Heinrich I.

Heinrich I. – sächsischer König im 10. Jhd.

Heinrich I. wurde um 876 geboren und gehörte zum Geschlecht der Liudolfinger, den damaligen Herzogen von Sachsen. In der Heimatkunde haben sich auch weitere Namen wie Heinrich der Vogler überliefert.

Heinrich I. wurde im Stift Quedlinburg bestattet.
Heinrich I. fand seine letzte Ruhe im Stift Quedlinburg (pixabay)

Er war der erste Sachse auf dem deutschen Königsthron und präsentierte sich zeitlebens als ein sehr geschickter Politiker mit einem überragenden Gefühl für Symbole und Gesten. Heinrich I. wurde nicht in seine Rolle als König hinein geboren. Vielmehr wuchs er als der starke Mann seiner Zeit in diese Position hinein.

Mit seinem Griff zur Macht begründete Heinrich I. dann eine neue Dynastie von Herrschern. Die einstmals so mächtigen Karolinger existierten zwar. Doch dank der Erfolge von Heinrich I. hatten die Nachkommen von Karl Martell ihre politische Macht im ostfränkischen Reich verloren.

Nachdem Heinrich I. im Jahr 936 n. Christus starb, führten vier weitere Generationen das Reich für insgesamt mehr als einhundert Jahre. Dabei zeigten sie eine große Nähe zum Christentum und schlugen in zahlreichen Gefechte die einfallenden Reiterhorden aus Ungarn zurück.

Otto I., der Sohn und Nachfolger von Heinrich I, wurde später zum König und dann sogar auch zum Kaiser gekrönt. Damit hatten die Liudolfinger endgültig die herrschaftliche Tradition von Karl dem Großen übernommen. Deshalb erhielten die Liudolfinger von der Nachwelt auch einen neuen Namen – die Ottonen.

Das Geschlecht der Liudolfinger

Der Ahnherr und Großvater von Heinrich I. hieß Liudolf. Dieser lebte wohl von 806 bis 866 n. Christus und war ein Graf. Das war ein Stand des niederen Adels. Solche Grafen übten in dieser Zeit königliche Rechte in einem bestimmten Gebiet, in einer Grafschaft, aus.

Dafür hatten die Grafen aber auch Pflichten gegenüber ihren Monarchen zu erfüllen. Die gräflichen Ländereien von Liudolf lagen vor allem im Harzvorland. Wahrscheinlich waren bereits die Vorfahren von Liudolf in diese Position gelangt.

Man kann annehmen, dass sie sich in den Sachsenkriegen von 772 bis 804 unter Karl dem Großen nicht gegen die Franken gestellt hatten. Im Anschluss profitierten sie dann von den Säuberungen und konnten so ihre Stellung verbessern. Auch Liudolf zeigte sich gegenüber den Franken stets kooperativ und erlangte so auch zahlreiche Vorteile.

Er heiratete nämlich Oda, die Tochter eines fränkischen Aristokraten. Damit stieg er eine Stufe im gesellschaftlichen Gefüge des Reiches höher. In den kommende Jahrzehnten sollten in der Familie noch zahlreiche politische Ehen folgen.

Mit Oda hatte Liudolf zwölf Kinder. Eine der Töchter heiratete sogar den karolingischen König dieser Tage. Damit waren die Liudolfinger nicht nur Herzöge von Sachsen, sondern nun auch erstmal mit dem Königshaus verwandt.

Darüber hinaus investierte der Clan intensiv in die Kirche. Sie stifteten zahlreiche Klöster und versorgten ihren Nachwuchs mit einflussreichen Posten. Alleine aus dem Kreis der zwölf Kinder von Liudolf gingen ein Abt und drei Äbtissinnen hervor.

Heinrich I. – der starke Mann seiner Zeit

Die „Herrschaft“ von Ludwig dem Kind

Im Laufe des 9. Jahrhunderts ging es mit dem fränkischen Reich jedoch immer weiter bergab. Die inneren Konflikte zwischen den Regionen und den Adligen in einer fatalen Kombinationen mit schwachen Königen hatte den Glanz von Karl dem Großen längst vertrieben.

