Josef Stalin

Josef Stalin – sowjetischer Diktator

Josef Stalin, der Stählerne, wurde am 18. Dezember 1878  in Georgien als Iosseb Dschughaschwili geboren. Bereits als junger Mann entwickelte er sich zum Berufsrevolutionär und schloss sich den radikalen Kommunisten an.

Ab 1922 war er Generalsekretär der Partei und verwandelte den Staat in eine totalitäre Diktatur. Dabei ging Josef Stalin ohne jegliches Gewissen gegen seine Feinde vor. Er ließ Millionen von Menschen in Arbeitslager deportieren und schuf einen grotesken Personenkult.

Die Bevölkerung der Sowjetunion unterjochte er mit einer rigiden Kommandowirtschaft und Zwangskollektivierungen. Stalin forcierte einen brutalen Übergang vom Agrar- zum Industriestaat. Die folgenden Hungersnöte kosteten sechs Millionen Menschenleben.

Als „Generalissimus“ war Josef Stalin im 2. Weltkrieg schließlich ein blutiger Oberbefehlshaber. Mit seiner Art der Kriegsführung trug er wesentlich zum Tod vieler der etwa 8 Millionen gefallenen Sowjet-Soldaten bei.

Bis zu seinem eigenen Tod am 05. März 1953 prägte der Stalinismus die Sowjetunion. Nach seinem Ableben ging jedoch schnell ein Wandel durch das kommunistische System. Der Schreckensherrschaft des Tyrannen folgte eine relative Entspannung.

Trotz all der Schrecken wird Josef Stalin von den größten Teilen der russischen Bevölkerung bis heute entweder positiv oder neutral wahrgenommen. Gründe hierfür sind, dass er Adolf Hitler im 2. Weltkrieg besiegte und die Sowjetunion anschließend zu einer Supermacht erhob.

Herkunft und Ausbildung

Josef Stalin wuchs als Einzelkind auf und lernte früh ein hartes Leben kennen. Der Vater war beruflich zunächst sehr erfolgreich und hatte einen Betrieb mit zehn Angestellten aufgebaut. Aber dann verfiel er dem Alkohol, ruinierte sein Geschäft und wurde gewalttätig.

„Diese unverdienten und schrecklichen Prügel machten den Jungen genauso hart und gefühllos wie seinen Vater.“ (Jugendfreund über Stalin)

Mit sieben Jahren zeichneten Windpocken das Gesicht des Knaben. Mit zehn Jahren wurde er von einer Kutsche überfahren. Sein linker Arm wurde dabei mehrfach gebrochen und wuchs verkrümmt zusammen. Im selben Jahr verließ der Vater die Familie.

Aber Josef Stalin war lesefreudig und beendete im Jahr 1884 als der Beste seines Jahrgangs die Schule. Daraufhin wurde er für ein orthodoxes Priesterseminar in Tiflis vorgeschlagen.

Dort lernte er die Welt des korrupten Klerus kennen. Der intelligente junge Mann wendete sich schnell anderen Gesinnungen zu. Bald wurde er in geheime marxistische Zirkel aufgenommen und entwickelte sich in diesem Umfeld zu einem revolutionären Geist.

Stalin und die Revolution

Messame-Dassi-Gruppe (1897/98)

Im Alter von 18 Jahren wurde Stalin in die Messame-Dassi-Gruppe aufgenommen. Der Name bedeutet einfach nur Die-Dritte-Gruppe. Das war die erste sozialistische Organisation in Georgien. Der junge Josef leitete in deren Namen dann Lesezirkel für Arbeiter.

Auf der Literaturliste standen Autoren wie Marx, Engels, die frühen Werke von Lenin und andere sozial-revolutionäre Autoren wie Georgi Plechanow. Im Jahr 1898 trat Josef Stalin dann offiziell in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) ein.

Arbeiterpartei (1898 – 1903)

Seine politischen Aktivitäten verdrängten schnell das Interesse am Werdegang als Priester. Bereits ein Jahr später wurde der junge Mann wegen Abwesenheit bei Prüfungen exmatrikuliert. Dafür machte Josef Stalin Öffentlichkeitsarbeit für die Partei.

„Bis zur Revolution müssen wir Gesetze brechen.“ (Josef Stalin)

Er legte sich den Decknamen Koba für die Organisation von Streiks und Demonstrationen zu. 1902 wurde Josef Stalin erstmals verhaftet und nach Sibirien verbannt. Dies war jedoch kein Hindernis für kommunistische Aktivitäten. Die Flucht sollte ihm zwei Jahre später gelingen.

