James Monroe und die Monroe-Doktrin

James Monroe wurde am 28. April 1758 geboren und war der fünfte Präsident der USA. Er trieb die Expansion nach Westen voran und prägte mit der Monroe-Doktrin über seine Zeit hinaus die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika.

James Monroe
James Monroe gemalt im Jahr 1816 von John Vanderlyn. (gemeinfrei)

Seinen Aufstieg verdankte er den guten Kontakten aus der politischen Szene von Virginia. Als Günstling von Thomas Jefferson und guter Freund von James Madison gehörte James Monroe zu den treibenden Kräften hinter der Entstehung der Republikaner und der Herausbildung des Zweiparteiensystems.

Doch seine Karriere verlief keinesfalls reibungslos. James Monroe stand zeitlebens immer wieder vor großen finanziellen Problemen und musste einige schwere persönliche Niederlagen hinnehmen.

Seinen großen Durchbruch hatte der frühere Offizier des ursprünglichen Unabhängigkeitskrieges dann aber erst als Außen- und Kriegsminister im sogenannten „Zweiten Unabhängigkeitskrieg“ von 1812 bis 1814 gegen Großbritannien.

Als Präsident gelang ihm jedoch der große Wurf: James Monroe positionierte die USA erstmals als Hegemon der beiden Amerikas. Dabei erkannte er schon sehr früh die fast zwangsläufigen Konflikte mit den Großmächten aus der alten Welt.

Häufige Fragen zu James Monroe (FAQs)

  • Wann war James Monroe Präsident? Er regierte als fünfter US-Präsident zwei Amtszeiten lang vom 04. März 1817 bis zum 04. März 1825.
  • Zu welcher Partei gehörte James Monroe? Er war eine zentrale Figur bei der Entstehung der Demokratisch-Republikanischen Partei und dabei enger Mitstreiter sowie Nachfolger von Thomas Jefferson.
  • Was war die Monroe-Doktrin? Der Begriff geht auf die Rede zur Lage der Nation von James Monroe am 02. Dezember 1823 zurück und beschrieb den außenpolitischen Kurs der USA: „Amerika den Amerikaner“.

Offizier im Unabhängigkeitskrieg

James Monroe war der Sohn eines kleinen Landbesitzers. Die Familie stammte aus Schottland und war einst vor Oliver Cromwell nach Virginia geflohen.

(Gilbert Charles Stuart / gemeinfrei)
George Washington gemalt von Gilbert Charles Stuart. (gemeinfrei)

Sein Onkel war Joseph Jones. Das war ein Abgeordneter des Kontinentalkongresses, der gute persönliche Kontakte zu George Washington, Thomas Jefferson und James Madison hatte.

James Monroe erhielt als Junge eine gehobene Ausbildung an einer elitären Schule. Dort knüpfte er auch selber interessante Verbindungen und freundete er sich beispielsweise mit dem späteren Außenminister John Marschall an.

Nach der Boston Tea Party am 16. Dezember 1773 beteiligte sich Monroe an den Protesten von Studenten. Zusammen mit seinen Kommilitonen nahm er an militärischen Drills teil.

Als britische Soldaten am 1. Januar 1776 die Stadt Norfolk niederbrannten, meldete sich James Monroe mit Freunden als Freiwilliger bei der Infanterie. Aufgrund seines Bildungsstandes wurde er als Second Lieutenant in das 3. Virginia Regiment aufgenommen.

Schlacht um New York

Alexander Hamilton
Alexander Hamilton in der Uniform der New Yorker Artillerie gemalt von Alonzo Chappel. (gemeinfrei)

Nach der Grundausbildung und sechs Wochen nach der Unabhängigkeitserklärung am 04. Juli 1776 marschierte das Regiment nach New York. Dort befand sich Washington mit der Hauptstreitkraft der Continental Army.

Mit der Schlacht um die Harlem Heights am 16. September 1776 erlebte James Monroe sein erstes Gefecht. Die Amerikaner waren dort gegen 5.000 britische und hessische Mann siegreich.

Einige Wochen später konnte James Monroe einen nächtlichen Überfall abwehren. Dabei starben 56 Angreifer, ohne dass es Verluste auf Seiten der Verteidiger gab.

Die Briten waren bei der Schlacht um New York jedoch letztlich erfolgreich. Die Continental Army zog sich daraufhin über den Delaware River zurück und die Moral der Amerikaner befand sich auf einem Tiefpunkt.

Schlacht von Trenton

In der folgenden Schlacht bei Trenton spielte James Monroe eine zentrale Rolle. Nach der Überquerung des Delaware eröffnete seine Einheit das Gefecht.

James Monroe nach der Schlacht von Trenton
Der verwundete James Monroe nach der Schlacht von Trenton gemalt von John Trumbull. (gemeinfrei)

Der Waffengang wurde zu einem großen Triumph für die Amerikaner. Ihre Verluste waren dabei minimal, weil sie die Kampfdistanz der feindlichen Artillerie unterlaufen konnten.

