General Gerd von Rundstedt

Karl Rudolf Gerd von Rundstedt wurde am 12. Dezember 1875 in Aschersleben geboren und war einer der führenden Generäle der Wehrmacht. Vom Anfang bis zum Ende erlebte der Generalfeldmarschall den Zweiten Weltkrieg in zentralen Rollen an zahlreichen Schauplätzen.

Gerd von Rundstedt 1932
Gerd von Rundstedt 1932 (Bundesarchiv, Bild 183-S37772 / CC-BY-SA 3.0)

Seine militärische Karriere begann 1890 in der Kadettenanstalt auf Schloss Oranienstein. Während des Ersten Weltkrieges diente Gerd von Rundstedt als Generalstabsoffizier in Frankreich und der Türkei.

In der Reichswehr der Weimarer Republik stieg Gerd von Rundstedt bis 1932 zum General der Infanterie auf und kommandierte das Gruppenkommando von Berlin. Diesen Posten behielt er bis über die Machtergreifung der Nazis hinaus und wurde 1938 zum Generaloberst befördert.

Gerd von Rundstedt leitete jenen geheimen Arbeitsstab, der den Überfall auf Polen plante. Dabei hatte er den damaligen Generalleutnant und späteren Feldmarschall Erich von Manstein an seiner Seite.

Während der Invasion führte Gerd von Rundstedt dann die knapp 900.000 Mann starke Heeresgruppe Süd von Schlesien und der Slowakei bis nach Warschau. Beim Angriff auf Frankreich befehligte er die Heeresgruppe A, die durch die Ardennen bis nach Dünnkirchen vordrang.

Der Großverband wurde für den Überfall auf die Sowjetunion erneut in Heeresgruppe Süd umbenannt und durch Gerd von Rundstedt bis nach Rostow am Asowschen Meer geführt. Entgegen Hitlers Weisung zog er sich von diesem Scheitelpunkt der deutschen Offensive taktisch zurück.

Der Diktator entließ Gerd von Rundstedt deshalb als ersten einer ganzen Reihe von sehr hohen Offizieren aufgrund von solchen Differenzen. Bereits einige Monate später wurde der Feldmarschall jedoch als Oberbefehlshaber West reaktiviert und mit der Verteidigung Frankreichs beauftragt.

Generalsränge der Wehrmacht (Übersicht)

Generalmajor Wehrmacht Schulterklappen
Generalmajor
Generalleutnant Wehrmacht Schulterklappen
Generalleutnant
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General einer Waffengattung
Generaloberst Wehrmacht Schulterklappen
Generaloberst
Generalfeldmarschall Wehrmacht Schulterklappen
Feldmarschall

Während der alliierten Landung in der Normandie ab dem 06. Juli 1944 konnte Gerd von Rundstedt aber kaum reagieren. Die größten Reserven waren um Paris gruppiert und standen unter einem Vorbehalt von Hitler.

Gerd von Rundstedt verteidigte das Regime dann noch während der Operation Market Garden und kommandierte schließlich die Ardennenoffensive. Die Karriere des Generals endete erst nach der Rheinüberquerung von US-Truppen am 07. März 1945. Wenige Tage später wurde er von Hitler durch Albert Kesselring ersetzt.

Der inzwischen sehr betagte Offizier zog sich zur Kur nach Bad Tölz zurück. Er wurde dort Anfang Mai 1945 von Amerikanern gefangen genommen und wegen Kriegsverbrechen angeklagt.

Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes kam es jedoch nicht zu einer Verurteilung. Die Briten entließen Gerd von Rundstedt im Jahr 1949 aus der Kriegsgefangenschaft. Er starb vier Jahre später.

