Michael Wittmann

Michael Wittmann – Panzerkommandant

Michael Wittmann war ein sehr erfolgreicher Panzerkommandant im 2. Weltkrieg. Der SS-Mann erreichte 138 offiziell bestätigte Abschüsse von feindlichen Panzern. Darüber hinaus vernichtete Wittmann auch 132 Panzerabwehrkanonen.

Erbeuteter Tiger-Panzer (Bild-Link: Wikipedia.org)

Solche Zahlen müssen jedoch auch kritisch betrachtet werden. Die genaue Zuordnung von einzelnen Abschüssen während eines Gefechtes ist schwierig. Nachträglich zeigt sich häufig eine hohe Abweichung von angeblichen und tatsächlichen Abschüssen.

Als Panzerkommandant der Leibstandarte SS Adolf Hitler wurde Michael Wittmann jedoch auf sehr vielen Kriegsschauplätzen eingesetzt und war an unzähligen Gefechten beteiligt. Während des Feldzuges gegen die Sowjetunion gehörte er zur Heeresgruppe Süd und erzielte dort mit 117 Abschüssen den größten Anteil seiner Treffer-Liste. Dabei war er auch an der Panzerschlacht von Kursk beteiligt.

Für diese Erfolge erhielt Michael Wittmann viele Auszeichnungen. Schließlich wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. Darüber hinaus trug er auch den Ehrendegen und den Totenkopfring der SS.

Die deutsche Propaganda schuf nach der erfolgreichen Schlacht von Villers-Bocage in der Normandie einen Heldenkult um Michael Wittmann. Der erfolgreiche Panzerfahrer wurde von Adolf Hitler persönlich in Berchtesgarden empfangen.

Nach dem Ausbruch der Alliierten aus dem Landungskopf in der Normandie war Michael Wittmann als Hauptsturmführer auch bei der Kesselschlacht von Falaises dabei. Dort trennte sich das Panzer-Ass am 8. August 1944 als Späher von seinem Trupp. Er fuhr seinen Tiger-Panzer in das Kreuzfeuer von fünf amerikanischen Shermans und wurde vernichtet.

Doch bis heute ist Michael Wittmann ein Poster-Boy der Waffen-SS und genießt in manchen Kreisen eine große persönliche Verehrung. Im Juli 2015 wurde sogar sein Grabstein in Nord-Frankreich von Unbekannten gestohlen.

Karriere eines überzeugten SS-Mannes

Michael Wittmann wurde am 22. April 1914 in Vogelthal im Landkreis Neumarkt in der bayerischen Oberpfalz geboren. Seine Familie hatte einen landwirtschaftlichen Hintergrund.

Der junge Michael Wittmann fühlte sich früh von der national-sozialistischen Ideologie angesprochen. 1934 leistete er bereits freiwillig den Reichsarbeitsdienst. Dieser wurde erst im darauffolgenden Jahr zur Pflicht.

Im Anschluss leistete Michael Wittmann bis 1936 seinen Wehrdienst bei der Infanterie in der Reichswehr. Danach meldete er sich bei der SS. Seine erste Einheit war der 1. Sturm der 92. SS-Standarte in Ingolstadt.

Angehöriger der SS-Verfügungstruppe

Ab dem 1. April 1937 diente Michael Wittmann dann bei der SS-Verfügungstruppe. Dabei handelte es sich ursprünglich um kasernierte Paramilitärs.

Der Verband war aus den SS-Stabswachen hervorgegangen. Sie verfügten bereits früh über Handfeuerwaffen aus den Beständen der Polizei. Ab 1933 stellte die Wehrmacht dann auch moderne Kriegswaffen.

Die SS-Verfügungstruppe wurde dann auch schon sehr früh nach der Machtübernahme der Nazis in militärische Strukturen integriert. Bereits mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht am 16. März 1935 erklärte Adolf Hitler:

„Das deutsche Heer umfasst 36 Divisionen, darunter 1 Division SS-Verfügungstruppe.“

Aus dieser Rolle heraus bildete der Verband später einen Teil des Kerns der Waffen-SS. Die Verfügungstruppe diente vorerst jedoch als eine Art Prätorianergarde für die Prominenz der NSDAP. Aber die Einheit spielte auch eine wichtige Rolle als Instrument des rechten Terrors.

In ihrer militärischen Rolle verübten die Angehörigen des Verbandes später viele Kriegsverbrechen. Vor allem die Erschießung von Gefangenen kam sehr häufig vor.

