Friedrich II. (HRR) – der Staufer

Friedrich II. der Staufer – stupor Mundi

Friedrich II. war ein deutscher König und Kaiser aus dem Geschlecht der Staufer. Er wurde am 26. Dezember 1194 bei Ancona in Italien geboren und war ein Enkel des legendären Kaisers Friedrich I. Barbarossa.

Friedrich II. der Staufer errichtete Castel del Monte in Apulien.
Friedrich II. der Staufer errichtete Castel del Monte in Apulien (pixabay)

Bereits im Alter von vier Jahren wurde Friedrich II. der Staufer zum König von Sizilien ernannt. Die Frühphase seines Lebens war jedoch keinesfalls unbelastet. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1197 und der Ermordung seines Onkels Philipp von Schwaben im Jahr 1208 kam es zunächst zum Aufwind für die Opposition gegen den Staufer.

Erst nach etwa vier Jahren konnte sich Friedrich II. der Staufer als römisch-deutscher König durchsetzen. Dann dauerte es noch weitere acht Jahre bis der Staufer 1220 in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (HRR) gekrönt wurde.

Die Herrschaft von Friedrich II. dem Staufer war dennoch von schweren Konflikten mit dem Papsttum geprägt. Im Jahr 1227 wurde er von Papst Gregor IX. exkommuniziert, weil er den versprochenen Dritten Kreuzzug noch nicht begonnen hatte.

Noch unter dem Kirchenbann zog Friedrich II. der Staufer dennoch zur Befreiung von Jerusalem aus. Aber er wählte nicht den militärischen Weg. Er verhandelte zum großen Missfallen des Papstes ein diplomatisches Abkommen mit Sultan al-Kamil.

Friedrich II. der Staufer glänzte außerhalb der Politik mit seinem wissenschaftlichen Interessen und den Kenntnissen der Falkenjagd. Eine persönlich verfasste Anleitung dient bis heute als Leitfaden für diese elitäre Beschäftigung.

Dank seiner zahlreichen Talente entwickelte sich Friedrich II. der Staufer zu einem von Freunden bewunderten Freigeist und Vordenker seiner Zeit. Dafür erhielt er den Beinamen stupor mundiStaunen der Welt.

Friedrich der Staufer starb am 13. Dezember 1250 in Castel Fiorentino bei Lucera in Süd-Italien. In seinen letzten Stunden soll er in das Gewand eines Zisterziensers gekleidet worden sein. Als Todesursache wird eine Blutvergiftung oder Typhus vermutet.

Herkunft und Jugend von Friedrich II.

Staufer und Enkel von Kaiser Barbarossa (HRR)

Der kegelförmige Berg Hohenstaufen war Ort des Stammsitzes der Staufer.
Berg Hohenstaufen in der Schwäbischen Alb (pixabay)

Friedrich II. stammte aus dem Geschlecht der Staufer. Dabei handelte es sich um eine Linie, die über eine Verbindung mütterlicherseits mit dem vorherigen Königshaus der Salier verwandt war.

Die Familie war als Herzöge von Schwaben sowie als enge Verbündete früherer Könige zu großem Einfluss gekommen. Ihren Namen verdankten sie der nicht mehr erhaltenen Stammburg auf dem Berg Hohenstaufen. Nach dem Ende der alten salischen Königslinie wurden die Staufer das neue Königshaus der Deutschen.

Als zweiter Staufer auf Thron regierte Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Dieser war auch der Großvater von Friedrich II. dem Staufer. Nach langer Regentschaft ertrank er am 10. Juni 1190 während des Dritten Kreuzzugs im Fluss Saleph im Süd-Osten der heutigen Türkei.

Herrschaft des Vaters Heinrich VI. (HRR)

Zunächst konnte sich der älteste Sohn von Barbarossa als Heinrich VI. behaupten. Dieser regierte dann von 1191 bis 1197 als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (HRR). Im Alter von knapp 40 Jahren brachte seine Ehefrau Konstanze am 26. Dezember 1194 mit Friedrich II. dem Staufer einen Sohn zur Welt.

Eine Schwangerschaft in diesem Alter war im Mittelalter noch sehr ungewöhnlich. Deswegen unterstellten die Feinde der Staufer später, dass Friedrich nur ein untergeschobenes Kind ohne königliche Abstammung sei. Dies konnte aber natürlich nie bewiesen werden.