Das Frankenreich musste bereits zahlreiche Spaltungen und  anschließende Vereinigungen durchmachen. Doch mit Vertrag von Verdun aus dem Jahr 843 n. Christus war das Großreich endgültig zerbrochen. Aber auch die Fragmente erwiesen sich als anfällig gegen die Stürme der Zeit.

Im ostfränkischen Reich „regierte“ Ludwig das Kind  seit seinem sechsten Lebensjahr. Dieser war nicht nur aufgrund seines Alters, sondern später auch wegen seiner Gebrechen kaum in der Lage eine Regierung zu bilden. Er verstarb dann auch schon mit 18 Jahren im Jahr 911 n. Christus.

Bereits in dieser Phase waren zentrale Aufgaben des Staates faktisch in andere Hände übergegangen. Vor allem die Verteidigung gegen einfallende Ungarn fiel spätestens mit dem Jahr 906 n. Christus in die Verantwortung von Heinrich I., der in diesen Tagen noch der Herzog von Sachsen war.

Die Ehelichung der Heiligen Mathilde

In diesen Jahren suchte Heinrich I. seine Stellung mit einer guten Heirat zu verbessern. Doch er beendete die Tradition der Liudolfinger, sich Gatten bei den Franken zu suchen. Stattdessen konzentriert er sich ganz auf sein sächsisches Stammgebiet.

Er fand eine ideale Partie, Mathilde, die junge Tochter eines sächsischen Grafen aus seiner Region. Diese war zuvor in einem Kloster erzogen worden und sehr religiös. Dank dieser Allianz konnte Heinrich I. seine etwas verstreuten Ländern nicht nur insgesamt vergrößern, sondern vor allem auch verschmelzen.

Im Jahre des Herrn 909 heiratete Heinrich I. deshalb auch das damals wohl erst 13-jährige Mädchen. Aus der Verbindung gingen fünf Kinder hervor, drei Söhne und zwei Töchter. Darunter auch der spätere Thronfolger.

Mathilde nutzte ihre Position und gründete zahlreiche Stifte. Besonders in der Armenhilfe engagierte sie sich, was zum Hintergrund ihrer Heiligsprechung wurde. Jedoch zeigte sie wie Ihr Mann  vor allem auch Talente im Bereich der Kommunikation.

Die Heilige Mathilde investierte nämlich ganz massiv in ihre Klöster. Für viel Geld kaufte sie prunkvolle Ausstattungen und Reliquien, um konkurrierende Klöster und Bistümer auszustechen.

Auch nach dem Tod von Heinrich I. im Jahr 936 gründete sie ein weiteres Kloster in Quedlinburg. Die dortigen Nonnen sollten das Gedenken an den verstorbenen König erhalten. Sie selbst machte sich zur Äbtissin und leitete die Einrichtung für weitere 30 Jahre.

Das Ende der alten Königslinie

Mit dem Tod von Ludwig dem Kind im Jahr 911 n. Christus endete auch die Linie der ostfränkischen Karolinger. Normalerweise wäre nun ein Erbfolger aus dem westfränkischen Zweig inthronisiert worden. Doch es kam zu einem erfolgreichen Coup.

Noch zu Lebzeiten von Ludwig dem Kind hatte Konrad I, ein Herzog der Franken, nicht nur mit voller Prokura im Namen des Königs gehandelt, sondern sich auch als nepos bezeichnen lassen. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Neffe.

So ähnlich wie bei den römischen Adoptivkaisern konnte man so eine nicht blutsverwandte Person in die Herrschaftslinie einschleusen. Statt einer erbrechtlichen Thronfolge kam es zu einem Novum in der deutschen Geschichte. Die Fürsten des Reiches wählten einfach Konrad I. zum ersten deutschen König.

Doch Konrad I. war zwar bis 918 n. Christus an der Macht. Aber er scheiterte in seinen zentralen Bemühungen. Das Reich zerfiel immer weiter. Die innere und äußere Sicherheit schwand genauso dahin wie der einstige Wohlstand. Darüber hinaus blieb es Konrad I. nicht vergönnt, eine Dynastie zu gründen.

