart von Elisabeth I. hingerichtet. Sie hatte es auch einfach provoziert. Jakob VI. protestierte zwar formell, er blieb jedoch bei seinem Bündnis mit England.

Jakob I. Stuart – König von England und Irland

Im Jahr 1603 verstarb Elisabeth I. kinderlos. Als Ur-Ur-Enkel von Heinrich VII. wurde nun der junge Jakob VI. Stuart von Schottland ihr Thronfolger.

Von da an regierte er als Jakob I. Stuart von England und hatte auch seinen Hauptsitz im Süden der britischen Insel. In der öffentlichen Darstellung distanzierte sich der neue König von dem Haus Tudor. Er sah sich als Begründer einer neuen Dynastie auf dem englischen Thron.

Zunächst gab es mit dem „Main Plot“ jedoch eine erfolglose Verschwörung gegen den neuen König. Einer der später wegen angeblicher Beteiligung Angeklagten war der damals sehr berühmte Seefahrer Sir Walter Raleigh.

Personalunion und Union Jack

Mit Jakob I. Stuart wurden die Königreiche von England, Irland und Schottland erstmals in einer Personalunion vereinigt. Der König war sich der Bedeutung dieses historischen Zufalls bewusst.

Union Jack
Union Jack – die britische Flagge (pixabay)

Er versuchte die Union der Königreiche mit einem eigenen Leben zu erfüllen. Vor dem Hintergrund der vergangenen Konflikte dieser Länder war dies jedoch eine große Herausforderung.

Sowohl die Bevölkerungen wie vor allem auch die jeweiligen Parlamente sträubten sich gegen eine Vereinigung. Erst unter Königin Anne Stuart konnte im ersten Act of Union von 1707 eine Realunion der beiden Reiche ausgehandelt werden.

Dennoch ist die Bedeutung von Jakob I. Stuart für die Einigung von Großbritannien nicht zu unterschätzen. Der König schuf nämlich mit einer neuen Flagge ein besonders integratives Symbol:

Das rote Georgskreuz der englischen Flagge, das rote Andreaskreuz der irischen Flagge und das weiße Andreaskreuz auf blauem Grund der schottischen Flagge wurden überlagert. Zusammen bilden sie den „Union Jack“.

Doch erst seit 1801 wird diese Flagge auch tatsächlich als offizielle Fahne geführt. Als Symbol der Einigung entstand der Union Jack jedoch unter Jakob I. Stuart von England.

Dämonologie und Hexenverfolgung

Jakob I. Stuart galt als ein Befürworter der Verfolgung von Hexen. Bereits 1597 hatte er ein Trakt über Dämonologie geschrieben und verteidigte diese Schrift als einen Teil der christlichen Theologie.

King James I. - Daemonologie, in forme of a dialogue
Deckblatt des Trakts von König Jakob I. England über die Dämonolgie (Foto: Wellcome Images / Lizenz: CC-BY-SA 4.0)

In diesem Werk diskutierte Jakob I. von England beispielsweise die Abgrenzung von Nekromatie und Hexerei. Außerdem ging es ihm um Zaubersprüche und Beschwörungen.

Weitere Themen waren Astrologie oder auch Verträge zwischen Menschen und dem Teufel. Darüber hinaus beschäftigte er sich mit göttlichen und satanischen Wundern. Aber er interessierte sich auch für die Trennung von Beweisen und Einbildungen.

Schon 1604 erließ Jakob I. Stuart ein neues, deutlich strengeres Hexengesetz. Die Inspiration hatte er während einer Reise nach Dänemark erhalten. Zugleich warnte er jedoch vor unbewiesenen Anschuldigungen und den Gefahren von Verfolgungen.

Die Konsequenzen des Hexengesetzes blieben auch relativ überschaubar. In den letzten zehn Jahren der Herrschaft von Jakob I. Stuart wurden fünf Hexen hingerichtet. Im Vergleich dazu hatte beispielsweise seine Vor-Vorgängerin Maria I. Tudor innerhalb von drei Jahren noch kapp 300 Protestanten brennen lassen.

Guy Fawkes und der Gunpowder Plot

Am 05. November 1605 versuchten radikale Katholiken alle Angehörigen des Parlamentes sowie König Jakob I. Stuart und seine gesamte Familie auf einen Schlag zu töten. Die Verschwörung wurde von Robert Catesby geplant und von Guy Fawkes ausgeführt.

Guy Fawkes und Verschwörer
Guy Fawkes (3. v. r.) und die Verschwörer des Gunpowder Plots gegen König Jakob I. von England (Zeichner: Crispijn van de Passe / Lizenz: gemeinfreies Bild)

Der Sprengstoffexperte Guy Fawkes platzierte hierfür etwa 2,5 Tonnen Schießpulver im Parlament. Während der jährlichen Eröffnungssitzung sollte dann der Enthauptungsschlag gegen die politische Führung des Landes erfolgen.

