Napoleon Bonaparte

Napoleon Bonaparte – General und Kaiser

Napoleon Bonaparte wurde am 15. August 1769 auf Korsika geboren. Als brillanter Militär machte er eine steile Karriere während der Französischen Revolution. Im Zuge eines Staatsstreichs positionierte er sich als starker Mann und krönte sich schließlich selbst zum Kaiser der Franzosen.

„Meine Herren, Sie haben nichts anderes als Wenns, Denns und Abers vorgebracht. Ich bin sprachlos vor Empörung.“ (Napoleon Bonaparte)

Kaiser Napoleon Bonaparte
Kaiser Napoleon Bonaparte gemalt von Jacques-Louis David im 1812. (gemeinfrei)

Napoleon Bonaparte wurde bereits in jungen Jahren auf eine Militärakademie geschickt. Dort zeigte er ein besonderes Talent für Mathematik.

Mit 16 Jahren erhielt er sein Offizierspatent und kam zur Artillerie. Der junge Mann absolvierte dann während der Französischen Revolution ab 1789 einen rasanten Aufstieg in der Armee.

In nur vier Jahren wurde Napoleon erst zum Lieutnant, dann zum Capitaine und schließlich mit 24 Jahren zum Général de Brigade befördert.

Auf diesem Weg schreckte er vor nichts zurück und ließ beispielsweise auch aus nächster Nähe mit Kanonen auf Zivilisten schießen. Nach dem Zerfall der Französischen Revolution etablierte sich Napoleon Bonaparte mit seinem Einfluss bei den Soldaten als der neue Machthaber.

An der Spitze seiner Grande Armée gelang ihm dann als Kaiser der Franzosen ein historischer Eroberungszug durch Europa. Dabei unterwarf Napoleon Bonaparte nicht nur kleine Nachbarstaaten. Er zerstörte auch das Heilige Römische Reich mit seiner etwa 900-jährigen Geschichte.

Der Niedergang von Napoleon Bonaparte wurde jedoch von Horatio Nelson mit dem überragenden Seesieg der Briten in der Schlacht von Trafalgar am 21. Oktober 1805 eingeleitet. Der anschließende Versuch einer Eroberung von Russland führte ihn bis Moskau und endete dennoch in einem Desaster.

In der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 erlitt Napoleon Bonaparte dann eine vernichtende Niederlage. Ein vereintes Heer aus Russland, Preußen, Österreich und Schweden mit der Unterstützung des Vereinigten Königreiches besiegelte vorläufig sein Schicksal. In der Folge wurde er zunächst auf die Insel Elba im Mittelmeer verbannt.

Ihm gelang jedoch die Rückkehr und eine weitere Herrschaft der einhundert Tage. Doch in der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 wurde Napoleon Bonaparte endgültig besiegt. Er endete erneut als Gefangener und wurde nun ins Exil auf die Insel St. Helena im südlichen Atlantik verbannt.

Am 5. Mai 1821 verstarb Napoleon Bonaparte dann auf St. Helena. Zunächst entwickelten sich Gerüchte, dass der abgesetzte Kaiser der Franzosen an einer Vergiftung durch Arsen verstarb. Diese Theorie gilt jedoch als widerlegt. Wahrscheinliche Todesursache war eine Magenblutung aufgrund eines fortgeschrittenen Magenkrebses.

Napoleons Aufstieg während der Revolution

Herkunft und Ausbildung an der Militärakademie

Napoleon Bonaparte wurde als zweiter Sohn von Carlo Buenaparte am 15. August 1769 in Ajaccio, der Hauptstadt von Korsika, geboren. Seine Familie gehörte dem niederen Adel an und war bereits seit dem 16. Jahrhundert auf der Insel sesshaft.

Der Clan hatte enge Verbindungen zu Pascal Paoli, einem korsischen Freiheits- und Widerstandskämpfer. Die Kindheit von Napoleon Bonaparte war deshalb von Klagen über die französische Obrigkeit geprägt.