Die Erhebung des Herzogs

Nach dem Ableben von Konrad I. ging man genauso trickreich wie nach dem Tod von Ludwig dem Kind vor. In der offiziellen Geschichtsschreibung der Ottonen beschwor der sterbende König die Herzöge von Schwaben, Bayern, Lothringen und Franken doch Heinrich I. zu ihrem König zu erheben.

Darüber hinaus trat Abt Eberhard, der Bruder des Verstorbenen, als besonderer Zeuge für diesen letzten Willen auf. Gleich drei mittelalterliche Autoren liefern hierzu identische Beschreibungen. Deren Wahrheitsgehalt von der modernen Forschung jedoch bezweifelt wird.

Es folgte nämlich eine Vakanz des Thrones von ganzen fünf Monaten. Dies kann als klares Zeichen gewertet werden, dass der Anspruch von keinesfalls eindeutig war. Darüber hinaus findet sich noch ein weiterer Hinweis, dass Heinrich I. wohl tatsächlich nur mit großem Geschick und rhetorischem Feingespür erfolgreich sein konnte.

„Es genügt mir […], dass ich König heiße und dazu ernannt worden bin.“

Heinrich I. verzichtete auf die traditionelle Legitimation eines Königs durch Salbung und Krönung. Angeblich wies er diese sonst erforderlichen Gesten voller Demut zurück, da sie Würdigeren als ihm vorbehalten seien.

Auch die anderen Fürsten des Reiches hatten dank der schwachen Könige an Selbstbewusstsein und Macht gewonnen. Sie akzeptieren Heinrich I. wohl zunächst nur als einen Primus inter Pares aber keinesfalls als einen absoluten Monarchen.

Zur Erhebung kam es dann im Mai 919 n. Christus. Auch der Ort, die Königspfalz von Fritzlar, ist ein Zeichen für den wohl eher real-politischen Charakter dieser Ereignisse. Man traf sich in einem fränkisch-sächsischen Grenzgebiet. In diesem Kontext wirkt es wie ein neutrales Territorium zwischen den politischen Machtblöcken.

Ein Sachse auf dem Königsthron

Die Bedrohung durch die Ungarn

Heinrich I. lebte in der Phase der Ungarneinfälle. Diese Angriffe begannen 899. Die Ungarn hatten sehr viele berittene Bogenschützen und verfügte über eine große Mobilität. Das ostfränkische Militärwesen war dagegen stark veraltet und marode.

Die Soldaten waren schlecht trainiert und falsch ausgerüstet. Sie konnten sich nur hinter Burgmauern wirksam verteidigen. Die Ungarn plünderten dagegen ungehindert und galten schon als die neuen Hunnen.

Zahlreiche Kirchen-Chroniken beziehen sich auf diese Ereignisse und schildern teils apokalyptische Szene. Die Ungarn seien wie geschorene Raubtiere, die ohne Mitgefühl das Blut ihrer Opfer trinken und deren Herzen essen.

Die Ungarn verbreiteten Angst und Schrecken in ganz Mittel-Europa. Der Papst erweiterte angeblich sogar die Liturgie, die vorgeschriebenen Texte für die Messe: Gott schütze uns vor den Pfeilen der Ungarn!

Der ungarische Reflexbogen

Die große Herausforderung für Heinrich I. bestand in der Bewaffnung. Die germanischen Kriegervölker kannten nämlich nur den Langbogen. Entgegen filmischer Darstellungen handelt es sich dabei um eine relativ träge sowie ungenaue Waffe, die bis dato auf Schlachtfeldern nur selten den großen Erfolg brachte.

Das Problem an einem solchen Bogen ist nämlich die einteilige Bauweise mit den schweren Wurfarmen. Deshalb ist eine solche Waffe besonders anfällig für Fehler im organischen Wuchs. Darüber hinaus konsumieren solche Arme einen großen Teil der Zugenergie. Das geht sehr stark zu Lasten des Wirkungsgrades und auch der Beschleunigung von Projektilen.

