Der Aufstand

Der Aufstand – die Rebellion

Ein Aufstand ist der gewaltsame Widerstand gegen die Staatsgewalt. Entscheidend ist hierbei der militärische Charakter im Gegensatz zu kommunikativen Gewaltstrategien wie dem Terrorismus.

„Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.“Mao Zedong

Für einen Aufstand braucht man Kämpfer, Waffen und ein zu besetzendes Gebiet. Die paramilitärischen Aktionen der kosovo-albanischen UÇK gegen das serbische Militär in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre sind ein Beispiel für einen Aufstand in der jüngeren Geschichte.

Wie funktioniert ein Aufstand?

Bild von Lynchjustiz in der OchlokratieIn der Geschichte kam es zu zahlreichen Rebellionen. Vor allem fremde Besatzer waren häufig das Ziel von bewaffnetem Widerstand. Nicht selten perpetuisieren sich solche Konflikte.

Beispielsweise kann bereits für das 1. Jahrhundert n. Christus die römische Provinz Judäa als ein dauerhaftes Konfliktfeld identifizieren. Aber Aufstände gab es zu allen Zeiten.

Entscheidend ist in der Regel, wie viele kampferfahrene Kräfte und Waffen eine Aufstandsbewegung gewinnen kann. Sobald eine Rebellion erste Erfolge verzeichnen kann, wächst häufig auch der personelle Zulauf.

Deshalb ist die Anfangsphase meist wegweisend für den Verlauf einer Rebellion. Die politische Kommunikation ist neben der Akquirierung von Waffen und Versorgungsgütern eine weitere strategische Dimension.

Entscheidend ist, die Bevölkerung des zu besetzenden Gebietes zu Unterstützern des Aufstandes zu machen. Damit eine Rebellion längerfristigen Erfolg haben kann, muss über solche Pfade die weitere Versorgung mit Gütern sowie neuem Personal gewährleistet werden.

Dritter Römischer Sklavenkrieg (73 bis 71 v. Chr.)

Die alten Römer hielten Sklaven, teils unter unsäglichen Bedingungen. Deshalb kam es immer wieder zu Sklaven-Aufstände. Besondere Berühmtheit erlangte der Dritte Sklavenkrieg im 1. Jahrhundert vor Christus.

Etwa 70 Gladiatoren brachen unter der Führung von Spartakus aus ihrer Standort in Capua aus. Sie schlugen sich in bergiges Gelände durch und wuchsen dort zu einer großen Bewegung an. Den lokalen Sicherheitskräften waren sie schnell überlegen.

In der Folge gelangen den Sklaven auch eine Reihe von Siegen gegen kleinere römische Armeen. Erst einem Verband von acht Legionen unter dem Befehl von Marcus Licinius Crassus waren sie schließlich unterlegen.

Augusteischer Germanenkrieg (ab 9 n. Chr.)

Im Jahre 9 n. Christus erhoben sich die Germanen unter der Führung von Arminius gegen die römischen Besatzer unter Quinctilius Varus. Es kam zur Vernichtung der 17., 18. und 19. Legion in den Urwäldern jenseits der Lippe.

Doch Kaiser Augustus hatte auch nach der Vernichtung seiner drei römischen Legionen noch nicht endgültig begriffen. Es kam noch Jahre später zu zahlreichen Gefechte und im Jahr 15 n. Christus zu einer weiteren schweren Niederlage der Römer bei pontes longi.

Keltenaufstand in Britannien (60/61 n. Chr.)

Den Römern war es im Jahr 43 n. Christus endlich gelungen, Britannien zu erobern. Nach einer erfolgreichen Landeoperation sowie einer strategischen Entscheidungsschlacht in der Nähe des heutigen Rochester in Kent, Süd-England, war Kaiser Claudius eine relative einfache Besetzung vergönnt.

Doch das Imperium zeigte eine unglückliche Hand bei der Wahl der Verantwortlichen vor Ort. Es kam zu einem Übergriff gegen den Stamm der Icener im heutigen Essex. In diesem Zusammenhang wurde die Königin Boudicca von Soldaten ausgepeitscht, die beiden Prinzessinnen, ihre Töchter, wurden geschändet.

In der Folge kam es zu einem Flächenbrand im keltischen Britannien. Einige römische Einheiten wurden vernichtet. Zahlreiche Städte und Dörfer gingen in Flammen auf. Jedoch sollten die leichtbewaffneten Kelten der schweren römischen Infanterie in der Entscheidungsschlacht unterlegen sein.