Napoleon Bonaparte

Napoleon Bonaparte – Französischer Kaiser

Napoleon Bonaparte in Berlin-Brandenburger Tor
Napoleon besiegte Preußen und stahl die Quadriga

Napoleon Bonaparte (*15. August 1769 auf Korsika; †5. Mai 1821 auf St. Helena) war französischer Kaiser der Neuzeit.

„Meine Herren, Sie haben nichts anderes als Wenns, Denns und Abers vorgebracht. Ich bin sprachlos vor Empörung.“ (Napoleon Bonaparte)

Napoleon war ein strategisches und taktisches Ausnahmetalent. Mit 16 Jahren erhielt er sein Offizierspatent. Er wurde schon mit 24 Jahren zum Brigadegeneral ernannt.

Napoleon machte während der Französischen Revolution Karriere. Er schloss sich dieser an, nachdem seine Ambitionen auf Korsika vorerst gescheitert waren. In rasantem Tempo stieg er auf, bis er sich schließlich selbst zum Kaiser krönen konnte. Auf diesem Weg schreckte er vor nichts zurück und ließ bspw. auch aus nächster Nähe mit Kanonen auf Zivilisten schießen.

Napoleons endgültige Niederlage wurde von Horatio Nelson in der Seeschlacht von Trafalgar eingeleitet. Sein Schicksal wurde in der Schlacht von Waterloo besiegelt. Napoleon Bonaparte endete als Gefangener der Briten im Exil.

Napoleon Bonaparte und die Schlacht bei Austerlitz

Im Jahr 1805 versuchte zum wiederholten Male eine breite Koalition, Napoleon Bonaparte zu besiegen. Im Oktober 1805 kam es zur berühmten Seeschlacht von Trafalgar, die den Versuch einer Invasion der britischen Inseln durch Napoleon stoppte. Daraufhin versuchte der Franzose, eine österreichische und eine russische Armee zu schlagen, bevor diese sich mit weiteren Armeen der Preußen und aus Italien gegen ihn zusammenschließen konnten.

Napoleon setzte schon beim Anmarsch auf Geschwindigkeit. Die französischen Truppen eilten in Gewaltmärschen von der Atlantikküste quer durch Mitteleuropa. Dabei verlor die Grande Armée erheblich an Schlagkraft. Erschöpfte und Kranke mussten zurückgelassen werden. Außerdem musste Napoleon Bonaparte Truppen zur Sicherung seiner Nachschublinien abstellen. Diese fehlten dann seiner Hauptarmee.

Die Strategie von Napoleon Bonaparte ging auf. Er profitierte auch von Abstimmungsproblemen sowie der Sprachbarriere bei seinen Feinden. Außerdem konnte Napoleon vor allem den russischen Zaren Alexander I. durch Täuschungsmanöver zu Fehlern verleiten.

Es kam am 02. Dezember 1805 im heutigen Tschechien zur Schlacht bei Austerlitz gegen Österreicher und Russen. Das Treffen fand auf einer Fläche mit einer Kantenlänge von ca. 12 km statt. Napoleon Bonaparte hatte das Gelände persönlich genauestens inspiziert. Sein folgender Sieg ging als eine der größten taktischen Leistungen in die Geschichte ein.

Der Pratzen

Das Täuschungsmanöver von Napoleon Bonaparte bestand aus mehreren Elementen. Zunächst vermittelte er scheinbare Schwäche gegenüber seinem zahlenmäßig überlegenen Feind. Außerdem ließ er die zentrale, 324 m hohe Erhebung – Die Pratzener Höhe – im Gelände räumen und verteilte seine Truppen weiträumig.

Der junge Zar Alexander I. schluckte den Köder und liess den Pratzen besetzen. Napoleon Bonaparte schloss seine Falle. Er hatte seine Truppen keineswegs zufällig verteilt, sondern so, dass die Russen von vielen Seiten zugleich angegriffen werden konnten, nachdem sie die Anhöhe besetzt hatten. In Gewaltmärschen zog er seine Einheiten aus einem Umkreis von über 100 km zusammen. Von entscheidender Bedeutung sollte ein Regiment sein, dass aus Süden anrückten. Diese Männer mussten einen Tag und zwei Nächte durchmarschieren und sollten dann sofort kämpfen.

Als der Tag des Angriffs kam, lag dichter Nebel über dem Gelände. Napoleon Bonaparte hatte ursprünglich geplant, den Pratzen über seinen linken Flügel zurückzuerobern. Kurzfristig dachte er neu. Er ließ im Zentrum eine Division ohne Trommelspiel im Schutze des Nebels vorrücken. Die Division erreichte unerkannt den Fuß der Pratzener Anhöhe. Das Gefecht um diese zentrale Erhebung im Gelände begann morgens gegen 8:50 Uhr und wogte hin und her. Nach etwa einer Stunde konnten sich die zahlenmäßig unterlegenen Franzosen durchsetzen.

Die Dörfer im Süden

Entscheidend für den Verlauf war jedoch, dass die napoleonischen Truppen auch zwei Dörfer südlich vom Zentrum hielten. Diese Kämpfe tobten in den Obstgärten der Dörfer. In dem unübersichtlichen Gelände konnten noch gegen ca. 10 Uhr etwa 2.000 Franzosen insgesamt ca. 40.000 Angreifer lange genug aufhalten, um eine Umgehung der Grande Armée zu verhindern.

Die Angreifer hingegen wurden Opfer eines verheerenden logistischen Effekts. Da der Angriff auf die Franzosen unplanmäßig lange dauerte, schoben sich österreichische und russische Truppenteile ineinander. Es entstand eine chaotische Situation.

Napoleon Bonaparte gelang es, in geordneter Weise nach und nach Verstärkung zu diesen südlichen Stellungen zu schicken. Die Franzosen konnten ihre angeschlagenen Einheiten an der Frontlinie austauschen, ohne dem Druck nachgeben zu müssen. Den Österreichern und Russen hingegen gelang eine solche Rotation nicht, so dass die beiden Dörfer behauptet werden konnte und das Zentrum der Schlacht bei Austerlitz für die französische Armee geschützt blieb.

Der Ausgang der Schlacht

Die österreichische und russische Führung versuchte, dass Chaos im Süden zu entflechten und die Pratzener Höhe zurückzuerobern. Sie zogen einige Regimenter von den Kämpfen um die Dörfer ab und befahlen diesen Einheiten, die Anhöhe zu erklimmen. Dies führte jedoch zu einem heillosen Durcheinander zwischen nachrückenden und abziehenden Einheiten, die sich in die Quere kamen. Außerdem fehlte es an Befehlen und eine Kommunikation zwischen den einzelnen Truppenteilen war fast nicht vorhanden.

Zar Alexander I. und der russische Oberbefehlshaber verließen gegen Mittag das Schlachtfeld. Die Franzosen hatte nur 1.500 Mann verloren. Österreicher und Russen hatten hingegen 15.000 Tote zu beklagen. Napoleon Bonaparte hatte mit der Schlacht bei Austerlitz nicht nur einen taktischen, sondern auch einen strategischen Sieg erzielt.