Häufige Fragen zu Gerd von Rundstedt (FAQs)

  • Wer war Gerd von Rundstedt? Er war ein Offizier der Wehrmacht und kommandierte mehrere Heeresgruppen vor allem in Polen, Frankreich und der Sowjetunion.
  • Warum bekam Gerd von Rundstedt den „Haltebefehl“ vor Dünnkirchen? Hitler und auch viele hohe Offiziere wollten die Infanterie nachrücken lassen, um die Flanken der Panzervorstöße zu decken.
  • War Gerd von Rundstedt ein Kriegsverbrecher? Der Generalfeldmarschall wurde wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Man warf ihm Massenmorde sowie die Unterstützung von verbrecherischen Befehlen vor. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes kam es jedoch nicht zur einer Verurteilung während der Nürnberger Prozesse.
  • Wann starb Gerd von Rundstedt? Der Feldmarschall starb am 24. Februar 1953 in Hannover und wurde auf dem Stadtfriedhof Stöcken beigesetzt.

Gerd von Rundstedt & Zweiter Weltkrieg

Weg in den Krieg (1938/39)

Die Nazis eskalierten den Weg in den Zweiten Weltkrieg über zahlreiche Schritte wie der sogenannten „Zerschlagung der Tschechoslowakei“. Dabei gehörte Gerd von Rundstedt im Jahr 1938 noch zu jenen Militärs, die Deutschland für einen großen Krieg nicht ausreichend vorbereitet sahen.

„Wer über diese Weltordnung nachgedacht hat, ist sich klar, dass ihr Sinn im kämpferischen Durchsetzen des Besten liegt. Das deutsche Volk aber gehört zu den besten Völkern der Erde.“ (Adolf Hitler)

Schlacht um Danzig Foto
Die „Schleswig-Holstein“ bei der Schlacht um Danzig im September 1939 (gemeinfrei)

In Polen sah man die Gefahr kommen. Wegen der vielen Drohungen kam es bereits im März 1939 zur Teilmobilmachung. Die polnische Regierung wollte einen Handstreich gegen Danzig und den Landkorridor nach Ostpreußen verhindern. Doch Hitler hatte weitergehende Vorstellungen:

„Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um Arrondierung des Lebensraumes im Osten und um Sicherstellung der Ernährung.“

Auf der diplomatischen Bühne wurde weiter verhandelt. Doch bereits im April 1939 begann die Planung des deutschen Angriffs durch den „Arbeitsstab Rundstedt“. Die Arbeiten waren im Juni abgeschlossen.

In einer dokumentierten Rede legte Hitler am 22. August 1939 auf dem Berghof vor 50 hohen Offizieren seine Fantasien dar. Zwei Tage später wurde der Hitler-Stalin-Pakt mit dem geheimen Zusatzprotokoll zur Aufteilung Polens geschlossen.

Die letzten Tage vor dem Zweiten Weltkrieg waren dann gefüllt mit Propaganda und Provokationen. Polen ordnete am 29. August 1939 die Generalmobilmachung an. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die meisten deutschen Truppen längst in Bereitstellungsräumen. Selbst die U-Boote hatte Karl Dönitz bereits auslaufen lassen.

Überfall auf Polen (1939)

Die Deutschen hatten beim Überfall auf Polen den großen Vorteil, dass sie das Land aus mehreren Richtungen zugleich attackieren konnten. Die Heeresgruppe Nord unter dem Befehl des Fedor von Bock besetzte die Verbindung nach Ostpreußen.

Überfall Polen 1939 Karte
Gerd von Rundstedt plante den Überfall auf Polen im September 1939. (gemeinfrei)

Dessen 4. Armee unter Heinz Guderian fügte den Polen in der Schlacht auf der Tucheler Heide eine schwere Niederlage zu. Von dort stießen die Panzer weiter in Richtung Warschau vor.

Die Heeresgruppe Süd stand unter dem Befehl des Gerd von Rundstedt. Der Verband hatte drei Armeen mit insgesamt 886.000 Mann. Sie sollten mit schnellen Angriffen große Teile des polnischen Heeres schon westlich der Weichsel einschließen.

Die Heeresgruppe Süd drängte die Verteidiger zwar schnell zurück. Die erhoffte Einkesselung scheiterte jedoch. Auch eine zügige Eroberung von Warschau misslang.

Gerd von Rundstedt ließ die Stadt ab dem 09. September 1939 für knapp drei Wochen mit Artillerie und von der Luftwaffe bombardieren. 12 % der Gebäude wurden dabei zerstört. Es starben 26.000 Zivilisten.