Portrait von Napoleon Bonparte in militärischer Uniform
Portrait des jungen Napoleon Bonparte (pixabay)

Carlo Buenaparte arrangierte sich jedoch mit der Herrschaft der Franzosen. Als studierter Jurist hatte er an der korsischen Verfassung mitgearbeitet und saß als Vertreter des Adels im Parlament.

Beim Gouverneur von Korsika konnte der Vater schließlich königliche Stipendien für seine beiden ältesten Söhne erwirken. Im Jahr 1778 kamen sie zunächst auf ein College in Autun auf dem französischen Festland.

Ab 1779 besuchte Napoleon Bonaparte die Kadettenschule von Brienne. Dort war er als Stipendiat und einziger Korse ein Außenseiter unter dem Nachwuchs des Establishments.

Napoleon Bonaparte war sehr gut in Mathematik und sollte deshalb zum Artillerie-Offizier ausgebildet werden. Ab 1785 wurde er deshalb an der École Royale Militaire in Paris unterrichtet, der besten Militärschule des Landes.

Bereits im Alter von 16 Jahren erhielt er dann sein Patent als Offizier. Ab Januar 1786 diente er als Sous-Lieutenant.

Karriere während der Französischen Revolution

Als die Französische Revolution im Sommer 1789 begann, schwor Napoleon Bonaparte dem neuen Regime die Treue. Er nutzte die veränderten Bedingungen, um sich in seiner Heimat Korsika zum Führer der Nationalgarde aufzuschwingen.

Die Französische Revolution
Napoleon Bonaparte profitierte von der Französischen Revolution. (pixabay)

Napoleon Bonparte profitierte in der Frühphase nach Beginn der Revolution vom Mangel an Offizieren in der Armee. Noch im Jahr der Beförderung zum Leutnant wurde er auch Hauptmann.

Im Herbst 1793 eröffnete sich die große Chance für ihn. Er erhielt das Kommando über die Artillerie bei der Belagerung von Toulon. Die Stadt wurde von Royalisten gehalten und von den Briten unterstützt.

Napoleon Bonaparte trug dem kommandierenden General einen Angriffsplan vor. Dieser führte zur Eroberung von Toulon am 19. Dezember 1793.

Zum Dank wurde Napoleon Bonaparte dann schon im Alter von 24 Jahren selbst zum Brigadegeneral ernannt. Damit hatte seine große Karriere begonnen.

Feldzug in Italien in den Jahren 1796/97

Am 2. März 1796 wurde Napoleon Bonaparte vom revolutionären Direktorium mit dem Befehl über die französische Armee in Italien betraut. Laut dem Kriegsministerium hatte die Armee Ende März eine veranschlagte Stärke von 106.000 Mann. Davon waren jedoch viele gestorben, gefangen oder desertiert.

Zu keinem Zeitpunkt des Feldzuges standen Napoleon Bonaparte mehr als 44.000 Mann gleichzeitig zur Verfügung. Damit sollte er dann innerhalb von 13 Monaten insgesamt etwa 150.000 Österreicher und Italiener in zwölf Schlachten besiegen.

Die Strategie von Napoleon Bonaparte zielte deshalb auf Schlachten gegen einzelne Kontingente seiner Feinde. Gleich zu Beginn des Italienfeldzuges sollte er innerhalb von vier Tagen dann gleich vier Schlachten in Folge gewinnen:

  1. In der Schlacht bei Montenotte besiegte er am 12. April mit 14.000 Mann ein Kontingent der Österreicher von 9.000 Mann.
  2. In der Schlacht von Millesimo besiegte Napoleon Bonparte am 13. April dann mit 9.000 Mann weitere 1.000 Österreicher.
  3. In den Schlachten von Dego waren die Franzosen dann sowohl am 14. wie auch am 15. April mit etwa 15.000 Mann gegen etwa 5.700 Feinde siegreich.

