Manfred von Richthofen

Manfred von Richthofen – der rote Baron

Freiherr Manfred Albrecht von Richthofen wurde am 2. Mai 1892 geboren. Er war ein deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und erzielte mit 80 bestätigten Abschüssen die meisten Luftsiege eines einzelnen Piloten in diesem Krieg.

Manfred von Richthofen mit dem Pour le Mérite (Bildlink: Wikipedia)
Manfred von Richthofen – der rote Baron mit Pour le Mérite (Bildlink: Wikipedia)

Weil Manfred von Richthofen seine Maschinen häufig rot lackieren ließ, erwarb er sich die Bezeichnung Roter Baron. Dem Flieger-Ass war es jedoch nicht vergönnt, den Ersten Weltkrieg zu überleben. Am 21. April 1918 wurde der talentierte Taktiker jedoch über feindlichem Gebiet getroffen und erlag seiner Verletzung.

Seinen rot-lackierten Dreidecker hatte Manfred von Richthofen jedoch mit letzten Kräften noch sicher auf einem Feld landen können. Dort wurden seine sterblichen Überreste von englischen Soldaten entdeckt.

Englische Flieger-Offiziere begruben den feindlichen Kriegsheld dann mit militärischen Ehren und sandten eine historische Depesche:

„An das deutsche Fliegerkorps. Rittmeister Baron Manfred von Richthofen wurde am 21. April 1918 in einem Luftkampf getötet. Er wurde mit allen militärischen Ehren begraben.“

Der Freiherr von Richthofen hatte sich bis dato als ein Musterschüler und wichtigster Interpret der Lehren von Oswald Boelcke präsentiert. Das war ebenfalls eine Flieger-Legende, dessen Leitsätze in den Dicta Boelcke zusammengefasst wurden.

Nach dem Hungerwinter 1916/17 wurde Manfred von Richthofen dann zum bedeutenden Instrument der deutschen Propaganda. Man nutzte seine Person, um die Begeisterung für den Ersten Weltkrieg neu zu entfachen. In diesem Zug wurden ihm „ritterliche“ Eigenschaften angedichtet, die der wissenschaftlichen Überprüfung jedoch nicht mehr standhalten.

Doch Manfred von Richthofen war nicht nur ein begnadeter Kampf-Pilot. Darüber hinaus bewährte er sich als Kommandeur der Jagdstaffel 11, die als Fliegender Zirkus bekannt wurde. Die Einheit erreichte beeindruckende Abschusszahlen und wurde an zahlreichen Kriegsschauplätzen eingesetzt.

Nach dem Tod des Manfred von Richthofen wurde Hermann Göring der übernächste Kommandant von dessen Jagdgeschwader. Diese eigentlich nicht existente Verbindung zu einer Nazi-Größe wurde dann ebenfalls sehr intensiv für die deutsche Propaganda genutzt, um Begeisterung für den Zweiten Weltkrieg zu schüren.

Aus heutiger Sicht müssen die taktischen Errungenschaften der Jagdflieger im Ersten Weltkrieg jedoch relativiert werden. Im Vergleich beispielsweise zur Thach-Schleife, die erstmals in der Schlacht von Midway eingesetzt wurde, handelte es sich noch um sehr primitive Luftkämpfe.

Karriere des Freiherrn von Richthofen

Spross einer preußischen Offiziersfamilie

Manfred von Richthofen wurde in der Nähe von Breslau geboren und wuchs dort auf dem schlesischen Landsitz der Familie auf. Er stammte aus einer alten Adelsfamilie, die bereits zahlreiche Offiziere hervor gebracht hatte. Ein besonders bekannter Vorfahre war der Feldmarschall und Heeresreformer Leopold von Anhalt-Dessau.

Nach der Sichtung des Familien-Archivs derer von Richthofen kam der Historiker Joachim Castan zu der Einschätzung, dass insbesondere die Mutter Kunigunde eine treibende Kraft hinter dem Werdegang ihres ältesten Sohnes war. Sie projizierte ihren persönlichen Ehrgeiz auf Manfred von Richthofen, der stets versuchte, ihren Ansprüchen gerecht zu werden.

