Feldherrn

Große Feldherrn der Geschichte (Liste)

Feldherrn sind die verantwortlichen Oberbefehlshaber an einem Kriegsschauplatz. Das bedeutet, dass sie auch mehrere Armeen zugleich befehligen können. Ein Feldherr ist nicht notwendigerweise auch der Regierungs- oder Staatschef, jedoch können diese Rollen zusammenfallen.

Portrait von Napoleon Bonparte in militärischer Uniform
Napoleon gehört zu den erfolgreichsten und größten Feldherrn der Geschichte. (pixabay)

In der Geschichte waren deshalb häufig die Monarchen in Personalunion auch die Feldherren ihres Landes. Insbesondere in Stammeskulturen war die Präsenz auf dem Schlachtfeld notwendig, um einen Anspruch auf den Thron vertreten zu können.

Doch auch in höher entwickelten Kulturen waren Könige zugleich die Oberbefehlshaber über die Streitkräfte. Mit Alexander dem Großen findet sich hierzu bereits in der vorchristlichen Antike ein herausragendes Beispiel.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass ein Feldherr für die militärische Strategie eines Feldzuges verantwortlich ist. Das heißt, ein Feldherr führt Krieg vor allem mit der Hilfe von Landkarten, um die Bewegungen der Truppen zu planen.

In der Antike lag jedoch häufig auch die Verantwortung für die Ausrüstung und das Training bei den Feldherrn. Dies war beispielsweise bei vielen Oberbefehlshabern des Römischen Reiches der Fall. So waren die Legionen von Cäsar für ihr außerordentliches Niveau besonders bekannt und auch gefürchtet.

Aufgrund der Reichweite ihres Handelns, ist die Rolle der Feldherrn auch mit politischen Dimensionen behaftet. Sie können beispielsweise in Verhandlung mit anderen Parteien treten oder sich die Zivilbevölkerung zu Dienste machen.

Deshalb kam es im Laufe der Geschichte auch häufig zur Ergreifung der politischen Macht in einem Staat durch einen Feldherrn. In der römischen Antike wurde dies als Usurpation bezeichnet. Heutzutage spricht man von einer Militärdiktatur.

Definition und Namensgebung

Die Bezeichnung als Feldherr hat einen alten Ursprung und bezieht sich auf das Schlachtfeld. Des Weiteren ist die Formulierung gebräuchlich, dass man „zu Felde zieht“. Hiervon leitete sich dann der Begriff des Feldzuges ab. Damit ist eine Serie von einzelnen Gefechten gemeint.

Karte der Tet-Offensive des Feldherrn Giap und der Vietcong
General Giap und die Tet-Offensive (ODbL)

Der Begriff des Feldherrn hat mit seinem Bezug zum Schlachtfeld deswegen auch eine taktische Komponente. Im modernen Kontext ist dies jedoch missverständlich. Oberbefehlshaber sind nämlich vielmehr für die strategische Planung eines Feldzuges verantwortlich.

Es gab zwar auch in der jüngeren Vergangenheit Generäle wie Erwin Rommel, die als Oberbefehlshaber auch taktische Entscheidungen trafen. Ein solches Ignorieren der Befehlskette führt jedoch meist zu Problemen bei der Kommunikation innerhalb der Armee.

In der Regel ist eine solche Omnipräsenz des Feldherrn deshalb auch kontraproduktiv. Am Beispiel von Rommel kann man in den historischen Quellen auch sehr gut nachlesen, wie unbeliebt sich Oberbefehlshaber mit einem solchen Verhalten bei ihren Stabsoffizieren machen.

Abgrenzung von Feldherrn zu Heerführern

Ein gängiges Synonym für Feldherr ist Heerführer. Diese begriffliche Vermischung ist jedoch problematisch, weil ein Heer nur ein Oberbegriff für alle Landstreitkräfte ist.

Insofern ist ein Heerführer streng genommen nur der Oberbefehlshaber einer Teilstreitkraft. Insbesondere in der tieferen Geschichte gibt es jedoch zahlreiche Konflikte, die ausschließlich mit Heeren geführt wurden.

Deshalb ist die Gleichsetzung eines Feldherrn mit einem Heerführer häufig dennoch zulässig. Ein modernes Heer gliedert sich dabei in folgenden Truppengattungen:

  • Kampftruppen führen das unmittelbare Gefecht mit feindlichen Streitkräften. In Deutschland gehören dazu beispielsweise die Panzer und die Panzergrenadiere. Außerdem werden Fallschirmjäger, Gebirgsjäger und auch die Spezialkräfte zu den Kampftruppen gezählt.
  • Kampfunterstützungstruppen dienen der unmittelbaren Unterstützung von Kampftruppen und ermöglichen diesen das Gefecht. Hierzu gehören beispielsweise die Artillerie, die Heeresflieger und auch die Pioniere.
  • Logistiktruppen sind für den Nachschub, den Transport und die Instandsetzung von Material zuständig. Darüber hinaus führen sie häufig auch die Bergung von ausgefallenen Fahrzeugen durch. Die regelmäßige Wartung beispielsweise von Panzern wird dagegen meist von der jeweilige Kampftruppe durchgeführt.
  • Führungstruppen sind einem jeweiligen Kommandeur unterstellt und sollen die Führung von Streitkräften ermöglichen. Hierzu gehören Soldaten, die für den Stabsdienst ausgebildet sind und beispielsweise einen Gefechtsstand besetzen können. In der Bundeswehr werden aber auch die Feldjäger und vor allem die Fernmelder sowie die Fernspäher zu den Führungstruppen gezählt.

