Robert the Bruce

Robert the Bruce – König von Schottland

Robert the Bruce wurde am 11. Juli 1274 in Cardross an den Ufern des Firth of Clyde geboren. Er gehörte dem mächtigen Clan Bruce an und konnte nach der Hinrichtung von William Wallace im Jahr 1305 das Machtvakuum in Schottland füllen.

Statue von Robert the Bruce in Sterling Castle
Statue von Robert the Bruce in Stirling Castle mit William Wallace Monument im Hintergrund (pixabay)

Schon im folgenden Frühjahr 1306 ließ er sich in Scone zum König krönen. Als Robert I. von Schottland wurde er zum Anführer der Rebellen im Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg.

Doch zunächst führte Robert the Bruce seine Anhänger in schwere Niederlagen. Dabei unterlagen sie erst den Truppen des englischen Königs Edward I. in der Schlacht bei Methven. Auf dem Rückzug wurden sie dann von den verfeindeten McDougalls fast vernichtet.

Der weitere Rückzug von Robert the Bruce trug ihn schließlich sogar bis auf die Äußeren Hebriden. Doch der geschickte Politiker konnte sich dabei die Unterstützung der kriegerischen Clans Campbell und MacDonald sichern.

Zusammen mit Neil Campbell und Angus Og MacDonald baute Robert I. eine schlagkräftige und disziplinierte Guerilla-Armee auf. Jahrelang überfielen sie englische Truppen aus dem Hinterhalt oder zerstörten kleinere Standorte. In der Schlacht von Bannockburn siegte Robert the Bruce im Jahr 1314 schließlich auf offenem Feld.

Unter seiner persönlichen Führung attackierte ein zahlenmäßig unterlegener Schildtron die englische Armee mit einem Sturmangriff – dem Highland Charge. Damit gelang es, der feindlichen Armee den notwendigen Raum zur Entfaltung zu nehmen. Die Engländer gerieten in Panik und ließen sich in den Fluss Bannockburn treiben. Dabei erlitten sie eine vernichtende Niederlage.

Der inzwischen amtierende König Edward II. fand auch in der Folge kein Mittel gegen die rebellischen Schotten. Am 6. April 1320 kam es dann mit der Declaration of Arbroath zur ältesten bekannten Unabhängigkeitserklärung einer Nation:

„[…] denn solange auch nur einhundert von uns am Leben bleiben, wird man uns niemals, zu welchen Bedingungen auch immer, unter englische Herrschaft zwingen. Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.“

Die Regierungszeit von Robert I. war dann von einem großen Machtzuwachs der Clanführer geprägt. Vor allem für seine alten Unterstützer zahlte sich der Beitrag zum Unabhängigkeitskrieg aus.

König Robert I. regierte Schottland bis zu seinem Tod am 7. Juni 1329. Für sein Seelenheil schnitt man ihm das Herz heraus, um es nach Jerusalem zu bringen. Es ging jedoch zunächst verloren, aber wurde dann später wiedergefunden. Seitdem ruht das Herz von Robert the Bruce in der Melrose Abbey.

Clan Bruce – Worte: „Wir sind gewesen“

Der schottische Clan Bruce existiert bis heute. Das Adelsgeschlecht hat seinen Stammsitz in Kincardine, einer kleinen Hafenstadt etwa 25 Kilometer westlich von Edinburgh am Firth-of-Forth in den Lowlands.

Robert de Brus – normanischer Ritter

Der Gründer der Linie soll Robert de Brus beziehungsweise de Bruis gewesen sein. Dabei handelte es sich um einen normanischen Ritter aus der Gemeinde Brix in Frankreich. Der Edelmann war mit Wilhelm dem Eroberer im Jahr 1066 nach Britannien gekommen.

Die Worte des Clans lauten: „Fuimus – Wir sind gewesen“. Das Geschlecht gehörte offenbar zu den Profiteuren der frühen Jahrzehnte nach der normanischen Eroberung. Im Jahr 1109 erwarben sie Anwesen und Ländereien in Yorkshire. Das ist eine Region im heutigen Nord-Osten von England.