Hintergrund für diese soziale Tragödie war ihre Angst um den sozialen Stand, weil ihr Mann weniger begütert als ihre eigene Familie war. Noch dazu musste er vorzeitig seine Karriere beim Militär beenden. Im Jahr 1960 verfasste Kunigunde von Richthofen dann ein Manuskript, in dem sie ihren ganzen Frust verarbeitete.

Ausbildung in einem Ulanen-Regiment

Der Vater des Manfred von Richthofen hatte bei der Kavallerie gedient. Er schickte seinen Jungen von 1903 bis 1911 auf die Kadettenschule. Nach seinem Abschluss trat Manfred von Richthofen dann als Fähnrich in ein Ulanen-Regiment ein.

Ulanen waren Lanzenreiter, die als sehr elitäre oder gleich Garde-Einheiten in Preußen erstmals von Friedrich dem Großen aufgestellt wurden. Ursprünglich stellten sie vor allem eine Antwort gegen die polnische und ungarische Kavallerie dar. Seit 1884 führten preußische Ulanen jedoch einen Karabiner als Hauptwaffe.

Manfred von Richthofen war zunächst in der Stadt Militsch in Niederschlesien stationiert. Dort besuchte der junge Offiziersanwärter auch die Kriegsschule. Diese schloss er im Jahr 1912 mit der Ernennung zum Leutnant ab. In der Folge bliebt er zunächst auch weiterhin bei dem Regiment und wurde der 3. Eskadron zugeteilt.

Bereits früh hatten sich dabei seine besonderen Talente und Schießkünste gezeigt. Während seiner Heimaturlaube ging Manfred von Richthofen mit seinem Vater häufig auf die Jagd und trainierte auch daheim mit großer Leidenschaft seine Fähigkeiten als Schütze.

Ausbruch des Ersten Weltkrieges

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 wurde Manfred von Richthofen mit seiner Einheit zunächst an die Ost-Front verlegt. Dort versah er in einem ruhigen Abschnitt einen berittenen Patrouillen-Dienst, was ihn wohl sehr enttäuschte.

„Ich bin nicht in den Krieg gezogen, um Käse und Eier zu sammeln.“ (angebliches Zitat)

Seine Einheit wurde jedoch nach kurzer Zeit an die West-Front verlegt. Dort war Manfred von Richthofen erstmals als – berittener – Aufklärer hinter den feindlichen Linien.

Ab dem 1. September 1914 diente der junge Leutnant als Nachrichtenoffizier der 4. Armee vor Verdun. Nach einer weiteren Station als Ordonnanz bei der 18. Infanterie-Brigade ließ er sich zur Fliegertruppe versetzen.

Erfindung des synchronisierten Maschinengewehres

Die Luftwaffe war zu diesem Zeitpunkt noch in einer sehr frühen Phase ihrer Entwicklung. Die ersten Kampfflieger hatten nämlich immer noch das Problem, dass wegen des zentralen Propeller-Antriebes nur zur Seite oder nach hinten geschossen werden konnte. Nur wenige französische Maschinen stellten eine Ausnahme dar.

Doch mit der Erfindung des synchronisierten Maschinengewehres änderte sich der Luftkrieg für immer. Der deutsche Ingenieur Anton Fokker hatte nämlich im April 1915 einen Mechanismus zur Synchronisierung des MG-Feuers mit den sich drehenden Propellern entwickelt.

In der Dynamik des Krieges zogen andere Parteien bald nach, so dass erstmals ein großer Bedarf an echten Kampf-Piloten entstand. Etwa zeitgleich mit dem technologischen Durchbruch bei den MGs wurde Manfred von Richthofen ab dem 30. April 1915 bei der Fliegertruppe zum Aufklärer ausgebildet.