Leibstandarte SS „Adolf Hitler“

Michael Wittmann wechselte zum 5. April 1938 zur Leibstandarte SS Adolf Hitler. Diese war ursprünglich als Stabswache Berlin aufgestellt worden und diente der persönlichen Verfügung von Adolf Hitler. Zu Beginn waren es 120 Mann unter der Führung von Sepp Dietrich.

Als Kürzel diente die Bezeichnung LSSAH oder LAH. Neben dem Personenschutz übernahm die elitäre und privilegierte Einheit auch weitere Aufgaben. Ein besonders prominenter Auftrag dieser Abteilung war beispielsweise die Ermordung der SA-Führung um Ernst Röhm im Jahr 1934.

Michael Wittmann fühlte sich in diesem Umfeld offenbar sehr wohl. Noch gegen Ende des Jahres 1938 wurde er in der Münchner Feldherrnhalle von Hitler zum SS-Sturmmann befördert. Dies entsprach dem Rang eines Gefreiten in der Wehrmacht.

Die Leibstandarte entwickelte sich später zur 1. SS Panzer-Division. Im Laufe des 2. Weltkrieges wurde sie mehrfach vernichtet und neu aufgestellt. Als besonders loyale Einheit stellte sie aber auch stets eine militärische Rückversicherung gegen eine möglicherweise revoltierende Wehrmacht dar.

Panzerkommandant der Waffen-SS

Michael Wittmann kam bei diesen früh militarisierten SS-Einheiten zu einer Panzerspähkompanie. In einer solchen Funktion war Wittmann dann schon am friedlichen Anschluss von Österreich im März des Jahres 1938 beteiligt.

Am 15. August 1938 wurde die Leibstandarte SS Adolf Hitler zusammen mit der SS-Verfügungstruppe dann endgültig als stehender militärischer Verband aufgestellt.

Damit bildeten sie den Kern der Waffen-SS unter dem Befehl von Sepp Dietrich. Dieser Begriff wurde jedoch erst ein Jahr später nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges von Heinrich Himmler eingeführt, der als Reichsführer SS fungierte.

Doch zuvor war Michael Wittmann an der ebenfalls noch friedlichen Besetzung des Sudetenlandes durch militärische Einheiten ab dem 1. Oktober 1938 beteiligt. Im März des folgenden Jahres war er bei der Zerschlagung der Tschechoslowakei dabei.

Michael Wittmann als Panzerspäher in Polen

Beim Überfall auf Polen gehörte Michael Wittmann zu einer Aufklärungseinheit der Leibstandarte SS Adolf Hitler. Diese war der 17. Infanteriedivision zugeordnet.

Michael Wittmann und die Einheit sollten der südlichen Angriffsspitze Flankenschutz bieten. Die Leibstandarte wurde dabei in eine Reihe von Gefechten mit polnischen Einheiten verwickelt.

Im Rahmen des Überfalls auf Polen verübte die Leibstandarte SS Adolf Hitler dann bereits Kriegsverbrechen wie die „Judenjagd von Błonie“. Dabei wurden 50 Zivilisten erschossen.

Westfeldzug und Sichelschnitt

Während des Westfeldzuges war Michael Wittmann dann wieder an zahlreichen Kämpfen beteiligt. Darunter waren die Schlachten:

  • Rotterdam
  • Marne
  • Somme
  • Dünkirchen
  • Flandern

Der SS-Verband von Michael Wittmann verübte bei der Invasion der Niederlande erneut Kriegsverbrechen. Darunter war das bekannte Massaker von Wormhout an englischen und französischen Kriegsgefangenen.

Sturmgeschütz auf dem Balkan

Am 6. April 1941 griff das Dritte Reich die Königreiche Jugoslawien und Griechenland an. Michael Wittmann hatte dabei die besondere Ehre, eines der ersten sechs Sturmgeschütze führen zu dürfen.

Bei einem Sturmgeschütz handelte es sich um eine 7,5 cm Kanone, die auf das Ketten-Fahrgestell des Panzerkampfwagens III montiert wurde. Dieses Fahrzeug begleitete die Infanterie bei Sturmangriffen. Die Idee war bereits im Jahr 1936 vom damaligen Oberst Erich von Manstein entwickelt worden.

Statt einem drehbaren Turm hatte dieser Panzer nur ein Kugelgelenk für die Feinjustierung der Kanone. Deshalb musste das ganze Fahrzeug auf den Feind ausgerichtet werden.

Dafür war das Sturmgeschütz sehr gut gepanzert, weil der vulnerable Geschützturm fehlte. In Kombination mit der leistungsfähigen Kanone bewährte sich das Gefährt jedoch besonders als Waffe für die Panzerjagd.