Die Mutter Konstanze spielte aber auch eine machtpolitische Rolle. Sie war nämlich die Tochter des normannischen Königs Roger II. von Sizilien. Damit entstand ein Anspruch der Staufer auf die Insel im Mittelmeer.

Herrschaft des Onkels Philipp von Schwaben (HRR)

Der junge Friedrich II. der Staufer verlor jedoch 1197 erst seinen Vater und im darauffolgenden Jahr auch seine Mutter. Die Herrschaft im Reich übernahm daraufhin Philipp von Schwaben.

Dabei handelte es sich um den zweiten Sohn von Barbarossa, der damit zugleich auch ein Onkel des kleinen Kindes war. Der Junge war nun jedoch ein Vollwaise mit einem bedeutenden Erbe. In der Folge wurde Friedrich II. der Staufer bereits 1198 zum König von Sizilien ernannt.

Der junge Friedrich soll einer Legende nach seine Kindheit auf den Straßen von Palermo verbracht haben. Tatsächlich erhielt er jedoch eine standesgemäße Ausbildung die beispielsweise Lesen, Reiten und Jagen umfasste. Darüber hinaus zeigte Friedrich II. der Staufer in seinem Leben ein hohes Talent für Sprachen.

Aufgrund seiner Unmündigkeit übernahm Papst Innozenz III. die Vormundschaft für das Kind. Dennoch drückten zunächst normannische Barone unter der Führung des Kanzlers Walter von Pagliara ihre Interessen auf Sizilien durch.

Während der Kindheit von Friedrich II. dem Staufer litt die Monarchie in Sizilien deshalb unter einem Verfall der Zentralgewalt. Die Fürsten der Region wurden selbstständiger, was später noch zu schweren Konflikten führen sollte.

Die Herrschaft seines Onkels Philipp von Schwaben war jedoch von schweren Machtkämpfen im Reich geprägt. Die Opposition versuchte mit Otto IV. einen Sohn des Welfen-Herzogs Heinrich dem Löwen auf dem deutschen Thron zu etablieren.

Die Auseinandersetzung fand im Mai 1208 ein blutiges Ende. Philipp von Schwaben wurde im Rahmen einer Hochzeit durch den deutschen Adligen Otto VIII. von Wittelsbach ermordet.

Beginn des deutschen Thronstreit mit Otto IV.

Unter der Führung von Otto IV. aus dem Geschlecht der Welfen hatte sich bereits 1198 eine starke Opposition gebildet. Bis zum seinem Tod am 19. Mai 1218 war er formal ein Gegenkönig. Der reale Machtkampf endete jedoch bereits vier Jahre früher.

Otto IV. konnte nur eine kurze Zeit lang nach der Ermordung des Philipp von Schwaben unangefochten regieren. Im Jahr 1208 wurde der Welfe zwar von Friedrichs Vormund Papst Innozenz III. zum Kaiser des Reiches gekrönt.

Dennoch stellte der heranwachsende Friedrich in seiner Funktion als König von Sizilien eine Bedrohung dar. Im Jahr 1208 wurde für ihn die Ehe mit Konstanze von Aragón arrangiert. Diese brachte neben politischem Einfluss beispielsweise auch 500 Panzerreiter in die Verbindung ein.

Aber bevor Otto IV. gegen Friedrich II. den Staufer militärisch vorgehen konnte, wurde er am 18. November 1210 exkommuniziert. Der Auslöser für diesen Kirchenbann über den Welfen war ein gebrochenes Versprechen gegenüber dem Papst. Es ging um Ländereien in Italien.

Der Kirchenbann zeigte Wirkung. Außerdem waren die Fürsten des deutschen Reiches nicht an militärischen Eskapaden im Süden von Italien oder auf Sizilien interessiert. Bereits ab dem Sommer 1211 begann der Rückhalt für Otto IV. deshalb spürbar zu bröckeln.

Friedrich II. der Staufer als deutscher König

Königswahl und Konsolidierung der Herrschaft

Mit einer kleinen Gesandtschaft und mit Unterstützung des Papstes zog Friedrich II. der Staufer deshalb über die Alpen. Am 26. September 1212 stellte er als rechtmäßiger Thronfolger seine ersten Urkunden in Deutschland aus. Dafür verwendete er jedoch noch das sizilianische Königssiegel.

