Marcus Antonius

Marcus Antonius – römischer General

Marcus Antonius oder auch Marc Anton war Sohn eines Prätors. Er machte eine steile Karriere als Freund und Günstling von Gaius Julius Caesar. Nach dessen Ermordung an den Iden des März 44 v. Christus hielt er eine fulminate Grabrede auf dem Forum Romanum.

„Mitbürger! Freunde! Römer! Hört mich an: Begraben will ich Cäsar, nicht ihn preisen. Was Menschen Übles tun, das überlebt sie; das Gute wird mit ihnen oft begraben. So sei es auch mit Cäsar!“ (Shakespeare)

Marcus Antonius hielt die Grabrede auf dem großen Forum Romanum.
Marcus Antonius hielt die Grabrede für Cäsar auf dem Forum Romanum (pixabay)

Marcus Antonius wendete die öffentliche Meinung und formierte den Widerstand gegen die Attentäter um Brutus und Cassius. Dafür arbeitete er zunächst sehr eng mit dem Erben von Cäsar zusammen – Octavian.

Gemeinsam blieben sie in der Doppelschlacht bei Philippi gegen die Verschwörer siegreich. Doch bald kam es zum Bruch der Cäsarianer.

Der letzte Bürgerkrieg der römischen Republik entbrannte. Nach dessen Ende würde das römische Reich in einer über 200-jährigen Friedenszeit erblühen – der Pax Augusta.

Den Anbruch der römischen Kaiserzeit sollte Marcus Antonius jedoch nicht mehr erleben. Er war am Ende der Unterlegene und beging mit seiner Geliebten Kleopatra Selbstmord.

Familiärer Hintergrund von Marc Anton

Bereits der Großvater von Marcus Antonius hatte Karriere im öffentlichen Dienst gemacht und seine Familie aus der Unterschicht geführt. Er brachte es sogar bis zum Konsul und ebnete damit seinen Nachkommen den Weg in der römischen Gesellschaft.

Dennoch hatte der junge Marc Anton einen schweren Start. Über seine Jugend ist nur wenig bekannt. Aber er soll kräftig und von imposanter Statur gewesen sein. Man weiß aber, dass der Vater früh starb und Schulden hinterließ.

Jedoch ist eine Streiterei mit Marcus Tullius Cicero überliefert. Die beiden Männer würden sich ihr Leben lang feindlich gegenüber stehen.

Karriere in der römischen Armee

Marcus Antonius ließ Rom und seine Schulden als junger Mann zunächst hinter sich. Er ging 58 v. Christus nach Griechenland. Dort absolvierte er eine rhetorische und militärische Ausbildung.

Offizier der Reiterei im Nahen Osten

Nach seinem Aufenthalt in Griechenland ging Marc Anton nach Syrien. Dort wurde er vom Prokonsul Aulus Gabinius zum Führer der Reiterei ernannt.

In den Jahren von 57 bis 55 v. Christus kämpfte er an dessen Seite in Ägypten und Judäa. Während des Feldzuges konnte er sich auszeichnen.

Marcus Antonius leistete darüber hinaus wichtige Beiträge zu den entscheidenden Siegen in den Schlachten gegen König Archelaos. In diesem Zusammenhang lernte er wohl erstmals eine junge Prinzessin kennen – Kleopatra.

Verdienste im Gallischen Krieg

Im Jahr 54 v. Christus wechselte Marcus Antonius in die Dienste von Gaius Julius Caesar, der in Gallien einen Krieg führte. Zu seinem neuen Dienstherr baute er eine enge Freundschaft auf, die ein Leben lang halten sollte.

Diese Verbindung zahlte sich für den jungen Aufsteiger auch aus. Die römische Gesellschaft war eine Oligarchie und er hatte genau den richtigen Gönner gefunden.

Bereits ein Jahr später wurde Marc Anton zum Legaten einer römischen Legion befördert. Zugleich diente er als Quaestor unter Caesar. Dabei handelte es sich um eine wichtige politische Beförderung. Sie öffnete die Tür zu höheren Ämtern.

Im Rahmen der Schlacht um Alesia befahl er eine sehr wichtige Verlagerung von Truppen. Nur so konnte ein Durchbruch feindlicher Kräfte verhindert werden. Auch in den Berichten aus dem gallischen Krieg fand Marcus Antonius deshalb eine explizite Erwähnung.

Militärische Erfolge im Bürgerkrieg

Doch Marcus Antonius erwies sich auch als politischer Freund von Gaius Julius Caesar. Nachdem sich dieser entschied, gegen Rom zu marschieren und den Rubikon zu überschreiten, war der Offizier an seiner Seite.