Abgrenzung von Feldherrn zu Generälen

Ein General ist „nur“ ein sehr hoher Offizier. Das heißt, dass der Rahmen der militärischen Entscheidungen nicht selbst bestimmt, sondern tatsächlich sogar meist stark eingegrenzt ist. Die Gesamtheit der Generäle einer Armee werden als Generalität bezeichnet. Selbiges gilt für Admirale und die Admiralität.

Aufgrund ihrer prächtigen Uniformen mit gelben Streifen und Sternen werden sie scherzhaft als „Goldfasane“ bezeichnet. Die Hierarchie von Generälen wird dabei gerne anhand der Anzahl von Sternen bezeichnet:

  • 1-Stern: Brigadegeneral (OF-6)
  • 2-Sterne: Generalmajor (OF-7)
  • 3-Sterne: Generalleutnant (OF-8)
  • 4-Sterne: General (OF-9)

Der fünfte Stern für einen General steht für die Ernennung zum Feldmarschall. Dieser Dienstgrad wurde in modernen Armeen jedoch meist nur im historischen Ausnahmefall verliehen.

Während des Zweiten Weltkrieges kam es jedoch bei den Deutschen wie auch bei den alliierten Streitkräften zu einer Reihe von solchen Ernennungen. Sie bedeutete häufig die Erhebung eines Generals in den Rang eines Oberbefehlshabers im Sinne eines Feldherrn über einen ganzen Kriegsschauplatz.

Ein historisch besonders interessantes Beispiel ist Albrecht von Wallenstein. Dieser hatte im Zenit seiner Macht als Generalissimus während des 30-jährigen Krieges nicht nur den militärischen Oberbefehl inne. Er war auch für die Kriegswirtschaft verantwortlich und wurde als diplomatischer Ansprechpartner betrachtet.

Definition nach Carl von Clausewitz

Der preußische General und Kriegstheoretiker Carl von Clausewitz befasste sich in seinen Schriften näher mit dem Begriff des Feldherrn und entwickelte eine Definition.

„Eine sehr große Kluft liegt zwischen einem Feldherr, d.h. einem entweder an der Spitze eines ganzen Krieges oder eines Kriegstheaters stehender General, und der nächsten Befehlshaberstufe unter ihm, aus dem einfachen Grunde, weil dieser einer viel näheren Leitung und Aufsicht unterworfen ist, folglich der eigenen Geistestätigkeit einen viel kleineren Kreis lässt.“ (Vom Kriege)

GröFaZ – Größter Feldherr aller Zeiten

Als das Dritte Reich im Zweiten Weltkrieg den Westfeldzug gegen die Benelux-Staaten und Frankreich begann, rechnete die militärische und politische Führung mit langen und blutigen Kämpfen. Dass die deutsche Wehrmacht binnen sechs Wochen den Feldzug zu einem erfolgreichen Ende bringen würde, überraschte selbst die Verantwortlichen in der Heimat.

Hintergrund für diesen außerordentlichen militärischen Erfolg war der gewagte Angriffsplan des Erich von Manstein. In ihrer maßlosen Selbstüberschätzung schrieb sich die national-sozialistische Führung diesen Sieg jedoch auf die eigene Fahne.

In der Folge kam es von dem devoten General Wilhelm Keitel zu einem historischen Ausspruch gegenüber Adolf Hitler:

„Mein Führer, Sie sind der größte Feldherr aller Zeiten.“

Dieses Zitat verbreitete sich jedoch erst nach der Niederlage des Dritten Reiches in der Schlacht von Stalingrad Anfang des Jahres 1943. Doch zu diesem Zeitpunkt handelte es sich nur noch um einen zynischen Witz mit einem bitterem Nachgeschmack.

Auch die Abkürzung „GröFaZ“ stellt in sich bereits eine Verspottung des national-sozialistischen Regimes dar. Damit wurde ironisch auf die zahlreichen Abkürzungen im Sprachgebrauch des Dritten Reiches verwiesen.