Erst die Eroberung von Brest-Litwosk am 18. September 1939 brachte die finale Wendung. Dadurch kam es zum Zusammenschluss der beiden Heeresgruppen im Rücken der Verteidiger, wodurch die Hauptstadt dann eben auch eingekesselt war.

Einen Tag vorher hatte der Angriff der Sowjetunion auf Polen begonnen. Die Schlacht um Warschau endete schließlich am 28. September 1939. Für diesen Erfolg nahm Gerd von Rundstedt wenige Tage später eine Siegesparade in der von ihm bombardierten Hauptstadt ab.

Angriff auf Frankreich (1940)

Frankreich und Großbritannien erklärten dem Dritten Reich nach dem Überfall auf Polen den Krieg. Zunächst folgte jedoch ein etwa achtmonatiger „Sitzkrieg“ ohne größere Offensiven.

In dieser Zeit griff das Dritte Reich erst Dänemark und Norwegen an. Ab dem 10. Mai 1940 begann schließlich der Westfeldzug gegen Frankreich.

Für diesen Angriff behielt Gerd von Rundstedt sein Kommando über die Heeresgruppe Süd. Diese wurde zu jenem Zeitpunkt als Heeresgruppe A bezeichnet und war die Speerspitze in einem riskanten Plan.

Westfeldzug Mai 1940 Karte
Gerd von Rundstedt befehligte während des Westfeldzugs die Heeresgruppe A. (gemeinfrei)

Die Deutschen griffen mit sehr vielen, aber meist relativ leichten Panzern durch die stark bewaldeten und unwegsamen Ardennen an. Frankreich hatte eine solche Attacke für unmöglich gehalten und diesen Bereich entsprechend auch nur schwach verteidigt.

Aber der gewagte Plan des Erich von Manstein ging auf. Die Heeresgruppe A drang durch diesen vulnerablen Punkt in Frankreich ein.

Dabei hatte Gerd von Rundstedt mit Erwin Rommel und Heinz Guderian noch dazu zwei sehr aggressive Taktiker unter seinem Befehl. Diese wussten die Chance zu nutzen und trieben den Keil der Heeresgruppe A bis zur Kanalküste vor.

Damit gelang Ihnen die Einkesselung der französischen Hauptstreitkraft in Belgien sowie des britischen Expeditionskorps auf dem Festland. Dieser „Blitzkrieg“ verlief so schnell, dass selbst deutsche Generäle zur Vorsicht mahnten.

Gerd von Rundstedt gab deshalb auf Anweisung von Hitler für die von Panzern getragene Offensive den berühmten „Haltebefehl“. Nachrückende Infanterie sollte zunächst die offenen Flanken und damit die erzielten Erfolge sichern.

So bekamen die Briten aber ein Zeitfenster zur Evakuierung von Truppen auf dem Festland. In der „Operation Dynamo“ retteten sie etwa 340.000 Soldaten, die zum Kern für den Aufbau einer größeren Armee werden sollten.

Der Karriere des Gerd von Rundstedt tat dies jedoch keinen Abbruch: Er wurde am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarshall befördert und erhielt damit den höchsten militärischen Rang. Doch bereits drei Tage zuvor hatte er schon einen neuen Auftrag erhalten.

Unternehmen Seelöwe (1940/41)

Am 16. Juli 1940 ordnete Adolf Hitler die Vorbereitung einer Invasion von England an. Der Oberbefehl sollte bei Gerd von Rundstedt liegen.

Karte des Unternehmen Seelöwe
Gerd von Rundstedt sollte den Oberbefehl beim Unternehmen Seelöwe haben. (Furfur / CC-BY-SA 3.0)

Doch vor allem die Kriegsmarine und das Heer hatten völlig unterschiedliche Vorstellungen: Die deutsche Admiralität wollte nur einen kleinen Korridor in der Straße von Dover für die Invasion nutzen, weil die Royal Navy deutlich überlegen war.