Die Gebeine von Heinrich VI. wurden in den Dom zu Speyer überführt.
Der Dom zu Speyer war die Grablege der deutschen Könige. (pixabay)

Am 5. Dezember 1212 wurde Friedrich II. der Staufer in Frankfurt von den Großen des Reiches zum König der damals etwa acht Millionen Deutschen gewählt. Vier Tage später am 9. Dezember wurde er im Dom von Mainz gekrönt.

Das Jahr 1213 war von einer Konsolidierung der Herrschaft geprägt. In der Bulle von Eger bestätigte Friedrich II. der Staufer beispielsweise einige Zusagen gegenüber dem Papst.

Gegen Ende des Jahres ließ er die sterblichen Überreste seines Onkels Philipp von Schwaben in die königliche Grablege im Dom von Speyer überführen. Dabei handelte es sich um eine aussagekräftige Symbolpolitik.

In machtpolitischen Fragen war die Herrschaft von Friedrich II. dem Staufer gegen Ende des Jahres 1213 jedoch noch nicht gefestigt. Aber dann kam ihm eine spezielle Wendung des Schicksals zu Gute.

Sein Gegner Otto IV. war mit seinem Heer ausgezogen, um seinen britischen Bündnispartner Johann Ohneland zu unterstützen. Doch am 27. Juli 1214 erlitt er in der Schlacht bei Bouvines in Frankreich eine schwere Niederlage.

Die letzten Lebensjahre verbrachte Otto IV. dann ohne größeren Einfluss in Braunschweig, dem Sitz dem Welfen. Für Friedrich II. den Staufer stellte er kein reales Problem mehr dar.

Hoftage und dynastische Nachfolgeregelung

Am 25. Juli 1215 begab sich Friedrich II. der Staufer erstmals nach Aachen. Dabei handelte es sich um den traditionellen Krönungsort der deutschen Könige.

Dort ließ er sich aus symbolischen Gründen erneut zum römisch-deutschen König krönen. An diesem Tag verpflichtete er sich auch, zu einem Kreuzzug auszuziehen, um Jerusalem zu befreien.

Zwei Tage später überführte Friedrich II. der Staufer die Gebeine von Karl dem Großen in den Karlsschrein im Aachener Dom. Dabei handelt es sich um einen prachtvollen Sarkophag, dessen Fertigung durch Goldschmiede über 30 Jahre lang gedauert hatte.

Im November 1215 wurde er auf dem Vierten Laterankonzil auch von der römischen Kirche als König anerkannt. Darüber hinaus wurde die Exkommunikation von Otto IV. bestätigt. Dies trug ebenfalls zur Beendigung der inneren Machtkämpfe bei.

In den folgenden Jahren zog Friedrich II. der Staufer als Reisekönig vor allem durch den Süden von Deutschland. Dabei hielt er sich auch häufig in bischöflichen Städten wie Augsburg oder Würzburg auf.

Friedrich II. der Staufer war früh verheiratet worden, so dass er auch schon einen Sohn gezeugt hatte. Für diesen Nachwuchs bemühte sich der König bereits früh um eine Regelung zur dynastischen Nachfolge.

Dieser Sohn Heinrich war bereits im Alter von einem Jahr zum König von Sizilien ernannt worden. Mit neun Jahren setzte Friedrich II. der Staufer am 26. April 1220 die Wahl des Kindes zum deutschen König durch.

Eine solche Entwicklung ist meist ein Zeichen von besonderer innenpolitischer Stärke zum jeweiligen Zeitpunkt. Tatsächlich sollte später mit Konrad IV. jedoch ein Sohn aus zweiter Ehe zum Erben von Friedrich II. dem Staufer werden.

Herrschaft als römisch-deutscher Kaiser (HRR)

Kaiserkrönung durch Papst Honorius III.

Bereits im Jahr 1216 war Papst Innozenz III. gestorben. Mit Honorius III. hatte sich die römische Kirche zeitnah auf einen Nachfolger einigen können.

Gegen eine Erklärung zum Verzicht auf das Königreich Sizilien stimmte Honorius III. einer Ernennung zum Kaiser zu. Am 22. November 1220 wurden Friedrich II. der Staufer und seine Gemahlin in der Peterskirche gekrönt.

Im Rahmen der Kaiserkrönung erneuerte Friedrich II. der Staufer sein Versprechen, einen Kreuzzug nach Jerusalem zu führen.

