Erwin Rommel

Erwin Rommel – deutscher General

Johannes Erwin Eugen Rommel wurde am 15. November 1891 in Heidenheim geboren. Er avancierte zum Vorzeige-General der deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg und zierte 1942 mit seinem Gesicht sogar das Time-Magazine.

Den 1. Weltkrieg erlebte Erwin Rommel als Offizier bei der Infanterie. Er war bei den Gebirgsjägern und erhielt dort das Eiserne Kreuz der ersten und zweiten Klasse. Zwei Jahre später erhielt der damalige Oberleutnant sogar den Pour le Mérite.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges sowie der Verkleinerung der Reichswehr auf 100.000 Mann konnte Erwin Rommel aufgrund seiner hohen Verdienste in der Armee verbleiben. Als Kompaniechef eines Infanterie-Regiments war er auch an der Aufstandsbekämpfung in den unmittelbaren Nachkriegsjahren beteiligt.

Doch seine große Stunde schlug erst im 2. Weltkrieg. Rommel führte 1940 die 7. Panzerdivision der Wehrmacht und durchbrach während des Westfeldzuges die verlängerte Maginotlinie. Es gelang ihm, größte Verwirrung unter seinen Gegnern zu stiften. Seine Einheit erwarb sich den Spitznamen Gespensterdivision.

Seine Erfolge brachten ihm die besondere Aufmerksamkeit der Nazi-Propaganda ein. Später wurde ihm deshalb der Befehl über den Afrikafeldzug übertragen. Außerdem sollte es im fortgeschrittenen Verlauf des Krieges die Aufgabe von Erwin Rommel werden, den Atlantikwall gegen eine Landung der Alliierten auszubauen.

Darüber hinaus beschäftigte sich Erwin Rommel intensiv mit Ausbildung und Theorie. Er schrieb 1937 über seine Erfahrungen im Ersten Weltkrieg die Abhandlung „Infanterie greift an“. Nach dem Afrikafeldzug wollte er „Panzer greift an“ verfassen.

Der General stand jedoch im Verdacht, gegen das NS-Regime konspiriert zu haben. Deswegen wurde er von der Gestapo am 14. Oktober 1944 zum Selbstmord gezwungen.

Im Dienste des Kaisers und der Republik

Erwin Rommel wollte eigentlich Ingenieur werden, sein Vater wollte aus ihm jedoch entweder einen Lehrer oder einen Offizier machen. Deswegen bewarb sich der junge Rommel bei der kaiserlichen Armee.

Zunächst war er bei der Artillerie und den Pionieren abgelehnt worden. Er kam zur Infanterie und schließlich zu den Gebirgsjägern. In der kaiserlichen Armee und dem 1. Weltkrieg zeichnete sich Erwin Rommel durch seine besondere Tapferkeit und seine Führungsqualitäten aus.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges kehrte er als Hauptmann zu seinem alten Regiment zurück. Wenige Jahre später folgte eine Versetzung in den Stab des Bataillons und ab 1929 war Erwin Rommel auch als Lehrer an der Infanterieschule tätig, der heutigen Offiziersschule des Heeres.

Nach der Machtergreifung der Nazis (ab 1933)

Erwin Rommel war 1932 zum Major befördert worden und begrüßte zunächst die Wahl von Adolf Hitler zum Reichskanzler. Wie die meisten Offiziere der Reichswehr forderten sie eine Revision des Versailler Vertrages. So ergab sich eine Schnittmenge zwischen den Interessen der Soldaten und dem Programm der Nationalsozialisten.

Außerdem wurde die Armee in diesem totalitären Staat mit mehr Geld versorgt und außerdem stieg das gesellschaftliche Ansehen der Soldaten. Entsprechend positiv war die allgemeine Reaktion der Militärangehörigen auf die politischen Ereignisse ab dem Frühjahr des Jahres 1933.

Für Erwin Rommel begannen seine akademischen Jahre. Er verfasste ab 1934 den Großteil seiner Schriften. Darunter ein Handbuch zur Ausbildung von Offizieren, dass bis zum Ende des 2. Weltkrieges in fünf Auflagen gedruckt wurde.