Michael Wittmann befehligte in einem solchen Sturmgeschütz drei weitere Soldaten. Während des Feldzuges auf dem Balkan zeichnete er sich aus und erhielt dafür das Eiserne Kreuz II. Klasse.

Unternehmen Barbarossa

Die Niederlage in der Luftschlacht um England setzte Adolf Hitler ab Anfang 1941 unter Zugzwang. Das Dritte Reich finanzierte seine Attacken auf andere Länder nämlich durch die ökonomische Ausbeutung von eben diesen.

Der erfolglose Versuch der Eroberung der britischen Insel riss deshalb eine Lücke in die Bilanzen. Unter diesem Druck fiel die Entscheidung, die Sowjetunion vorzeitig zu attackieren. Am 22. Juli 1941 begann deshalb eine Großoffensive von drei Heeresgruppen:

  • Heeresgruppe Nord marschierte in Richtung Sankt Petersburg.
  • Heeresgruppe Mitte marschierte in Richtung Moskau
  • Heeresgruppe Süd marschierte in Richtung Kiew

Michael Wittmann gehörte zum SS Panzer Regiment 1, dass der Heeresgruppe Süd zu geordnet war. Zunächst kommandierte er erneut ein Sturmgeschütz. Im Laufe des Feldzuges sollte Wittmann für seine Verdienste dann das Eiserne Kreuz I. Klasse erhalten.

Motorisierte Leibstandarte beim Krimfeldzug

Im Laufe des Angriffes auf die Sowjetunion gehörte es zur Aufgabe der Heeresgruppe Süd, die Krim zu erobern. Die Halbinsel war zwar wirtschaftlich nicht interessant für das deutsche Reich. Aber sie stellte als Aufmarschgebiet eine strategische Bedrohung dar.

Den Befehl über den deutschen Angriff erhielt Erich von Manstein. Aufgrund der geographischen Lage und fehlender Ausrüstung für eine amphibische Operation war der General zu einem Frontalangriff über die Landenge von Perekop gezwungen.

Doch die Rote Armee leistete nicht nur dort erbitterten Widerstand. Ein sowjetischer Gegenangriff aus Osten bedrohte die Heeresgruppe Süd und sollte bis zum Dnjpr-Bogen vorstoßen.

Nachdem eine rumänische Kavallerie-Division im Zentrum der deutsche Verteidigungslinie zusammenbrach, verschob der General die SS Division von Michael Wittmann in deren Position etwa 50 km nördlich von Melitopol.

Ein Durchbruch der Roten Armee bereits im frühen Herbst des Jahres 1941 konnte nur knapp verhindert werden. Das Glück wendete sich und die deutsche Armee konnte anschließend ihren Angriff fortsetzen. Während die 11. Armee unter von Manstein die Krim erobern sollte, wurden Michael Wittmann und die SS Leibstandarte dem Befehl von General Erich von Kleist unterstellt

1. Panzerarmee in der Schlacht um Rostow

Hitler wollte die Ölfelder im Kaukasus erobern. Zu diesem Zweck wurde die 1. Panzerarmee unter General Erich von Kleist damit beauftragt, die Stadt Rostow am Don zu erobern. Der Vorstoß erfolgte entlang des Asowschen Meeres. Doch das herbstliche Wetter hatte zu schlammigen Straßen geführt.

Erst als Bodenfrost einsetzte, kam die Operation wieder in Fahrt. Vom 17. November bis zum 2. Dezember 1942 kam es dann zu erbitterten Kämpfen in der Schlacht um Rostow. Zunächst war der deutsche Angriff von Erfolg gekrönt.

Die SS Leibstandarte und Michael Wittmann gehörten dabei zum III. motorisierten Armeekorps unter General Mackensen. Diesem Verband gelang der entscheidende Durchbruch in der Schlacht um Rostow. Sie drängten die Rote Armee hinter den Don zurück.

Doch der Erfolg war nur von kurzer Dauer. Parallel zu den Ereignissen in Rostow war nördlich die deutsche Linie gebrochen. Den deutschen Einheiten in Rostow drohte die Einkesselung.

Gegen den ausdrücklichen Befehl von Hitler ordnete Gerd von Rundstedt, der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, den Rückzug aus Rostow an. Nach etwa zwei Wochen wurde die Stadt wieder aufgegeben. Damit hat er Michael Wittmann wohl den Tod oder zumindest die Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion erspart.

SS-Junkerschule in Bad Tölz

Mit seinem Einsatz für Volk und Führer hatte sich Michael Wittmann für eine Fortbildung an der SS-Junkerschule in Bad Tölz empfohlen. Diese absolvierte er vom 4. Juni bis zum 5. September 1942.