Doch 1903 spaltete sich die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands. Josef Stalin schloss sich daraufhin den Bolschewiki um Lenin an. Diese strebten nicht nur nach Reformen. Sie wollten den Zaren stürzen und den Kommunismus einführen.

Acht Verbannungen (1903 – 1917)

Josef Stalin konnte 1904 aus seiner ersten Verbannung in Sibirien entkommen. Daraufhin wurde er wieder im Untergrund aktiv. Neben propagandistischen Tätigkeiten war er im Laufe der Jahre auch an zahlreichen Banküberfällen beteiligt.

Der größte Coup von Josef Stalin war der Überfall auf die Bank von Tiflis im Juni 1907. Dabei wurden 40 Menschen getötet und über 250.000 Rubel erbeutet. Das sind umgerechnet etwa 6 Millionen Euro.

Die zaristische Polizei konnte ihn jedoch auch immer wieder verhaften und erneut, insgesamt achtmal, in die Verbannung schicken. Für dieses absurde Spiel gibt es zwei mögliche Erklärungen:

  1. Die Polizei war sehr schlecht organisiert. Auch andere Bolschewisten konnten aus ihrer Verbannung entkommen und sich relativ frei im Land bekommen. Darüber hinaus erhielten die Revolutionäre sehr viel Unterstützung von lokalen Bauern.
  2. Josef Stalin wurden Kontakte zum zaristischen Geheimdienst nachgesagt.

Seinem inner-parteilichen Aufstieg waren diese Verbannungen und Fluchten jedoch sehr zuträglich. Ab 1912 gehörte er zum Zentralkomitee der Bolschewiki und nahm erstmals den Kampfnamen Stalin an.

Seine letzte Verbannung kam dem Opportunisten jedoch sehr gelegen. Er fürchtete, dass er bei einer erneuten Verhaftung zur Armee geschickt werden würde, denn der 1. Weltkrieg war ausgebrochen. Der Plan sollte letztlich nicht aufgehen.

Er wurde schließlich erwischt und eingezogen. Doch bei der Musterung erklärte man Josef Stalin wegen seines Armes für untauglich.

Februarrevolution (1917)

Die sogenannte Februarrevolution trägt diesen Namen, weil damals in Russland noch der Julianische Kalender galt. Der heutzutage übliche Gregorianische Kalender datiert den Beginn dieses Aufstandes auf den 08. März 1917.

Aufgrund der schweren Rückschläge im 1. Weltkrieg sowie der katastrophalen Wirtschaftslage erhoben sich Soldaten und große Teile der Bevölkerung. Die Zaren-Herrschaft wurde hinweg gefegt. Nur das russische Parlament, die Duma, konnte sich vorerst noch erhalten.

Große Teile der politischen Macht gingen aber auf Arbeiter- und Soldatenräte über. Das russische Wort für solche Räte lautet Sowjet. Sie wurden zu Organen der Verwaltung. Auch dienten sie als Plattform für die Kämpfe der einzelnen sozialistischen Flügel gegeneinander.

Josef Stalin hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine inner-parteiliche Machtbasis aufgebaut. Er war zur Führungsfigur geworden und hatte persönliche Bündnisse mit anderen Politiker geschlossen. Im Juni 1917 wurde er auf dem ersten Sowjetkongress von ganz Russland in das Zentralexekutivkomitee (ZEK) gewählt.

Zusammen mit Lew Kamenew und Grigori Sinowjew bildet er in dem Gremium ein Triumvirat. So hat er sich schon früh innerhalb der kommunistischen „Thronfolge“ sehr günstig positionieren können.

Oktoberrevolution (1917)

Im Sommer 1917 teilten sich noch viele Institutionen und Akteure die politische Bühne. Währenddessen wurde der militärische Druck durch das Deutsche Reich immer größer. Über geheime Kanäle finanzierte Deutschland schon lange mit immensen Summen den revolutionären Lenin.

Russland sollte von innen heraus zerbrechen. Die deutsche Generalität sprach von einer „Dekomposition“ des Landes und investierte hierfür Millionen von Rubel in die Bolschewiki. Bis zum Oktober 1917 drohte dieser Plan jedoch zu scheitern.

Die Duma hatte unter dem Sozialreformer Alexander Kerenski eine anfangs sehr beliebte Übergangsregierung gebildet. Diese Doppelherrschaft der Duma und der Sowjets war für die extremen Kommunisten der Bolschewiki jedoch nicht akzeptabel.

