Leo Trotzki

Leo Trotzki und die Revolution

Lew Dawidowitsch Bronstein, besser bekannt als Leo Trotzki, wurde am 07. November 1879 in einem kleinen Dorf in der Ukraine geboren. Er war der fünfte Sohn einer jüdischen Familie und hatte nach eigenen Angaben eine „biedere Kleinbürgerkindheit, farblos in der Schattierung, beschränkt in der Moral“.

Leo Trotzki Foto 1929
Leo Trotzki im Jahr 1929 (Bundesarchiv, Bild 183-R15068 / CC-BY-SA 3.0)

Bereits als Teenager entwickelte sich Leo Trotzki zum begeisterten Marxisten und war politisch sehr aktiv. In Folge einer Massenverhaftung im Jahr 1897 wurde er erstmals verurteilt und nach Sibirien verbannt.

Während der Russischen Revolution von 1905 gehörte Leo Trotzki aber bereits zur linken Polit-Prominenz und wurde in den Sowjet, den Rat der Arbeiterdeputierten, von Sankt Petersburg gewählt. In dieser Zeit entstand auch seine Interpretation der „Permanenten Revolution“.

Im großen Revolutionsjahr von 1917 wurde Leo Trotzki erneut in den Sankt Petersburger Sowjet gewählt. In der ersten kommunistischen Regierung war er zunächst Volkskommissar für Äußeres und später für das Kriegswesen.

So wurde Leo Trotzki ab 1918 zum Gründervater der Roten Armee. Mit einigen geschickten Zügen, aber auch gnadenloser Härte entschied er den aufziehenden Russischen Bürgerkrieg gegen die „Weiße Bewegung“.

Spätestens ab dem Jahr 1922 begann ein Machtkampf zwischen Leo Trotzki und Stalin um die Nachfolge für den gesundheitlich schwer angeschlagenen Lenin. Dabei stellte sich Trotzki aber auch gegen den ausufernden Parteiapparat und verlor auch deshalb das politische Duell.

Leo Trotzki floh anschließend vor Josef Stalin über mehrere Stationen bis nach Mexiko. Dort wurde er 1940 von dem sowjetischen Agenten Ramón Mercader mit einem Eispickel erschlagen.

„… das kostbarste und bestorganisierte Gehirn […], das jemals mit einem Hammer eingeschlagen wurde.“ (Albert Zweig)

Mitglied der sozialrevolutionären Narodniki

Leo Trotzki entwickelte sich bereits als Teenager zum Sozialrevolutionär. Mit 17 Jahren gehörte er den Narodniki an. Das geheime Organisation, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im russischen Kaiserreich zusammenfand.

Er trat Diskussionszirkeln bei und fand in Alexandra Sokolowskaja eine intellektuelle Sparringspartnerin, die ihn nicht nur vom Marxismus überzeugte. Die beiden heirateten sieben Jahre später.

Haft und Verbannung nach Sibirien

Leo Trotzki fiel wegen seiner linksextremen Ansichten bei seinen bürgerlichen Eltern in Ungnade und wurde schließlich nicht mehr finanziell unterstützt. Im Jahr 1897 ging er den Behörden dann im Rahmen einer Massenverhaftung erstmals ins Netz.

Es folgte eine Verbannung nach Sibirien, wo sich Leo Trotzki intensiv mit Dialektik beschäftigte und seine fundamentale Kritik an der Herrschaft der russischen Kaiser weiter ausdeklinierte.

„Leninscher Knüppel“ in London

Nachdem Leo Trotzki mit Alexandra Sokolowskaja in der Verbannung zwei Töchter zeugte, verließ er sie 1902 und zog zu Lenin nach London. In dieser Zeit war er als leitender Redakteur für die revolutionäre Zeitung „Der Funke“ tätig.

Foto von Lenin
Foto von Lenin aus dem Jahr 1900 (gemeinfrei)

Die beiden Marxisten vertraten innerhalb der Linken das Ideal einer streng organisierten und zentralistischen Partei bestehend aus Berufsrevolutionären. Mit diesem Ansatz gelang 1903 die Spaltung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR).