Es gab nur zwei Tote, die aufgrund von Unterkühlungen starben. Außerdem gab es vier Verletzte, darunter zwei Offiziere:

Captain William Washington, ein Cousin des Oberbefehlshabers und Second Lieutenant James Monroe, der von einer Kugel in die Schulter getroffen worden war.

Der Sieg bei Trenton am 26. Dezember 1776 war entscheidend für die Moral der Amerikaner. James Monroe wurde noch am selben Tag zum Captain befördert.

Schlacht am Brandywine

Verwundung La Fayette
Verwundung von La Fayette am Brandywine von Charles Henry Jeans. (gemeinfrei)

Nach einer Genesungspause wurde James Monroe dem General William Alexander als Adjutant zugewiesen. An dessen Seite erlebte er die Niederlage bei Brandywine am 11. September 1777.

Dort wurde der verbündete französische General La Fayette verwundet. James Monroe versorgte die Verletzungen und war mit dem Franzosen fortan in enger Freundschaft verbunden.

General La Fayette sollte später noch eine bedeutende Rolle während der Französischen Revolution spielen. Er war Vizepräsident der Nationalversammlung, wurde nach dem Sturm der Bastille zum Chef der Nationalgarde ernannt und fiel am Ende den Jakobinern fast selbst zum Opfer.

Zwei Monate nach der Schlacht am Brandywine wurde James Monroe zum Major befördert. Auch seine Rolle als Hilfsoffizier von William Alexander wurde noch mehrfach aufgewertet,

Schlacht von Monmouth

Friedrich Wilhelm von Steuben
Friedrich Wilhelm von Steuben gemalt von Charles Willson Peale. (gemeinfrei)

Während der chaotischen Schlacht von Monmouth am 28. Juni 1778 half James Monroe schließlich bei der Abwehr eines britischen Angriffs auf die Division von William Alexander.

Die Schlacht hatte im Verlauf des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges eine besondere Bedeutung. Mit Friedrich Wilhelm von Steuben war erstmals der neue Generalinspekteur der Continental Army dabei.

Es handelte sich dabei um einen preußischen Offizier, der die amerikanischen Rebellen in moderner Kriegsführung ausbildete. Darüber hinaus brachte von Steuben eine besondere Neuerung mit.

Das Bajonett wurde fortan verbreitet und brachte große Vorteile im Nahkampf wie beispielsweise bei der Erstürmung von befestigten Stellungen.

Adjutant von Jefferson

Das Frühjahr 1779 brachte für James Monroe die Beförderung zum Lieutenant Colonel. Er bekam jedoch nicht die finanziellen Mittel von Virginia, um eine eigene Einheit auszuheben.

Er trat deshalb in die Dienste des Gouverneurs Thomas Jefferson. Der gab ihm den Rat, Rechtswissenschaft zu studieren und wurde zum Protegé von James Monroe.

Zwischenzeitlich folgte die Beförderung zum Colonel. Als die Briten Ende 1780 in Virginia einmarschierten, erhielt James Monroe erstmals ein eigenes Regiment, konnte jedoch nicht viel zur Verteidigung beitragen.

Politische Karriere nach dem Krieg

Abgeordnetenhaus von Virginia

James Monroe kandidierte 1782 trotz seines noch sehr jungen Alters erfolgreich für das Abgeordnetenhaus von Virginia. Im folgenden Jahr wurde er sogar in den Governor’s Council aufgenommen, dass war quasi die Regierung der rebellierenden Kolonie.

Darüber hinaus repräsentierte er im Konföderationskongress seinen heimatlichen Staat und wurde zum prominenter Verfechten einer starken Bundesebene. Darüber hinaus entwickelte James Monroe in diesen Jahren bereits sein besonderes Interesse für die Außenpolitik.

Der junge Politiker hatte bereits die Weitsicht, die künftigen Konflikte zwischen einer erwachsenden USA und den territorialen Interesse der europäischen Großmächte zu sehen. Dennoch setzte er sich sehr für die Expansion der Vereinigten Staaten nach Westen ein.

Dabei handelte James Monroe jedoch nicht uneigennützig. Wie auch andere Mitglieder der politischen Elite beteiligte er sich an Landspekulationen. Außerdem hatte er für seinen Dienst in der Continental Army eine Fläche von 2000 Hektar in Kentucky erhalten, deren Wert durch eine Erschließung des Westens stieg.

Dennoch sollte James Monroe fast durchgängig persönliche Geldsorgen haben. Er legte erst sehr spät seine Prüfung zum Anwalt ab und konnte sich nie stabile Einkommensquellen aufbauen. Im Alter war er sogar verarmt, weil Bezüge für politische Tätigkeiten nicht oder nur sehr verspätet ausgezahlt wurden.

Senator von Virginia

Die nächste große Etappe in der politischen Karriere von James Monroe war die Wahl in den Senat im Dezember 1790. Diese Kammer tagte damals jedoch noch hinter verschlossenen Türen, so dass die Arbeit zunächst wenig Aufmerksamkeit genoss.