Regierungsjahre in Italien und Sizilien

Friedrich II. der Staufer begab sich nach der Krönung zum Kaiser dann doch nach Sizilien. Das dem Papst gegebene Versprechen würde er nicht erfüllen.

Doch Friedrich II. der Staufer präsentierte sich auf Sizilien als ein sehr weitsichtiger Herrscher. Noch im Dezember 1220 erließ er mit den Assisen von Capua eine Sammlung von 20 Gesetzen.

Vor allem zielte er auf die Zerstörung der Burgen der örtlichen Barone. Darüber hinaus erließ er ein absolutes Verbot zur Fehde. Dafür zwang er die Sizilianer unter seine Gerichtsbarkeit.

Mit den Assisen von Messina erließ ein weiteres Paket von Gesetzen, dass auf die Lebensführung zielte. Gotteslästerung und Würfelspiel wurden verboten. Juden und Prostituierte erhielten besondere Kleidungsvorschriften.

Im Jahr 1224 folgte dann sein Ketzeredikt. Dabei handelte er wohl auf Bitten der Bischöfe von Oberitalien. Diese Gesetze galten dem Kampf gegen die Häresie.

Diese Gesetze gegen abweichende Glaubenslehren hatten einen sehr abschreckenden Charakter. Das Entfernen der Zunge oder gar der Tod auf dem Scheiterhaufen waren die Strafen.

Parallel zu dieser Entwicklung konnte Papst Honorius III. den französischen König von der Notwendigkeit des Albigenserkreuzzugs überzeugen. Dabei handelte es sich um eine militärische Kampagne zur Vernichtung der Katharer in Süd-Frankreich.

Wandel des Umgangs mit Muslimen

Noch in den frühen 1220er Jahren war Friedrich II. der Staufer auch mit Waffengewalt gegen Muslime auf Sizilien vorgegangen. Diese hatten sich schwerpunktmäßig im mittleren Westen der Insel in Höhlenburgen verschanzt.

Die Kämpfe waren so kostenintensiv, dass der Kaiser sogar eine Sarazenensteuer erhob. Ab dem Jahr 1224 kam es auch zu groß angelegten Deportationen von Sizilien nach Apulien. Bei dieser Region handelt es sich um Absatz des italienischen Stiefels.

Dort durften die Muslime ihre Religion jedoch frei ausüben. Außerdem konnten sie in Apulien gemäß ihrer eigenen Gesetze leben und sich selbst verwalten. Dies führte zu einem Wandel im Verhältnis.

Die deportierten Muslime arrangierten sich mit der Situation. Sie wurden im Laufe der Jahre sogar sehr treue Anhänger des Kaisers und stellten sowohl Soldaten wie auch Personal für die Hofhaltung.

Zweite Ehe mit Isabelle von Brienne

Im Jahr 1222 war Konstanze von Aragón verstorben. Aus politischen Gründen heiratete Friedrich II. der Staufer dann mit Isabelle von Brienne die Erbin des verlorenen Königreichs Jerusalem.

Dabei handelte es sich um einen Kreuzfahrerstaat, der 1099 gegründet worden war. Nach der Schlacht von Hattin am 4. Juli 1187 war das Reich jedoch in die Hände der Muslime gefallen.

Mit der Eheschließung im Jahr 1225 erhielt Friedrich II. der Staufer dann auch die Krone als König von Jerusalem. Damit stieg der Druck, den versprochenen Kreuzzug zu führen. Isabelle von Brienne sollte jedoch bereits drei Jahre später sterben.

Erste Exkommunikation durch Papst Gregor IX.

Im Jahr 1227 erhöhte der erst seit März amtierende Papst Gregor IX. den Druck auf den römisch-deutschen Kaiser hinsichtlich des versprochenen Kreuzzuges. Er setzte eine Frist bis August und drohte mit der Exkommunikation.

Friedrich II. dem Staufer gelang noch der fristgemäße Aufbruch. Doch in seinem Heer hatte sich bereits eine Seuche ausgebreitet. Der Kaiser erkrankte selbst. Nach nur zwei Tagen wurde die Expedition deshalb abgebrochen.

Dennoch gab es viele Tote. Aber Gregor IX. akzeptierte diese Erklärung nicht als legitime Entschuldigung. Er verhängte am 29. September 1227 den Kirchenbann über Friedrich II. den Staufer.

„Sechster Kreuzzug“ unter Friedrich II.