In Folge einer Abstimmung auf dem Parteitag gab sich die Fraktion um Lenin den Namen die „Mehrheit“. Sie sind heute besser bekannt unter der russischen Bezeichnung als „Bolschewiki“.

Im Gegensatz dazu bildete sich das Lager der „Minderheit“, den sogenannten „Menschewiki“. Die folgende Zeit verbrachten die Linken dann vor allem mit internen Grabenkämpfen.

Für seine Beiträge zu dieser Entwicklung erwarb sich Leo Trotzki den Spitznamen „Leninscher Knüppel“. Die systematische Spaltung der Linken ging ihm jedoch zu weit. Tatsächlich trat Trotzki fast durchgängig eher als Vermittler zwischen den Lagern auf.

Damit schuf er eine wichtige Grundlage für seine zentrale Rolle in der Frühphase der kommunistischen Machtergreifung. Während der Russischen Revolution von 1905 und im Revolutionsjahr 1917 stieg Leo Trotzki so zu einer führenden Figur der linken Bewegung in Sankt Petersburg auf.

Theorie der Permanenten Revolution

Leo Trotzki entwickelte über die Konfliktlinien innerhalb der Linken hinweg einen engen Kontakt zu Alexander Parvus. Das war ein führender Vertreter der Menschewiki.

Leo Trotzki
Leo Trotzki im Jahr 1906 (gemeinfrei)

Zusammen mit Alexander Parvus bildete Leo Trotzki dann während der Russischen Revolution von 1905 die Führung des Rates der Arbeiterdeputierten von Sankt Petersburg, den ersten Sowjet.

Ein zentraler Gegenstand ihrer Diskussionen war die „Theorie der Permanenten Revolution“. Der Ausdruck kam ursprünglich in den frühen Schriften von Karl Marx auf.

1905 wurde die Theorie von einer Permanenten Revolution wieder virulent. Beispielsweise griff auch Rosa Luxemburg in Deutschland das Thema auf.

Eine wesentliche Streitfrage war, ob sich eine soziale Revolution in einzelnen Etappen oder als fortlaufender Prozess entwickeln könnte beziehungsweise sollte.

Die tendenziell zur Sozialdemokratie neigenden Menschewiki argumentierten dabei für einzelne Schritte. Die trotzkistische Interpretation der Permanenten Revolution war ein systemisches Konzept für fortwährende Konflikte:

  • Umwandlung der demokratischen in eine sozialistische Revolution.
  • Wirtschaftliche Veränderungen, die die Gesellschaft dauerhaft in Unruhe halten.
  • Export der sozialen Konflikte über nationale Grenzen hinweg mit dem Ziel, eine Weltrevolution zu entfachen.

Ausgang und Ziel der Permanenten Revolution nach Leo Trotzki war die Armut der Bauern. Seinen theoretischen Bogen spannte er über zwei Pfeiler:

  1. Enteignung und soziale Auslöschung von Landbesitzern des zaristischen Russlands im Rahmen einer Bodenreform zu Gunsten der mittellosen Bevölkerung.
  2. Anschließende Abschaffung des privaten Eigentums im Zuge einer sozialistischen Reform des wirtschaftlichen Systems.

Die Russische Revolution von 1905 scheiterte allerdings. Leo Trotzki wurde verhaftet, verurteilt und verbannt. Er konnte allerdings wie Alexander Parvus nach Wien fliehen.

Leo Trotzki und die Sowjetunion

In den Jahren nach der Russischen Revolution von 1905 zerbrach zwar die gute Beziehung zu Alexander Parvus. Aber Leo Trotzki konnte sich weiterhin sehr erfolgreich als Zentralist innerhalb der Linken positionieren.

Nikolaus II.
Letztes Foto von Kaiser Nikolaus II. von Russland aus dem Jahr 1917 (gemeinfrei)

Dabei wollten ihn vor allem die Bolschewisten in ihr Lager ziehen. Doch Leo Trotzki formulierte immer wieder Kritik an Lenin, der sich vice versa an ihm abarbeitete. Im Laufe des Ersten Weltkrieges näherten sich die beiden Ideologen jedoch wieder an.

