Aufstände und Revolutionen

Aufstände, Rebellionen und Revolutionen

Aufstände, Rebellionen und Revolutionen sind gewaltsame Erhebungen gegen eine staatliche Ordnung. Entscheidend ist jeweils der militärische Charakter im Gegensatz zu einer gewaltsamen Kommunikationsstrategie wie dem Terrorismus.

Wappen der kosovo-albanischen Befreiungsarmee UCK
Wappen der UÇK (Bild-Link: Wikipedia)

Häufig richten sich Aufstände und Rebellionen gegen fremde Machthaber. Bereits aus der Antike sind hierfür zahlreiche Beispiele bekannt wie der Bar-Kochba-Aufstand der Juden gegen Rom im Jahr 66 n. Christus.

Doch die Geschichte der Menschheit ist geprägt von zahllosen Erhebungen. Insbesondere die erfolgreichen Rebellionen werden dabei häufig als Katalysatoren für sozialen Innovationen gefeiert. Herausragende Beispiele sind der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg oder auch die Französische Revolution.

Ein weiterer Zündfunke für gewaltsame Erhebungen gegen eine staatliche Ordnung sind immer wieder sozial-revolutionäre Motive. Diese führten beispielsweise zur russischen Oktoberrevolution oder dem Chinesischen Bürgerkrieg.

„Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.“Mao Zedong

Aber auch ethnisch-separatistische Hintergründe können Aufstände und Revolutionen auslösen wie beispielsweise im Fall der kosovo-albanischen UÇK. Gegen Ende der 1990er Jahre führten sie Kleinkrieg gegen das serbische Militär und schafften es tatsächlich, das Kosovo in die Unabhängigkeit zu führen.

Abgrenzung von Aufständischen und Terroristen

Peter Waldmann – Determinanten des Terrorismus

Peter Waldmann ist ein deutscher Soziologe und wissenschaftlicher Terrorismus-Experte. Als Autor hat er die Unterschiede von Terroristen und Guerillas in zahlreichen Publikationen beleuchtet.

Nach Peter Waldmann stellt der Terrorismus eine Kommunikationsstrategie dar. Obwohl terroristische Akte natürlich gewaltsam sind, ist das Ziel solcher Aktionen das Senden von Botschaften.

Eine terroristische Botschaft hat in der Regel zwei Adressaten:

  1. Die Feinde sollen eingeschüchtert oder zumindest zu unverhältnismäßigen Reaktionen provoziert werden.
  2. Die Sympathisanten sollen motiviert werden und sich dann aktiv solidarisieren.

Guerillas beziehungsweise Aufständische versuchen im Gegensatz zu Terroristen jedoch ein Territorium zu besetzen. Damit ist diese Kleinkriegsführung eine militärische Strategie.

Bei sehr vielen gewaltsamen Erhebungen kommt es im Vorfeld zunächst zu terroristischen Anschlägen. Deswegen ist bei Waldmann die Phase des Übergangs, die Transition, vom Terrorismus zum Aufstand besonders wichtig.

Am Beispiel der Konflikte im Kosovo gegen Ende der 1990er Jahre kann dies gut nachvollzogen werden:

  1. Der harte Kern der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) rekrutierte sich aus ehemaligen Soldaten der Armee des zerfallenen Jugoslawien. Neben den Kosovo-Albanern gehörten hierzu beispielsweise auch Kroaten. Diese führten zunächst zahlreiche Anschläge auf serbisch besetzte Polizeistationen durch. Hierfür waren häufig nur ein paar Handgranaten notwendig.
  2. Diese Anschläge motivierten die serbische Politik zum brutalen Einsatz von insgesamt etwa 20.000 Soldaten und Angehörigen der Sonderpolizei. Durch deren übermäßige Gewalt gegen Zivilisten wurden bis zu 60.000 Kosovo-Albaner aus ihrer Heimat vertrieben.
  3. Daraufhin griff die NATO in das Geschehen ein und setzte zunächst ihre Luftüberlegenheit über dem Kosovo durch. Diese Dominanz wurde anschließend auch zur gezielten Bombardierung von serbischen Einrichtungen und Truppen genutzt. Dabei unterstützen kampferfahrene Soldaten der UÇK beispielsweise die britischen Spezialeinheiten bei der Lasermarkierung von Bodenzielen.
  4. Lokale Sympathisanten des professionellen Kerns der UÇK konnten anschließend beginnen, Gebiete im Kosovo territorial zu sichern. Damit verfügte die Befreiungsarmee schließlich über ein eigenes Hinterland, dass mit Hilfe der NATO gegen die Bodentruppen der Serben verteidigt werden konnte.

