Keltische Krieger

Keltische Krieger – Siedlungen und Kultur

Die Kelten siedelten noch 800 v. Christus schwerpunktmäßig im Süden des heutigen Deutschland und im angrenzenden Tschechien. Doch nur 500 Jahre später hatten sich die kriegerischen Stämme in alle Himmelsrichtungen ausgebreitet.

Keltische Siedlungsräume Karte
Keltische Siedlungsräume im 3. Jahrhundert v. Christus (Schöpfer: Castagna von Wikimedia Commons / Lizenz: gemeinfreies Bild)

Die britischen Inseln, die iberische Halbinsel, ganz Mitteleuropa, der Norden von Italien bis hin zu Gebieten am Schwarzen Meer hatten sich die keltischen Krieger erkämpft. Trotz der Heterogenität dieser Gruppen zeigten sich viele Gemeinsamkeiten im kulturellen und religiösen Verhalten wie auch bei der Kriegsführung.

Ab 400 v. Christus begannen die Kelten, ihre Dörfer zu befestigen. Damit entwickelten sie sich zum bleibenden Machtfaktor in Europa. Darüber hinaus hinterließen sie dank dieser Siedlungen auch zahlreiche archäologische Funde.

Um 275 v. Christus erreichten die Kelten ihre größte Ausdehnung. Erst die Römer konnten der Expansion einen Riegel vorschieben. Während der römischen Kaiserzeit fielen fast alle Gebiete der Kelten an das Imperium. Die kriegerischen Stämme wurden romanisiert.

Das ist auch ein wichtiger Unterschied zu vielen germanischen Kriegern. Diese konnten sich erfolgreicher gegen eine Invasion durch die Römer wehren. Sie hatten die Chance, von ihren Feinden zu lernen. Schließlich übernahmen sie während der Völkerwanderung sogar einige Teile des sterbenden Imperiums.

Keltische Siedlungen der Eisenzeit

Die Hochphase der keltischen Siedlungsaktivität fällt in die Eisenzeit ab 800 v. Christus. Nach einem der wichtigsten Fundorte im österreichischen Hallstatt spricht man auch von der Hallstatt-Kultur.

Keltisches Fürstengrab
Rekonstruktion eines Fürstengrabes im Keltenmuseum Hochdorf (Foto: jnn95 von Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Dort, aber auch an vielen anderen Orten, wurden Siedlungen der Kelten und vor allem Hügelgräber entdeckt. Die archäologischen Funde lassen auf die gesellschaftlichen Strukturen dieser vor-christlichen Kultur schließen. Es gibt sogar bis heute einzelne Regionen wie im Norden von Irland oder in Wales, in denen Dialekte mit keltischen Einfluss gesprochen werden.

Für heutige Forschungen ist besonders interessant, dass keltische Krieger mit ihren Waffen begraben wurden. Vor allem in den reichen Fürstengräbern finden sich darüber hinaus prunkvolle Schätze, die von der handwerklichen Kunst der Kelten zeugen.

Soziale Strukturen der Kelten

Die keltische Gesellschaft gliederte sich wahrscheinlich in drei Schichten, wie beispielsweise die Ausgrabungen an der Heuneburg am Oberlauf der Donau nahelegen. Im Zentrum des Geschehens stand ein Fürst und sein nächstes Umfeld.

Keltische Siedlung Heuneburg
Rekonstruktion der keltischen Heuneburg (Schöpfer: Kenny Arne Lang Antonsen von Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Die Oberschicht von lokalen Siedlungen war insbesondere bei vorhandenen Befestigungen auch besonders geschützt. Unter diesem Kern bildete sich eine Schicht von Handwerkern, die wesentlich zur notwendigen Arbeitsteilung beitrugen.

Darüber hinaus gab es in keltischen Siedlungen auch Händler. In der Heuneburg wurden beispielsweise Importe aus Griechenland, Bernstein von der Ostsee, Amphoren aus Frankreich oder auch Goldschmuck von italischen Etruskern gefunden.