Napoleon Bonaparte gelang diese Siegesserie jedoch nicht nur, weil er jeweils eine zahlenmäßige Überlegenheit herstellen konnte. Der Franzose zeigte bereits eine hohe Disziplin bei der Taktik. Mehrfach konnte er über Flankenangriffe seine Gegner auf den Schlachtfeldern eiskalt erwischen.

Am 17. Oktober 1797 kam es schließlich zum Frieden von Campo Formio. Österreich musste große Gebietsverluste hinnehmen. Napoleon Bonaparte hingegen gründete zwei Tochterstaaten der französischen Republik:

  1. Cisalpinische Republik mit der Hauptstadt Mailand
  2. Ligurische Republik mit der Hauptstadt Genua

Bei seiner Rückkehr nach Frankreich wurde Napoleon Bonaparte von der Bevölkerung wie ein Held gefeiert. Er fürchtete jedoch, dass sein Ruhm schon bald in Vergessenheit geraten würde. Deshalb drängte er die revolutionäre Regierung, ihm ein weiteres Kommando zu übertragen.

Expedition nach Ägypten im Jahr 1798

Frankreich befand sich im Konflikt mit Britannien. Das Direktorium entschied sich deshalb aufgrund einer vielschichtigen Überlegung aus geo-strategischen und wirtschaftlichen Interessen für eine Expedition nach Ägypten.

Beispielsweise konnten so Kommunikationswege der Briten nach Indien abgeschnitten werden. Aber Ägypten exportierte auch zahlreiche Güter wie Baumwolle, Getreide und Flachs. Es bestand die Hoffnung auf die Kontrolle dieser großen Warenströme.

Am 19. Mai 1798 verließ dann eine Expeditionsflotte mit 38.000 Soldaten sowie zahlreichen Kriegsschiffen den Hafen von Toulon. Auf dem Weg nach Ägypten besetzte Napoleon Bonaparte zunächst die Insel Malta.

Anschließend landete die gesamte Flotte bei Abukir. Am 2. Juli 1798 konnte Napoleon Bonaparte dann Alexandria einnehmen. Keine drei Wochen später kam es zur Schlacht bei den Pyramiden südlich von Gizeh.

Dort schlug Napoleon Bonaparte ein ägyptisch-osmanisches Heer vernichtend. Danach besetzte er Kairo und den Rest des Landes.

Doch der britische Admiral Nelson konnte die französische Flotte Anfang August 1798 in der Seeschlacht bei Abukir vernichten. Damit war die Expeditionsarmee abgeschnitten.

Zunächst kam es zu Aufständen in Ägypten. Anschließend wurde die Expeditionsarmee bis zum Sommer des Jahres 1799 von osmanischen Truppen bedrängt.

Napoleon Bonaparte kehrte dann am 23. August 1799 ohne seine Armee und auch ohne Aufforderung nach Frankreich zurück. Den Befehl in Ägypten hatte er in die Hände des ranghöchsten Generals gelegt.

Am 8. März 1801 sollten dann britische Truppen in Ägypten landen. Diese besiegten das von Seuchen und Ausfällen geschwächte Heer der Franzosen. Die Expedition endete letztlich als katastrophaler Fehlschlag mit dem Frieden von Amien.

Staatsstreich gegen das Direktorium

Frankreich wurde nach der Revolution von einem fünf-köpfigen Direktorium regiert. Das Gremium war jedoch von den militärischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zeit überfordert.

Der Direktor Emmanuel Joseph Sieyès suchte deshalb nach einem fähigen General, der die Republik wiederherstellen solle. Mit dem jüngst aus Ägypten eingetroffenen Napoleon Bonaparte kam er zu einer Übereinkunft.

Am 9. November 1799, dem 18. Brumaire VIII des französischen Revolutionskalenders, kam es dann unter dem Vorwand eines möglichen Putsches durch Royalisten zum tatsächlichen Staatsstreich.