Die Generäle hingegen präferierten einen Angriff auf möglichst breiter Front im Süden von England. Die Flanken der Landungsplätze sollten von Fallschirmjägern gesichert werden.

Gerd von Rundstedt und sein Planungsstab rechneten mit schnellen Erfolgen gegen die britische Armee. Bereits nach wenigen Tagen würde man London einnehmen und die Regierung von Winston Churchill in die Knie zwingen.

Eine notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Invasion war jedoch die absolute Luftüberlegenheit. So begann schon im Juli 1940 die „Luftschlacht um England“.

Hugh Dowding Foto
Air Marshall Hugh Dowding (gemeinfrei)

Der deutsche Luftwaffenchef Hermann Göring war sich des Sieges gewiss. Aber der Nazi hatte seine Zeit nicht der Vorbereitung, sondern dem Plündern von französischen Kulturgütern gewidmet.

Göring ließ die drei deutschen Luftflotten weitgehend unkoordiniert angreifen. Sein Gegenspieler, der britische Air Marshall Hugh Dowding, hatte hingegen ein ausgeklügeltes System zur Verteidigung entwickelt.

Die Briten konnten vor allem Dank einer Kette von Radarstationen, der „Chain Home“, jeweils mit Vorwarnung reagieren. Dabei zeigte Dowding viel Weitsicht: Er hatte schon sehr früh erkannt, dass man „nur“ die Vernichtung der Royal Air Force verhindern muss, um die gesamte Invasion abzuwehren.

Entsprechend defensiv verhielten sich die britischen Kampfflieger und orientierten sich auch materiell an dieser Strategie. Sie ließen sich nach Möglichkeit nur auf erfolgversprechende Luftkämpfe ein. Dennoch war auch ihr Blutzoll immens.

„Never was so much owed by so many to so few.“ (Winston Churchill)

Das Unternehmen Seelöwe musste aufgrund der Erfolge der Royal Air Force zunächst von September 1940 auf das dann folgende Frühjahr verschoben werden. Doch bereits Ende Oktober galt die Gefahr einer Invasion als weitgehend gebannt. Damit war auch Gerd von Rundstedt frei für eine neue Verwendung.

Unternehmen Barbarossa (1941)

Nach dem Scheitern des Angriffs auf die britische Hauptinsel zog Hitler gen Osten. Am 22. Juni 1941 begann der Überfall auf die Sowjetunion.

Ostfront 1941 Karte
Gerd von Rundstedt kommandierte die Heeresgruppe Süd beim Überfall auf die Sowjetunion 1941. (Gdr / CC-BY-SA 3.0)

Drei deutsche Heeresgruppen mit insgesamt 3,3 Millionen Mann attackierten auf breiter Front. Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt befehligte bei diesem „Unternehmen Barbarossa“ die Heeresgruppe Süd.

Sein Ziel war zunächst die Überquerung des Dnepr und die anschließende Eroberung der Ukraine. Gerd von Rundstedt konnte dabei in den Schlachten von Uman und bei Kiew große sowjetische Verbände einkesseln und besiegen.

Nach der Eroberung von Odessa am Schwarzen Meer wurde die Heeresgruppe Süd jedoch mehrfach aufgespalten. Einige Divisionen marschierten beispielsweise auf die Krim und begannen die erste Belagerung von Sewastopol.

Einsatzgruppe Morde Sowjetunion 1942
Erschießung von Juden in der Ukraine durch eine Einsatzgruppe. (gemeinfrei)

Gerd von Rundstedt konnte mit den verbliebenen Kräften dann noch bis Rostow an der Spitze des Asowschen Meeres vordringen. Danach sollte es nach Hitlers Vorstellungen bis weiter in den Kaukasus gehen.

Aber der fortwährende Blutzoll der Deutschen war sehr viel höher als eingeplant. Darüber hinaus waren die Versorgungslinien überdehnt und den Angriffen von Partisanen ausgesetzt.