Nach der Februarrevolution von 1917 dankte der letzte russische Kaiser Nikolaus II. ab. Während sich nun in Sankt Petersburg der Sowjet als dominierende Macht etablierte, regierte in Moskau eine vom Parlament getragene provisorische Regierung.

Als Leo Trotzki von diesen Neuigkeiten erfuhr, hielt er sich in New York auf und machte sich auf den Weg zu seiner alten Wirkungsstätte. Die Anreise verlief nicht ganz reibungslos. Er saß erstmal fast zwei Monate in einem kanadischen Internierungslager.

Rolle im Revolutionsjahr 1917

Leo Trotzki kam im Mai 1917 in Sankt Petersburg an. Dort engagierte er sich als Mitglied der Vereinigten Sozialdemokraten weiterhin für eine Kooperation von Bolschewiki und Menschewiki.

Alexander Kerenski
Alexander Kerenski führte die zweite Provisorische Regierung. (gemeinfrei)

Im Juli kam es erneut zu einem Aufstand mit zahlreichen Toten. Die erste provisorische Regierung des Parlamentes trat zurück. Doch das konservative Lager konnte sich letztlich dennoch unter Führung von Alexander Kerenski behaupten.

Leo Trotzki wurde erstmal verhaftet. Die nach diesem Juliaufstand geschwächten Bolschewisten nahmen ihn dann in Abwesenheit in ihre Partei auf. Dieses Manöver hatte den Hintergrund, dass Lenin zu diesem Zeitpunkt auf die Unterstützung Trotzkis angewiesen war.

Im September 1917 kam es zu einem Putsch rechter Militärs unter General Kornilow. Im selben Monat erreichten die Bolschewisten eine Mehrheit im Petersburger Sowjet und wählten Leo Trotzki zum Vorsitzenden des Rates.

In dieser Rolle organisierte er die „Roten Garden“. Das waren die bewaffneten Milizen der Partei. So wurde Trotzki schnell einer der wichtigsten politischen Akteure.

Leo Trotzki unterstützte in einem Beschluss vom 10. Oktober 1917 dann den bewaffneten Aufstand gegen Kerenski. Wenige Tage später entstand unter seiner Federführung das Militärrevolutionäre Komitee, eine Schaltstelle für die Ereignisse in Sankt Petersburg.

Am 26. Oktober 1917 bildeten die Linken mit dem „Sowjet der Volkskommissare“ eine neue Regierung. Leo Trotzki erhielt den Posten als Volkskommissar für Äußere Angelegenheiten.

Volkskommissar für Äußeres

Ein wesentliches Versprechen der Linken im politischen Wettstreit gegen die Konservativen war ein umgehender Friedensschluss mit dem Deutschen Reich sowie Österreich-Ungarn. Leo Trotzki konnte auch einen schnellen Waffenstillstand ab dem 15. Dezember 1917 wie auch den Start von Verhandlungen organisieren.

Leo Trotzki im Jahr 1918
Leo Trotzki im Jahr 1918 (gemeinfrei)

Die russische Position war jedoch sehr schwach, während Erich Ludendorff als deutscher Verhandlungsführer sehr offensiv auftrat. Trotz des Waffenstillstandes marschierten deutsche Truppen noch am 18. Februar 1918 in der Ukraine ein, um ertragreiche Gebiete für die Nahrungsversorgung der Mittelmächte zu sichern.

Damit verschärfte sich allerdings die in Russland ebenfalls sehr angespannte Versorgungslage. Im Frieden von Brest-Litowsk akzeptierte Leo Trotzki als russischer Vertreter jedoch die geschaffenen Tatsachen.

Diese Art von Friedensschluss war nicht nur ein reales Problem, sondern auch eine Demütigung. Im Rahmen der „Weißen Bewegung“ sammelten sich Freiwillige, die der Herrschaft der Kommunisten mit Gewalt begegnen wollten. So wurde der Frieden mit den Mittelmächten zu einem Grund für den aufziehenden Russischen Bürgerkrieg.