Zunächst besetzte Napoleon Bonaparte mit seinen Soldaten wie besprochen die Hauptstadt Paris. Dann traten drei Direktoren zurück und die anderen beiden Angehörigen des Gremiums wurden verhaftet.

Das revolutionäre Parlament, der Rat der Fünfhundert, wurde von Soldaten umstellt. Die Abgeordneten verweigerten Napoleon Bonaparte zunächst die Zustimmung zu einer Änderung der Verfassung.

Doch Napoleons Bruder Lucien Bonaparte war der Vorsitzende des Rates der Fünfhundert. Er setzte sich für ihn ein und schwor in einer theatralischen Geste, dass er seinem Bruder persönlich den Säbel in die Brust rammen würde, wenn er die Revolution verraten sollte.

Das Parlament gab schließlich nach. Es wurde nun eine Regierung aus drei Konsuln gebildet mit Napoleon Bonaparte an der Spitze. Er war beliebt und hatte das Militär hinter sich. Die beiden anderen Konsuln waren frühere Direktoren. Doch inzwischen waren sie praktisch machtlos.

Im Alter von nur 30 Jahren hatte Napoleon Bonaparte nun alle Fäden der Macht in der Hand. Der Rat der Fünfhundert nahm die neue Verfassung am 13. Dezember 1799 an.

Zum 25. Dezember 1799 wurde die Herrschaft des Konsulats in Kraft gesetzt. Napoleon Bonaparte war nun für zehn Jahre gewählt. Er ernannt in der Folge alleine die Minister und verabschiedete Gesetze. Die beiden anderen Konsuln hatten nur noch beratende Funktion.

Napoleon I. – Kaiser der Franzosen

Gewählter Konsul auf Lebenszeit

Nach der Wahl zum Ersten Konsul auf zehn Jahre ging Napoleon Bonaparte systematisch gegen die organisierte Opposition vor. Des Weiteren konsolidierte er den französischen Staat:

  • Er beendete erfolgreich den 2. Koalitionskrieg gegen Österreich, Russland und Großbritannien.
  • Napoleon Bonaparte verkaufte Louisiana (Neufrankreich) an die Vereinigten Staaten und zog sich damit endgültig aus Nord-Amerika zurück.
  • In Frankreich trieb er die Zentralisierung der Verwaltung voran und baute die Infrastruktur aus.
  • Außerdem sanierte Napoleon Bonaparte die Staatsfinanzen und führte eine Währungsreform durch.

Mit diesen Erfolgen im Rücken stellte sich Napoleon Bonaparte schließlich am 2. August 1802 einer Wahl zum Konsul auf Lebenszeit.

Drei Millionen Franzosen stimmten für Ja. Nur 1.600 Wahlberechtigte stimmten dagegen.

Napoleons Selbstkrönung zum Kaiser

Laut einer weiteren Volksabstimmung sowie eines Antrages durch den Senat wünschten sich die Franzosen ihren Napoleon Bonaparte jedoch nicht nur als Konsul auf Lebenszeit. Er sollte auch den Titel „Kaiser der Franzosen“ führen.

Am 2. Dezember 1804 krönte sich Napoleon Bonaparte in Anwesenheit von Papst Pius VII. in der Kathedrale Notre Dame de Paris selbst zum Kaiser. Er verstand sich dabei jedoch nicht als absolutistischer Monarch von Gottes Gnaden, sondern als Souverän des Volkes.

Schlacht bei Austerlitz im Jahr 1805

Im Jahr 1805 versuchte zum wiederholten Male eine breite Koalition, Napoleon Bonaparte zu besiegen. Im Oktober 1805 kam es zur berühmten Seeschlacht von Trafalgar, die den Versuch einer Invasion der britischen Inseln durch Napoleon stoppte.