Aufklärer an der Ost-Front über Russland

Bereits am 21. Juni 1915 wurde Manfred von Richthofen an die Ostfront geschickt. Seine Aufklärungsflüge in einem 2-Sitzer über Feindesland nutzte er dabei mehrfach, um russische Soldaten am Boden anzugreifen.

„Wir gingen auf möglichst niedrige Höhe herunter. Mein Beobachter schoss feste mit dem Maschinengewehr unter die Brüder und wir hatten einen wilden Spaß daran.“

(Manfred von Richthofen in einem Brief an seine Mutter)

Jagdflieger an der West-Front über Frankreich

Bereits im Sommer 1915 wechselte er zu einem Kampfgeschwader. Auf einer Zugfahrt lernte er dann den bereits legendären Ausbilder und Kommandeur Oswald Boelcke kennen. Zunächst absolvierte Manfred von Richthofen jedoch die Ausbildung zum Flugzeugführer.

Er bestand die Prüfung erst beim dritten Mal. Dennoch erhielt Manfred von Richthofen am 24. Dezember 1915 sein Diplom als ausgebildeter Jagdflieger. Ab dem 1. März 1916 war er dann bei Verdun im Einsatz.

„Jetzt bin ich ein Kampfpilot, Mama! Es ist kein Schießen mit der Büchse, sondern ein Zielen mit dem ganzen Flugzeug.“

(Manfred von Richthofen in einem Brief an seine Mutter)

Ab September 1916 war Manfred von Richthofen dann bei der Jagdstaffel 2 unter dem Befehl von Oswald Boelcke. Nur etwas mehr als zwei Wochen später konnte er seinen ersten Abschuss feiern.

Oswald Boelcke war eine zentrale Figur unter den deutschen Jagdfliegern des Ersten Weltkrieges. Kurz bevor Manfred von Richthofen in seine Einheit wechselte, hatte er für seinen achten Abschuss von Kaiser Wilhelm II. den Pour le Mérite erhalten. Boelcke fiel dann allerdings am 28. Oktober 1916 im Kampf.

Dicta Boelcke – Maxime des Luftkampfes

Seine Erfahrungen fasste Oswald Boelcke in den Dicta Boelcke zusammen. Diese wurden zum Leitfaden für den Luftkampf der deutschen Jagdflieger im Ersten Weltkrieg:

  • Sichere dir die Vorteile, bevor du angreifst.
  • Wenn du einen Angriff begonnen hast, bringe ihn zu Ende.
  • Feuere aus nächster Nähe und nur, wenn du den Gegner genau im Visier hast.
  • Lass den Gegner nie aus den Augen.
  • Bei allen Angriffen ist die Annäherung von hinten erforderlich.
  • Wenn der Gegner dich im Sturzflug angreift, wende dich ihm zu.
  • Wenn du über feindlichen Gebiet bist, behalte immer deinen Rückzug im Auge.

Erste Abschüsse und Pour le Mérite

Am 17. September hatte Manfred von Richthofen seinen ersten Abschuss erzielt. Dieser Erfolg löste bei ihm offenbar sehr starke Emotionen aus. Er entwickelte eine Gier nach Luftsiegen und wurde zum regelrechten Trophäen-Sammler.

Sobald er einen Flieger abgeschossen hatte, landete er sein eigenes Flugzeug und schnitt das Kennzeichen seines Gegners aus den Trümmern. Außerdem ließ er sich für jeden Luftsieg einen Silberbecher mit passender Gravur herstellen. Mit diesen Devotionalien schmückte er dann sein Jugendzimmer auf dem familiären Landgut.

Als Manfred von Richthofen 16 Abschüsse vorweisen konnte, erhielt er seinen Pour le Mérite. Dabei handelte es sich um die höchste Auszeichnung für Tapferkeit. Der Orden war ursprünglich von Friedrich dem Großen gestiftet worden.

Ritter der Lüfte mit weißem Seidenschal

Gegen Ende des Jahres 1916 hatte sich die Begeisterung für den Krieg längst gelegt. Millionen von Soldaten waren bereits gefallen, ohne dass militärische Fortschritte zu verzeichnen waren. Aber auch in der Zivilbevölkerung hatte sich ein großer Mangel eingestellt in diesem sogenannten Steckrübenwinter.