Dabei handelte es sich um einen politisierten Offizierslehrgang. Diesen konnte Michael Wittmann auch mit der Beförderung zum Untersturmführer abschließen. Dies entsprach einem Leutnant der Reichswehr (OF-1).

Die Lehrinhalte der SS-Junkerschulen bestanden aus zahlreiche Modulen. Diese umfassten militärische Themen wie:

  • Gefechtsausbildung
  • Ausbildung an der Waffe
  • Gelände- und Kartenkunde
  • Taktische Ausbildung
  • Pionierwesen
  • Sanitätswesen
  • etc.

Darüber hinaus wurde aufstrebenden Junkern wie Michael Wittmann auch eine weltanschauliche Erziehung zu Teil. Darin vermittelt man ihnen die Grundsätze der national-sozialistischen Ideologie und die geopolitischen Herrschaftsansprüche der arischen Rasse.

In der Regel besuchten die SS-Junker zum Abschluss ihres Lehrganges auch das KZ Dachau. Michael Wittmann kehrte anschließend zu seiner alten Einheit zurück.

Tiger-Panzer in der Schlacht von Kursk

Nach der Niederlage der 6. Panzerarmee in der Schlacht um Stalingrad im Februar 1943 hatte sich das Blatt für das Dritte Reich endgültig gewendet. Wenige Monate später versuchte die deutsche Führung unter dem Decknamen „Unternehmen Zitadelle“ wieder die Initiative zu ergreifen.

Das Ziel war die Stadt Kursk, die von zahlenmäßig weit überlegenen Kräften der Roten Armee gehalten wurde. Die Kommandeure hatten darüber hinaus fünf Linien zur Verteidigung um die Stadt gezogen – den Kursker Bogen.

Doch mit neuen Panzern versuchte die deutsche Armee einen Durchbruch. Der Panzerkampfwagen VI „Tiger“ hatte eine 8,8 cm Kanone und war vor allem an der Vorderseite äußerst stark gepanzert. Gegenüber frontalen Treffer aus kleineren Geschützen war das Gefährt beinahe unverwundbar.

Es kamen noch andere Modelle neu hinzu. Doch Michael Wittmann erhielt einen Tiger-Panzer. Er gehörte mit der Leibstandarte dann zu den Angreifern im südlichen Bereich des Kursker Bogens.

Die sowjetische Generalität hatte jedoch rechtzeitig Reserven herbeigeführt und ging in eine offensive Verteidigung über. Bei der Ortschaft Prochorowka etwa 80 km südlich von Kursk trafen dann am 12. Juli 1943 zwei gleichzeitig vorrückende Panzerarmeen aufeinander.

Es entwickelte sich die Panzerschlacht von Kursk. Diese endete mit einem taktischen Sieg der zahlenmäßig weit überlegenen Verteidiger. Dennoch erzielten die deutschen Panzer trotz Unterzahl viele Treffer und fügten der Roten Armee große Verluste zu. Obwohl der Tiger-Panzer noch nicht besonders verbreitet war, zeigte sich der hohe Wert dieses Models.

Vor allem im Zusammenspiel mit leichteren Panzer konnte der schwere Tiger mit seiner hohen Front-Panzerung einen entscheidenden Unterschied machen. Zusammen bildeten sie den Panzerkeil. An der Spitze fuhren die schweren Tiger, während die etwas leichteren „Panther“ an den Flügeln vorrückten.

Geschützt im Zentrum kamen dann die leichteren Modelle. Die hohen Abschusszahlen von Michael Wittmann gehen wahrscheinlich auch auf diese neue Taktik der deutschen Armee zurück. Doch die Kanone des Tiger-Panzers war ursprünglich ein Flugabwehrkanone und auf hohe Distanzen konzipiert. Sie war nicht für einen Nahkampf wie vor Kursk ausgelegt.

Der ebenfalls neue Jagdpanzer „Ferdinand“ erwies sich parallel dazu als Reinfall. Deshalb kam es schließlich dennoch zu hohen Verlusten gegen die Masse an gegnerischen T-34 aus sowjetischer Produktion. Diese konnten auf kurze Distanz die Panzerung eines Tigers durchschlagen.

Aber den Alliierten gelang an einem ganz anderen Schauplatz ein geo-strategischer Durchbruch. Bereits am 10. Juli 1943 hatte mit der Operation Husky die Besetzung Siziliens begonnen.

In der Folge wurde das Unternehmen Zitadelle von Hitler am Tag nach der großen Panzerschlacht abgebrochen. Ein Teil der Angriffsverbände wurde abgezogen und nach Westen verlegt.