Friedensdenkmal auf der Pratzener Höhe in Erinnerung an die Schlacht von Austerlitz
Friedensdenkmal auf der Pratzener Höhe (pixabay)

Daraufhin versuchte der Franzose, eine österreichische und eine russische Armee zu schlagen. Dies sollte eine Vereinigung mit weiteren Armeen der Preußen und aus Italien verhindern. Dabei setzte Napoleon Bonaparte schon beim Anmarsch auf Geschwindigkeit.

Die französischen Truppen eilten in Gewaltmärschen von der Atlantikküste nach Mähren im heutigen Tschechien. Dabei verlor die Grande Armée erheblich an Schlagkraft. Erschöpfte und Kranke wurden zurückgelassen.

Außerdem musste Napoleon Bonaparte Truppen zur Sicherung seiner Nachschublinien abstellen. Diese fehlten dann seiner Hauptarmee. Doch die Strategie von Napoleon Bonaparte ging auf.

Er profitierte auch von Problemen bei der Abstimmung sowie den Sprachbarrieren bei seinen Feinden. Außerdem konnte Napoleon vor allem den russischen Kaiser durch Täuschungsmanöver zu Fehlern verleiten.

Es kam am 02. Dezember 1805 zur Schlacht bei Austerlitz gegen Österreicher und Russen. Das Treffen fand auf einer Fläche mit einer Kantenlänge von etwa 12 Kilometern statt.

Napoleon Bonaparte hatte das Gelände persönlich sehr genau in Augenschein genommen. Sein folgender Sieg ging als eine der größten taktischen Leistungen in die Geschichte ein.

Der Pratzen – die zentrale Anhöhe

Das Täuschungsmanöver von Napoleon Bonaparte bestand aus mehreren Elementen. Zunächst vermittelte er scheinbare Schwäche gegenüber seinem zahlenmäßig überlegenen Feind. Außerdem ließ er die zentrale, 324 Meter hohe Erhebung im Gelände räumen, die Pratzener Höhe. Seine Truppen hingegen verteilte er weiträumig.

Der junge Zar schluckte den Köder und ließ den Pratzen besetzen. Doch es war eine Falle. Napoleon Bonaparte hatte seine Truppen keineswegs zufällig verteilt. Vielmehr konnte er die Russen nun hufeisenförmig von vielen Seiten zugleich angreifen.

In Gewaltmärschen zog er seine Einheiten aus einem Umkreis von über 100 Kilometern zusammen. Von entscheidender Bedeutung sollte ein Regiment sein, dass aus Süden anrückte. Diese Männer mussten einen Tag sowie zwei Nächte durchmarschieren und sollten dann sofort kämpfen.

Als der Tag des Angriffs kam, lag dichter Nebel über dem Gelände. Napoleon Bonaparte hatte ursprünglich geplant, den Pratzen über seinen linken Flügel zurückzuerobern.

Doch kurzfristig dachte er neu. Er ließ im Zentrum eine Division ohne Trommelspiel im Schutze des Nebels vorrücken. Der Verband erreichte unerkannt den Fuß der Pratzener Anhöhe. Dann erschienen sie plötzlich vor den völlig unvorbereiteten Russen.

Das Gefecht um diese zentrale Erhebung im Gelände begann morgens gegen 8:50 Uhr. Nach etwa einer Stunde hatten sich die zahlenmäßig unterlegenen Franzosen durchgesetzt.

Dörfer im Süden als Flankenschutz

Entscheidend für den Verlauf war jedoch, dass die napoleonischen Truppen auch zwei Dörfer südlich vom Zentrum hielten. Diese Kämpfe tobten in den Obstgärten der Dörfer.

Ab 10 Uhr morgens konnten sich rund 2.000 Franzosen in dem unübersichtlichen Gelände positionieren. Dort hielten sie vielfach überlegene Gegner auf. Damit wurde eine Umgehung der Grande Armée verhindert.