Im Oktober 1917 kam es dann zu einem militärischen Handstreich der Kommunisten gegen den Regierungssitz von Alexander Kerensiki und seine Minister. Diese tagten im Winterpalais von Sankt Petersburg, der ehemaligen Hauptresidenz des Zaren.

Die Situation entwickelte sich zum politischen Doppelschlag. Gemäßigte Sozialisten verließen nämlich daraufhin aus Protest den Sowjet. Damit hatten sie sich jedoch überschätzt. Die Bolschewiki übernahmen daraufhin einfach die gesamte Macht.

Die tatkräftige von Josef Stalin machte sich umgehend für ihn bezahlt. Lenin machte ihn zum Volkskommissar für Nationalitätenfragen.

Kommunistischer Terror (ab 1917)

Der Rote Terror (ab 1917)

Die Bolschewiki bauten nach der Oktoberrevolution schnell einen neuen Sicherheitsapparat auf. Man sah die Revolution durch innere und äußere Feinde bedroht. Das Streikrecht wurde umgehend abgeschafft, um Massenansammlungen zu verhindern. Lenin rief zum Roten Terror auf.

Unter Felix Dserschinski wurde die Außerordentliche Allrussische Kommission zur Bekämpfung von Konterrevolution, Spekulation und Sabotage ins Leben gerufen, kurz: Tscheka.

Diese politische Polizei ermordete bereits in den ersten sechs Wochen über 50.000 Menschen. Außerdem wurde die Personalstärke binnen kürzester Zeit in die Höhe gefahren:

  • 03/1918: 600
  • 06/1918: 12.000
  • 12/1918: 40.000
  • 01/1921: 280.000

(Die deutsche Gestapo des Dritten Reiches erreichte im Vergleich dazu auch bis Ende 1945 nur eine Größe von 31.000 Mitgliedern. Selbst zusammen mit dem Sicherheitsdienst der SS kamen die politischen Polizeien der Nationalsozialisten auf keine 40.000 Mann.)

Im Gegensatz zu großen Denkern wie Lenin oder Leo Trotzki erwies sich Josef Stalin auch in diesen Jahren als ein Mann der Tat. Die Intellektuellen versuchten seine Macht einzuschränken. Doch sie scheiterten an seiner Durchsetzungskraft an der Spitze des Triumvirats.

Russischer Bürgerkrieg (1917/18)

Doch die alten Mächte in Russland gaben sich noch nicht geschlagen. Alexander Kerenski war der Oktoberrevolution entkommen. Daraufhin gelang es ihm, 18 Kosaken-Regimenter südlich der Hauptstadt zu mobilisieren.

In der Folge wurde die Rote Armee gegründet. Ursprünglich war das ein zusammen gewürfelter Haufen aus desertierten Soldaten und Arbeitern. Doch politisch vereinigten sich demokratische, sozialistische und auch nationalistische Kräfte gegen die alte Ordnung.

Es kam zu einem blutigen Bürgerkrieg. Dieser kostete etwa 8 bis 10 Millionen Leben. Die letzten Kampfhandlungen wurde sogar erst 1922 eingestellt. Die Mittelmächte des 1. Weltkrieges wussten die Chance Anfang 1918 jedoch zu nutzen.

Im Rahmen der Operation Faustschlag begann am 08. Februar 1918 eine Großoffensive mit etwa 50 Divisionen. Nach drei Tagen wurde bereits Minsk in Weißrussland eingenommen. Anfang März fiel dann Kiew in der Ukraine an die Deutschen.

Die Mittelmächte konnten Russland daraufhin den ersehnten Diktat-Frieden aufzwingen. Die geheime Finanzierung der Bolschewiki und die angestrebte „Dekomposition“ des russischen Staates hatte letztlich den gewünschten Erfolg gebracht.

Generalsekretär (ab 1922)

Die Bolschewisten konnten die kritischen Lagen nach der Oktoberrevolution jedoch aussitzen. Im Juni 1922 zog sich der mythisch verklärte Lenin aber wegen einer Erkrankung aus der Politik zurück.

An der Spitze der Partei entstand ein Machtvakuum, dass Josef Stalin an der Spitze seiner Clique erfolgreich nutzen konnte. Er wurde zum Generalsekretär der KPdSU gewählt. Damit konzentrierte er große Teile der exekutiven Gewalt in seinen Händen.