Im Auftrag von Heinrich Himmler agierten auch deshalb die Einsatzgruppen des Sicherheitsdienstes im Rücken der regulären Streitkräfte. Am 24. September 1941 gab Gerd von Rundstedt einen Befehl heraus, der seine Kenntnis der Vorgänge dokumentierte:

„Eigenmächtiges Vorgehen einzelner Wehrmachtsangehöriger […] gegen die Juden ist verboten, ebenso das Zuschauen oder Photographieren bei der Durchführung der Maßnahmen der Sonderkommandos.“

Durch die Ermordung von Zivilisten änderte sich jedoch nicht die militärische Lage. Es kam zu Konflikten zwischen Hitler und einigen Generälen. Entgegen der Weisung zog sich Gerd von Rundstedt im Winter 1941 aus Rostow zurück. Zu diesem Zeitpunkt lief auch bereits eine Gegenoffensive von Georgi Schukow.

Dafür wurde er als erster einer Reihe von hohen Offizieren entlassen. Doch Gerd von Rundstedt sollte bereits wenige Monate später wieder im Dienst der Nazis stehen.

Bau des Atlantikwalls (1942/43)

Die Deutschen rechneten bereits früh mit einer künftigen Landung der Alliierten in der Normandie. Gerd von Rundstedt erhielt zum 15. April 1942 den Oberbefehl West und war damit für die Verteidigung von Frankreich verantwortlich.

Gerd von Rundstedt mit Erwin Rommel
Gerd von Rundstedt und Erwin Rommel in Frankreich (Bundesarchiv, Bild 101I-298-1763-09 / Scheck / CC-BY-SA 3.0)

Hitler forderte einen „Gürtel von Bollwerken“. Dieser sogenannte Atlantikwall wurde weitgehend ohne schwere Maschinen, aber dafür mit Zwangsarbeitern errichtet. Die Initiative für diese Regelung ging zwar von Wilhelm Keitel aus.

Aber Gerd von Rundstedt funktionierte im Sinne des Regimes und die Wehrmacht kooperierte in Frankreich eng mit der SS. Als im Sommer 1942 mit der „Operation Jubilee“ eine britisch-kanadische Landung scheiterte, lieferte Gerd von Rundstedt die Gefangenen entgegen des Kriegsrechts der Gestapo aus.

Dabei glaubte Gerd von Rundstedt selber nicht daran, dass man eine Invasion der Alliierten verhindern könne. Er plante vielmehr, die Landungsköpfe dann schnell mit schweren Panzern zu attackieren.

Aber Erwin Rommel wurde mit der Heeresgruppe B im November 1943 ebenso nach Frankreich befohlen. Er setzte sich dann mit seinen Vorstellungen gegen Gerd von Rundstedt bei Hitler durch.

Rommel wollte die Tiefe des Atlantikwalls erhöhen und ließ beispielsweise die nach ihm benannten „Rommelspargel“ errichten. Das waren Pfähle in Feldern, die Luftlandungen im Hinterland verhindern oder zumindest erschweren sollten.

Die Masse der mobilen Reserven wurden hingegen um Paris gruppiert und standen unter einem „Führervorbehalt“. Das bedeutete, dass nur Hitler ihren Einsatz befehlen konnte, was die Optionen des Gerd von Rundstedt stark einschränkte.

Landung der Alliierten (1944)

Operation Overlord Karte
Plan für die „Operation Overlord“ (gemeinfrei)

Nach der erfolgreichen „Operation Overlord“ ab dem 06. Juni 1944 äußerte Gerd von Rundstedt gegenüber dem Oberkommando der Wehrmacht in Person von Wilhelm Keitel offene Kritik:

„… den Krieg beenden, ihr Idioten!“

Dafür wurde Gerd von Rundstedt am 02. Juli 1944 zum zweiten Mal von Adolf Hitler entlassen. Aber wiederum fand er sich wenig später in einem neuen Dienst für das Regime wieder.

Gerd von Rundstedt saß dem „Ehrenhof“ vor. Das war jenes Tribunal der Wehrmacht, welches beispielsweise die Attentäter vom 20. Juli 1944 aus dem Militär ausschloss, damit sie anschließend vor den Volksgerichtshof in Schauprozessen verurteilt werden konnten.