Den äußeren und vor allem auch ungeschützten Ring einer keltischen Siedlungen bildeten Bauern. Sie versorgten die Bewohner mit Nahrung und anderen organischen Materialen. Dafür betrieben die Kelten Ackerbau und Viehzucht. Ihre landwirtschaftlichen Parzellen waren umzäunt:

  • Getreide: Dinkel, Emmer, Gerste und Hirse
  • Hülsenfrüchte: Erbsen, Linsen und Saubohnen
  • Gemüse: Brennnesel, Kohl, Löwenzahn, Rüben, Rettich, Sellerie und Zwiebeln

Außerdem haben die Kelten natürlich Bier (= Cervisia) getrunken. Sie kannten das Weizenbier mit Honig, aber auch einfaches Gerstenbier. Die Oberschicht trank dagegen gerne mal importierten Wein. Aber auch Met, also Honigwein, konnte nachgewiesen werden.

Barden, Druiden und Seher

Zahlreiche Römer, aber auch früh-christliche Quellen geben Auskunft über die geistigen und kulturellen Schlüsselfiguren der Kelten. Historisch sind diese teils jedoch sehr zweifelhaft.

Beispielsweise finden sich bei Cäsar Beschreibungen, die keinesfalls auf eigenen Beobachtungen beruhen können. Dennoch lassen sich drei Klassen von „Inspirierten“ identifizieren:

  • Die Barden waren Dichter und Sänger. Ihre Aufgabe war die Unterhaltung. Sie besangen die Taten tapferer Krieger und erzählten vielleicht auch Geschichten, die zur Bildung einer gemeinsamen Identität dienten.
  • Die Druiden waren die religiöse Elite der Kelten und gehörten dem Adel an. Linguistische Rekonstruktionen deuten daraufhin, dass „Druide“ in etwa soviel wie „besonders viel Wissender“ bedeutet. Sie waren Astrologen, Philosophen, Heiler, aber auch Juristen. Ihre Symbole waren eine Sichel und ein Mistelzweig. Bekannt ist, dass Druiden viel unterwegs waren und sich an heiligen Orten wie Llyn Cerrig Bach bei Holyhead in Wales trafen.
  • Die Seher widmeten sich Prophezeiungen und andere übernatürlichen Phänomene.

Das Wissen dieser „Inspirierten“ wurde mündlich weitergegeben.

Handwerk und Technik

Keltisches Schwert
Keltisches Schwert von etwa 60 v. Christus (Foto: PHGCOM / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

In keltischen Siedlungen wurden zahlreiche Materialien bearbeitet. Sie beherrschten den Bergbau und die Verarbeitung von Eisenerz.

Als Exportgüter der Kelten sind Eisen, Flachs, Holz, Salz, Wolle und Zinn bekannt. Neben den Ausgangsstoffen produzierten sie auch Endprodukte wie Waffen und Werkzeuge.

Für das Römische Reich waren keltische Siedlungen sogar häufig die wichtigsten Waffenlieferanten. Erst im Zuge der römischen Expansion wurden eben solche Stätten eingenommen und von den Invasoren dann selbst betrieben. Besonders bekannt war der norische Stahl, für den sogar Ovid bewundernde Worte fand:

„[…] durior […] ferro quod noricus excoquit ignis […]“

„[…] hart wie Eisen und Stahl, in der norischen Esse geschmolzen […]“

Für den Handel übernahmen die Kelten das Geldwesen der Römer. Im 3. Jahrhundert v. Christus begannen sie mit der Prägung von eigenen Münzen aus Bronze, Silber und Gold.

Kriege der Kelten gegen Rom

Die keltischen Krieger waren über Jahrhunderte hinweg immer wieder in Kämpfe gegen römische Legionäre verwickelt. Bis zum Ende der Republik stellten sie eine große Bedrohung dar. Erst während der frühen Kaiserzeit konnte sich die neue Supermacht durchsetzen.

Plünderung Roms 390 v. Chr.