Nach der offiziellen Gründung der Sowjetunion am 30. Dezember 1922 war Stalin faktisch der Regierungschef. Leo Trotzki hatte ihn noch massiv bekämpft. Jedoch sahen die Genossen in Josef Stalin ein kleineres Übel, weil er weniger intelligent war.

Viele Parteimitglieder waren aber auch schlicht angetan von der Tatkraft des Josef Stalin. Seine Vergangenheit als aktiver Revolutionär kam ihm dabei zu Gute. Vor allem gelang es auch, die letzten Kommentare von Lenin vor seinem Tod über den Generalsekretär zu unterdrücken.

„Stalin ist zu grob, und dieser Fehler, der in unserer Mitte und im Verkehr zwischen uns Kommunisten erträglich ist, kann in der Funktion des Generalsekretärs nicht geduldet werden. Deshalb schlage ich den Genossen vor, sich zu überlegen, wie man Stalin ablösen könnte …“

Ab 1924 entfaltete sich seine inner-parteiliche Macht dann immer stärker. Die Tscheka war dabei sehr wichtig und ging nicht nur gegen Feinde außerhalb der Partei vor. Sie entwickelte sich auch zum Instrument des Terrors gegen Parteigänger und arbeitete häufig einfach nur nach Quote.

Neue Partner (ab 1924)

Es folgten weitere drei Jahre der Flügelkämpfe innerhalb der Kommunistischen Partei. In dieser Zeit baute Josef Stalin seine persönlichen Bündnisse um. Er sicherte sich die Loyalität von Felix Dserschinski, dem Gründer der Tscheka, und anderen Heerführern aus dem Bürgerkrieg.

Wie beim historischen Vorbild von Gaius Julius Caesar zerbrach dann aber auch das ursprüngliche Triumvirat des Josef Stalin. Seine alten Partner drängte er schon 1926 aus der Partei. Ein Jahr später konnte sich auch Leo Trotzki nicht mehr halten. Er wurde als Verräter nach Kasachstan verbannt.

Ära des Stalinismus (1927 – 1953)

Mit Leo Trotzki hatte Stalin seinen letzten großen Konkurrenten aus dem Weg geräumt. Er verfügte über uneingeschränkte Macht und verwandelte die Sowjetunion endgültig in einen totalitären Staat.

Erster Fünfjahresplan (ab 1928)

Ab 1928 forcierte Josef Stalin den radikalen Umbau vom Agrar- zum Industriestaat. Es kam zu Zwangskollektivierungen und Enteignungen von bäuerlichem Eigentum. Sein zentrales Argument für diesen Schritt war, dass die russischen Bauern als Ersatz für fehlende Kolonien einen Tribut leisten müssen.

Stalin griff dabei auch zu Hungerexporten. Obwohl das Land unter Nahrungsknappheit litt, wurde dennoch Getreide ins Ausland verkauft. Mit den Erlösen wiederum kaufte die Sowjetunion dann Maschinen ein.

In der Ukraine entstand 1932 der Begriff Holodomor. Damit wurde die von Josef Stalin verursachte Hungersnot bezeichnet. Der Begriff bedeutet in der Übersetzung soviel wie „Tötung durch Hunger“.

Dennoch konnte Stalin mit diesem Handeln die Wirtschaft anschieben und ein hohes Wachstum erzielen. Auch legte er die Basis für die enorme Waffenproduktion der Sowjetunion im 2. Weltkrieg.

Der Große Terror (1936 – 1938)

Die alte Tscheka wurde bereits seit 1922 als GPU, als Geheimpolizei der Sowjetunion, bezeichnet. 1934 war die Organisation in das neue Volkskommissariat für innere Angelegenheit (NKWD) umbenannt worden. Es folgten noch viele Neubezeichnungen im Laufe der Zeit.

Doch in diesem Jahr bot die Ermordung des Leningrader Parteisekretärs einen Anlass für großangelegte Säuberungen. Die Leitung der Maßnahmen lag nun beim Innenministerium. Das NKWD übernahm die Vorbereitung und Durchführung.

Ab 1936 kam es sowohl in den Städten wie auch in den ländlichen Gebieten der Sowjetunion zu zahllosen Schauprozessen. In Großoperationen ging die politische Polizei gegen Eliten in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens vor.

„Ein Mensch ein Problem, kein Mensch kein Problem.“ (Josef Stalin)

Nach Schätzungen wurden etwa 1,5 Millionen Menschen verhaftet. Die Hälfte davon wurde direkt erschossen. Die Rest wurde in die Arbeitslager, die Gulags, deportiert und hatte dort nur eine geringe Überlebenschance. Die Episode ging als der Große Terror in die Geschichte ein.