„Selbst wenn wir halb Russland niederbrennen und das Blut von drei Vierteln der Bevölkerung vergießen müssen, wir werden es tun, wenn es zu Russlands Rettung notwendig sein sollte.“ (General Kornilow)

Gründervater der Roten Armee

Am 14. März 1918 wurde Leo Trotzki zum Volkskommissar für das Kriegswesen ernannt. Er begann zügig mit der Aufrüstung der Roten Garden zu einer regulären Streitkraft, der Roten Armee.

Im Russischen Bürgerkrieg erwies sich Leo Trotzki als gnadenloser, aber auch erfolgreicher Oberkommandeur. Er steuerte die Rote Armee dabei aus einem Panzerzug:

„Während der anstrengendsten Jahre der Revolution, war mein Privatleben untrennbar mit dem Leben des Zuges verbunden. Der Zug hingegen war untrennbar mit dem Leben der Roten Armee verbunden. Der Zug verband die Front mit der Basis, löste dringende Probleme direkt vor Ort, belehrte, machte Eindruck, versorgte, belohnte und bestrafte.“

Außerdem führte Leo Trotzki das System der Politkommissare ein, um die Loyalität der Einheiten im Griff zu behalten. Auf seine persönliche Weisung hin kam es auch zu Exekutionen von einzelnen Offizieren.

Aber vor allem machte Leo Trotzki einen sehr klugen Schachzug: Er konnte die Erhaltung der bolschewistischen Regierung mit den Freiheitskämpfen einstmals im Kaiserreich unterdrückter Minderheiten verbinden.

Deshalb verfügte die Rote Armee in dieser Frühphase nicht nur über bolschewistische Verbände, sondern umfasste beispielsweise auch lettische, polnische und ungarische Einheiten. Mit der numerischen Überlegenheit gelang so der frühe strategische Sieg durch die Rückeroberung von Kasan im September 1918.

Machtkampf mit Josef Stalin

Die Partei und das Regime der Bolschewisten entwickelte sich binnen weniger Jahre zu bürokratischen Monstern. Diese Entwicklung wurde von Lenin und Trotzki kritisiert.

Lenin mit Stalin Foto 1922
Lenin und Stalin im Jahr 1922 (gemeinfrei)

Aber es entstand eine breite Masse an Funktionären in der KPdSU, die sehr profitierte. Ganz besonders stach Josef Stalin hervor, der 1922 zum Generalsekretär der Partei wurde und dann nach und nach die entscheidenden Gremien unter seine Kontrolle brachte.

Im Oktober 1923 ließ sich Leo Trotzki zu einer offenen Attacke auf Stalin und das Zentralkomitee hinreißen. Damit handelte er sich heftigen Widerstand quer durch die Partei ein.

Nach dem Tod von Lenin am 21. Januar 1924 begann der direkte Machtkampf. Dabei standen jedoch nicht nur die zwei Kontrahenten, sondern auch unterschiedliche Konzepte gegeneinander.

„Genosse Stalin hat dadurch, dass er Generalsekretär geworden ist, eine unermessliche Macht in seinen Händen konzentriert, und ich bin nicht überzeugt, dass er es immer verstehen wird, von dieser Macht vorsichtig genug Gebrauch zu machen. Andererseits zeichnet sich Genosse Trotzki, wie sein Kampf gegen das ZK in der Frage des Volkskommissariats für Verkehrswesen schon bewiesen hat, nicht nur durch hervorragende Fähigkeiten aus. Persönlich ist er wohl der fähigste Mann im gegenwärtigen ZK, aber auch ein Mensch, der ein Übermaß von Selbstbewusstsein und eine übermäßige Leidenschaft für rein administrative Maßnahmen hat.“ (Lenin)

Trotzkismus vs. Stalinismus

In der ideologischen Auseinandersetzung zwischen Leo Trotzki und Stalin sowie deren Anhängern prägte sich ein Begriffspaar:

  • Der Trotzkismus sah die Permanente Revolution in einem internationalen Maßstab als Vorrausetzung für den dauerhaften Erfolg der kommunistischen Machtergreifung.
  • Der Stalinismus hingegen war Totalitarismus innerhalb nationaler Grenzen, der vor allem auch von Terror gegen die eigene Bevölkerung geprägt war.