In dieser prekären Situation suchte General Erich Ludendorff nach einer PR-Strategie, um die Bevölkerung und die Soldaten wieder für den Krieg zu begeistern. Der erfolgreiche Jagdflieger Manfred von Richthofen passte perfekt in die Rolle als strahlender Held.

Die Propaganda-Maschine des Deutschen Reiches verwandelt ihn deshalb in den „Ritter der Lüfte“. Als besonderes Accessoire wurde ihm noch ein weißer Seidenschal verliehen. Man gab ihm sogar extra Heimaturlaub, um ein Buch zu schreiben.

Richthofens Autobiographie – der rote Kampfflieger

Zur weiteren Marken-Bildung verfasste Manfred von Richthofen das Buch „Der rote Kampfflieger“. Dieses Werk wurden als angebliche Autobiographie dargestellt und drei Ausgaben aufgelegt: 1917, 1920 und 1933. Vor allem die letzte Version entwickelte sich zum Bestseller mit über einer Million verkauften Exemplaren.

Tatsächlich handelte es sich bei dem Buch um ein Diktat, dass anschließend propagandistisch überarbeitet wurde. Seine Begeisterung für das Töten wurde zu Gunsten von ritterlichen Eigenschaften zurückgestellt. Beispielsweise wurde seine Faszination von Kopfschüssen nicht aus den Notizen der Sekretärin übernommen.

An einer anderen Stelle soll er einen feindlichen Flieger zur Landung gezwungen haben. Anschließend habe er den wehrlosen Gegner in ritterlicher Manier geschont. Im Kriegstagebuch erzählte Manfred von Richthofen aber eine andere Version dieses Ereignisses. Er habe solange auf den gelandeten Piloten gefeuert, bis dieser endlich tot gewesen sei.

Der Historiker Joachim Castan hat jedoch im Auftrag eines großen Verlages die unterschiedlichen Fassungen dieser sogenannten Autobiographie ausgewertet. Überraschenderweise fanden sich teils große Abweichungen. Insbesondere die Ausgabe von 1933 weist Besonderheiten auf. Beispielsweise wurde eine pathetische Einleitung von Hermann Göring beigefügt.

Doch die Wirkung dieser Schrift war im Jahr 1917 nicht zu unterschätzen. Zunächst war Kunigunde von Richthofen glücklich wie nie. Sie wurde jetzt als „Helden-Mutter“ bezeichnet.

Aber Manfred von Richthofen entwickelte sich auch zu dem Frauenschwarm seiner Zeit, was ihn jedoch wohl völlig kalt ließ. Es gibt keine Hinweise auf eine Freundin oder eine Affaire.

Jagdstaffel 11 – der fliegende Zirkus

Mitte Januar 1917 übertrug man Manfred von Richthofen das Kommando über die Königlich Preußische Jagdstaffel Nr. 11. Die Einheit war bis dato nicht besonders erfolgreich. Doch der ehrgeizige Mann trimmte seine Piloten auf die Dicta Boelcke und baute eine sehr erfolgreiche Einheit auf.

Bereits in den ersten drei Monaten schoss die Staffel unter dem Befehl von Richthofens über 100 feindliche Flugzeuge ab. Alleine im April 1917 waren es dann mehr als 200 Luftsiege. Im selben Monat wurde Manfred von Richthofen zum Rittmeister befördert. Dieser Rang entsprach einem Hauptmann bei der Infanterie.

Zur Abschreckung des Feindes ging die Jagdstaffel 11 dazu über, die Flugzeuge bunt zu bemalen. Damit konnten sie im Luftkampf besser identifiziert werden. Außerdem hatten sie mit dieser Art von Kriegsbemalung eine große psychologische Wirkung auf ihre Gegner.

Manfred von Richthofen ließ seine Maschine vorzugsweise rot lackieren. Seine französischen Feinden bezeichneten ihn deshalb als den roten Teufel oder als Roter Baron.