Marc Anton führte bei dem Vormarsch selbst Truppen. Dabei glänzte er beispielsweise bei der Eroberung von Arretium. Mit nur fünf Kohorten überraschte er die Stadt und nahm sie im Handstreich.

Marcus Antonius begleitete Cäsar darauf auch in die Kämpfe gegen die verbliebene Opposition. Diese hatte sich im Osten des Reiches unter der militärischen Führung von Gnaeus Pompeius Magnus formiert.

In der entscheidenden Schlacht von Pharsalos in Griechenland befehligte Marcus Antonius den linken Flügel. Dort hielt er mit der neunten Legion einer Übermacht des Gegners stand, bis dessen Hauptlinie umgangen werden konnte.

Für seine Verdienste wurde Marcus Antonius zum Magister Equitum ernannt. Damit war er eine Art General der Kavallerie und zugleich militärischer Stellvertreter des Diktators.

Diese Position war auch mit ziviler Befehlsgewalt verbunden. Sie entsprach dem Rang eines Prätors. Dadurch hatte Marc Anton einen Anspruch auf die Begleitung durch sechs Liktoren.

Politische Freundschaft mit Cäsar

Stellvertreter des Diktators in Italien

Nach der Ernennung von Cäsar zum römischen Diktator wurde die Rolle von Marcus Antonius bedeutsamer. Es wurde zu seiner Aufgabe, in Italien für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Doch Marc Anton zeigte viele Schwächen bei diesem politischen Auftrag. Er fiel mehr durch private Ausschweifungen auf.

Das bis dahin ungetrübte Verhältnis zu Cäsar kühlte deshalb vorläufig ab. Marcus Antonius wurde deshalb im Jahr 46 v. Christus nicht in ein Amt berufen.

Die beiden Freunde söhnten sich jedoch später aus. Für das Jahr 44 v. Christus ließen sie sich gemeinsam zum Konsul wählen.

Attentat an dem Iden des März 44 v. Chr.

Das politische Gebaren des Diktators und insbesondere seine Ernennung auf Lebenszeit hatte jedoch kritischen Widerstand provoziert. Eine Gruppe von Verschwörern fand sich zusammen.

Das Attentat wurde für die letzte Senatssitzung an den Iden des März geplant. Dabei wurde die Rolle von Marc Anton besonders bedacht.

Die Verschwörer um Brutus und Cassius fürchteten, der kräftige und versierte Kämpfer könnte ein physisches Problem für die Attentäter darstellen. Außerdem hatte der verdiente Offizier keine Schuld auf sich geladen, die einen Mord gerechtfertigt hätte.

Deshalb lenkte man Marcus Antonius nur wenige Minuten vor dem Mord extra ab. Er wurde von Gaius Trebonius angesprochen. Dieser hatte sich ebenfalls als Offizier in Gallien ausgezeichnet und man kannte sich.

Die Attentäter hatten daraufhin freie Bahn. Von 23 Stichen niedergestreckt, verblutete der Diktator anschließend auf dem weißen Marmorboden des römischen Senats.

Schnelle Reaktion nach dem Mord

Marcus Antonius reagierte sofort auf den Anschlag. Er zog sich zunächst in den Schutz seines privaten Anwesens zurück, um nicht selbst das Ziel einer Gewalttat zu werden.

Daraufhin ließ er noch am selben Tag den Staatsschatz im Tempel der Ops auf dem Capitol beschlagnahmen. Eine sagenhafte Summe von 700 Millionen Sesterzen gelangten so in seinen Besitz. Damit beglich er später wohl auch private Schulden.

Darüber hinaus überließ ihm die Witwe von Cäsar das Testament und das Privatvermögen ihres toten Gemahls. Obwohl Marcus Antonius zu diesem Zeitpunkt keine militärische Befehlsgewalt hatte, kam es zur Mobilisierung von Veteranen.

Noch in der Nacht wurden vom amtierenden Magister Equitum weitere Truppen herangeführt. Doch in den folgenden Tagen zeigte Marc Anton eine kluge Führung. Er verhinderte den unmittelbaren Ausbruch eines weiteren Bürgerkrieges.

Im Senat wurde ausgehandelt, dass Cäsars Testament und Verfügungen intakt bleiben. Auch ein öffentliches Begräbnis wurde gestattet. Im Gegenzug wurde den Attentätern eine Amnestie für den Mord gewährt.

Bündnis der Cäsarianer

Grabrede des Marc Anton

Brutus und Cassius sowie weitere etwa 60 bis 80 Verschwörer hatten jedoch einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Sie hatten nur das Attentat, jedoch nicht für die Phase danach geplant.