Am Ende dieses Aufstandes im Kosovo kam es im Jahr 2008 zur Unabhängigkeit. Damit war ein neuer Staat entstanden, der auch von den großen internationalen Organisationen anerkannt wurde.

Carlos Marighella – Minimanual of the Urban Guerilla

Carlos Marighella war ein brasilianischer Revolutionär in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er kämpfte gegen die Militärdiktatur und wurde dafür am 4. November 1969 in einem Hinterhalt erschossen.

Das besondere an Marighella war seine Adaption des ländlich orientierten Konzeptes der Guerilla für einen urbanen Raum. Deshalb gilt er als Erfinder der „Stadtguerilla“.

Dieser Ansatz fand in linksextremen Kreisen einen hohen Zuspruch und verbreitete sich deshalb auch in Europa. Ulrike Meinhof von der Rote Armee Fraktion verfasste in Anspielung darauf ihr eigenes, jedoch eher schmalspuriges „Konzept Stadtguerilla“:

„Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine. Wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, kein Mensch. Und so haben wir uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden. Und natürlich kann geschossen werden.“

Die Begrifflichkeiten sind jedoch missverständlich. Weder die Schrift von Marighella noch der traurige Abklatsch von Ulrike Meinhof bieten das Potential für den Übergang vom Terrorismus hinzu einer vollwertigen Revolution mit eigenem Territorium.

Dennoch wurde Marighella eine kleine Berühmtheit, weil er für die praktischen Belange mehrere Akronyme prägte wie:

  • M (Motorisierung)
  • G (Geld)
  • W (Waffen)
  • M (Munition)
  • S (Sprengstoff)

Theorien der asymmetrischen Kriegsführung

Mao Zedong – On Guerilla Warfare

Der geistige „Pate“ der gewaltsamen Erhebungen im 20. Jahrhundert war Mao Zedong. Als ein Anführer der chinesischen Kommunisten kämpfte er zunächst gegen die japanische Besetzung.

Karte des Langen Marsches der Kommunisten
Der „Lange Marsch“ der Aufständischen (ODbL)

Anschließend führte Mao seine Anhänger auf dem Langen Marsch auf der Flucht vor konservativen Kräfte durch China. Dabei erwies er sich sowohl als rücksichtsloser wie auch als weitsichtiger Führer der kommunistischen Guerillas.

Nach zahlreichen Rückzugsgefechten konnten sie im Norden von China ein Territorium sichern. Dort regenerierte sich die Aufstandsbewegung und trug schließlich den Krieg zurück ins Kernland.

Mao verfasste später den Leitfaden „On Guerilla Warfare“. In sieben Kapiteln führte er dabei historische Lektionen wie auch die Erfolgskonzepte der Rebellion gegen die Japaner aus.

Vor allem zwei Aussagen von Mao haben eine besondere Prägnanz:

  1. Mao prägte das Sprichwort vom „Fisch im Wasser“. Er meinte damit, dass sich aufständische Kämpfer an die örtliche Bevölkerung anpassen sollen. Die Unterschiede zwischen Guerillas und Zivilbevölkerung würde dann verschwimmen, was eine Bekämpfung durch die staatliche Ordnung erschwert.
  2. Des Weiteren beantwortete Mao die zahlenmäßige und materielle Unterlegenheit von Rebellen. Diese dürfen sich nur dann auf Gefechte einlassen, wenn die jeweilige Situation eine hohe taktische Überlegenheit bietet. Das bedeutete in der Praxis, dass seine Guerilla zunächst vor allem schwach gesicherte Versorgungslager attackierte.