Darüber hinaus war im strategischen Konzept der Einheit eine hohe Mobilität der Flugzeuge vorgesehen, um die Unterlegenheit von 1:3 zu kompensieren. Das bedeutete, dass die Jagdstaffel 11 häufig verlegt wurde und dafür auch über einen entsprechenden logistischen Unterbau verfügte.

Hierfür konnten die Flugzeuge zerlegt werden, so dass man mit Hilfe von Lastwagen zwischen Einsätzen den Standort wechselte. Auf diese Art entwickelte sich in der Wahrnehmung des Feindes auch eine scheinbare Omnipräsenz. Unter den feindlichen Kräften etablierte sich deshalb die Bezeichnung als Flying Circus.

350 Luftsiege konnte die Jagdstaffel 11 schließlich vorweisen. Dabei hatte die Einheit selbst nur sehr geringe Verluste zu verzeichnen:

  • 17 Gefallene
  • 19 Verwundete
  • 2 Gefangene
  • 2 Verunglückte

Verwundung im Luftkampf

Im Juni 1917 wurde aus den Jagdstaffeln 4, 6, 10 und 11 das Jagdgeschwader 1 gebildet. Die vier Staffeln standen nun unter dem Befehl des Manfred von Richthofen. Doch nur wenige Wochen später wurde er selbst schwer verwundet.

Im Juli 1917 traf ihn eine Kugel am Kopf. Manfred von Richthofen konnte seine Maschine zwar noch notlanden, jedoch erblindete er kurzzeitig aufgrund der schweren Verletzung.

Von diesem Treffer hat er sich dann nie wieder ganz erholt. Dabei lehnte Manfred von Richthofen auch ärztliche Ratschläge ab und trat ohne vollständige Genesung bereits nach 40 Tagen wieder zum Dienst an.

Nach den Recherchen von Joachim Costan zeigte der Freiherr von Richthofen nach dieser Verwundung deutliche Veränderungen in seinem Verhalten. Wo vorher beispielsweise eine Begeisterung für Kopfschüsse war, entstand nun einen Faszination für brennende Feindflugzeuge.

Manfred von Richthofen schien parallel auch psychisch abzubauen. Die sich abzeichnende Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg würde auch das Ende seines heldenhaften Lebens als Jagdflieger bedeuten.

Als roter Baron stürzte er sich deshalb mit vollem Elan in seine letzten Kämpfe. 20 % seiner Abschüsse gelangen ihm erst in den vier Wochen vor seinem Tod.

Der rote Dreidecker – Fokker DR.I

In der zweiten Hälfte des Ersten Weltkrieges entwickelten die Alliierten eine technische Überlegenheit bei ihren Flugzeugen. Vor allem bei der Motoren-Leistung konnten die deutschen Maschinen nicht mehr mithalten.

Anton Fokker entwickelte deshalb für das Deutsche Reich einen extrem wendigen Dreidecker. Vorbild war das britische Jagdflugzeug Sopwith Triplane. Das deutsche Flugzeug hatte dann zwar nur 130 PS und war deshalb verhältnismäßig langsam. Die Maschine erreichte eine Geschwindigkeit von nur etwa 160 km/h.

Aber dank der Flügelkonstruktion konnte die Fokker DR.I beispielsweise sehr steil steigen. Die Maschine geriet jedoch leicht ins Trudeln, so dass es zu vielen Unfällen kam.

Dennoch war die Fokker DR.I sehr gut für ein Flieger-Ass wie Manfred von Richthofen geeignet. Mit diesem Flugzeug erzielte er 19 seiner 80 Abschüsse.

Tod des roten Barons im April 1918

Das Konzept des Flying Circus war bereits aus der höchsten Not geboren. Die deutschen Flieger waren ihren Feinden zuletzt im Verhältnis von 1:3 unterlegen. Mit den vielen Einsätzen des Geschwaders ging dann auch eine Überbelastung der Piloten einher.