Liste großer Feldherrn der Geschichte

Antike

  • Hannibal Barkas war der Feldherr von Karthago im Zweiten Punischen Krieg. Er fügte Rom vernichtende Niederlagen am Trasimenischen See und in der Schlacht von Cannae bei.
  • Quintus Fabius Maximus war ein römischer General und Politiker in der Zeit des Zweiten Punischen Krieges. Er hinderte als „Zauderer“ den angreifenden Hannibal an einer Eroberung der Hauptstadt Rom.
  • Scipio Africanus war ein römischer General während des Zweiten Punischen Krieges. In Spanien stellte er ein Entsatzheer auf und marschierte gegen Karthago.
  • Gnaeus Pompeius Magnus war ein römischer General und Politiker. Er vernichtete die Piraten im Mittelmeer.
  • Gaius Julius Caesar war ein römischer General und Politiker. Als Feldherr eroberte er Gallien und war später im darauffolgenden Bürgerkrieg siegreich.
  • Arminius war ein römischer Offizier, der einen Aufstand von Germanen anführte. In der Varusschlacht im Jahr 9 n. Christus vernichteten sie drei römische Legionen.
  • Kaiser Trajan gilt als der „beste Kaiser“. Er gewann zunächst den schwellenden Konflikt mit den kriegerischen Dakern im heutigen Rumänien. Mit weiteren Feldzügen im Zwei-Strom-Land führte er Rom zu seiner größten territorialen Ausdehnung.
  • Alarich der Westgote war ein Anführer während der Zeit der Völkerwanderung. Er drang bis nach Italien vor und plünderte Rom im Jahr 410 n. Christus.
  • Geiserich der Vandale war der Anführer seines Stammes während der Völkerwanderung. Er eroberte Nord-Afrika und plünderte Rom im Jahr 455 n. Christus.
  • Attila der Hunne war Anführer während der Völkerwanderungszeit und plünderte in wenigen Jahren weite Teile von Mittel-Europa.

Mittelalter

  • Karl Martell war Hausmeier im fränkischen Reich und schlug die Araber in der Schlacht von Tours und Poitiers im Jahr 732.
  • Karl der Große war König und Kaiser im Frankenreich. Mit zahlreichen Feldzügen gegen praktisch alle Anrainerstaaten vergrößerte er das Reich zur Großmacht.
  • Otto der Große war ein deutscher König und Kaiser. In der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 schlug er die Ungarn endgültig zurück.
  • William Wallace war ein Anführer im Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg. Unter seinem Befehl drängten die Rebellen trotz zahlenmäßiger und materieller Unterlegenheit die Engländer zurück.
  • Robert the Bruce war ein schottischer König und Anführer im Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg. Nach einem langen Partisanenkrieg fügte er den Engländern die entscheidende Niederlage in der Schlacht bei Bannockburn im Jahr 1314 bei.

Neuzeit

  • Albrecht von Wallenstein war ein Feldherr des katholischen Kaisers im 30-jährigen Krieg gegen die Protestanten. Als Kriegsunternehmer organisierte er den ersten industrialisierten Krieg in Europa.
  • Gustav II. Adolf war König von Schweden und ein bedeutender Heeresreformer. Als Feldherr führte er anschließend die Protestanten im 30-jährigen Krieg.
  • Friedrich der Große war König von Preußen und ergriff im 7-jährigen Krieg gegen eine internationale Koalition die Offensive. In der Schlacht bei Leuthen besiegte er 1757 eine besser positionierte und zahlenmäßig fast doppelt überlegene Armee mit Hilfe der „Schiefen Schlachtordnung“.
  • Napoleon Bonaparte erwies sich bereits in jungen Jahren als ein sehr talentierter Offizier. Während des Italienfeldzugs gewann er vier Schlachten in vier Tagen. Später gewann er gegen eine internationale Koalition in der Schlacht von Austerlitz dank einer taktischen brillanten Verteilung seiner Truppen.
  • George Washington war General im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Er baute ein Spionagenetz auf und formierte seine Milizen zu einer modernen Armee.
  • Erwin Rommel war General und Feldmarschall der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Er setzte insbesondere seine Panzer mit ungeahnter Aggressivität ein und drängte seine Feinde damit weit zurück.
  • Erich von Manstein war General und Feldmarschall der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Er entwickelte den Sichelschnitt-Plan zur Eroberung von Frankreich. An der Ost-Front wurde von Manstein zum wichtigen Abwehrstrategen gegen die Offensive der Roten Armee.
  • Mao Zedong war Guerillaführer und führte die Kommunisten zum Erfolg im chinesischen Bürgerkrieg. Bis heute gilt er als geistiger „Pate“ der Kleinkriegsführung.
  • Vo Nguyen Giap war General der nord-vietnamesischen Volksarmee. Zunächst fügte er der französischen Kolonialmacht in der Schlacht von Dien Bien Phu eine beschämende Niederlage zu und gewann damit den Indochinakrieg. Später im Vietnamkrieg brach er als Organisator der Tet-Offensive den amerikanischen Kampfgeist. In der Folge zogen sich die USA aus Vietnam zurück.