Wesentliche Unterschiede ergaben sich bei wirtschaftlichen Fragen und hinsichtlich der Organisation der Partei. Da sich der Stalinismus vorerst durchsetzte, wurden Abweichler generell als „Trotzkisten“ bezeichnet.

Ausschluss aus der KPdSU

Die Niederlage im Machtkampf gegen Stalin führte 1925 zur Absetzung von Leo Trotzki als Volkskommissar. Er hatte anschließend nur noch nachrangige Posten im Staatsdienst.

1926 wurde Leo Trotzki auch aus dem Politbüro der Partei verdrängt. Im folgenden Jahr kam es zum Ausschluss aus der KPdSU.

Auf dem XV. Parteitag der Kommunisten hatte die Opposition gegen Stalin schließlich gar keine Stimme mehr. Leo Trotzki und weitere Gegner des neuen starken Mannes wurden zunächst nach Kasachstan verbannt und 1928 in die Türkei ausgewiesen.

Leo Trotzki erhielt politisches Asyl von der damaligen Regierung unter Mustafa Atatürk. Er war jedoch mittellos und musste sich seinen weiteren Lebensunterhalt mit Veröffentlichungen verdienen.

Ein besonderer Erfolg war seine Autobiografie. Außerdem beschäftigte er sich beispielsweise mit dem Faschismus und dem Nationalsozialismus. Nebenbei schrieb Leo Trotzki im Exil aber auch weiterhin Pamphlete gegen Stalin.

Ermordung in Mexiko

1932 wurde Leo Trotzki die sowjetische Staatsbürgerschaft aberkannt und die aktive Verfolgung durch Agenten begann. Zeitweise hatte er politisches Asyl in Frankreich und später in Norwegen.

Die norwegische Regierung wurde von der Sowjetunion wegen Leo Trotzki jedoch massiv unter Druck gesetzt. Heimlich musste er deshalb auf einem Frachtschiff nach Mexiko ausreisen.

Dort war Trotzki trotz gegenteiliger Bedingungen für sein politisches Asyl weiterhin als prominenter Aktivist tätig. Beispielsweise gründete er die Vierte Internationale, um dem Einfluss von Stalin auf dieser Bühne zu begegnen.

Am 24. Mai 1940 gab es einen ersten Anschlag von sowjetischen Attentätern auf Leo Trotzki. Sie waren als mexikanische Polizisten getarnt und attackierten seine Haus.

Ramón Mercader Foto
Ramón Mercader ermordete Leo Trotzki 1940 in Mexiko (A.Savin / CC-BY-SA 3.0)

Die Aktion war jedoch ein Debakel, so dass sogar der Verdacht auf eine Inszenierung aufkam. Leo Trotzki nahm den Anschlag jedoch sehr ernst.

Sein Haus wurde zu einer kleinen Festung ausgebaut. Darüber hinaus bekam Leo Trotzki von Sympathisanten nun Personenschutz.

Drei Monate später erfolgte dann ein von langer Hand geplantes Attentat. Der Agent Ramón Mercader hielt sich bereits seit Oktober des vorherigen Jahres in der Gegend auf und hatte sich mit der Sekretärin von Leo Trotzki verlobt. So konnte er schließlich ungehindert das gesicherte Anwesen betreten.

Mit einem Eispickel verletzte er Leo Trotzki am 20. August 1940 so schwer am Kopf, dass dieser am folgenden Tag verstarb. Den Trauerzug begleiteten mehr als 300.000 Menschen.

Ramón Mercader erhielt für den Mord an Leo Trotzki den Leninorden. 1953 konnte seine Identität anhand von Fingerabdrücken zugeordnet werden. Der Eispickel tauchte 2005 wieder auf und wurde im Kriminologischen Museum von Mexiko-Stadt ausgestellt.