Arthur Wellesley

Arthur Wellesley – 1. Duke of Wellington

Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington, wurde am 1. Mai 1769 geboren. Im Laufe seines Lebens hatte er sowohl eine politische wie auch eine militärische Karriere. Als General der britischen Truppen in der Schlacht bei Waterloo 1815 war er der entscheidende Kommandeur beim Sieg gegen Napoleon Bonaparte.

Doch der Ausgang der Schlacht war lange offen, weil nur die gemeinsamen Kräfte von Preußen und England stark genug waren, um den französischen Kaiser zu besiegen. Aber es gelang Napoleon, seine Gegner zum Kampf zu zwingen, bevor sich die Heere vereinigen konnten.

„Ich wollte, es würde Nacht oder die Preußen kämen.“

Doch Arthur Wellesley hatte als General bereits den Ruf eines Defensiv-Spezialisten. Durch kluge Bewegungen auf dem Schlachtfeld, konnte er dem Ansturm der überlegenen französischen Armee lange genug widerstehen.

Als die preußischen Truppen am Ende des Tages unter dem Befehl von Gebhard von Blücher herbeigeeilt waren, konnte Napoleon endlich bezwungen werden. Seitdem gilt die Redewendung: „Ein Waterloo erleben.“ als Synonym für eine totale Niederlage.

Unter Horatio Nelson war die Bedrohung auf See bereits zurückgedrängt worden. Mit dem Sieg von Arthur Wellesley an Land gingen zweieinhalb Jahrzehnte der konstanten Bedrohung für England endlich zu Ende.

Darüber hinaus waren Frankreich und auch Spanien nun entscheidend geschwächt. Die Briten konnten in den folgenden Jahren und Jahrzehnten ihr Empire weltweit entwickeln. Für seine Verdienste erhielt Arthur Wellesley ein Staatsbegräbnis, nachdem er im hohen Alter am 14. September 1852 verstarb.

Rückkehr von Napoleon

Im Februar 1815 kehrte Napoleon aus seinem Exil auf Elba zurück. Er landete mit 1.000 Mann im Süden von Frankreich und marschierte erfolgreich auf Paris. Dabei schloßen sich ihm zahllose Freiwillige an.

Das Schreckgespenst der Vergangenheit war zurückgekehrt. Arthur Wellesley wurde das Kommando über Koalitionstruppen im Raum von Brüssel übertragen. Neben den britischen Einheiten waren dies Truppen aus den Niederlanden, Hannover und Nassau.

Die verbündeten Preußen unter General Blücher eilten ebenfalls mit einer Armee herbei. In der Koalition ging man davon aus, dass man die Armeen in Ruhe würde vereinigen können.

Doch wie bereits häufig zuvor, wurde die Geschwindigkeit von Napoleon unterschätzt. Dieser eilte nämlich so schnell wie möglich nach Belgien. Er wollte die beiden feindlichen Armeen getrennt  schlagen.

Schlacht bei Waterloo

Vorgefecht bei Ligny

Doch zwei Tage vor der Schlacht bei Waterloo stießen die preußischen Verbände auf den Feind. Napoleon wollte einen Keil zwischen die heranrückenden Heere seiner Gegner schieben. Persönlich führte er seine Männer gegen Blücher in die Schlacht bei Ligny.

Das war ein kleines Dorf. Damit er sich in Ruhe den Preußen widmen konnte, entsandte er seinen linken Flügel zur Kreuzung von Quatre-Bias, um die britischen Truppen unter Arthur Wellesley in Schach zu halten.

Für die Preußen wurde diese Entscheidung beinahe zum Verhängnis. Die alte Garde, die Elite-Infanterie von Napoleon, zerschlug das preußische Zentrum in dem kleinen Dorf.

General Blücher wurde dabei verwundet und fast gefangen genommen. Das Kommando über die preußische Armee übernahm deshalb der Stabschef August Neidhardt von Gneisenau.