Der letzte, der fünfte Kreuzzug, war von 1217 bis 1221 geführt worden. Die Unternehmung des undisziplinierten und orientierungslosen Heeres erlitt während der Schwemme im Nil-Delta eine verheerende Niederlage. Bereits an dieser Niederlage hatte man Friedrich II. dem Staufer wegen seiner Abwesenheit eine indirekte Schuld gegeben.

Trotz des Kirchenbannes brach der Kaiser am 28. Juni 1228 mit 1.000 Reitern und 10.000 Fußsoldaten zum sechsten Kreuzzug auf. Die meisten Truppen kamen aus Hessen und Thüringen sowie den staufischen Stammlanden.

Nach einem Zwischenstopp auf Zypern erreichte er mit seinem Heer die Stadt Akon im Norden des heutigen Staates Israel. Es war damals die letzte Bastion der Christen im heiligen Land. Doch dort verweigerten die Ritter-Orden der Templer und der Johanniter ihre Unterstützung.

Sein Gegner Sultan al-Kamil war jedoch glücklicherweise selbst nicht an einem Kampf interessiert. Ihm drohte ein innerer Konflikt mit seinen Brüdern. Beide Seiten entschieden sich deshalb für Verhandlungen und nach fünf Monaten kam es zu einem Ergebnis:

  • Ein 10-jähriger Waffenstillstand zwischen Christen und Muslimen wurden geschlossen.
  • Die Christen erhielten Bethlehem, Jerusalem und Nazaret, den Heimatort von Jesus.
  • Die Al-Aqsa-Moschee, der Felsendom und umliegende Gebiete blieben in muslimischer Hand.

Am 18. März 1219 betrat Friedrich II. der Staufer in königlichen Gewändern die Grabeskirche. Am selben Tag noch benachrichtigte er die Könige von England und Frankreich sowie den Papst in Rom.

Gregor IX. hob den Kirchenbann jedoch noch nicht auf. Einige Kleriker warfen Friedrich II. dem Staufer sogar vor, er hätte als Exkommunizierter die Grabeskirche mit seinem Betreten entweiht.

Der 4. Hochmeister des Deutschordens Hermann von Salza vermittelte jedoch erfolgreich zwischen dem Papst und dem Kaiser. Im Jahr 1233 kam es nach langen Verzögerungen schließlich zur finalen Einigung. Friedrich II. der Staufer wurde von der Kirche rehabilitiert.

Konflikte mit Sohn König Heinrich VII.

Während seiner langen Aufenthalte südlich der Alpen vertrat der Sohn Heinrich als König in Deutschland die Interessen von Friedrich II. dem Staufer. Doch der Vater mischte sich aus der Ferne immer wieder ein.

Damit missachtete der Kaiser die königliche Ehre seines Sohnes. Heinrich VII. fühlte sich gekränkt und es kam zum Konflikt.

Doch dieses mal hatte Friedrich II. der Staufer die Unterstützung des Papstes. Gregor IX. exkommunizierte Heinrich VII. und entband damit alle Christen von ihren Treueiden. Der Sohn konnte sich daraufhin politisch nicht mehr halten.

Im Jahr 1235 kam es in Worms zu einem Treffen von Friedrich II. dem Staufer und seinem Sohn Heinrich. Dieser unterwarf sich gemäß des Rituals (deditio). Doch der Vater reagierte gnadenlos.

Bereits während der Zeremonie kam es zu einem Eklat. Heinrich VII. hatte sich vor dem Kaiser auf den Boden geworfen. Sein Papa ließ ihn dort liegen.

Erst nach langen Protesten der anwesenden Fürsten gestattete Friedrich II. der Staufer, dass sich sein Sohn wieder erheben darf. Doch dieser verlor entgegen der Konventionen dennoch alle Ämter und Würden.

Heinrich VII. wurde inhaftiert und nach Süd-Italien gebracht. Dort verstarb er nach sieben Jahren in einem Kerker.

Dritte Ehe, Reformpolitik und Nachfolgeregelung

Im Jahr 1235 heiratete der Kaiser Isabella von England aus dem Haus Plantagenet. Damit schloss Friedrich II. der Staufer ein internationales Bündnis mit dem englischen Königshaus. Dazu erhielt er eine sagenhafte Mitgift von sieben Tonnen Silber.