Im 5. Jahrhundert v. Christus stießen die keltischen Senonen aus dem heutigen Frankreich bis in die Po-Ebene vor. Über die Alpen drängten weitere Krieger der Insubrer, der Boier und der Cenomanen nach Nord-Italien. Zusammen verdrängten sie zunächst die dort ansässigen Etrusker.

Ausrüstung eines keltischen Kriegers
Replik der Ausrüstung eines keltischen Kriegers der Eisenzeit (Foto: Gorinin von Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Unter Brennus stießen sie bis nach Mittel-Italien vor. Die keltischen Krieger bedrängten die Stadt Clusium unweit nördlich von Rom. Dort reagierte man auf einen Hilferuf und schickte Truppen.

Vielleicht schon im Jahr 390 v. Christus oder erst 387 v. Christus kam es daraufhin zur Schlacht an der Allia. Das ist ein kleiner Nebenfluss des Tiber. Die Römer schickten 40.000 Mann ins Gefecht. Die Schlacht fand der Überlieferung nach am 18. Juli statt.

Livius nannte es später den dies ater, den schwarzen Tag der römischen Geschichte. Die Schlacht wurde zur bis dato größten Niederlage der aufstrebenden Macht. Eingeleitet wurde das Desaster durch einen Kollaps des linken Flügels. Dort standen unerfahrene Soldaten, die unter dem Druck einbrachen.

„Vae victis!“ („Wehe den Besiegten!“)

Der Weg nach Rom war frei und die Stadt wurde von keltischen Kriegern geplündert. Nur auf dem Kapitol konnte sich eine letzte Gruppe verteidigen. Der Legende nach wurden sie eines nachts von einer Schar Gänse gerettet. Diese waren der Göttin Juno geweiht und schnatterten laut, als keltische Krieger versuchten, die Mauern zu erklimmen.

Laut Polybios dauerte die Belagerung des Kapitols sieben Monate lang. Die Truppen um Brenus zogen erst ab, als ihnen die Vorräte ausgingen. Doch das Ereignis brannte sich tief in das kollektive Bewusstsein der Römer ein.

Es kam zu einer Heeresreform. Das römische Kurzschwert (Gladius) wurde als Standardwaffe eingeführt. Die Armee verabschiedete sich nach und nach von der griechischen Phalanx zu Gunsten von höher entwickelten Taktiken.

Darüber hinaus wurde die Servianische Stadtmauer neu errichtet:

  • Die nächste Eroberung Roms erfolgte erst 700 Jahre später durch den Usurpator und späteren Kaiser Konstantin.
  • Die nächste Plünderung Roms erfolgte sogar erst 800 Jahre später durch die Westgoten unter Alarich.

Zweiter Punischer Krieg

Im Zweiten Punischen Krieg spielten keltische Krieger erneut eine kritische Rolle zu Lasten der kommenden Supermacht am Mittelmeer. Nachdem Hannibal Barkas in Nord-Italien eingefallen war, schlossen sich zahlreiche keltische Krieger seinem Heerzug an.

Vor allem nach der Schlacht am Ticinus (218 v. Chr.) liefen sie in Scharen über. Zeitweise stellten sie wesentliche Teile des Heeres.

Insbesondere nach der Schlacht von Cannae (216 v. Chr.) war die Chance einer Niederwerfung Roms zum Greifen nahe. 14 Jahre lang waren die keltischen Krieger in Italien das Zünglein an der Waage des Zweiten Punischen Krieges.

Doch letztlich gelang es den Invasoren nie, ausreichend viele keltische Krieger für den Kampf gegen Rom zu mobilisieren. Die Gelegenheit zur erneuten Demütigung des Römischen Reiches blieb ungenutzt.

Krieg gegen die Gallier

Die wohl bekannteste Auseinandersetzung zwischen keltischen Kriegern und den alten Römern war der gallische Krieg von 58 bis 51 v. Christus. Dabei nutzte der ehrgeizige Prokonsul Gaius Julius Caesar die Konflikte zwischen einzelnen Stämmen, um Gebiete im heutigen Frankreich zu erobern.