Robert de Brus – Lord of Annandale

Ein historisch verbriefter Robert de Brus erwarb als erster Lord von Annandale dann 1124 auch weitere Ländereien in der Region von Dumfries und Galloway.

Robert de Brus, der vierte Lord von Annandale, heiratete im Jahr 1219 eine Tochter des Enkels des schottischen Königs. Damit hatte dessen Enkel, der spätere Robert the Bruce, eine Verbindung zum Haus Dunkeld, dass von 1058 bis 1290 regierte.

Robert the Bruce – Thronanwärter

Nach dem Tod des letzten Angehörigen der alten Königslinie verfiel Schottland zunächst ins Chaos. Insgesamt standen 13 Personen auf der Liste der Thronanwärter, die mehr oder minder mit dem schottischen Königshaus verwandt waren:

  • 1x Ur-Enkel von König David I. (1124 bis 1153)
  • 2x Ur-Ur-Enkel von König David I. (1124 bis 1153)
  • 2x Ur-Ur-Ur-Enkel von König David I. (1124 bis 1153)
  • 1x Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel von König David I. (1124 bis 1153)
  • 1x angeblicher Enkel von Wilhelm I. (1165 bis 1214)
  • 3x Ur-Enkel von unehelichen Töchtern von Wilhelm I. (1165 bis 1214 )
  • 1x Enkel einer unehelichen Tochter von Alexander II. (1214 bis 1249)
  • 1x Vater von Margarete Königin von Schottland (1286 bis 1290)
  • 1x Nachfahre von Malcom III. (1058 bis 1093)

Robert the Bruce war als einer der beiden Ur-Ur-Enkel von König David I. ein prominenter Kandidat unter den schottischen Anwärtern. Sein Clan war mächtig und bereits sein Großvater hatte nach dem Thron gestrebt.

Bedrohlich wurde die Situation, als der norwegische König ebenfalls nach dem Thron strebte. Orkney gehörte ihm zu diesem Zeitpunkt bereits. Deshalb wandten sich schottische Adelige in der Folge an den englischen König Edward I. und baten um eine Moderation für eine inner-schottische Lösung.

Der englische König entschied mit eigenen Hintergedanken für John Balliol, der ihm die Anerkennung seiner Oberherrschaft zugesichert hatte. John Balliol wurde dann am 30. November 1292 in der Stadt Scone zum schottischen König gekrönt, während Robert the Bruce als sein wichtigster Konkurrent das Nachsehen hatte.

Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges

Der englische König dachte wohl zunächst, die Angelegenheit sei erledigt und dass er John Balliol nun als Vasallen behandeln kann. Daraufhin bereite Edward I. einen Krieg gegen Frankreich vor.

Doch John Balliol baute schnell eine funktionierende Verwaltung auf und konsolidierte seine Machtposition. Schließlich verweigerte er Edward I. die Gefolgschaft. Im Jahr 1296 marschierte daraufhin ein englisches Heer ein. In der Schlacht von Dunbar kam es zur katastrophalen Niederlage für die Schotten.

John Balliol wurde dabei gefasst und dann eingekerkert. Er starb erst knapp 20 Jahre später. Doch Schottland wurde nun von den Engländern besetzt. Sie übernahmen die Verwaltung und zwangen die Clans in politische Bündnisse.

Außerdem erbeuteten sie den Stone of Scone. Dabei handelt es sich um einen Sandstein-Block aus Nord-Irland, der seit dem 9. Jahrhundert für das schottische Krönungsritual verwendet wurde. Der Stone of Scone wurde 1296 entwendet und dann in den englischen Thron in Westminster eingebaut.

Entwicklung des schottischen Schildtrons

Noch im Jahr 1296 kam es in Schottland zu den ersten Anschlägen auf die Engländer. Unter der Führung von Andrew Morray und William Wallace wurden kleine Verbände oder Standorte angegriffen.