Hitler-Stalin-Pakt (1939)

In Deutschland, dem großen Feind aus dem 1. Weltkrieg, war Adolf Hitler seit 1933 an der Macht. Die beiden Diktatoren sahen ihre Nationen auf dem Weg in einen globalen Konflikt. Noch trennte die beiden Großmächte eine Pufferzone.

Um jeweils besser expandieren zu können, schlossen das Dritte Reich und die Sowjetunion am 24. August 1939 einen Nichtangriffspakt. Hierfür kursieren drei synonyme Begriffe:

  • Deutsch-Sowjetischer Nichtangriffspakt
  • Molotow-Ribbentrop-Pakt (Außenminister)
  • Hitler-Stalin-Pakt

In einem geheimen Zusatzprotokoll wurden Einflusssphären für eine „territorial-politische Umgestaltung“ vereinbart. Die Sowjetunion erhob Anspruch auf:

  • Ostpolen
  • Finnland
  • Estland
  • Lettland

Auf der Landkarte verblieben Westpolen und Litauen, was den Deutschen zu gesprochen wurde. Man einigte sich auf Grenzen, die vor allem entlang der Flüsse Narew, Weichsel und San verliefen.

Am 1. September 1939 begann daraufhin der deutsche Überfall auf Polen. Ende November fiel dann die Sowjetunion in Finnland ein.

Generalissimus im 2. Weltkrieg

Angriff auf Finnland (1939/40)

Die Sowjetunion wollte unbedingt die Karelische Landenge nördlich von Sankt Petersburg einnehmen. Das Gebiet gehörte zu Finnland. Doch mit dem Argument eines unbedingten Sicherheitsinteressen griff Stalin das kleine Land an.

Karte des Sowjetisch-Finnischen Winterkrieges von 30. November 1939 bis zum 13. März 1940
Der Winterkrieg von 30. November 1939 bis zum 13. März 1940 (ODbL)

Es folgte der finnisch-sowjetische Winterkrieg vom 30. November 1939 bis zum 13. März 1940. Mit voller Macht griff die industrialisierte Sowjetunion mit mehreren Armeen die finnische Mannerheim-Linie an.

Josef Stalin befahl den Generälen, eine Welle nach der anderen zu schicken. Doch die Unfähigkeit vieler Offiziere wie auch der insgesamt schlechte Zustand der Roten Armee führten nicht zu den gewünschten Erfolgen.

Nach extremen Verluste folgte eine zweite Großoffensive von Nordosten gegen die lange finnisch-sowjetische Grenze. Doch die Skandinavier widerstanden in der 100-tägigen Schlacht von Kolaa bis sich beide Seiten auf einen Frieden einigten.

Vor allem die hohe Beweglichkeit der Finnen im Schnee brachte immer wieder die entscheidenden taktischen Vorteile. In der Folge ließ Josef Stalin massive Säuberungen in der Rote Armeen durchführen.

Diese beiden Lektionen würden später entscheidend zur Niederlage der Wehrmacht vor Moskau im Großen Vaterländischen Krieg beitragen. Die Verbesserungen in der Armee wie auch die Spezialisierung auf den Winterkrieg entging den deutschen Planern.

Angriff von Deutschland (1941 – 1945)

Doch Josef Stalin hatte sich von den Nazis täuschen lassen. Am 22.  Juni 1941 griff die Wehrmacht an. Bis zuletzt war er überzeugt gewesen, dass es gar keinen Angriff geben würde oder wenn überhaupt, dann erst im darauffolgenden Jahr.

Doch Hitler wollte unbedingt neuen Lebensraum im Osten erschließen. Gerade in den ersten Tagen nach dem Überfall kam es zu keiner nennenswerten Gegenwehr. Die Ungläubigkeit Stalins und der blinde Gehorsam seiner Generäle verschafft den deutschen Truppen ein großen Vorteil.

Der deutsche Angriff, das Unternehmen Barbarossa, war eine Großoffensive über die komplette Grenzlinie. Die Hauptangriff bestand aus drei Keilen:

  • Die Heeresgruppe Nord unter Generalfeldmarschall Wilhelm Ritter von Leeb stieß ins Baltikum vor.
  • Die Heeresgruppe Mitte unter Generalfeldmarschall Fedor von Bock griff Weißrussland an.
  • Die Heeresgruppe Süd unter Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt griff die Ukraine an.