Karte des Gallischen Krieges
Karte des Gallischen Krieges – eigene Markierungen (ODbL)

„Gallia est omnis divisa in partes tres.“

Die schnellen Erfolge der römischen Invasion machte diese Eindringlinge jedoch schließlich etwas unvorsichtig. Außerdem unterschätzte Cäsar, wie die Gewalt gegen die Bevölkerung zur Einigung der Stämme beitrug.

Unter der Führung des Arverner-Fürsten Vercingetorix formierte sich ab 54 v. Christus ein geeinter Widerstand. Die gallischen Kelten setzten sehr erfolgreich auf eine Strategie der verbrannten Erde und bedrohten damit die Versorgung der römischen Truppen.

Es folgten wechselhafte Schlachten wie bei Avaricum und Gergovia. Letztlich endete der gallische Krieg jedoch mit einem strategischen Fehler des Arverner-Fürsten.

Er zog sich mit seinen Krieger in die Bergfeste von Alesia zurück. Cäsar schloss einen Belagerungsring um die Stadt sowie einen Verteidigungsring gegen die Befreiung durch eine Entsatzarmee. Die Gallier mussten schließlich kapitulieren, aber nahmen in der Folge auch sehr schnell die römische Kultur an.

Kämpfe in Britannien

Erste Welle der römischen Angriffe

Im Jahr 43 n. Christus begann die Eroberung Britanniens unter Kaiser Claudius. Die Invasion war insgesamt eine relativ entspannte Angelegenheit für die Römer.

Römische Eroberung Britanniens Karte
Kaiser Claudius eroberte 43 n. Chr. das keltische Britannien (ODbL)

Wiederum bildeten die keltischen Stämme keine einheitliche Front. Vor allem im Süden hatten die Römer dank bestehender Handelsbeziehungen bereits Verbündete und wurden teilweise sogar begrüßt.

Nach zwei großen Schlachten an den Flüssen Medway und Themse hatten die Römer bereits den strategischen Sieg errungen. Es folgte die schnelle Besetzung der wertvollen Kupfer- und Zinn-Minen im Süden von England unter dem damaligen Legaten und späteren Kaiser Vespasian.

Ein großes Problem war jedoch der Druiden-Kult. Als kulturelle Elite der Kelten engagierten diese sich gegen die neuen Bräuche. Darüber hinaus gingen die Römer in den folgenden Jahren teils sehr ungeschickt vor und schikanierten viele Kelten.

Deshalb gingen die Römer unter dem Befehl des Gaius Suetonius Paulinus mit brutaler Gewalt gegen die keltischen Druiden vor. Für diese Attacken führte er große Kontingente der Besatzungsarmee bis weit in den Westen auf die Insel Mona in Wales.

Währenddessen kam es jedoch ganz im Osten zu einem schweren Übergriff. Legionäre vergewaltigten die beiden Töchter der Icener-Königin Boudicca. Das brachte das Fass zum Überlaufen.

Die keltischen Stammeskrieger mobilisierten binnen kürzester Zeit. Auch benachbarte Stämme wie die Trinovanten schlossen sich dem Aufstand an. Die Römer mussten zunächst einige schwere Niederlagen hinnehmen. Nur mit viel Glück konnten sie die entscheidende Schlacht an der Watling Street gewinnen.

Zweite Welle der römischen Angriffe

Den Römern gelang es letztlich, ihre Kontrolle über die kriegerischen Kelten im heutigen England zu behaupten. Ab 83 n. Christus versuchte Kaiser Domitian auch Schottland beziehungsweise Kaledonien zu erobern.

Römische Feldzüge Kaledonien Karte
Feldzüge gegen kaledonische Kelten (CC-BY-SA 3.0)

Der General Gnaeus Iulius Agricola überschritt den Firth of Clyde und stieß bis zum schottischen Hochland vor. Die keltischen Krieger wehrten sich jedoch mit allen Kräften.

Die Römer benötigten sieben Feldzüge, um in der Schlacht am Mons Graupius eine Entscheidung erzwingen zu können. Parallel fuhr ein Flottenverband zu den Orkney-Inseln und unterwarf die dortigen Kelten.