Gen. Giap – The military art of people’s war

General Vo Nguyen Giap war ein General der nord-vietnamesischen Volksarmee. Im Indochinakrieg besiegte er zunächst die französischen Besatzer in der Schlacht von Dien Bien Phu.

Später wurde General Giap zum führenden Strategen im Vietnamkrieg. Dabei gelang ihm vor allem die Antwort auf den Einsatz des Entlaubungsmittels Agent Orange durch die USA. Der Bau von riesigen Tunnelanlagen und von geheimen Pfade durch den Dschungel geht auf seine Initiative zurück.

Karte der Tet-Offensive von General Giap und den Viet Cong
Die Tet-Offensive von General Giap und den Viet Cong

Darüber hinaus war General Giap der Organisator der Tet-Offensive. Obwohl er selbst wohl ein Gegner dieses äußerst blutigen Angriffs war, konnte er dennoch den Kampfgeist seiner Gegner brechen.

General Giap verfasste nach seinen Erfolg das Buch „The military art of people’s war“. Ergiebiger ist jedoch die Betrachtung der einzelnen Schlachten unter seinem Befehl.

Der General der Nord-Vietnamesen verstand es, die jeweils örtliche Bevölkerung vor allem für logistische Aufgaben einzusetzen. Die Schlacht von Dien Bien Phu zeichnete sich beispielsweise durch die Installation von Geschützen auf scheinbar unzugänglichen Bergen aus.

Im Gegensatz zu den regulären Armeen von Süd-Vietnam und den USA setzte der Norden auch sehr viele Frauen ein, die häufig in Pionier-Bataillonen dienten. Ein weiterer Aspekt war die äußerste Bereitschaft einen extremen Blutzoll der Guerillas für den militärischen Erfolg in Kauf zu nehmen.

Gen. Petraeus – Counterinsurgency Field Manual 3-24

Vom 20. März 2003 bis 1. Mai 2003 bekämpfte die „Koalition der Willigen“ unter der Führung der USA den Irak. Das Ergebnis der Operation war der Sturz des langjährigen Machthabers Saddam Hussein.

Mit dem Ende des alten Regimes lösten sich jedoch zahlreiche innere Spannungen in gewaltsamen Konflikten. Vor allem die Widersprüche von Kurden, Schiiten und Sunniten brachen auf.

In der Folge verschlechterte sich die Sicherheitslage und die allgemeine Lebensqualität im Irak sank dramatisch. Nach dem einfachen Sieg gegen die regulären Streitkräfte mussten sich die Besatzungstruppen nun den asymmetrischen Straßenkämpfen gegen eine wütende Bevölkerung stellen.

Während der Besatzungszeit im Irak wurden in den schlimmsten Monaten mehr als 2.000 alliierte Soldaten getötet. Hinzu kamen sehr viele Selbstmorde unter dem eingesetzten Personal. Die alten Militär-Doktrinen erwiesen sich im Angesicht dieser Bedrohung jedoch als völlig unzureichend.

Unter der Federführung von General David Petraeus entwickelten die USA deshalb ein neues Feldhandbuch zur Aufstandsbekämpfung. In diesem Handbuch skizzierten militärische Vordenker neue Leitlinien und ein überarbeitetes Verständnis von Aufständen.

„Es braucht Anführer, [die] darauf vorbereitet sind, mit Handschlag oder Handgranate begrüßt zu werden […].“

Die neue Doktrin hob vor allem den wellenartigen Charakter von Aufständen und Rebellionen hervor. Eine solche Welle wiederum wollte man mit einer Gegenwelle bewegen.