Am 21. April 1918 kam es schließlich zu einem Luftkampf, in dem Manfred von Richthofen erst seine eigenen Regeln missachtete und dann tödlich getroffen wurde. Am Morgen startete er vom Flughafen Cappy in Nord-Frankreich und es kam zunächst zu einem erfolgreichen Kampf gegen kanadische Piloten.

Im Zuge des Luftkampfes flüchtete einer der kandischen Jagdflieger. Der Rote Baron verfolgte ihn bis tief in das feindliche Hinterland. Dabei überflog Manfred von Richthofen drei australische MG-Schützen. Dabei wurde er wahrscheinlich vom Boden aus getroffen.

Die tödliche Kugel drang von rechts in den Oberkörper ein. Sie verletzte Leber, Lunge und Herz. Anschließend verursachte das Geschoss noch eine große Austrittswunde auf der linken Seite. Es ist zwar nicht gesichert, jedoch gilt Sgt. Cedric Popkin als wahrscheinlichster Schütze.

Es gelang Manfred von Richthofen noch, seine fast unversehrte Maschine sicher zu landen. Dann verstarb er an Ort und Stelle. Seine Feinde zollten dem Rittmeister jedoch so großen Respekt, dass er mit militärischen Ehren im nord-französischen Bertangles beigesetzt wurde.

Überführung auf den Invalidenfriedhof

Invalidenfriedhof in Berlin: Gedenkstein für Manfred von Richthofen
Gedenkstein für Manfred von Richthofen auf dem Invalidenfriedhof in Berlin-Mitte

Anfang der 1920er Jahre wurde der rote Baron erstmals umgebettet. Die französische Regierung ließ seine sterblichen Überreste auf den deutschen Soldatenfriedhof im nord-französischen Fricourt bringen.

Im Jahr 1925 wurden schließlich die Gebeine in einem großen Staatsakt auf den Invalidenfriedhof in Berlin überführt. Anwesend waren neben zahllosen Soldaten und Offizieren auch der Reichspräsident Paul von Hindenburg.

Das Gelände lag jedoch im Bereich des Grenzstreifens der späteren DDR. Aus diesem Grund wurden die sterblichen Überreste des Manfred von Richthofen im Kalten Krieg erneut umgebettet. Heute finden sie sich auf dem Südfriedhof in Wiesbaden.

„Richthofen“ als Ehrenname für Luftstreitkräfte

Von den Nazis bis zur NATO wurde der legendäre Ruf des Manfred von Richthofen verwendet, um bestimmten Einheiten einen Ehrennamen zu geben.

Jagdgeschwader 2 „Richthofen“

Trotz der Beschränkungen durch den Versailler Vertrag begann das Dritte Reich bereits in den 1930er Jahren mit dem Aufbau von Luftstreitkräften. Die erste Einheit dieser neuen Luftwaffe wurde das Jagdgeschwader „Richthofen“.

Bereits 1935 sprach Adolf Hitler bei der Aufstellung der Einheit vom „heiligen Vermächtnis“ des roten Barons. Der Verband wurde dann an sehr vielen Schauplätzen des Zweiten Weltkrieges eingesetzt.

  • Polenfeldzug
  • Westfeldzug
  • Afrikafeldzug
  • Luftschlacht um England
  • Ardennen-Offensive
  • Unternehmen Bodenplatte
  • Reichsluftverteidigung

Mit Johannes Steinhoff und Gerhard Limberg brachte das Jg2 „Richthofen“ gleich zwei spätere Inspekteure der bundesdeutschen Luftwaffe hervor.

Taktisches Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“

Das TaktLwG 71 „R“ ist ein Traditionsverband der deutschen Luftwaffe. Die Einheit wurde bereits 1959 unter dem damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß aufgestellt und ist auf dem Fliegerhorst Wittmundhafen stationiert.

Sie wird von einem Oberst oder einem Oberstleutnant kommandiert und führt Patrouillen beispielsweise über der Ostsee durch. Darüber hinaus stellt das Geschwader bereits seit 1960 eine Alarmrotte der NATO für den nord-deutschen Raum.