Die keltischen Krieger erhielten jedoch plötzlich eine unerwartete Waffenhilfe von den Dakern aus dem heutigen Rumänien. Diese fielen in die völlig unvorbereitete Provinz südlich der Donau ein.

Der Kaiser befahl darauf den Abbruch der Expedition und verlagerte Truppen aus dem ganzen Reich an diesen neuen Brennpunkt. Letztlich entschieden sich die Römer unter Kaiser Hadrian dann für eine sehr kurze Grenzlinie gegen die verbliebenen Kelten im heutigen Schottland.

Kampfweise der Kelten

Kultische Handlungen

Die keltischen Krieger bemalten sich vor einer Schlacht mit Kriegsfarben. Hierfür nutzten sie Faiberwaid. Das ist ein Kreuzblütengewachs, dass man heutzutage auch deutschen Indigo nennt.

Im Kontrast zum Ton der Kriegsbemalung kalkten sich die keltischen Krieger die Haare weiß. Die Kombination aus Blau und Weiß sollte besonders einschüchternd auf Gegner wirken.

Außerdem trennten die keltischen Krieger ihren Feinden die Köpfe ab. Hinter diesem Kopfkult stand der mystische Glaube, die Kraft des getöteten Gegners würde mit dieser Handlung auf den Sieger übergehen. Die abgetrennten Köpfe hängten sich die siegreichen Krieger an ihre Pferde oder Gürtel.

Keltische Krieger zelebrierten die Kriegsführung und organisierten sich unter Standarten. Darüber hinaus verfügten sie über das Carnyx.

Keltische Carnyx
Replik einer Keltische Carnyx (Foto: Elliott Sadourny von Wikimedia Commons / Lizenz: (CC-BY-SA 3.0)

Dabei handelte es sich um ein spezielles Kriegshorn der Kelten. Neben archäologischen Funden ist das Carnyx auch durch Berichte von Cäsar und Kaiser Claudius belegt.

Es handelte sich dabei um eine Trompete aus Bronze. Die Mündung hatte die Form eines Wildschwein- oder eines Schlangenkopfes.

Zur Verstärkung dieser Akustik bildeten die keltischen Krieger auch Sprechchöre, um ihre Feinde weiter einzuschüchtern. Keltische Frauen sollen darüber hinaus ihre Männer in der Schlacht angefeuert haben.

Keltischer Schildwall

Feindliche Angriffe wehrten die Krieger nach Möglichkeit mit einem Schildwall ab, der keltischen Variante der griechischen Phalanx aus dem Mittelmeerraum. Beide Taktiken hatten gemein, dass die Krieger sich mit überlappenden Schilden gegenseitig schützten.

Außerdem verfügten auch die keltischen Krieger über lange Speere, mit denen sie kämpfen konnten. Beispielsweise finden sich bei Cäsar Erwähnungen über einen solchen Schildwall von keltischen Galliern unter der Führung von Vercingetorix.

Die germanischen Krieger entwickelten den Schildwall der keltischen Krieger in zwei weiteren Varianten:

  • Bei den Angeln hielt die erste Reihe den Schild, während die zweite Reihe mit langen und schweren Speeren bewaffnet war.
  • Bei den Sachsen hielt ebenfalls die erste Reihe den Schild, während die zweite Reihe über Wurfspeere verfügte.

Der Schildwall der keltischen Krieger war jedoch sehr anfällig für die römischen Pila. Diese Wurfspeere drangen in die keltischen Schilde ein und verbogen sich dann. Die Kämpfer mussten nach einem solchen Treffer auf diesen Schutz verzichten.

Auch die Anfälligkeit gegen Kavallerie-Angriffe war sehr hoch. Beispielsweise hingen die Erfolge der römischen Taktiken gegen die keltischen Krieger im Gallischen Krieg sehr eng mit diesem Defizit zusammen.