Deshalb war selbst der 200 Jahre später eingesetzte englische Langbogen, ähnlich wie eine Haubitze, primär auf den indirekten Schuss im steilen Winkel nach oben ausgelegt. Die effektive Reichweite eines solchen Bogens betrug dann etwa 400 Meter. Der direkte Schuss war zwar möglich, wurde aber nur zur unmittelbaren Selbstverteidigung auf Distanzen von höchstens 70 Metern eingesetzt.

Der Reflexbogen der Ungarn ist dagegen etwas völlig anderes. Zum einen besteht der Bogen nicht mehr aus einem Stück Holz, sondern aus verschiedenen, leichteren Lagen, weswegen es auch den Begriff vom Kompositbogen gibt.

Zum anderen erhielten diese reaktionsfreudigen Wurfarme auch eine doppelte Schwingung, so ähnlich wie eine Sinus-Kurve. Das hat den Effekt, dass sich die Zugenergie nach dem Lösen des Pfeils in doppelter Richtung entladen kann.

Der ungarische Reflexbogen bot deshalb eine sehr viel höhere Anfangsbeschleunigung. Das verbesserte ganz deutlich sowohl die Durchschlagskraft wie auch das Trefferbild. Bis heute sind solche Modelle im Bogensport sehr beliebt und werden als Jagdrecurve bezeichnet.

Die Ungarn verfügten damit über eine präzise Distanzwaffe mit hoher Durchschlagskraft und Feuerrate. Heinrich I. und seine Mannen kannten solche Fernwaffen zunächst überhaupt nicht und waren auch deshalb hoffnungslos unterlegen. Sie mussten sich hinter ihren Mauern verkriechen und schließlich enorme Tribute zahlen.

Die Reform des Militärwesens

Doch Heinrich I. gab sich keinesfalls geschlagen. Er begann das ostfränkische Militärwesen grundsätzlich umzubauen. Er bestimmte, dass in seinem Reich jeder neunte wehrfähige Mann zum Kämpfer wird.

Die anderen acht Männer mussten den Kämpfer mit Nahrung und Ausrüstung versorgen. Die erste Aufgabe des Kämpfers war es, zunächst eine (Flieh-)Burg bei ihm vor Ort anzulegen. Auch die weitere Pflege des Standortes wurde ihm übertragen.

Dieser Burgward oder Burgwart musste darüber hinaus stetig seine Waffenkunst trainieren. Darüber hinaus leitete er auch Wehrübungen für die anderen acht Männer, damit man gemeinsam die Fliehburg verteidigen kann.

Alle waren verpflichtet, sich diesem System zu beugen und Heinrich I. kontrollierte die Umsetzung genau. Der Schutz für die breite Bevölkerung verbesserte sich damit ganz deutlich. Das ist aber kein Ansatz, mit dem man die Ungarn hätte zurückschlagen können.

Deshalb investierte Heinrich I. in die Ausrüstung und Ausbildung seiner Kämpfer. Er baute sie zu einer schweren Kavallerie auf, um den berittenen Bogenschützen der Ungarn einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Die Hausordnung von 929

Nach all den negativen Erfahrungen mit dem fränkischen Erbrecht entschloss sich Heinrich I. auch, die Nachfolge neu zu regeln. Er wollte eine neuerliche Spaltung des ostfränkischen Reiches unbedingt verhindern. Dies sollte die äußere Sicherheit verbessern, hatte aber auch dynastische Gründe.

„König Heinrich wurde von Tag zu Tag mächtiger, stärker und berühmter. Er brachte das Königreich […] zusammen, einigte und befriedete es.“ Widukind von Corvey – die Sachsengeschichte

Deshalb erließ Heinrich I. im Jahre 929 eine „Hausordnung“, die sein Nachlass regelte. Insgesamt setzte er alles daran, dass im sein Lieblingssohn Otto I. auf den Thron folgen würde. Doch diese Bevorzugung schürte auch viel Hass und warf neuen Zwist auf.

Im selben Jahr wurde der junge Thronfolger auch mit einer Prinzessin aus dem britischen Königshaus verheiratet.

