12 Apostel Christi

12 Apostel Christi – die Sendboten Gottes

Die 12 Apostel des Jesus von Nazaret waren eine ausgewählte Schar aus dem Kreise seiner Jünger. Der Überlieferung nach waren sie seine Sendboten. Sie trugen das Wort Gottes in die Welt hinaus und legten den Grundstein für die Entwicklung des Christentums zur Welt-Religion.

Karte der Orte an denen der Apostel Paulus von 46 bis 57 n. Christus missionierte.
Paulus und seine Reisen zur Missionierung (ODbL)

Ihre Erlebnisse wurden in Teilen in der Apostelgeschichte festgehalten. Zusammen mit anderen Zeugnissen der Apostel bilden sie große Teile des Neuen Testamentes, der Bibel der Christen.

Für die ideengeschichtliche Entwicklung des Christentums sind die Apostel von größter Bedeutung. Sie bilden nicht nur die erste Generation, sondern hatten (fast) alle noch persönlichen Kontakt zu Jesus.

Damit stellten sie besondere Autoritäten dar. Ihre Interpretationen besaßen und besitzen für viele Gläubige bis heute höchstes Gewicht. Teilweise waren sie wie beispielsweise Petrus und Johannes direkt in zentrale Ereignisse der Heilsgeschichte involviert.

Doch die Überlieferungen machen teils abweichende Angaben. Auch die Namen weichen in den Schriften teils deutlich von einander ab. Nach Lukas lautet die Liste der 12 Apostel:

  1. Simon Petrus
  2. Andreas
  3. Jakobus der Ältere
  4. Johannes
  5. Philippus
  6. Bartholomäus
  7. Thomas
  8. Matthäus
  9. Jakobus der Jüngere
  10. Judas, der Sohn/Bruder des Jakobus
  11. Simon Zelotes
  12. Judas Iskariot

Eine besondere Ausnahme bildet der 13. Apostel Paulus, dem der Messias erst nach dessen Ableben erschien. Aufgrund seiner außerordentlichen Erfolge bei der Missionierung von Heiden wurde er von den Evangelisten in den Kreis der Apostel und Ältesten erhoben.

In der Nachfolge der ursprünglichen Apostel standen zunächst deren Schüler. Als sich die christliche Kirche immer mehr entwickelte, konnten sich die Bischöfe von Rom als wichtigste Nachfolger positionieren und vor allem die Hoheit über Interpretationen für sich in Anspruch nehmen.

Zwölf unter den Jüngern

Einzelne Zuordnungen sind zwar strittig. Dennoch finden sich in den überlieferten Schriften viele Gruppierungen, die Jesus von Nazaret zur Strukturierung seiner Jünger vornahm. Die jeweilige Anzahl der Personen hatte einen symbolischen Charakter.

Beispielsweise bestand der innerste Kreis an Vertrauten um Jesus aus drei Jüngern:

Die Zahl steht auch für die trinitarische Göttlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Die Zwölf als heilige Zahl geht hingegen auf die zwölf Söhne von Jakob, dem dritten Erzvater der Israeliten zurück: Ruben, Simeon, Levi, Juda, Dan, Naftali, Gad, Ascher, Issachar, Sebulon, Josef und Benjamin. Diese gründeten die zwölf Stämme des Volkes Israel.

Apostelgeschichte nach Lukas

Der Evangelist Lukas, ein Mitarbeiter von Paulus, schuf mit der Apostelgeschichte in seinem Evangelium das wichtigste Zeugnis für diese Sendboten. Wann die Niederschrift dieser Erzählung erfolgte, ist jedoch strittig.

Unbekannte Datierung

Es gibt Argumente für eine Datierung um 62 n. Christus, da zentrale Ereignisse aus den folgenden Jahren nicht mehr aufgenommen wurden. Auch wären die inhaltlichen Schwerpunkte unstimmig, falls die Apostelgeschichte erst später veröffentlicht wurde.