Held der Schlacht von Villers-Bocage

Nachdem die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie landeten, wurde die schwere SS-Panzer-Abteilung 101 und mit ihr Michael Wittmann in den Kämpfen um das Hinterland eingesetzt. Den Oberbefehl über diesen Bereich des Atlantikwalles hatte zu dieser Zeit Erwin Rommel. Die Hauptlast der Abwehrkämpfe um die Stadt Caen in den ersten Wochen trug jedoch die ebenfalls sehr elitäre und gut ausgerüstete Panzer-Lehr-Division.

Nach der Landung gestaltet sich der Vormarsch der Alliierten sehr schwierig. Im Rahmen der Operation Perch versuchte Feldmarschall Montgomery die Panzer-Lehr-Division schließlich zu umgehen. In der Nacht auf den 13. Juni versuchten zwei Bataillone der 7. britischen Panzer-Division, der Desert Rats, auf der östlichen Flanke einen Vorstoß in eine Lücke in der deutschen Frontlinie.

Michael Wittmann war zu dieser Zeit SS-Hauptsturmführer. Dies entsprach dem Rang eines Hauptmannes (OF-2). Er befehligte eine Einheit von sechs Tiger-Panzern. Gegen 9.00 Uhr morgens fuhren sie in Richtung Caen. Sie begegneten dabei bereits nach wenigen Minuten drei britischen Shermans, die abgeschossen wurden.

In der Ortschaft Villers-Bocage trafen sie dann auf eine große Gruppe an Briten, die gerade eine Pause einlegten. Dank des Überraschungsmomentes konnten Michael Wittmann und die SS-Einheit zahlreiche Panzerfahrzeuge zerstören. Beim Versuch einer Verfolgung wurde der Tiger von Wittmann jedoch von einer Panzerabwehrkanone getroffen und war anschließend nicht mehr fahrtauglich.

An dem Tag kam es noch zu weiteren schweren Kämpfen um Villers-Bocage. Gegen Abend zogen sich die Briten jedoch zurück. Diese kritische Lücke in der deutschen Abwehrlinie in der Normandie schloss sich dank des Einsatzes von Michael Wittmann. Die Flanke der Panzer-Lehr-Division war wieder geschützt.

Von der deutschen Propaganda wurde Michael Wittmann zum Held der Stunde erklärt. Man schrieb ihm 27 von 30 Abschüssen an diesem Tag zu, wobei die deutsche Seite nur sechs Panzer verloren hätte.

Adolf Hitler empfing Michael Wittmann am 25. Juni 1944 persönlich in Berchtesgarden und verlieh dem SS-Mann das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern. Dabei handelte es sich um die dritte von fünf Stufen dieses Ordens. Ihm wurde auch eine Lehrtätigkeit statt des gefährlichen Einsatzes an der Front angeboten. Dies lehnte Michael Wittmann jedoch ab.

Im nachhinein geht man von anderen Zahlen der Schlacht von Villers-Bocage aus. Es wurden 27 britische Panzer vernichtet, wovon wohl 12 Treffer auf das Konto von Michael Wittmann gingen. Die Deutschen hingegen haben selbst 8 bis 15 Panzer verloren.

Tod von Wittmann im Kessel von Falaise

Die Alliierten versuchten wenige Wochen später mit der Operation Totalize aus dem Brückenkopf in der Normandie auszubrechen. Dieses mal besetzten Kanadier ebenfalls nachts und zwar zum 8. August 1944 eine wichtige Anhöhe.

Dies war der Auslöser für eine strategische Verschiebung der verfeindeten Kräfte. Diese Bewegung führte dann später zur Kesselschlacht von Falaise. Die deutsche Armee erlitt dort eine schwere Niederlage. Doch zunächst rückte Michael Wittmann mit einem Trupp an Tiger-Panzern zu einem Befreiungsschlag aus.

Er selbst fuhr als Späher voraus. Dabei manövrierte sich Michael Wittmann in der Nähe von Saint-Aignan-de-Cramesnil jedoch in das Schussfeld von fünf Shermans. Diese nahmen ihn ins Kreuzfeuer.

Ein Treffer zerstörte das Munitionslager und sprengte den Geschützturm. Michael Wittmann und die gesamte Besatzung des Tiger-Panzers wurden sofort getötet. Ihre Gebeine bestattet man zunächst vor Ort.

Im Jahr 1983 wurden die sterblichen Überreste entdeckt. Man überführte sie zur deutschen Kriegsgräberstätte von La Cambe. 2015 wurde der Grabstein des Michael Wittmann dann von Unbekannten entwendet.