Das bedeutet, dass man mit einem hohen Einsatz von militärischem, aber auch zivilem Personal einem drohenden Aufstand idealerweise zuvorkommt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Lebensqualität der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten. Damit wollten die USA den Aufstandsbewegungen zumindest einen Teil der Sympathisanten nehmen.

Um die eigenen personellen Ressourcen zu vergrößern, legt die Counterinsurgency-Strategie einen hohen Wert auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit lokalen Machthabern, dem sogenannten Partnering. Dieser Ansatz wurde dann beispielsweise auch von der Bundeswehr für den Einsatz in Afghanistan übernommen.

Des Weiteren wurde die Counterinsurgency-Strategie in vier Phasen aufgeteilt:

  • Shape: Vorbereitung und politische Einflussnahme vor Ort
  • Clear: Säuberung der Region von feindlichen Kräften
  • Hold: Kontrollierte Übergabe der Gewalt an lokale Partner
  • Build: Langfristige Präsenz und Aufbaumaßnahmen

Beispiele für Rebellionen und Revolutionen

In der Geschichte kam es zu zahlreichen Rebellionen. Vor allem fremde Besatzer waren häufig das Ziel von bewaffnetem Widerstand. Nicht selten perpetuisieren sich solche Konflikte.

Beispielsweise wurde bereits im 1. Jahrhundert n. Christus die römische Provinz Judäa ein dauerhaftes Konfliktfeld. Aber Aufstände gab es zu allen Zeiten.

Entscheidend ist in der Regel, wie viele kampferfahrene Kräfte und Waffen eine Aufstandsbewegung gewinnen kann. Sobald eine Rebellion erste Erfolge verzeichnet, wächst häufig auch der personelle Zulauf.

Deshalb ist die Anfangsphase meist wegweisend für den Verlauf einer Rebellion. Die politische Kommunikation ist neben der Akquirierung von Waffen und Versorgungsgütern eine weitere strategische Dimension.

Von sehr großer Bedeutung ist auch, inwieweit die örtliche Bevölkerung einen Aufstand unterstützt. Über solche Sympathisanten kann eine zusätzliche Versorgung mit Gütern sowie mit neuem Personal erfolgen.

Dritter Römischer Sklavenkrieg (73 bis 71 v. Chr.)

Die alten Römer hielten Sklaven. Diese lebten teils unter unsäglichen Bedingungen. Deshalb kam es immer wieder zu Aufständen. Besondere Berühmtheit erlangte der Dritte Sklavenkrieg im 1. Jahrhundert v. Christus.

Eine Karte des Spartakusaufstandes mit den Bewegungen der Sklaven-Armee
Karte des Spartakusaufstandes (ODbL)

Etwa 70 Gladiatoren brachen unter der Führung von Spartakus aus ihrem Standort in Capua aus. Die Rebellen schlugen sich in bergiges Gelände durch.

In diesem Rückzugsgebiet stießen viele weitere Sklaven und auch verarmte Freie zu den Rebellen. Die Gruppe wuchs dort schnell zu einer großen Bewegung an. Den lokalen Sicherheitskräften waren sie überlegen.

In der Folge gelang den Sklaven eine Reihe von Siegen gegen kleinere römische Armeen. Erst einem Verband von acht Legionen unter dem Befehl von Marcus Licinius Crassus waren sie schließlich unterlegen.

Augusteischer Germanenkrieg (ab 9 n. Chr.)

Im Jahre 9 n. Christus erhoben sich die Germanen unter der Führung von Arminius gegen die römischen Besatzer unter Quinctilius Varus. Es kam zur Vernichtung der 17., 18. und 19. Legion in den Urwäldern jenseits der Lippe.

Doch Kaiser Augustus hatte nach der Vernichtung seiner drei römischen Legionen den Erfolg des Aufstandes noch nicht endgültig akzeptiert. Es kam noch Jahre später zu Gefechten. Im Jahr 15 n. Christus erlitten die Römer dann eine weitere schwere Niederlage in der Schlacht bei Pontes Longi.