Eine andere Argumentationslinie hält aber einen Zeitraum zwischen 80 und 90 n. Christus für sehr viel realistischer. Der Hintergrund ist, dass sich die Apostelgeschichte in ihrer theologischen Genese bereits sehr deutlich von den Paulusbriefen unterscheidet.

Außerdem wurde für das Evangelium des Lukas auch das Evangelium des Markus als Quelle verwendet. Letzteres wiederum wurde wahrscheinlich erst nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Christus verfasst.

Himmelfahrt des Messias

Die Apostelgeschichte selbst setzt inhaltlich nach Ostern und der Kreuzigung von Jesus an. Im Vorwort werden noch kurz die Erscheinungen des Messias beschrieben:

„Diesen hat er sich auch nach seinem Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt, indem er sich vierzig Tage hindurch von ihnen sehen ließ und über die Dinge redete, die das Reich Gottes betreffen.“ (Apg 1,3)

Dann thematisierte die Apostelgeschichte zunächst die kommende Himmelfahrt von Jesus und vor allem auch die entscheidende Verheißung. Den Aposteln wurde ihre künftige Berufung als Missionare prophezeit:

„Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“ (Apg 1,10)

Aus dieser Verkündung heraus leiteten die Aposteln zugleich auch ihre Programmatik ab. Zunächst galt es eine Ur-Gemeinde in der Stadt Jerusalem zu gründen. Dann sollte die Missionierung auf die regionalen Provinzen und im dritten Schritt auf die ganze Welt ausgedehnt werden.

Umgang mit dem Verräter

Mit Judas Iskariot hatte sich jedoch ein Verräter in den Reihen der 12 Apostel befunden. Damit die heilige Zahl erhalten bleiben konnte, entschlossen sich die Apostel einen Nachfolger für diese freie Stelle zu wählen.

Bei einer Versammlung von 120 Jüngern wurde dann aus diesem Kreis ein Matthias per Losverfahren zum Ersatzmann bestimmt. Dass es mit Paulus nun eigentlich 13 Apostel gab, war den Anwesenden zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Diese Zahl 13 ist symbolisch aber sehr negativ belegt. Die Apostel werden deshalb in der Form meist nicht dargestellt. Vielmehr kommt es in der Regel auf den Zeitpunkt an, wer der 12. Apostel ist:

Heiliger Geist an Pfingsten

Am 50. Tag der Osterzeit erfüllte sich dann laut der Apostelgeschichte die Verheißung von Jesus. Der Heilige Geist kam zu der versammelten Gemeinde und erfüllte sie mit seiner Kraft. Der Überlieferung nach hatte der Heilige Geist die Form von flammenden Zungen.

Diese fuhren in die Apostel und übertrugen so das göttliche Moment. Dieses Ereignis zu Pfingsten wurde dann zum entscheidenden Kick-Off-Event für die junge Bewegung. Die teils noch verzagten Apostel hatte nun die Energie, ihren Auftrag zu erfüllen.

Der ersten Schritt machte Petrus. Mit einer fulminanten Rede in Jerusalem schuf er die Basis für die Ur-Gemeinde. Angeblich traten 3.000 Personen dem neuen Kult bei und schufen so eine Keimzelle für die spätere Expansion.

Für seine häretischen Predigten wurde er zwar verhaftet und verhört. Doch der erfüllte Apostel konnte sich gegen die Anschuldigungen behaupten.

Erzmärtyrer Stephanus

Nachdem sich die Jerusalemer Ur-Gemeinde gebildet hatte, entstanden erste Posten in der jungen Organisation. Ein Diakon der Gemeinde hieß Stephanus, der ebenfalls öffentlich predigte. Ein Gruppe hellenistischer Juden verleumdete ihn schließlich.

Angeblich hatte Stephanus gepredigt, dass der Tempel zerstört werden müsse. Für diesen angeblichen Frevel musste er sich schließlich vor dem Sanhedrin verantworten, dem Hohen Rat der jüdischen Priesterschaft.