Die etwa 40.000 Feinde hingegen wurden Opfer eines verheerenden logistischen Effekts. Da der Angriff auf die Franzosen unplanmäßig lange dauerte, schoben sich österreichische und russische Kolonnen ineinander. Es entstand eine chaotische Situation.

Napoleon Bonaparte gelang es dagegen, in geordneter Weise nach und nach Verstärkung zu diesen südlichen Stellungen zu schicken. Die Franzosen konnten ihre angeschlagenen Einheiten im Süden austauschen, ohne dem Druck nachgeben zu müssen.

Den Österreichern und Russen hingegen gelang eine solche Rotation nicht. Die beiden Dörfer konnten behauptet werden und das Zentrum der Schlacht bei Austerlitz blieb für die französische Armee geschützt.

Ausgang und Folgen der Schlacht bei Austerlitz

Die österreichische und russische Führung versuchte, dass Chaos im Süden zu entflechten und die Pratzener Höhe zurückzuerobern. Sie zogen einige Regimenter von den Kämpfen um die Dörfer ab und befahlen diesen Einheiten, die Anhöhe zu erklimmen.

Dies führte jedoch zu einem heillosen Durcheinander zwischen nachrückenden und abziehenden Einheiten, die sich in die Quere kamen. Außerdem fehlte es an Befehlen und eine Kommunikation zwischen den einzelnen Truppenteilen war fast nicht vorhanden.

Kaiser Alexander I. und der russische Oberbefehlshaber verließen gegen Mittag das Schlachtfeld. Die Franzosen hatten bis dahin nur 1.900 Mann durch Tod oder Verwundung verloren.

Österreicher und Russen hingegen mussten 15.000 Tote und Verwundete sowie 12.000 Gefangene beklagen. Napoleon Bonaparte erzielte deshalb mit der Schlacht bei Austerlitz einen überragenden Sieg. Dies führte später sogar zum Ende der etwa 900-jährigen Geschichte des Heiligen Römischen Reiches.

Russlandfeldzug von 1812

Nach den Erfolgen in den Koalitionskriegen war Frankreich zur dominierenden Macht in Europa geworden. Napoleon Bonaparte verhängte deshalb auch eine Kontinentalsperre gegen britische Handelsgüter, um das Vereinigte Königreich zu schwächen.

Ende des Jahres 1810 war Russland aus wirtschaftlichen Gründen jedoch nicht mehr bereit, dieser Vorgabe nachzukommen. Im Laufe der kommenden eineinhalb Jahre bereitete sich Napoleon Bonaparte deshalb auf einen Feldzug vor.

Die Staaten des Rheinbundes, sowie Österreich und Preußen wurden gezwungen, ebenfalls Truppen zu stellen. Einzelne Offiziere wie Carl von Clausewitz liefen deshalb zu Russland über.

Aber Napoleon Bonaparte konnte eine Armee von etwa 450.000 Mann mobilisieren. Das war die größte Streitmacht, die Europa bis zu diesem Zeitpunkt je gesehen hatte. Sie konnte sich auf dem Vormarsch jedoch nicht mit Nahrung versorgen, weil die feindlichen Truppen auf dem Rückzug nur verbrannte Erde hinterließen.

Als die französische Armee am 17. August 1812 in Somolensk eintraf, war sie bereits auf etwa 160.000 Mann geschmolzen. Vor Moskau stellte sich die russische Armee dann in der Schlacht von Borodino.

Napoleon Bonparte errang dort am 7. September 1812 einen Pyrrhussieg. Er verlor weitere etwa 30.000 Mann sowie zahlreiche Offiziere und Generäle. Die Hauptstadt Moskau konnte er anschließend ohne weitere Kämpfe einnehmen.

Doch in Moskau brach ein großer Brand aus. Dieser war wahrscheinlich von russischen Soldaten gelegt worden, denn praktisch zeitgleich brachen vielerorts die Flammen aus. Der Zar hatte seine eigene Hauptstadt angezündet, um Napoleon Bonaparte die Unterkünfte und Versorgung zu nehmen. Damit hatte niemand gerechnet.