Aufgrund der Konflikte erließ der Kaiser im selben Jahr den Mainzer Reichslandfrieden. Dabei handelte es sich um die erste kaiserliche Urkunde, die nicht nur auf Latein, sondern auch auf Mittelhochdeutsch verfasst wurde.

Das Gesetzespaket bestand aus 29 Artikeln. Diese enthielten beispielsweise Bestimmungen zu:

  • Strafrecht und Gerichtswesen
  • Münz-, Zoll- und Verkehrswesen
  • Befestigungs- und Geleitrecht
  • Einschränkung des Fehderechts

Darüber hinaus erließ Friedrich II. der Staufer Bestimmungen zum Schutz von nicht-waffenfähigen Personen wie Bauern, Frauen, Juden, Geistlichen oder auch Kaufleuten.

Im Februar 1237 folgte dann die Inthronisierung seines zweiten Sohnes. Dieser wurde als Konrad IV. später auch der Nachfolger seines Vater als römisch-deutscher König.

Zweite Exkommunikation durch Papst Gregor IX.

Im Jahr 1238 brachen erneut Konflikte zwischen Friedrich II. dem Staufer und dem Papst aus. Streitpunkte waren zunächst Ländereien auf Sardinien, die die Kirche auf Basis der Konstantinischen Schenkung beanspruchte.

Papst Gregor IX. schloss ein Bündnis mit den nord-italienischen Städten. Dann exkommunizierte er Friedrich II. den Staufer am 20. Märt 1239 erneut. Dieser Kirchenbann blieb bis zum Tod des Kaisers bestehen.

Obwohl sich Friedrich II. der Staufer in Italien mit der Hilfe der verbündeten Stadt Pisa behaupten konnte, geriet seine Machtbasis ins Wanken. Die Erzbischöfe von Mainz und Köln nutzten die Gelegenheit, um ihre eigene Territorien in Deutschland zu erweitern.

Der neue Papst Innozenz IV. berief für das Jahr 1245 ein Konzil in Lyon ein. Dort erschienen 150 Bischöfe, die eine Bulle zur Absetzung von Kaiser Friedrich II. dem Staufer verfasste. Die päpstliche Propaganda fand dabei zahlreiche Beschreibungen des Kaisers:

  • Sohn und Schüler Satans
  • Herold des Teufels
  • Vorläufer des Antichristen

Am 22. Mai 1246 ließ sich dann Hermann Raspe aus dem Haus der thüringischen Ludowinger von einigen geistlichen und weltlichen Fürsten in Deutschland zum Gegenkönig wählen. Es kam zu einer erfolgreichen Schlacht gegen Konrad IV. und einer vergebliche Belagerung von Ulm.

Doch der Gegenkönig verstarb im folgenden Jahr. Anschließend versuchte noch der ehrgeizige Wilhelm von Holland diesen Platz zu füllen. Aber die meisten Fürsten hielten nun zu Friedrich II. dem Staufer.

Niedergang und Tod von Friedrich II. dem Staufer

In der zweiten Hälfte der 1240er Jahre erodierte die Machtbasis von Friedrich II. dem Staufer immer weiter. Zunächst scheiterte ein Mordanschlag. Der Kaiser ließ alle Beteiligten hinrichten.

1247 lief Parma zum Papst über und massakrierte die kaiserlichen Truppen vor Ort. Eine Belagerung der Stadt scheiterte krachend, wobei sogar Teile des kaiserlichen Privateigentums in feindliche Hände fiel. Anschließend traten auch Ravenna und weitere Städte im Norden von Italien auf die päpstliche Seite über.

Im Jahr 1249 wurde schließlich ein langjähriger Vertrauter des Kaisers wegen Bestechlichkeit und Hochverrat verhaftet. Er wurde eingekerkert und geblendet.

Im Dezember 1250 wurde Friedrich II. der Staufer plötzlich sehr krank und verstarb nach kurzer Zeit. Als Todesursache werden eine Blutvergiftung oder Typhus vermutet. In seinen letzten Stunden ließ er sich in ein einfaches Mönchsgewand kleiden und erhielt die Absolution.

Die päpstliche Propaganda stellte das Ende des Kaisers als einen Ketzertod dar. Er soll nach schwerem Durchfall mit Schaum vor dem Mund gestorben sein. Außerdem soll seine Leiche so gestunken haben, dass eine Überführung der sterblichen Überreste nach Palermo zunächst unmöglich war.