Keltenaufstand in Britannien (60/61 n. Chr.)

Den Römern war es im Jahr 43 n. Christus endlich gelungen, Britannien zu erobern. Die Landeoperation war erfolgreich und die strategische Entscheidungsschlacht in der Nähe des heutigen Rochester in Süd-England ging siegreich aus. Kaiser Claudius war eine relative einfache Besetzung der Insel mit nur vier Legionen vergönnt.

Doch das Imperium zeigte eine unglückliche Hand bei der Wahl der Verantwortlichen vor Ort. Es kam zu einem Übergriff gegen den Stamm der Icener im heutigen Essex. In diesem Zusammenhang wurde die Königin Boudicca von Soldaten ausgepeitscht. Ihre beiden Töchter haben römische Soldaten vergewaltigt.

In der Folge kam es zu einem Flächenbrand in Britannien. Einige römische Einheiten wurden von den keltischen Stammeskriegern vernichtet. Zahlreiche Städte und Dörfer gingen in Flammen auf.

Jedoch sollten die leichtbewaffneten Kelten der schweren römischen Infanterie in der entscheidenden Schlacht an der Watling Street unterlegen sein.

Schottische Unabhängigkeitskriege (1296 bis 1357)

Nach dem Tod von König Alexander III. von Schottland am 12. März 1286 entbrannte ein Thronstreit. Der englische König Edward I. wurde als Schiedsrichter zur Schlichtung berufen.

William Wallace Monument bei Sterling
William Wallace Monument bei Sterling (pixabay)

Doch der Engländer nutzte die Gelegenheit, um sich selbst als König von Schottland zu positionieren. Im Jahr 1296 marschierte schließlich ein englisches Heer ein und besiegte zunächst die schottischen Truppen.

Unter der Führung von Figuren wie William Wallace erhoben sich ab 1297 schottische Rebellen gegen die Fremdherrschaft. In der Schlacht an der Brücke von Sterling konnten sie den Invasoren eine schmerzhafte Niederlage zufügen.

Anschließend trugen sie den Krieg in den Norden von England. Dort plünderten die Aufständischen zahlreiche Dörfer und eroberten sogar die Stadt York.

Wallace wurde jedoch verraten und letztlich an die Engländer ausgeliefert. Im Jahr 1305 wurde er durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen in London hingerichtet.

„Ihr englischen Hunde ihr, verweichlichte Huren seid ihr, küsst meinen schottischen Hintern und seid stolz darauf, dies tun zu können, etwas Besseres kann einem jämmerlichen Engländer nicht passieren!“ (Letzte Worte)

Doch das Momentum der Aufstandsbewegung war noch vorhanden. Bereits im folgenden Jahr ließ sich Robert the Bruce zum König von Schottland erheben und nahm den Kampf gegen die Fremdherrschaft erneut auf.

Nach einem langen und wechselhaften Verlauf des Krieges gegen die englischen Könige und ihre Verbündeten errangen sie den vorerst entscheidenden Sieg in der Schlacht von Bannockburn. Im Jahr 1320 kam es dann mit der Declaration of Arbroath zur ersten Unabhängigkeitserklärung einer Nation:

„[…] denn solange auch nur einhundert von uns am Leben bleiben, wird man uns niemals, zu welchen Bedingungen auch immer, unter englische Herrschaft zwingen. Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit […].“

Deutscher Bauernkrieg (1524 bis 1525)

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts lösten reformatorische Theologen wie Martin Luther oder auch Thomas Müntzer eine Phase der gesellschaftlichen Umwälzung aus. Zu diesem Zeitpunkt stellten die einfachen Bauern mehr als 90 % der Bevölkerung.

Doch dieser niedrigste Stand in der Gesellschaft musste über erdrückende Abgaben und Steuern das komfortable Leben der Mächtigen finanzieren. Im Jahr 1524 entzündete sich der Unmut und es kam zum Aufstand des Gemeinen Mannes.