Ab 1935 war Erwin Rommel, inzwischen Oberstleutnant, dann Lehrgangsleiter an der Kriegsschule in Potsdam, wo er auch sein Hauptwerk, Infanterie greift an, verfasste. Die Schule verließ er erst drei Jahre später.

Nachdem der 2. Weltkrieg mit dem Überfall der Nazis auf Polen ausgebrochen war, diente Erwin Rommel als Kommandant des Führerhauptquartiers. Rückwirkend zum 1. September 1939 war er hiefür von Hitler zum Generalmajor befördert worden.

Das Kommando über die 7. Panzerdivision

Erwin Rommel wollte jedoch unbedingt ein eigenes Kommando. Hitler entsprach schließlich seinem Wunsch und übertrug ihm den Befehl über die 7. Panzerdivision in Bad Godesberg. Er hatte zwar noch keine Erfahrung in Führung von Panzerverbänden.

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Bastogne als strategische Stadt während des Westfeldzuges (ODbL)

Aber mit dem Fall Gelb, dem Angriff auf Frankreich, schlug seine große Stunde. Hitler plante ursprünglich eine Wiederholung der verlustreichen Kämpfe wie im 1. Weltkrieg. Doch die deutsche Generalität hatte einen weiteren Plan in der Reserve.

Hitler entschied sich deshalb für den Sichelschnitt von Erich von Manstein. Dieser sah einen Panzerangriff durch die dicht bewaldeten Ardennen vor. Deshalb hatte Erwin Rommel natürlich auch noch die besten Chancen, sich persönlich zu beweisen.

Erwin Rommel selbst führte seine Panzerverbände noch dazu sehr unkonventionell. Nachdem der Durchbruch gelungen war, stiftete er mit schnellen Angriffen größte Verwirrung bei den französischen Verteidigern.

Während des Frankreichfeldzuges gelang es Rommel die strategisch wichtige Stadt Bastogne einzunehmen. Die Kleinstadt ist ein Verkehrsknoten mit sieben Ausfallstraßen. Rommels Gespensterdivision nutzte ihre hohe Manövrierfähigkeit vergleichbar wie Springer Springer beim Schachspiel im Zentrum des Spielbrettes.

Dabei orientierte er sich stark an seinem Prinzip der Führung von vorne. Das ist ein taktisches Konzept, dass insbesondere für den Kampf mit verbundenen Waffen vorgesehen ist. Entscheidend ist, dass der Befehlshaber bei den Angriffspitzen vorne mit dabei ist und sehr situativ vorgeht.

Einerseits soll so ein informativer Vorteil entstehen, andererseits konnte Erwin Rommel so auch parallel zur Hierarchie schnell Befehle an Untergebenen weitergeben. Die Herausforderung für die Franzosen war es, dass ein sehr großer Raum gegen den unberechenbaren Rommel verteidigt werden musste. Die französische Armee war dem jedoch überhaupt nicht gewachsen.

„Rommel ist persönlich ein Mordskerl, aber vom Strategen keine Spur. Er ist noch nicht einmal ein Taktiker. Er kann überhaupt nicht führen.“

General Erwin Meney, abgehört in britischer Kriegsgefangenschaft 1944

Dieses Verhalten brachte ihm jedoch massive Kritik von anderen Offizieren ein. Sein Stil führte regelmäßig zu massivem Widerspruch. Auch das Oberkommando der Wehrmacht war nicht gut auf Erwin Rommel zu sprechen.

Der Afrikafeldzug des Wüstenfuchses

Gegen den Widerspruch des Oberbefehlshabers des Heeres wurde Erwin Rommel von Hitler im September 1940 das deutsche Kommando in Afrika übertragen. Zunächst war es sein Auftrag, italienische Truppen bei der Verteidigung gegen Briten zu unterstützen. Hierfür wurden auch eine leichte und eine schwere Division entsandt.

Formal war Erwin Rommel dem italienischen General mit dem Namen Italo Gariboldi vor Ort unterstellt. Jedoch gelang es ihm mit einem formalen Trick aus dem Bereich der Einsatzregeln den Italiener weitgehend auszuhebeln. Schon bald unternahm er deshalb auch eigene Vorstöße.

