Gloria Beck

Gloria Beck – Gefährliche Komplimente

Gloria Beck wurde am 4. Januar 1968 geboren und ist eine deutsche Sprachwissenschaftlerin. Sie studierte Philosophie und Germanistik in Koblenz sowie Arbeitswissenschaften in Bochum.

Gloria Beck spezialisierte sich schon während ihres Studiums auf Rhetorik in der Unternehmenskommunikation. Bereits für ihre Masterarbeit führte sie eine empirische Studie mit mehr als 3.000 Teilnehmern durch. Seit 2000 hatte sie einige Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen und arbeitet heute in Zürich und Berlin.

Gloria Beck schrieb als Fachautorin die weithin bekannte Verbotene Rhetorik – Die Kunst der skrupellosen Manipulation. Darin geht sie Schritt für Schritt insgesamt 30 Techniken zur Manipulation durch. Es finden sich bspw. Erklärungen wie Feindbilder aufgebaut oder Schwächen ausgenutzt werden.

Gloria Beck hat aber nicht nur einen weiteren Beitrag zur Eristik geleistet, wie bspw. der ebenfalls zeitgenössische Herr Dr. Dr. Wolf Ruede-Wissmann oder Arthur Schopenhauer in früheren Zeiten. Sie hat ein Grundlagenwerk für Komplimente erschaffen und 90.000 unterschiedliche Arten identifizieren können.

Die Bücher von Gloria Beck

Gloria Beck hat mehrere sehr empfehlenswerte Bücher verfasst. Darunter stechen zwei Werke ganz besonders hervor.

Verbotene Rhetorik – Die Kunst der skrupellosen Manipulation

„Es ist dieser Touch des Geheimnisvollen, der den Begriff „Rhetorik“ noch immer umgibt! Deutlich wurde mir das, als ich nach „rhetorischen Kniffen“ gefragt wurde, nach „Techniken“, andere zu beeinflussen, ohne dass sie es merken…“ (Gloria Beck – Verbotene Rhetorik)

„Man warf mir vor, Wissen zu vermitteln, das ethisch grenzwertig ist. […] bei der Ankündigung anderer Themen wie „Mobbingtechniken für jedermann“ oder „Führen und Motivieren mit Feindbildern“… Die ängstliche Aufmerksamkeit meiner Kollegen […] und schließlich mein Trotz, […] haben den Anstoß zu diesem Buch gegeben.“ (Gloria Beck – Verbotene Rhetorik)

Gloria Beck ist Wissenschaftlerin und definiert soziale Felder. Dann dekliniert sie für diese  Felder sinnvolle Ansätze bzw. „Techniken“ durch. Auf diesem Wege kommt es dann zu Aussagen wie, die 15 Techniken des glaubhaften Kompliments oder 30 Manipulationstechniken. Vergleichbar mit einem Kampfsportler, der zur Gürtelprüfung die gesamte „Form“ seines Ranges präsentiert.

Das weitläufig bekannte Good Guy/Bad Guy ist dabei noch eher ein Beispiel der harmloseren Sorte. Sie setzt auf Attraktivität, Autorität, Charisma, Claquere, Dissonanzen, falsche Argumente, Feindbilder und vieles mehr so wie einschließlich der Vernichtung. Gloria Beck verschafft sich dadurch zwei Vorteile: Sie weiß, was sie weiß und sie weiß, was sie nicht weiß. Sie verfügt über vorläufig gesichertes Wissen und man könnte Ihr die Worte von Sunzi in den Mund legen: „Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“

Komplimente – Die raffinierte Kunst der schönen Lüge

Gloria Beck hat einen Weg gefunden, (alle) möglichen Arten von Komplimenten zu strukturieren. So kann sie Schritt für Schritt die wichtigsten und interessantesten Komplimente herausarbeiten. Schon zu Beginn geht es gleich von: „Mit dir will ich alt werden.“ über „Jetzt erst begreif ich den Frühling, wenn er nicht endet Rosen auszustreuen, die alle schön sind und doch dir nicht gleichen können.“ bis zu „Spreiz die Haxn, Zensi, i will di fruchtn!“

Oder wenn nach einem Kompliment gefischt wird: „Sag mal Schatz, was ziehst du vor? Eine schöne oder eine intelligente Frau?“ Nicht weniger gefährlich ist die Frage: „Hat dir das Essen geschmeckt?“

Die Autorin liebt es zwischenmenschliche Grenzfälle zu exerzieren und befasst sich selbst mit dem Strafbaren Blick ins Dekolleté. Dabei präsentiert Gloria Beck keine explizite (General-)Strategie. Wobei ihre Literatur dennoch eine hochintellektuelle Betrachtung von Funktionalitäten ist. Sie ist bei Komplimenten wie auch im Streit eine Taktikerin und treibt solche Techniken auf einen höchst differenzierten Level.

Besondere Aufmerksamkeit räumt sie speziellen Situationen ein, wie in einer Partnerschaft, im Beruf, zur Begrüßung und so weiter. Die sechs großen Gesten: Kuss, Verbeugung, Handkuss, Knicks, Kniefall und Geschenk lässt sie ebenfalls nicht außer Acht. Natürlich kann Gloria Beck auch dezent schmeicheln.

Sie bewegt sich rhetorisch-taktisch auf einem so hohen Level, so dass sich dadurch indirekterweise eine strategisch kluge Linie herausbildet. Die Anwendung von aggressiven Techniken der Manipulation erfordert meist eine hohe Regelmäßigkeit. Das Verteilen von Komplimenten ist dagegen viel eher ein Ansatz, um persönliche Ressourcen zu schonen. Weil man, wenn alles gut läuft, mehr Verbündete und weniger Feinde hat.

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