Am 18. Oktober 1812 gab Napoleon Bonaparte den alternativlosen Befehl zum Rückmarsch nach Hause. Doch nur etwa 18.000 Soldaten sollten die Grenzen des verbündeten Preußen erreichen.

Angesichts dieser Niederlage brach in Europa eine Welle des Widerstands gegen die Dominanz von Napoleon Bonaparte aus. Preußen verbündete sich mit Russland und rief zum Befreiungskrieg auf.

Befreiungskriege gegen Napoleon

Frankreich war seit Beginn der Revolution im Jahr 1789 bereits in fünf Koalitionskriegen bekämpft worden. Doch inzwischen war vor allem Preußen dank der Reformen von Offizieren wie Gerhard von Scharnhorst wieder zu einer schlagkräftigen Militärmacht geworden.

Anfang März 1813 kamen russische Truppen in Berlin an, nachdem die letzten Franzosen erst kurz zuvor abgezogen waren. In Anwesenheit von Kaiser Alexander I. erklärte das Königreich Preußen am 17. März dann den Krieg gegen Frankreich.

In einem Aufruf „An mein Volk“ wandte sich Hohenzollern-König Friedrich Wilhelm III. an die Bevölkerung. Er bat um Unterstützung und bildete ein Volksheer. In diesem Zuge stiftete er mit dem Eisernen Kreuz den ersten Militärorden, der an alle Ränge gleichermaßen vergeben wurde.

In vier Feldzügen gelang es schließlich, Napoleon Bonaparte in diesem sechsten Koalitionskrieg niederzuwerfen:

  1. Frühjahrsfeldzug 1813
  2. Herbstfeldzug 1813
  3. Winterfeldzug 1814
  4. Sommerfeldzug 1815

Völkerschlacht bei Leipzig von 1813

Nach zahlreichen Gefechten kam es vom 16. bis zum 19. Oktober 1813 zur ersten großen Entscheidung. In der Völkerschlacht bei Leipzig trafen Frankreich und seine Verbündeten auf die gesammelten Kräfte von Russland, Preußen, Österreich, Schweden und dem Vereinigten Königreich.

Denkmal der Völkerschlacht bei Leipzig
Napoleon Bonaparte verlor die „endzeitliche“ Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 (pixabay)

An drei Tagen kämpften insgesamt etwa 600.000 Soldaten gegeneinander. Davon wurden etwa 92.000 Mann getötet oder verwundet.

Napoleon Bonaparte verlor diese Auseinandersetzung und hatte obendrein wohl nicht mit einer Niederlage gerechnet. Der Rückzug der französischen Truppen verlief unkoordiniert. Deshalb machte die siegreiche Koalition auch noch zahlreiche Gefangene.

Zum Gedenken an diese historische „Völkerschlacht“ wurde zum 100. Jahrestag bei Leipzig ein 91 Meter hohes Denkmal fertiggestellt. Im Bereich dieses Monumentalbaus hatte es auch die schwersten Kämpfe und meisten Verluste gegeben.

Verbannung auf die Insel Elba

Nach der Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig zog sich Napoleon Bonaparte hinter den Rhein zurück. Doch parallel zu diesen Ereignissen rückten britische Truppen unter dem Befehl von Arthur Wellesley von Spanien aus gegen Frankreich vor.

Nun hatte Napoleon Bonaparte auch in Frankreich gegen nachlassende Unterstützung zu kämpfen. Die Rekrutierung einer neuen Armee verlief deshalb nur sehr schleppend.

Am 31. März 1814 eroberten alliierte Truppen in der Schlacht von Paris die französische Hauptstadt. Zwei Tage später setzte der Senat den Kaiser der Franzosen ab.