Die deutschen Verbände konnten sehr schnell Gelände gewinnen. Bereits im Oktober begann die Bombardierung von strategischen Zielen rundum Moskau. Doch im Dezember diesen Jahres geriet der Vormarsch ins Stocken.

Der Wehrmacht und das Material war nicht für einen russischen Winter gemacht. Dafür konnte Josef Stalin mit schnellen Divisionen von sibirischen Gebirgsjäger die deutschen Linien weiträumig umgehen. Nur 40 km vor Moskau scheiterte der Angriff auf Russland.

Dennoch sollte die Rote Armee noch Jahre brauchen, um die deutschen Truppen im Großen Vaterländischen Krieg zurückzudrängen. Vor allem die Führung des Erich von Manstein führte zu einer zähen Verteidigung des gewonnenen Geländes.

Stalin im Kalten Krieg (1945 – 1953)

Dank der Unterstützung der West-Alliierten und mit gemeinsamer Kraft gelang es das Dritte Reich zurückzudrängen. Bereits Anfang 1945 traf sich Josef Stalin deshalb mit Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill zur Konferenz von Jalta.

Sie planten die Aufteilung Deutschlands sowie die Abgrenzung ihrer Einflussgebiete in Europa. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ein Folgekonflikt des 2. Weltkrieges ab. Die kommunistische und die kapitalistische Welt prallte nun direkt aufeinander.

Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 07. Mai 1945 expandierte die Sowjetunion bis in die Mitte Europas. Die ehemalige Reichshauptstadt Berlin wurde dabei zum Symbol der Teilung.

Der Kalte Krieg zwischen den ehemaligen Verbündeten begann bereits in den letzten Zügen des 2. Weltkrieges. Josef Stalin und der Westen lieferten sich ein Rennen um deutsches Know-How und verwertbares Material.

Eiserner Vorhang in Europa

Josef Stalin versuchte so viel wie möglich aus den eroberten Gebieten heraus zu pressen. Damit fühlte er sich auch völlig im Recht. Die deutsche Zivilbevölkerung musste bei der Demontage von Maschinen helfen.

Darüber hinaus wurden tausende Facharbeiter und Wissenschaftler in die Sowjetunion deportiert. In Mittel-Europa setzten sich Millionen von Flüchtlingen in Bewegung. Stalins eiserner Wille traf aber nicht nur die Deutschen.

Polen wurde beispielsweise als ganzer Staat auf der Landkarte nach Westen geschoben. Die Sowjetunion übernahm dann die östlichen Gebiete. Polen erhielt im Westen neue Gebiete von Deutschland. Bei diesen Prozessen wurde auf die Zivilbevölkerung keine Rücksicht genommen.

In der Folge wurden in den neuen Satelliten-Staaten umgehend Partei- und Geheimdienst-Strukturen aufgebaut. Die neue Einflusssphäre wurde nach den Vorgaben von Josef Stalin gestaltet. Er hatte mit dem Sieg im Großen Vaterländischen Sieg die Sowjetunion zu einer Supermacht erhoben.

Die Rote Armee war die größte Armee der Welt. Am 29. August 1949 zündete die Sowjetunion dann auch die erste Atombombe. In der Weltordnung gab es von da an nur noch zwei bestimmende Pole, die USA und die Sowjetunion. Deren Verhältnis wiederum war von zahllosen Stellvertreter-Kriege geprägt.

Koreakrieg (1950 – 1953)

Als Gegenspieler zum Präsidenten der USA wurde Josef Stalin der Patron der kommunistischen Welt. Vor allem die chinischen Genossen unter dem großen Vorsitzenden Mao Zedong profitierten schon lange von der Unterstützung durch die Sowjets.

Die Chinesen wiederum unterstützten ihre roten Brüder in Nordkorea. 1950 sahen diese ihre Chance, den kapitalistischen Süden des Landes zu überfallen. Deren Schutzmacht war jedoch die USA.

Stalin und Mao garantierten Nordkorea seine Existenz, falls die Amerikaner zum Gegenschlag ausholen sollten. Tatsächlich entwickelte sich der Krieg denkbar ungünstig für den kapitalistischen Süden und die amerikanischen Truppen.

Der Oberbefehlshaber wollte auch die politische Freigabe für einen erneuten Einsatz von Atomwaffen haben. Aber die Sowjetunion trat erstmals als atomare Schutzmacht auf. Die Erlaubnis wurde nicht erteilt.