Carlos Marighella

Carlos Marighella – Brasilianischer Stadtguerillero

Carlos Marighella (* 5. Dezember 1911; † 4. November 1969) war ein brasilianischer Revolutionär und Theoretiker der Stadtguerilla der Neuesten Geschichte.

„Die Regierung macht sich lächerlich, in dem sie den Terrorismus und alle Akte gegen die Regierung nur einer Person zuschreibt.“ (Carlos Marighella)

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Carlos Marighella (CC0)

Carlos Marighella kämpfte gegen die brasilianische Militärdiktatur. Er verfasste Das Minihandbuch des Stadtguerilleros. Diese Literatur ist eine konzeptionelle Übertragung der (ländlichen) Guerillatheorie, welche beispielsweise von Mao Zedong und Vo Nguyen Giap erfolgreich entwickelt wurde. Weitere Vorbilder finden sich im südamerikanischen Raum mit Fidel Castro und Che Guevera.

Carlos Marighella beeinflusste maßgeblich das strategische und taktische Denken anderer Sozialrevolutionäre, wie beispielsweise der deutschen RAF. Ulrike Meinhof verfasste dann auch den recht wertlosen Abklatsch Das Konzept Stadtguerilla.

Carlos Marighella beeindruckte sogar das deutsche Bundeskriminalamt. Die Behörde wurde damals von Horst Herold geführt. Dort setzte man sich analytisch mit seiner Schrift auseinander und nutzte die Erkenntnisse zur Terrorismusbekämpfung. Der zentrale Aspekt ist die Logistik.

Guerillastrategie von Carlos Marighella

Carlos Marighella konzentrierte sich bei seinen strategischen Überlegungen zur Stadtguerilla vor allem auf alle Fragen der Versorgung. Es galt, die Voraussetzungen für erfolgreiche Operationen zu schaffen.

Darüber hinaus war für Marighella das Überleben des Widerstandskämpfers von größter Bedeutung. Dieser soll den Kampf immer weiter fortsetzen.

Carlos Marighella entwickelte einprägsame Akronyme für die Versorgung: N (Nahrungsmittel), K (Kraftstoff), A (Ausrüstung), M (Munition).

Und noch eine weitere Formel: M (Motorisierung), G (Geld), W (Waffen), M (Munition) und S (Sprengstoff).

Guerillataktik von Carlos Marighella

Carlos Marighella ist der Turnvater Jahn aller Terroristen. Ein solcher muss ein guter Taktiker sein und gut schießen können. Er muss schlau, erfinderisch und eigeninitiativ sein, um den Mangel an Waffen, Munition und Ausrüstung kompensieren zu können. Flexibel, vielseitig, geistesgegenwärtig und politisch geschult ist ein Terrorist, der es als seine Pflicht ansieht, zu handeln.

Außerdem muss der Terrorist ein guter Läufer sein. Er kann Müdigkeit, Hunger, Regen und Hitze ertragen. Die moralische Überlegenheit ist dem Terroristen eine wichtige Stütze, denn seine höchste Aufgabe ist es, anzugreifen und zu überleben.