Die Heilige Lanze des Longinus

Aber Heinrich I. musste vor dem entscheidenden Kampf gegen die Ungarn zunächst den Krieg an der Heimatfront gewinnen. Die Landesfürsten seines ostfränkisches Reiches stellten sich immer wieder quer und machten dem König das Leben schwer.

Die Lösung für sein Problem fand er im benachbarten Burgund. Das dortige Herrscherhaus war zufällig in den Besitz der Heiligen Lanze gekommen. Angeblich hatte der römische Hauptmann Longinus mit diesem Speer die Seite des Jesus von Nazaret durchbohrt, als dieser leblos am Kreuz hing.

Angeblich wurde sogar ein Nagel vom Kreuz in dieser Waffe verarbeitet. Heinrich I. tauscht diesen Speer des Schicksals gegen einen Teil des Herzogtums Schwaben. Er verzichtete auf Gebiete im Raum Basel, aber er bekam ein Symbol, um die Fürsten des Reiches für den Kampf gegen die heidnischen Ungarn zu einen.

Die Heilige Lanze wurde dann auch zum Bestandteil der Reichskleinodien. Das sind die Herrschaftsinsignien der deutschen Könige und Kaiser. Bis heute ist diese Reliquie sicher in der Schatzkammer in der Wiener Hofburg aufbewahrt.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Gegenstand jedoch auf keinen Fall um eine echte Berührungsreliquie. Metallurgische Untersuchungen haben ergeben, dass es eine Fälschung aus dem 8. Jahrhundert ist.

Die Spitze der Heiligen Lanze sieht nicht einmal so aus, als wäre sie aus der Produktion des Römischen Reiches. Vielmehr ist sie völlig fantasielos den fränkischen Flügelblättern des Ger aus eben derselben Zeit nachempfunden.

Das Gefecht von Riade im Jahr 933

Nach und nach gelang es Heinrich I. die militärische Fähigkeiten seines Reiches auszubauen. In Feldzügen gegen Slawen erprobte er die neuen Möglichkeiten und baute sein System immer weiter auf.

Schließlich sah er den richtigen Moment gekommen. Als Ungarn wieder einmal Tribut einforderte, servierte Heinrich I. ihnen nur den Kadaver eines Hundes. Damit war der Krieg erklärt, was die Ungarn nicht besonders ernstnahmen.

Tatsächlich ließen die Ungarn etwas auch sich warten, doch dann kam es zu einem erneuten Zug gegen das ostfränkische Reich. Schließlich kam es im Jahr 933 im Raum Merseburg zur Schlacht von Riade. Der kluge König Heinrich I. hatte hierfür den 15. März, den Tag des Heiligen Longinus gewählt.

Das war der römische Hauptmann, der angeblich ganz ursprünglich die Heilige Lanze geführt hatte. Dieser Longinus war der Legende nach später zum Christentum konvertiert und wurde dann für ein Glaubensbekenntis getötet. Longinus gehört damit zur ersten Garde der christlichen Märtyrer, die sowohl das Leiden von Jesus wie auch eigene Qualen erlebt hatten.

Für die tief religiösen Menschen des 10. Jahrhunderts war diese Kombination von Symbolen ein ideales Vorzeichen. Vollen Mutes stellten sie sich unter der Führung von Heinrich I. mit der Heilige Lanze sowie unter dem Schutz des Heiligen Longinus einem Ansturm der Ungarn.

Einem Trupp Fusssoldaten hatte Heinrich I. genau befohlen, dass sie sich beim Angriff zunächst gemäß alter Taktiken verhalten sollen. Die Ungarn sahen sich einem Sieg nahe. Doch dann ging die schwere Kavallerie zum Gegenangriff über und fügte den Ungarn eine herbe Niederlage zu.

Damit konnte Heinrich I. das ostfränkische Reich von den Tributen und den Demütigungen befreien. Doch erst sein Sohn Otto I. würde die entscheinde Schlacht gegen die Ungarn gewinnen und den Plünderungen ein Ende setzen.