Die Brücke von Stirling - Ort der Schlacht von 1297
Die Brücke von Stirling – Ort der Schlacht von 1297 (pixabay)

Die Widerstandsbewegung erhielt großen Zulauf. Edward I. sandte daraufhin eine Armee von mindestens 9.000 Mann nach Schottland, um den Aufstand niederzuschlagen. Dieser Heerzug musste am 11. September 1297 die Brücke von Sterling überqueren.

Auf der anderen Seite warteten etwa 2.500 Schotten. Sie waren nur leicht bewaffnet. Aber sie experimentierten mit einer neuen Taktik – dem schottischen Schildtron. Dabei handelte es sich um eine gerade oder leicht sichelförmige Infanterie-Formationen. Diese war ursprünglich noch sehr statisch und vor allem auf die Defensive ausgerichtet.

Die Kämpfer standen jedoch nicht nur in einer Linie, sondern auch in mehreren Reihen hintereinander. Sie waren dabei mit meterlangen, schweren Spießen ausgestattet. Diese waren alle nach vorne ausgerichtet, so dass sie einen Speerwall bildeten. Der Schildtron erinnert deshalb sehr an die makedonische Phalanx. Im Gegensatz zu den alten Makedonen bildeten die Schotten jedoch nicht zugleich auch einen Wall aus Schilden.

Die Spitzen eines Schildtrons zielten bei Kavallerie-Angriffen auf die Hälse der heran galoppierenden Pferde. Die Tiere wurden grausam getötet, aber sie verloren ihre gefährliche Bewegungsenergie und warfen auch die dann wehrlosen Panzerreiter ab. Die leicht bewaffneten Schotten konnten ihre Feinde so im Bodenkampf mit einfachen Messern abstechen.

Für 200 Jahre hatte die schwere Kavallerie die europäischen Schlachtfelder dominiert. Doch die Schotten fanden eine billige Antwort. Die Schlacht an der Brücke von Sterling endete für 6.000 Engländer in einem Blutbad, wie Robert the Bruce auch persönlich beobachten konnte.

Hinrichtung von William Wallace 1305

Wallace führte nach der Schlacht an der Brücke von Sterling den schottischen Widerstand zu weiteren Erfolgen. Sie fielen sogar im Norden von England ein und eroberten York. In der Folge wurde er zum Guardian of Scotland ernannt. Aus dieser Zeit stammt auch ein schriftliches Zeugnis. In seiner Funktion korrespondierte er mit der Stadt Lübeck.

Doch William Wallace hatte sich auch zahlreiche Feinde unter den schottischen Clanführern gemacht. Dies führte schließlich zum Verrat und seiner Auslieferung an die Engländer. In einer öffentlichen Demonstration ließ Edward I. den Freiheitskämpfer in London hinrichten – durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen.

„Ihr englischen Hunde ihr, verweichlichte Huren seid ihr, küsst meinen schottischen Hintern und seid stolz darauf, dies tun zu können, etwas Besseres kann einem jämmerlichen Engländer nicht passieren!“ (Letzte Worte)

Sein Kopf wurde an der London Bridge aufgespießt. Seine Arme und Beine wurden nach Newcastle, Berwick-upon-Tweed, Sterling und Perth geschickt. Doch die Frage, wie sich das in Schottland entstandene Machtvakuum füllen würde, war noch nicht geklärt.

Robert I. – König von Schottland

In Schottland entbrannte zunächst eine Diskussion, ob der eingekerkerte John Balliol noch als König anzuerkennen sei. Bei der Interpretation der Rechtslage kam der Kirche ein besonderer Einfluss zu.

Die schottischen Bischöfe erklärten dann, dass Eide gegenüber einem inhaftierten Monarchen nicht bindend seien. Damit war der Weg frei für eine neue Regelung der Herrschaft.

Ermordung von John Comyn

Innerhalb der schottischen Aristokratie wurde zunächst ein Kompromiss gesucht. Dabei versuchte man, die realen Machtverhältnisse wie auch die erb-rechtlichen Ansprüche zu verbinden.