Angriffe aus dem Hinterhalt

Doch die keltischen Krieger kämpften ohnehin lieber im Wald. Im offenen Gelände hatten sie gegen die römischen Legionäre als dominierende Militärmacht ihrer Epoche in der Regel keine Chance.

Quincunx - Rotation von Manipeln und Kohorten
Der Quincunx der römischen Armee

Einzelne Gefechte des Boudicca-Aufstandes in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Christus zeigen beispielsweise die Fähigkeiten der keltischen Krieger bei Angriffen aus dem Hinterhalt.

Bei ihren Hinterhalten setzten die keltischen Krieger vorzugsweise auf Attacken aus erhöhten Positionen und mit Fernwaffen.

Je nach den örtlichen Möglichkeiten ließen sie auch Baumstämme auf ihre Gegner rollen oder bewarfen diese mit schweren Steinen.

Entweder zogen sich die keltischen Krieger dann zurück, bevor sich der attackierte Feind organisieren konnte. Oder ein solcher Hinterhalt eröffnete anschließend ein größeres Gefecht.

Rüstung, Schilde und Waffen

Rüstungen

Ursprünglich trugen die keltischen Krieger keinen Schutz. Doch archäologische Funde weisen daraufhin, dass sich im Laufe der Jahrhunderte eine zunehmend stärkere Rüstung verbreitete. Unter den Funden gibt es:

  • Lederrüstungen
  • Brustplatten aus Bronze
  • Kettenhemden
  • Schuppenhemden

Schilde

Die leichte Infanterie und auch die Reiterei der Kelten trug kleine, runde Holzschilde. Schwere Infanteristen hatten jedoch meistens einen langen Schild, in ovaler oder rechteckiger Form.

Ein ganz besonderes Exemplar wurde in der Themse gefunden. Der Battersea-Schild war ein Holzschild mit einem prächtigen Beschlag aus Bronze.

Die Arbeit stammt aus einer Zeit um 300 v. Christus und ist bis heute sehr gut erhalten. Der Schild diente jedoch nicht militärischen, sondern dekorativen Zwecken.

Waffen

Seine Waffen hatten für einen keltischen Krieger eine sehr hohe kulturelle Bedeutung. Zahlreiche Grabbeilagen deuten auf einen ausgeprägten Totenkult. Als Stammeskrieger, verfügten sie über eine breite Auswahl und konnten diese entsprechend der individuellen Bedürfnisse modifizieren.

Meist trugen die jungen Krieger die Fernkampfwaffen und bildeten so auch die leichte Infanterie. Die wichtigsten Waffen dieser keltischen Plänkler waren:

Viele keltische Krieger waren jedoch Schwertkämpfer, für die vor allem die Tapferkeit im Kampf zählte. Außerdem gab es Elite-Einheiten von besonders fähigen Kämpfern, die auch sehr viel Ansehen genossen. Die Bewaffnung dieser schweren Infanterie bestand meist aus:

  • Kurz- und Langschwerter (Hiebwaffen)
  • Lanzen und Speeren
  • Beilen und Keulen

Streitwagen

Die keltischen Krieger sind darüber hinaus bekannt für ihre mächtigen Streitwagen. Die Besatzung eines solchen Wagens bestand aus zwei Personen – einem Lenker und einem (adeligen) Waffenträger.

Der keltische Streitwagen wurde jedoch wohl nur verwendet, um den Krieger zu einem bestimmten Punkt in der Schlacht zu tragen. Wahrscheinlich war die Hauptaufgabe sogar eher der Rücktransport oder die Deckung für den Kämpfer. Das hatte den Vorteil, dass die Ausdauer des Kämpfers geschont und seine Überlebenswahrscheinlichkeit bei einer Verletzung erhöht wurde.

Dass die keltischen Krieger ihre Streitwagen mit Fernkämpfern ausstatteten, ist jedoch nicht bekannt. Darüber hinaus entwickelte sich erst sehr spät eine keltische Reiterei, die nicht nur Nahkampfwaffen, sondern auch Wurfspeere einsetzte. Entsprechende Funde sind nur aus Britannien bekannt.