Im September 1944 erhielt Gerd von Rundstedt erneut den Posten als Oberbefehlshaber West. Mit Walter Model errang er bei der Schlacht um die Brücke von Arnheim den letzten großen Sieg der Deutschen an der Westfront. Sonst wäre bereits zu diesem Zeitpunkt der Weg in die deutsche Tiefebene frei gewesen.

Ardennenoffensive (1944/45)

Im Dezember 1944 führte Gerd von Rundstedt die letzte deutsche Großoffensive aus. Hitler wollte erneut durch die Ardennen und dann weiter bis zum Ärmelkanal vorstoßen.

Dafür wurden 250.000 Mann sowie 600 Panzer zusammengezogen. Gerd von Rundstedt hatte für einen räumlich begrenzten Schlag argumentiert.

Ardennenoffensive Karte
Gerd von Rundstedt kommandierte die Ardennenoffensive im Winter 1944/45. (Bomzibar / CC-BY-SA 3.0)

Doch Hitler ließ die Ardennenoffensive dann sehr großräumig anlegen. Daran scheiterte das Unternehmen bereits in der Frühphase.

Die Deutschen überraschten die Alliierten unter dem Oberbefehl von Dwight D. Eisenhower anfangs zwar tatsächlich. Die vordersten Spitzen unter dem Befehl von Joachim Peiper kamen fast bis zur Maas.

Aber die Amerikaner konnten einzelne Punkte wie vor allem den Ort Bastogne halten. Dies behinderte die Versorgung und verzögerte die Offensive.

Damit entstand wiederum ein Zeitfenster, die es den Generälen Bernhard Montgomery und George S. Patton ermöglichte, die Flanken des Keils zu attackieren.

Die Ardennenoffensive war ein Fehlschlag und nach nur sechs Wochen waren alle Geländegewinne wieder verloren. Darüber hinaus hatten die Deutschen große Verluste erlitten und der Kampf um die „Festung Europa“ war endgültig verloren.

Nachdem die Amerikaner am 07. März 1945 bei Remagen den Rhein überquerten und damit in die „Festung Deutschland“ eindrangen, wurde Gerd von Rundstedt ein drittes und nun letztes Mal von Hitler abgesetzt. Er zog sich zur Kur nach Bad Tölz zurück. Dort verhafteten ihn US-Truppen im Mai.

Anklage als Kriegsverbrecher

Gerd von Rundstedt wurde zunächst im geheimen „Camp Ashcan“ gefangen gehalten und verhört. Dann ging es weiter nach Wiesbaden bis er in britische Hände und nach England kam.

Gegen Gerd von Rundstedt erhob man dann Anklage wegen Kriegsverbrechen. Ihm wurden Massenmorde sowie die Unterstützung von kriminellen Befehlen vorgeworfen. Konkret ging es beispielsweise um den „Reichenau-Befehl“.

Gerd von Rundstedt Nürnberger Prozess
Gerd von Rundstedt während eines Nürnberger Prozesses (gemeinfrei)

„Das wesentlichste Ziel des Feldzuges gegen das jüdisch-bolschewistische System ist die völlige Zerschlagung der Machtmittel und die Ausrottung des asiatischen Einflusses im europäischen Kulturkreis. […] Der Soldat ist im Ostraum nicht nur ein Kämpfer nach den Regeln der Kriegskunst, sondern auch Träger einer unerbittlichen völkischen Idee und der Rächer für alle Bestialitäten, die deutschem und artverwandtem Volkstum zugefügt wurden. […] Deshalb muss der Soldat für die Notwendigkeit der harten, aber gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum volles Verständnis haben. […]“

Während der Nürnberger Prozesse wurde Gerd von Rundstedt angehört. Aufgrund des sehr schlechten Zustandes seiner Gesundheit kam es jedoch nicht mehr zu einem Urteilsspruch.

Die Briten entließen ihn im Jahr 1949 aus der Kriegsgefangenschaft. Gerd von Rundstedt starb am 24. Februar 1953 in Hannover.

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