Als mächtigster Clan in Schottland verlangten die Comyns die Krone. Sie kontrollierten den Norden des Landes. Außerdem waren sie eng mit dem süd-westlich benachbarten Clan MacDougall aus der Region um Oban verbündet.

Aber der Clanführer John Comyn hatte nicht den Rückhalt der schottischen Bischöfe. Außerdem war der Anspruch von Robert the Bruce stärker begründet. Deshalb wurden die Rivalen zusammen als Reichsverweser bestellt. So bildeten sie eine ersatzweise Doppelspitze für John Balliol.

Doch es kam schnell zu schweren Konflikten. Am 10. Februar 1306 trafen sich Robert the Bruce und John Comyn deshalb zu einer Aussprache in der Greyfriars Church in Dumfries. Doch Letzterer sollte die Kirche nicht mehr lebend verlassen.

Zum genauen Verlauf dieser „Verhandlungen“ gibt es unterschiedliche Versionen, doch John Comyn wurde wohl beleidigend. Entgegen der Absprachen war der hitzköpfige Robert the Bruce nur leider doch bewaffnet. Er zog sein Messer, stach zu und floh von der Szene. Einer seiner Begleiter betrat daraufhin das Gotteshaus und tötete den Verletzten John Comyn.

Für diese Tat wurde Robert the Bruce vom Papst mit dem Kirchenbann belegt. Er hatte ein Tabu gebrochen und eine Blutfehde ausgelöst. Außerdem gingen wichtige Unterstützer verloren. Aber der letzte große Konkurrent um die Krone war nun tot.

Neil Campbell entzündet das Crann Tara

In dieser Phase war jede Unterstützung für Robert the Bruce mit einem hohen persönlichen Risiko verbunden. Doch mit Neil Campbell hatte der König einen entscheidenden Unterstützer.

Neil Campbell war ein Jugendfreund. Ursprünglich hatte man ihn in Paris zum Priester ausgebildet. Inzwischen war er jedoch der Anführer seines Clans geworden und verfügte über Gebiete in Argyll im Osten von Schottland. Er entzündete das Crann Tara. Das war ein Holzkreuz und diente den schottischen Clans als Ruf zu den Waffen.

Dieses Fiery Cross wurde dann von Dorf zu Dorf getragen. Neil Campbell rief damit offen zur Revolte auf. Sein Clan stellte dann auch fähige Kämpfer in dieser kritischen Zeit der frühen Herrschaft von Robert the Bruce. Die Campbells bildeten so das Rückgrat der Rebellion in dieser neuen Phase des Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieges.

Krönung in Scone im Jahr 1306

Nach der Ermordung von John Comyn zog Robert the Bruce schnell nach Scone. Traditionell fanden dort die Krönungen der schottischen Könige statt. Nun sollte erstmals seit Jahrhunderten eine Inthronisierung ohne den Königsstein stattfinden. Darüber wurde in der Not jedoch hinweg gesehen.

Robert the Bruce wurde dann am 25. März 1306 in Scone als König Robert I. von Schottland erhoben. Er hatte nun zwar die Krone und einen neuen Namen. Der junge König hatte jedoch noch kein Königreich.

Darüber hinaus erfuhr Edward I. zeitnah von der Krönung. Er schickte daraufhin sofort Truppen nach Norden. Den Befehl übertrug er seinem Cousin Aymer de Valence. Dieser hatte sich wiederholt als fähiger Militär und Diplomat erwiesen.

Niederlage in der Schlacht bei Methven

Trotz des Kirchenbanns gelang es Robert the Bruce, etwa 4.500 Mann in einem Heer zu versammeln. Mit dieser Armee versuchte er im Juni 1306 die Stadt Perth von den Engländern zurückzuerobern.

Als er am 18. Juni vor den Toren der Stadt eintraf, wurde ihm jedoch der Einlass verweigert. Deshalb lagerten die Schotten einige Meilen westlich bei Methven.

In der Nacht führte die englische Armee einen Überraschungsangriff durch. Robert the Bruce wurde völlig überrumpelt und erlitt eine schwere Niederlage. Nur wenige hundert Kämpfer konnten entkommen.