Entgegen der Annahme seiner britischen Gegner wartete Erwin Rommel nicht einmal, bis alle seine Truppen eingetroffen waren. Schon mit den ersten Abteilungen der leichten Division führte er von Tripolis aus Angriffe durch.

Daraufhin erhielt er mehrfach direkte Anweisungen vom Oberkommando der Wehrmacht, auf die schwere Division zu warten, die zu ihm stoßen sollte. Die Briten hatten in der Zwischenzeit auch noch die Enigma und den deutschen Funkverkehr geknackt.

Deshalb waren sie mehr als überrascht, als Erwin Rommel die Befehle missachtete und mit seiner leichten Division bis nach Tobruk in Libyen vordrang. Doch der Afrikafeldzug wogte für lange Zeit hin und her.

Insgesamt waren die Operationen zunehmend von Nachschubproblemen geprägt. Auch das unorthodoxe Verhalten von Erwin Rommel verursachte zahllose Probleme. Dennoch folgte eine Beförderung nach der anderen.

Schließlich wurde Erwin Rommel für die Eroberung der Festung Tobruk am 21. Juni 1942 von Hitler zum jüngsten Generalfeldmarschall der Wehrmacht erhoben. Doch der Afrikafeldzug scheiterte letztendlich an Versorgungsproblemen und den weltweiten Gewinnen der Alliierten.

Die Schlacht von El Alamein im Juli 1942 markierte den endgültigen Wendepunkt. Im Herbst diesen Jahres gelang es dem britischen General Montgomery die Truppen der Achsenmächte zurückzudrängen.

Erwin Rommel selbst wurde schließlich krankheitsbedingt in Afrika abgelöst. Nachdem sich die Alliierten dort und dann auch auf Sizilien festgesetzt hatten, war der General an der Verteidigung Italiens beteiligt.

Die Arbeiten am Atlantikwall

Doch im November 1943 wurde die Heeresgruppe B unter dem Kommando von Erwin Rommel aus dem Norden von Italien zum Atlantik in Frankreich verlegt. Dort sollte der Generalfeldmarshall die Verteidigungsanlagen gegen einen möglichen Angriff der Alliierten ausbauen.

Erwin Rommel fand eine stark unterbesetzten Linie vor, die über praktisch keinerlei Anlagen wie Bunker oder MG-Nester verfügte. Doch der Offizier entwickelte großen Einfallsreichtum. Außerdem sollte schon ganz grundsätzlich kein 5000 km langer undurchdringlicher Wall gebaut werden.

Stattdessen war vorgesehen, dass zahlreiche kleinere Anlagen einen schützenden Gürtel an der Atlantikküste entlang bilden sollten. Vergleichbar mit dem römischen Limes sicherten dann schwere Divisionen das Hinterland. Ab Anfang 1944 hatte Erwin Rommel schließlich den Oberbefehl über die Truppen nördlich der Loire.

In der Diskussion, wo die Schwerpunkte der Verteidigung zu setzen sind, gab es Konflikte mit Gerd von Rundstedt, dem Befehlshaber im südlichen Abschnitt. Dennoch es gelang Erwin Rommel mit viel Energie, den Atlantikwall zu stärken.

Zahlreiche Sperrwerke gegen Landungsboote konnten an der Küste errichtet werden. Außerdem wurden die sogenannten Rommelspargel entwickelt. Dies waren eingegrabene Baumstämme, die feindliche Lastensegler an der Landung auf Feldern im Hinterland hindern sollten.

Doch bereits in dieser Phase macht sich die zunehmende Luftherrschaft der Alliierten bemerkbar. Es gab schon eine Reihe von Bombenangriffen gegen die Baustellen am Atlantikwall.

Am 06. Juni 1944, dem D-Day, dem Tag der Landung der Alliierten in der Normandie, befand sich Erwin Rommel auf Heimaturlaub in Süddeutschland. Er begab sich sofort zur Front. Doch er sah keine strategische Perspektive mehr für einen deutschen Widerstand.

Nur zwei Wochen später wurde Erwin Rommel dann bei einem Angriff von Tieffliegern schwer verwundet. Er kam zunächst in ein Lazarett und wurde im Anschluss zur Genesung in die Heimat geschickt. Dort wurde er noch im Oktober von der Gestapo zum Selbstmord gezwungen.