Manfred von Richthofen

Manfred von Richthofen – Luftkampftaktik

Invalidenfriedhof in Berlin: Gedenkstein für Manfred von Richthofen
Gedenkstein für Manfred von Richthofen

Freiherr Manfred Albrecht von Richthofen wurde am 2. Mai 1892 geboren. Er war ein deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und erzielte mit 80 bestätigten Abschüssen die meisten Luftsiege eines einzelnen Piloten in diesem Krieg.

Da er häufig rote Maschinen flog, hat sich die Bezeichnung als Roter Baron erhalten. Er fiel am 21. April 1918.

„An das deutsche Fliegerkorps. Rittmeister Baron Manfred von Richthofen wurde am 21. April 1918 in einem Luftkampf getötet. Er wurde mit allen militärischen Ehren begraben.“

Doch Manfred von Richthofen war nicht nur ein begnadeter Kampfflieger. Darüber hinaus bewährte er sich als Kommandeur der sehr erfolgreichen Jagdstaffel 11, des Flying Circus.

Außerdem war der Freiherr von Richthofen ein Musterschüler und der wichtigste Interpret der Luftkampftaktiken von Oswald Boelcke. Dessen Maxime wurden in den Dicta Boelcke zusammengefasst.

Der Werdegang des Freiherrn

Manfred von Richthofen wurde in der Nähe von Breslau geboren. Er stammte aus einer alten Offiziersfamilie, die den preußischen Feldmarschall und Heeresreformer Leopold von Anhalt-Dessau zu ihren Vorfahren zählen durfte.

Der Vater war ein Kavallerieoffizier und schickte seinen Jungen von 1903 bis 1911 auf die Kadettenschule. Nach seinem Abschluss trat Manfred von Richthofen dann als Fähnrich in ein Kavallerie-Regiment ein.

Aufklärer in Russland

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges war Manfred von Richthofen zunächst als Nachrichtenoffizier vor Verdun. Doch die Tätigkeiten am Boden füllten den jungen Offizier nicht aus. Im Mai 1915 trat er eine Ausbildung bei der Fliegertruppe an.

Er wurde zum Aufklärer ausgebildet und dann an die Ostfront geschickt. Seine Flüge über Feindesland nutzte er dabei mehrfach, um russische Soldaten am Boden zu beschießen.

Kampfpilot im Westen

Bereits im Sommer 1915 wechselte er zu einem Kampfgeschwader und lernte zufällig auf einer Zugfahrt den Ausbilder und Kommandeur Oswald Boelcke kennen. Zunächst absolvierte Manfred von Richthofen jedoch die Ausbildung zum Flugzeugführer.

Er bestand die Prüfung erst beim dritten Mal. Dennoch wechselte er gleich im Anschluss in das Geschwader von Oswald Boelcke. Dort erwies er sich als exzellenter Schüler und hervorragender Taktiker.

Maxime des Luftkampfes

Oswald Boelcke war eine Legende unter den deutschen Kampffliegern des Ersten Weltkrieges. Kurz bevor Manfred von Richthofen in seine Einheit wechselte, hatte er für seinen achten Abschuss von Kaiser Wilhelm II. den Pour le Mérite erhalten.

Seine Erfahrungen fasste Oswald Boelcke in den Dicta Boelcke zusammen, die zum Leitfaden für den Luftkampf der deutschen Jagdflieger im Ersten Weltkrieg wurden:

  • Sichere dir die Vorteile, bevor du angreifst.
  • Wenn du einen Angriff begonnen hast, bringe ihn zu Ende.
  • Feuere aus nächster Nähe und nur, wenn du den Gegner genau im Visier hast.
  • Lass den Gegner nie aus den Augen.
  • Bei allen Angriffen ist die Annäherung von hinten erforderlich.
  • Wenn der Gegner dich im Sturzflug angreift, wende dich ihm zu.
  • Wenn du über feindlichen Gebiet bist, behalte immer deinen Rückzug im Auge.

Flying Circus

Durch die vielen Verluste an Menschenleben war Manfred von Richthofen bis zum Ende des Jahres 1916 zum führenden Kampfflieger der Deutschen geworden. Deshalb erhielt er im Januar des Jahres 1917 für seinen 16. Abschuss ebenfalls den Pour le Mérite.

Außerdem übertrug man ihm das Kommando über die frisch aufgestellte Jagdstaffel 11. Er trimmte seine Piloten intensiv auf die Dicta Boelcke und baute eine sehr erfolgreiche Einheit auf. Bereits in den ersten drei Monaten schoß die Staffel unter dem Befehl des Roten Barons über 100 feindliche Flugzeuge ab.

Zur Abschreckung des Feindes ging die Jagdstaffel 11 dazu über, die Flugzeuge bunt zu bemalen. Damit konnten sie im Luftkampf besser identifiziert werden. Außerdem hatten sie mit dieser Art von Kriegsbemalung eine große psychologische Wirkung auf ihre Gegner.

Darüber hinaus war im strategischen Konzept der Einheit eine hohe Mobilität der Flugzeuge vorgesehen. Das bedeutete, dass die Kampfflieger häufig an verschiedenen Schauplätze verlegt wurden.

Hierfür konnten die Flugzeuge zerlegt werden, so dass man mit Hilfe von Lastwagen zwischen Einsätzen den Standort wechselte. Auf diese Art entwickelte sich in der Wahrnehmung des Feindes auch eine scheinbare Omnipräsenz dieses Flying Circus.

Tod des Roten Barons

Doch das Konzept des Flying Circus war bereits aus der höchsten Not geboren. Die deutschen Flieger waren ihren Feinden 1:3 unterlegen und mit den vielen Einsätzen der Jagdstaffel 11 ging auch eine Überbelastung der Piloten einher.

Am 21. April 1918 kam es schließlich zu einem Luftkampf, in dem Manfred von Richthofen erst seine eigenen Regeln missachtete und dann tödlich getroffen wurde. Hintergrund war eine zunächst erfolgreiche Auseinandersetzung gegen kanadische Piloten.

Im Zuge des Luftkampfes flüchtete einer der kandischen Jagdflieger und der Rote Baron verfolgte ihn bis tief in das feindliche Hinterland. Dabei überflog Manfred von Richthofen eine britische MG-Stellung und wurde vom Boden aus tödlich in den Oberkörper getroffen.

Es gelang Manfred von Richthofen noch, seine fast unversehrte Maschine sicher zu landen. Dann verstarb er an Ort und Stelle. Seine Feinde zollten dem Rittmeister jedoch so großen Respekt, dass er mit militärischen Ehren beigesetzt wurde.