Parallel zu diesen Ereignissen fiel die Familie von Robert the Bruce in die Hände der Feinde. Drei jüngere Brüder wurden umgehend exekutiert. Seine Ehefrau Elizabeth de Burgh, seine Tochter Marjorie und seine Schwester Christina hingegen hielt man unter unwürdigen Umständen als Gefangene.

Krieg der Clans und Unabhängigkeit

Blutrache des John MacDougall of Lorn

Nach der katastrophalen Niederlage in der Schlacht bei Methven floh Robert the Bruce mit seinen verbliebenen Truppen in die Highlands. Dabei gerieten sie auf das Gebiet des Clan MacDougall.

Der Clan war durch Bündnisse und Heirat eng mit den Comyns verflochten. Sie waren deshalb zur Blutrache für die Ermordung von John Comyn verpflichtet.

Die Highlander legten einen Hinterhalt und fügten Robert the Bruce eine weitere schwere Niederlage zu. Doch Robert the Bruce konnte sich letztlich mit noch etwa 200 Mann in verbündetes Gebiet retten. Von dort aus begann er dann nach und nach seine Rebellion aufzubauen.

Clan McDonald von der Isle of Islay

Nach seinem militärischen Rückzug reiste Robert the Bruce zur Isle of Islay. Dort traf er sich mit Angus Og MacDonald, dem Anführer seines kriegerischen Clans. Die Insel ist heute berühmt für Whiskey-Sorten wie Ardbeg, Lagavulin oder Laphroaig, deren Geschmäcker sich alle durch die hohen Anteile an Torf im Quellwasser auszeichnen.

Die MacDonalds des frühen 14. Jahrhunderts waren jedoch kampferprobte Plünderer. Sie hatten sich in der irischen See eine Vormachtstellung aufgebaut. Wie viele andere Clans waren die MacDonalds zu diesem Zeitpunkt formal mit den Engländern verbündet.

Doch Angus Og MacDonald sah eine Chance in Robert the Bruce. Durch eine Unterstützung der Rebellion in dieser schwierigen Phaese konnte er nach Belieben seine Bedingungen diktieren.

Er ließ sich deshalb von Robert I. große Gebiete der MacDougalls auf der schottischen Hauptinsel für den Fall eines Sieges versprechen. Das war für seinen Clan die historische Chance, über den räumlich isolierten Stammsitz auf der Isle of Islay hinaus zu expandieren.

Für Robert the Bruce muss es hingegen denkbar einfach gewesen sein, seinem neuen Freund die Gebiete der feindlichen MacDougalls zu versprechen. Die Beiden sollen sich bestens verstanden haben.

Reise zu den Äußeren Hebriden

Der Überlieferung nach verließ Robert the Bruce die Isle of Islay bereits nach drei Tagen. Mit der Erlaubnis von Angus Og begab er sich auf die Äußeren Hebriden. Dort lebten weiteren Clans unter dem Schutz der MacDonalds.

Den Winter 1306/07 verbrachte Robert the Bruce dann bei Christina of the Isles. Die gälische Anführerin hatte auf den Äußeren Hebriden das Sagen. Einer der vielen Legenden nach sollen sie zusammen auch ein uneheliches Kind gezeugt haben.

Genaue Details zur Unterstützung durch Christina of the Isles im Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg sind nicht bekannt. Aber Robert the Bruce fand auf den Äußeren Hebriden nicht nur gutes Versteck. Mitglieder des Clans begleiteten ihn im Frühjahr auf die Hauptinsel und kämpften an seiner Seite.

Guerilla-Krieg in den Highlands

Im Jahr 1307 begann Robert the Bruce mit neuen Kräften einen Guerilla-Krieg gegen die Engländer. Geographisch konzentrierten sie sich zunächst auf die nord-westliche Küstenregion in den Highlands. Man hielt sie für einen versprengten Haufen von Rebellen. Dennoch sandte der König umgehend Truppen nach Norden.