Napoleon Bonaparte verweigerte sich zunächst einer vollständigen Abdankung. In der Nacht vom 12. auf den 13. April soll er dann einen Suizidversuch unternommen haben. Anschließend akzeptierte er die Niederlage.

Der Kaiser der Franzosen wurde auf die Insel Elba im Mittelmeer vor der toskanischen Küste verbannt. Nur seinen Titel durfte er behalten. Doch in Frankreich übernahm König Ludwig XVIII. aus der Bourbonen-Dynastie die Herrschaft.

Herrschaft der einhundert Tage

Napoleon Bonaparte kam am 4. Mai 1814 auf der Insel Elba an. Aber mit Hilfe eines Netzes von Agenten informierte er sich über die internationalen Ereignisse.

Von besonderem Interesse waren die Unstimmigkeiten auf dem Wiener Kongress sowie die Unzufriedenheit über die Herrschaft des neuen Königs. Eine wichtige Rolle spielten nun die Ulanen und Grenadiere, die man ihm zu seinem persönlichen Schutz mitgegeben hatte.

Ende Februar 1815 verließ Napoleon Bonaparte mit etwa 1.000 Mann die Insel Elba. Am 1. März ging er bei Antibes an Land und marschierte in Richtung Paris.

Auf der Route Napoléon erhielt er anfangs nur wenig Unterstützung. Bei Grenoble konnte er jedoch das 5. Infanterieregiment für sich gewinnen. Der weitere Marsch entwickelte sich so zum Triumphzug.

Bereits in Lyon handelte er wieder als Kaiser der Franzosen und erließ Dekrete. Daraufhin verweigerte sein alter Freund Marshall Michel Ney den Befehl und lief ebenfalls zu Napoleon Bonaparte über. Er sollte nach der Herrschaft der einhundert Tage dafür zum Tode verurteilt werden. Den Schießbefehl für seine Exekution gab der Haudegen selbst:

„Soldaten, wenn ich den Feuerbefehl gebe, schießt auf mein Herz. Wartet auf den Befehl. Es wird der Letzte sein, den ich euch gebe. Ich protestiere gegen meine Verurteilung. Ich habe in hundert Schlachten für Frankreich gekämpft, aber nicht eine gegen es. […] Soldaten schießt!“

Mitte März wurde Napoleon Bonaparte international geächtet. Zum Ende des Monats war auch schon die alte Koalition gegen ihn erneuert. Dem Bündnis von Österreich, Preußen, Russland und dem Vereinigten Königreich schlossen sich nun auch die Niederlande an.

Am 18. März 1815 kam es dann zur Schlacht bei Waterloo gegen Briten, Niederländer und Preußen. Diese führte zur entscheidenden Niederlage von Napoleon Bonaparte.

Verbannung auf die Insel St. Helena

Napoleon Bonaparte konnte sich nach der Niederlage bei Waterloo zunächst nach Paris zurückziehen. Doch auch die politische Lage hatte sich gegen ihn gewandt.

Der Kaiser der Franzosen wurde erneut gestürzt und musste sich in die Hände der Briten begeben. Diesen verbannten ihn nach St. Helena. Das ist eine kleine Insel weit draußen im südlichen Atlantik.

Napoleon Bonaparte verfügte auf St. Helena nur noch über einen minimalen Hofstaat. Er verfasste dort noch seine Memoiren. Doch seine Gesundheit verschlechterte sich zusehends.

Am 5. Mai 1821 verstarb Napoleon Bonaparte auf St. Helena. Seine Leiche wurde noch am selben Tag obduziert. Die medizinische Fachwelt geht von einer starken Magenblutung aufgrund eines fortgeschrittenen Magenkrebses mit Lymphknotenbefall aus.

Knapp 20 Jahre später wurden seine sterblichen Überreste exhumiert und nach Frankreich überführt. Seit dem 15. Dezember 1840 ruhen die Gebeine von Napoleon Bonaparte im Pariser Invalidendom.