In der Apostelgeschichte findet sich eine lange Rede an dieser Stelle. Der Text ist aber wohl nachträglich erfunden worden. Unabhängig davon wurde Stephanus aber der Erzählung nach zum Tode verurteilt und gesteinigt.

Im zeitlichen Ablauf stellt er damit die erste Person dar, die für ein Bekenntnis zu Jesus hingerichtet wurde. Für zahlreiche Apostel wurde er damit zum konkreten Vorbild, die später ebenfalls den Märtyrertod finden sollten.

Missionierung in Samaria

Verfolgungen zerstreuten zunächst die christliche Gemeinde. Doch die Apostel nahmen dies zum Anlass, auch außerhalb von Jerusalem das Wort Gottes zu verkünden. Philippus war daraufhin in Samaria unterwegs.

Dort kam es zu besonderen Begegnungen. Der Apostel konnte durch Handauflegen den Heiligen Geist weitergeben. In der Apostelgeschichte sind die Konvertierungen eines Zauberers und eines Kämmerers beschrieben.

Bekehrung des Saulus

Um den dritten Schritt des Auftrages zur Missionierung erfüllen zu können, erwählte sich Gott nach der Geschichte der Apostel eine ganz besondere Figur. Ein Völkerapostel sollte die Botschaft in die Welt tragen.

Der Herr aber sprach zu ihm: Geh hin! Denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen zu tragen sowohl vor Nationen als auch vor Könige und Söhne Israels.“ (Apg 9,15)

Mit Paulus war hierfür eine ganz besondere Figur erwählt worden. Ursprünglich war dieser vor allem unter seinem hebräischen Namen Saulus bekannt. Als streng religiöser Jude gehörte er ursprünglich noch zu den Verfolgern des jungen Christentums.

Doch Jesus erschien seinem Gegner und blendete ihn zunächst. Daraufhin begab sich dieser demütig nach Damaskus und fand dort zum neuen Glauben. Er bekam sein Augenlicht wieder, ließ sich taufen und entwickelte sich zu einem glühenden Missionar.

Auf drei großen Reisen stiftete Paulus zahlreiche Gemeinden in der heutigen Türkei und in Griechenland. Obwohl er nicht zum Kreis der unmittelbar berufenen Apostel zählte, war er dennoch für die Entwicklung des Christentums von größter Bedeutung.

Schluss der Apostelgeschichte

Der letzte Teil der Apostelgeschichte bezieht sich wiederum vor allem auf den Apostel Paulus. Dieser gerät nach seinen Missionsreisen in einen Konflikt mit der Priesterschaft von Jerusalem. Da er jedoch römischer Bürger war, kamen ihm auch in der Provinz Judäa besondere Rechte zu.

Er bezog sich im Rechtsstreit auf den römischen Kaiser und wurde schließlich zur Anhörung nach Rom gebracht. Dort konnte er sich auch frei bewegen, bis er sich vor den Autoritäten verantworten musste.

Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Stadt sehr wahrscheinlich auch schon ein kleine christliche Gemeinde. Die Apostelgeschichte endet jedoch, bevor der Apostel dort während der Verfolgung unter Kaiser Nero den Tod fand.

Historische Belastbarkeit

Der Evangelist Lukas wird als ein Historiker der Antike wie beispielsweise Polybios als sehr verlässlich eingestuft. Besonders auffällig sind die genauen Kenntnisse des Autoren zur römischen Rechtslage wie auch zu Bezeichnungen von Funktionsträgern.

Vergleichbares gilt für seine Ortskenntnisse. Anhand von Angaben im Lukasevangelium konnten zahlreiche noch unbekannte Siedlungen aus der Antike archäologisch nachgewiesen werden.

Dennoch gibt es auch strittige Punkte. Seine Darstellung eines Apostelkonzils ist nicht mit anderen Beschreibungen zu vereinbaren. Unabhängig davon führt die korrekte Wiedergabe von einfachen Fakten auch nicht zwangsläufig zu einer insgesamt korrekten Darstellung von historischen Ereignissen.