  • Bereits im April 1307 kam es in der Provinz Galloway zu Schlacht von Glen Trool. Die Schotten legten einen erfolgreichen Hinterhalt und fügten Aymer de Valence und einer Abteilungen von einigen hundert Reitern eine schwere Niederlage zu.
  • Dann am 10. Mai 1307 kam es etwas weiter nördlich zur Schlacht bei Loudoun Hill. Dabei besiegten 600 Schotten eine Abteilung von etwa 3.000 Fußsoldaten unter dem Befehl von Aymer de Valence.
  • Schon am 13. Mai 1307 besiegte Robert the Bruce dann eine weitere Streitkraft unter dem Befehl von Gilbert de Clare, dem 8. Earl of Gloucester.

Aber Edward I. verstarb am 07. Juli 1307. Sein schwächlicher Sohn Edward II. übernahm die englischen Krone. Die kleinen Siege von Robert the Bruce sorgten hingegen für großen Zulauf. Er zog dann in den Norden. Das hatte drei strategische Vorteile:

  1. Mit dieser Marschrichtung entfernten sie sich zunächst immer weiter von der englischen Grenze. Damit nahm das Interesse von Edward II. ab und beschränkte zugleich auch dessen militärische Möglichkeiten.
  2. Dafür konnten sich die schottischen Rebellen voll auf die Bekämpfung der Clans Comyn und MacDougall konzentrieren. Diese waren völlig unvorbereitet, als die Guerillas plötzlich und sehr brutal in ihr Gebiet einfielen.
  3. Nach der Vernichtung der Comyns verfügte Robert the Bruce in den Highlands nun über ein sicheres Hinterland auf der Hauptinsel. Aus dieser Position heraus konnten die Rebellen ihr Augenmerk nun auf das Zentrum von Schottland richten – Stirling Castle.

Ein besonderes Gefecht in diesem Krieg der Clans war die Schlacht am Brander Pass 1308 gegen John MacDougall of Lorn. Dieser legte einen Hinterhalt. Doch Robert the Bruce verfügte offenbar über sehr gute Informationen. Ein Teil seiner Männer umging die MacDougalls und attackierte sie dann von hinten.

Der Triumph am Brander Pass wurde dann auch zur propagandistischen Wende im Unabhängigkeitskrieg. Der Ruf nach einem schottischen König kam nun aus immer weiteren Teilen aller Bevölkerungsschichten. Ab 1310 nahm die Rebellion immer weiter fahrt auf.

Zunächst wurden Städte wie Linlithgow, Dumbarton und Perth befreit. 1313 gelang die Eroberung von Edinburgh Castle. Noch im selben Jahr plünderte Robert the Bruce in Nord-England und unterwarf dann die Isle of Man.

Doch der schottische König bewies bei diesem Zug auch in anderer Hinsicht viel Weitblick. Robert the Bruce und seine Heerführer nutzten die Jahre des Kleinkrieges intensiv für das Training ihrer Kämpfer. Sie entwickelten den schottischen Schiltron zu einer mobilen Formation, die auf dem Schlachtfeld bewegt werden konnte. Außerdem trainierten sie den Angriff mit diesem Speerwall.

Die Kämpfer entwickelten ein hohes Maß an Disziplin und taktischen Fähigkeiten. Mit den wachsenden Erfolgen gegen den schwachen König Edward II. konnten sich die Guerillas bis zu einem Punkt entwickeln, der die offene Feldschlacht gegen die englische Armee denkbar machte.

Schlacht von Bannockburn 1314

Trotz der beeindruckenden Entwicklung der schottischen Kämpfer, waren sie einer modernen Armee ihrer Zeit dennoch waffentechnisch klar unterlegen. Das englische Heer verfügte dagegen über eine schwere Kavallerie und hatte ausgebildete Fernkämpfer.

Die Rebellen blieben deshalb darauf angewiesen, das Gelände zu ihrem Vorteil zu nutzen. Als die englische Armee Ende Juni 1314 am Fluss Bannockburn lagerte, war die große Chance gekommen.