Der katholische Lord William Parker, 13. Baron Morley, 5. Baron Monteagle, erhielt jedoch im Vorfeld eine Warnung. Er solle sich von der Eröffnung des Parlamentes unter irgendeinem Vorwand besser fernhalten.

Das Schreiben wurde an die Behörden weitergereicht. Guy Fawkes und der Sprengstoff wurden dann am Morgen des 05. November 1605 bei einer Durchsuchung des Kellers des House of Parliament gefunden.

König Jakob I. ordnete daraufhin persönlich eine peinliche Befragung von Guy Fawkes an. Unter der Folter verriet er die Namen seiner Mitverschwörer, die schnell aufgespürt wurden.

Schon bei den Verhaftungen wurden vier Personen getötet. Die Überlebenden wurden nach der üblichen Manier hingerichtet: Hängen, Ausweiden, Vierteilen.

Der Katholizismus erhielt durch das gescheiterte Attentat auf König Jakob I. Stuart jedoch einen schweren Schlag. Erst im 18. Jahrhundert wurden die Rechte dieser Glaubensgruppe wieder hergestellt.

Die Bevölkerung feiert jedoch bis heute den 05. November als Guy Fawkes Night. Dazu gibt es ein bekanntes Gedicht:

„Remember, remember the fifth of November,
gunpowder, treason and plot,
I know of no reason why gunpowder treason
should ever be forgot.
Guy Fawkes, Guy Fawkes,
’twas his intent
to blow up the King and the Parliament.
Three score barrels of powder below,
Poor old England to overthrow:
By God’s providence he was catch’d
With a dark lantern and burning match.
Holloa boys, holloa boys, make the bells ring.
Holloa boys, holloa boys, God save the King!
Hip hip hoorah!“

Darüber hinaus hat sich eine weitere Tradition seit dem Gunpowder Plot entwickelt. Bis heute durchsuchen die Wachen der englischen Könige den Keller des House of Parliament vor der jährlichen Parlamentseröffnung.

Gründung von Jamestown im Jahr 1607

1607 wurde die erste dauerhafte Niederlassung der Engländer in Nord-Amerika gegründet. Die Siedlung trug zu Ehren von König Jakob I. Stuart beziehungsweise King James I. zunächst den Namen James Fort und erhielt dann den bekannteren Namen Jamestown.

Jamestown befand sich auf einer Insel im James River in Virginia und war anfangs wenig erfolgreich. Zunächst hoffte man nämlich auf reiche Gold- und Silber-Exporte aus der Kolonie.

Darüber hinaus wurde Jamestown schon im ersten Sommer von schweren Krankheiten, Hunger und auch Streit unter den Siedlern heimgesucht. Doch im Jahr 1612 kam mit dem Anbau von Tabak auch der wirtschaftliche Aufschwung:

  • 1618 wurde Tabak im Wert von 20.000 Pfund exportiert.
  • 1638 betrug der Wert der Exporte bereits drei Millionen Pfund.

Die Siedlung von Jamestown wurde im Zuge der Expansion der Kolonien zwar bereits 1699 aufgegeben. Dennoch war sie eine wichtige Keimzelle des sich erhebenden Empires.

King-James-Bibel (englische Übersetzung)

1611 wurde mit der King-James-Bibel eine englische Übersetzung der Bibel erstveröffentlich. Das Werk war von Jakob I. Stuart in Auftrag gegeben und von der anglikanischen Kirche erstellt worden.

Im Sinne des Protestantismus und nach dem Vorbild von Martin Luther wollte der König das Wort Gottes der einfachen Bevölkerung zugänglich machen. Es handelte sich bei der King-James-Bibel jedoch nicht um die erste Übersetzung. Diese war bereits ab 1525 aus der Hand von William Tyndale entstanden.

Die Tyndale-Bibelübersetzung war auch eine wichtige Grundlage für die Arbeit an der King-James-Bibel. Im Rahmen dieser dann offiziellen Arbeit waren 47 Gelehrte in sieben Arbeitsgruppen an der Fertigstellung beteiligt.

Tod und Nachfolge von Jakob I. (James I.)

König Jakob I. Stuart hatte am 20. August 1589 die Prinzessin Anna von Dänemark geheiratet. Zusammen zeugten sie zahlreiche Kinder, von denen jedoch viele bereits früh verstarben:

  1. Henry Frederick (1594 – 1612)
  2. Kind (1595 – 1595)
  3. Elizabeth (1596–1662)
  4. Margaret (1598 – 1600)
  5. Charles (1600 – 1649)
  6. Robert Bruce (1602)
  7. Kind (1603 – 1603)
  8. Mary (1605 – 1607)
  9. Sophie (1606 – 1606)

Aufgrund des relativ frühen Todes des erstgeborenen Sohnes wurde Charles der Thronfolger. Als Karl I. regierte er England von 1625 bis 1649.