Der Rebellion schlossen sich einige Angehörige des niederen Adels wie Florian Geyer oder der Götz von Berlichingen an. Die Motivation schwankte wohl zwischen einem Sinn für Gerechtigkeit und dem Streben nach persönlicher Bereicherung.

In den Zwölf Artikeln der Bauern verfassten sie ein Manifest für eine gerechtere Behandlung. Doch die Mächtigen im Heiligen Römischen Reich akzeptierten diese Schrift nicht als Verhandlungsgrundlage.

Im Rahmen des Schwäbischen Bundes stellten die Fürsten eine Söldner-Armee auf. In den Schlachten bei Frankenhausen, Königshofen und Giebelstadt wurden die Bauern dann in Mittel- und Süd-Deutschland jeweils vernichtend geschlagen.

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg (1775 bis 1783)

Nach der Entdeckung von Nord-Amerika durch Christoph Columbus entstanden entlang der Westküste 13 Kolonien unter englischer Kontrolle. Die Bewohner dieser Kolonien mussten zwar Steuern an den englischen König zahlen, sie war jedoch von der politischen Teilhabe ausgeschlossen.

Bereits im Jahr 1773 kam es mit der Boston Tea Party zu einem ersten Akt des Widerstandes gegen die Fremdherrschaft. Dabei verkleideten sich Personen aus Boston als Indianer und vernichteten drei wertvolle Landungen an Tee der britischen Ost Indien Kompanie, insgesamt 342 Kisten.

Im April 1775 kam es dann zu ersten Gefechten zwischen amerikanischen Milizen und britischen Truppen. Die Aufstandsbewegung erklärte bereits im darauffolgenden Jahr die Unabhängigkeit.

Unter der Führung des Generals George Washington konnten sich die Amerikaner mit Hilfe der Franzosen in einem langen und blutigen Krieg die Unabhängigkeit erkämpfen. Der Konflikt wurde erst im Frieden von Paris im Jahr 1783 beendet.

Von besonderer Bedeutung für diesen Erfolg war der Einfluss und das Mitwirken des preußischen Offiziers Friedrich Wilhelm von Steuben. Dieser organisierte und trainierte die amerikanischen Milizen in der Gefechtsführung. Den Einsatz insbesondere der leichten Infanterie hatte er unter keinem geringeren als Friedrich dem Großen erlernt.

Französische Revolution (1789 bis 1799)

Im Jahr 1789 kam es im absolutistischen Frankreich zu einem Aufstand der einfachen Bevölkerung. Auslöser waren Hungersnöte und die Gier der regierenden Klasse.

Die Französische Revolution
Die Französische Revolution (pixabay)

Zu Beginn der Französischen Revolution kam es zunächst zur Plünderung eines Waffen-Depots der Armee. Von dort aus zogen die Revolutionäre weiter zur Bastille, dem Staatsgefängnis. Dabei schlossen sich ihnen erste militärische Einheiten an.

Nach dem Sturm auf die Bastille konnten sich die Aufständischen mit weiteren Waffen versorgen. Anschließend gründeten sie eine Nationalgarde. Die Obrigkeit reagierte schockiert und defensiv auf die Entwicklungen bis sie schließlich von den Ereignissen überrollt wurde.

„Aber das ist eine Revolte.“, „Nein Sire, das ist eine Revolution.“

Doch letztlich sollte Napoleon Bonaparte nach zehn Jahren als starker Mann des Militärs diese Revolution für beendet erklären.

Arabische Revolte (1916 bis 1918)

Im Ersten Weltkrieg finanzierte der britische Geheimdienst eine Revolte von Arabern über den Agenten Lawrence von Arabien. Sie verübten zahlreiche Anschläge auf eine strategische Eisenbahnlinie des Osmanischen Reiches. Schließlich nahmen die Aufständischen am 1. Oktober 1918 sogar Damaskus ein.