Dieser konnte die Armee vor der Vernichtung bewahren und wies seinen Männern einen strategisch klugen Rückzugsweg. Das Manöver ließ für einen späteren Zeitpunkt alle räumlichen Optionen offen. Außerdem sollten die Briten unter dem Kommando von Arthur Wellesley in Quatre-Bras mehr Erfolg haben.

Vorgefecht bei Quatre-Bras

Der Duke of Wellington erfuhr erst sehr spät vom Anrücken der französischen Armee. Diese hatten bereits mit Aufklärern eine wichtige Kreuzung, Quatre-Bras, auf dem Rendezvous-Kurs mit Blücher erreicht.

Doch es befanden sich noch zwei niederländische Brigaden vor Ort. Diese konnten den Bereich halten, bis nach und nach weitere Einheiten eintrafen. Doch der berühmte Marshall Ney marschierte mit dem linken Flügel der Grande Armée, insgesamt etwa 21.000 Mann, ebenfalls zu der Kreuzung.

Als die Schlacht bei Quatre-Bras begann, waren erst 9.000 Man vor Ort. Diese waren zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen. Doch es trafen immer weitere Verstärkungen ein. Die frischen Kräfte hatten noch dazu den Vorteil, dass sie auf ihrer Marschrichtung auch gleich die Flanke der Franzosen attackieren konnten.

So gelang es die Kreuzung zu halten, bis die komplette Armee von Arthur Wellesley mit 35.000 Mann vollzählig war. Die Franzosen zogen sich daraufhin zurück.

Hauptgefecht

Die Preußen mussten sich nun erst wieder sammeln. Der Duke of Wellington ließ seine Soldaten deshalb eine defensive Stellung einnehmen, um auf die verbündeten Truppen zu warten. Doch Napoleon sah seine Chance, nun die Briten mit geballter Kraft zu vernichten.

Die Schlacht von Waterloo begann am 18. Juni 1815 um 11:30 Uhr nachdem die Franzosen in einer Entfernung von etwa zwei Kilometern vor den Briten aufmarschiert waren. Diese hätten bei einem Frontalangriff auf ihr Zentrum keine Chance haben dürfen.

Doch auf dem weiten Feld zwischen den Armeen lagen kleine Gehöfte. Arthur Wellesley sah in diesen Gebäuden seine einzige Chance, die Stellung bis zum Eintreffen der Preußen halten zu können.

Er entsandte die 95th Rifles, ein Regiment von Scharfschützen. Im Gegensatz zur damaligen Linieninfanterie hatten solche Soldaten die Aufgabe, in lockerer Formation gezielt auf hochwertige Ziele zu schießen.

Die Aufgabe dieser Einheiten war es, anrückende Feinde, ähnlich wie bei einer Festung, ins Kreuzfeuer zu nehmen. In einer etwas tieferen Staffelung positionierte Arthur Wellesley einige Kavallerie-Einheiten und Dragoner hinter den Gehöften.

Die berittenen Einheiten sicherten die Scharfschützen vor einer Umgehung. Tatsächlich gelang es Arthur Wellesley, wesentliche Teile der feindlichen Kräfte für lange Zeit mit diesem Manöver zu binden.

Die Gehöfte wurde jeweils immer nur von einigen hundert Mann verteidigt. Aufgrund der hohen Verluste musste Arthur Wellesley die 95th Rifles den Tag über immer wieder verstärken. Dennoch gelang es Napoleon im späten Nachmittag, die Gebäude unter schweren Verlusten einzunehmen.

Die britischen Einheiten wurden dabei praktisch völlig aufgerieben. Aber die Schlacht von Waterloo war durch die Manöver von Arthur Wellesley bereits sehr weit in die Länge gezogen worden.

Dank des klugen Befehls des preußischen Generals von Gneisenau kam nun auch die verbündeten Kräfte näher. Napoleon versuchte mit seiner alten Garde noch einen letzten Angriff auf den Duke of Wellington, doch die Attacke hatte nicht mehr genügend Ausdauer.

Die Preußen trafen schließlich auf dem Schlachtfeld ein und entschieden damit die Schlacht von Waterloo. Es gelang dabei auch, die Rückzugslinie von Napoleon zu besetzen, der nun endgültig in der Falle saß.