Die schottischen Freiheitskämpfer waren zwar in der Unterzahl, aber das Gelände bot eine großartige Möglichkeit. Mit einem schnellen Vorstoß eines Schildtrons konnte man die Kampfzone dramatisch zu verkleinern.

In der Folge konnten sich die englischen Reiter und Bogenschützen nicht entfalten. Dafür war der schottische Speerwall umso erfolgreicher. Die englischen Truppen wurden immer weiter zurück und schließlich in den Fluss gedrängt.

Dabei wurden zahlreiche englische Adlige gefangen genommen. Diese wurden später gegen hohe Lösegelder getauscht. Damit konnte Robert the Bruce seine Familie auslösen und Versprechen gegenüber Clanführern erfüllen.

Nach der Schlacht von Bannockburn konnte auch die nahegelegene Burg von Stirling schnell erobert werden. Damit hatten die Rebellen das schottische Kernland eingenommen.

Pan-Gälische Allianz von Iren und Schotten

Nach den Erfolgen von Robert the Bruce im Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg, breitete sich die Rebellion gegen die Engländer nach Irland aus. Die Iren und die Schotten teilten sich die gälische Sprache und Kultur sowie den englischen Feind.

Deshalb lotete man die Möglichkeiten einer „Pan-Gälischen Allianz“ aus. Ein Aufstand in Irland wäre dann die Eröffnung einer zweiten Front. Das durch Kriege mit Frankreich geschwächte England hatte mit Edward II. auch nur noch einen schwachen König. Im Jahr 1316 einigten sich die irischen Clanführer deshalb auf die Erhebung von Edward the Bruce zum Hochkönig.

Nach der Absetzung des letzten irischen Hochkönigs im Jahr 1186 war dieses Amt nun erstmals wieder besetzt. Mit Edward the Bruce hatten sich die Iren darüber hinaus einen sehr erfahrenen Krieger zum Anführer erwählt.

Edward war etwa ein Jahr jünger als Robert the Bruce und hatte diesen auf alle seinen Zügen begleitet. Er hatte Erfahrung als Guerilla und war mit der Eroberung von englischen Burgen vertraut. Außerdem hatte Edward als Heerführer in der Schlacht von Bannockburn gedient.

Im Herbst 1316 führte Robert the Bruce dann persönlich schottische Truppen nach Irland. Zusammen mit den irischen Clan-Kriegern eroberten sie Ulster und Connacht. Damit hatten sie den Norden der Insel erobert. Die Clans des Südens schlossen sich der Rebellion jedoch nicht an.

Im Jahr 1317 kam es dann zu einer Hungersnot in Irland. Die Verbände der pan-gälischen Allianz hatten deshalb große Probleme sich zu versorgen. Dafür gelang es dem englischen König, eine Armee nach Irland zu entsenden.

Edward the Bruce erlitt bei der folgenden Schlacht einen vernichtende Niederlage. Er selbst wurde dabei getötet und die Allianz zerfiel.

Schottische Unabhängigkeitserklärung

Die Schotten führten ihren Freiheitskampf jedoch erfolgreich weiter. Im Jahr 1219 wehrten sie die Belagerung von Berwick-upon-Tweed ab und fügten Aymer de Valence eine erneute Niederlage in der Schlacht bei Byland zu.

Am 6. April 1320 traten dann schließlich Robert the Bruce und 51 schottische Adelige im Kloster Arbroath zusammen. Gemeinsam verfassten sie ein Schreiben an den Papst in Avignon.

Sie erklärten als erste Nation der Welt ihre Unabhängigkeit und dass diese sogar wichtig als die Person des Königs sei. Damit schrieben die Rebellen ein Stück Verfassungsgeschichte. Aber vor allem fand der entscheidende Einfluss von Clanführern wie Neil Campbell und Angus Og MacDonald einen institutionellen Niederschlag im unabhängigen Schottland.

Die Erklärung war ein voller Erfolg. Seine Heiligkeit Johannes XXII. vermittelte einen Frieden zwischen Schottland und England. Edward III. verzichtete dann später auf alle Ansprüche.