Man war allgemein der Ansicht, dass sich die alte Ordnung nach dem Tyrannenmord automatisch wiederherstellen würde. Doch Marcus Antonius nutzte diese Gunst der Stunde.

Im Rahmen der Trauerfeier für Gaius Julius Caesar wurde sein Leichnam auf dem Forum Romanum aufgebahrt. Marcus Antonius hielt eine mitreißende Rede.

Dabei präsentierte er die zerstochene, blutverschmierte Kleidung des toten Diktators. Darüber hinaus verlas Marc Anton das Testament des Toten. Cäsar hatte verfügt, dass jeder Bürger eine kleine Summe Geld aus seinem Privatvermögen erhalten solle.

Mit diesem Auftritt gelang es Marcus Antonius, die öffentliche Meinung auf seine Seite zu ziehen. Die Verschwörer hingegen verließen Rom fluchtartig.

Kooperation mit Octavian

Anschließend verbündete sich Marcus Antonius zunächst mit Caesars Haupterben, dem 18-jährigen Octavian. Die beiden organisierten die Verfolgung der Verschwörer.

Diese hatten sich nach Griechenland abgesetzt. Von dort aus organisierten sie mit vollen Schatztruhen eine militärische Opposition. Dabei sollte sich der erfahrene Marc Anton wieder als sehr fähiger Militär erweisen.

Der junge Erbe hingegen war der bessere Politiker. Zusammen konnten sich die Cäsarianer gegen die Republikaner durchsetzen. In der Doppelschlacht von Philippi fand dieser Bürgerkrieg sein Ende.

Octavian und Marcus Antonius teilten nach ihrem Sieg über die Anhänger der Republik das römische Reich unter sich auf. Aber es sollte nur eine vorübergehende Reichsteilung sein. Schon bald begann der junge Aufsteiger den Konflikt mit Caesars altem Gefolgsmann zu suchen.

Der letzte Bürgerkrieg

Marc Anton hatte zusammen mit seiner Geliebten Kleopatra den östlichen Teil des römischen Reichs unter seiner Kontrolle. Doch Ägypten war nicht nur reich. Es war auch die Kornkammer des Imperiums.

Vor allem die Hauptstadt selbst war existentiell auf die Lieferungen angewiesen. Archäologische Funde belegen die eindrucksvolle Infrastruktur, um die Millionen-Stadt der Antike über den Wasserweg überhaupt mit genügend Nahrung versorgen zu können.

Ein Konflikt war deshalb vorprogrammiert. Octavian hatte seinen Herrschaftssitz in Rom. Dort konnte er sich auf einen Krieg gegen seinen alten Bündnispartner vorbereiten.

Marcus Antonius hatte jedoch mit einem solchen Vorgehen seines alten Partners gerechnet. Mit einem Gegenangriff versuchte er, seinem Gegner zuvorzukommen.

Niederlage in der Schlacht bei Actium

Marcus Antonius wollte in Süd-Italien landen, um dann direkt die Hauptstadt anzugreifen. Aber ein Sturm beschädigte weite Teile der ägyptischen Flotte. Er zog sich mit seinen Schiffen deshalb in einen natürlichen Hafen bei Actium in Griechenland zurück.

Dort wurde er von der Flotte des Octavian gestellt. Unter entscheidender Mitwirkung eines guten Freundes, des Admirals Marcus Agrippa, gelang in der Schlacht bei Actium der entscheidende Sieg.

Marc Anton und Kleopatra konnten zwar mit schnellen Seglern an der Schnittstelle zwischen Zentrum und rechtem Flügel durchbrechen. Sogar die Kriegskasse hatten sie gerettet.

Doch in militärischer Hinsicht war Marcus Antonius geschlagen. Die Überfahrt verbrachte er schweigend in seiner Kabine unter Deck.

Selbstmord des Marc Anton

Marcus Antonius und Kleopatra hatten sich zunächst dem Zugriff durch ihre Feinden entziehen können. Doch sie hatten ihre Flotte und einen großen Teil der Landstreitkräfte verloren.

Deshalb trennten sich die Wege von Marcus Antonius und Kleopatra. Sie segelte nach Alexandria. Er wollte vier Legionen in Kyrenaika übernehmen. Doch der dortige Befehlshaber war bereits zu Octavian übergelaufen.

Marcus Antonius kehrte deshalb ohne weitere Verstärkung nach Ägypten zurück. Mit einigen verbliebenen Truppen wollte er sich noch zu einem letzten Gefecht stellen.

Die Einheiten versagten ihm jedoch den Befehl. Der Legende nach erhielt er daraufhin die falsche Meldung von Kleopatras Selbstmord. Daraufhin stürzte sich Marc Anton in sein Schwert.