Thomas Jefferson
Thomas Jefferson um 1800 gemalt von Rembrandt Peale. (gemeinfrei)

James Monroe setzte sich für öffentliche Sitzungen ein, was aber erst 1794 realisiert wurde. Inhaltlich war das Jahrzehnt von der rasant wachsenden Spaltung der politischen Lager geprägt.

Während der parteilose George Washington die politische Einheit des Landes erhalten wollte, manifestierten sich mehrere Konfliktlinien, die die Entstehung des Zweiparteiensystems in den USA prägen sollten.

Unter der Führung von Thomas Jefferson kam es bereits 1792 zur Gründung der Demokratisch-Republikanischen Partei als Sammelbecken oppositioneller Stimmen.

Dabei waren James Madison und James Monroe die zwei wichtigsten Parteisoldaten ihres politischen Ziehvaters. Dieses Triumvirat aus Virginia sollte das Weiße Haus letztlich von 1801 bis 1825 durchgehend besetzen.

Aber zunächst waren sie der Föderalistischen Partei unterlegen. Doch sie führten erbitterte Konflikte beispielsweise mit dem Finanzminister Alexander Hamilton wegen der Gründung der First Bank of the United States als Zentralbank. Ein weiteres Ziel für fortwährende Attacken war der erste Vizepräsident und spätere zweite Präsident John Adams.

Während seiner Zeit im Senat war James Monroe der Fraktionsführer und bekämpfte dabei auch Personalentscheidungen zu Gunsten der politischen Gegner. Außerdem deckte er eine Affäre von Hamilton auf und sorgte so für den ersten Sex-Skandal der Vereinigten Staaten von Amerika.

Botschafter in Frankreich

James Monroe wurde 1794 zum Botschafter in Frankreich ernannt. Er war dabei allerdings nur die dritte Wahl und bekam einen schwierigen Job:

Frankreich hatte territoriale Interessen in Nordamerika. Aber die USA hatten keine ausreichende Streitkraft, um als schwergewichtiger Verhandler auftreten zu können. Außerdem war die Französische Revolution ausgebrochen.

John Jay
John Jay im Jahr 1794 gemalt von Gilbert Stuart. (gemeinfrei)

Das Verhältnis der beiden Staaten war trotz aller Sympathie der Republikaner für den Sturz der französischen Monarchie denkbar schwierig. Letztlich sollten die Spannungen sogar in einem unerklärtem Seekrieg münden.

Darüber hinaus gab es ernste Konflikte mit dem Botschafter in Großbritannien. Dabei handelte es sich um John Jay, einen der Autoren der Federalist Papers, der noch dazu überzeugter Föderalist und damit ein politischer Gegner für James Monroe war.

Zwischen den amerikanischen Botschaftern, die jeweils für ganz unterschiedlichen außenpolitische Philosophien standen, kam es zu einem hässlichen Schlagabtausch. John Jay gab falsche Informationen an James Monroe weiter, die dieser in Frankreich veröffentlichte.

Es ging dabei um den sogenannten Jay-Vertrag, der zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien geschlossen wurde. Inhaltlich wurde Frankreich damit brüskiert, aber zugleich verlor auch James Monroe seine Glaubwürdigkeit als Verhandlungspartner in Paris.

Gouverneur von Virginia

Es folgte eine demütigende Abberufung von James Monroe aus Paris im Jahr 1796. Im Detail gab es dann noch einen hässlichen Seitenhieb durch Föderalisten in der Regierung.

John Adams
John Adams gemalt von Asher B. Durand. (gemeinfrei)

Man sandte das Schreiben für seine Entlassung mit Verspätung los, damit James Monroe den Wahlkampf von 1797 verpasste, den der Föderalist John Adams für sich entscheiden konnte.

Zusammen mit Jefferson und Madison verfasste James Monroe dann ein 400 Seiten langes Pamphlet gegen die Außenpolitik von Washington und Adams. Die Reaktion war ein scharfer Gegenangriff, der die Kluften bei den politischen Inhalten, aber auch zwischen den Personen weiter verschärfte.

Ab 1799 übernahm James Monroe für drei Jahre den Posten als Gouverneur von Virginia. Die Zeit war vom Niedergang der Föderalisten und dem unerklärten Quasi-Krieg gegen Frankreich geprägt.

Nachdem Napoleon Bonaparte die Kontrolle über Frankreich übernehmen konnte, waren amerikanische Delegationen in Paris wieder willkommen. Als Jefferson im Jahr 1801 in das Weiße Haus einzog, erlebte auch James Monroe mehr Aufwind.

Er wurde erneut nach Frankreich geschickt, um dort den Kauf der Kolonie Louisiana zu verhandeln. Für 15 Millionen Dollar konnten die Vereinigten Staaten mit diesem Deal ihr Territorium verdoppeln und drangen auf einen Schlag weit nach Westen vor.

Niederlage gegen Madison

Jefferson verzichtete als US-Präsident freiwillig auf die Kandidatur für eine dritte Amtszeit. Er arbeitete jedoch bewusst auf eine Thronfolge durch James Madison hin.

James Monroe ließ sich animieren, als Gegenkandidat innerhalb der Republikaner anzutreten. Dadurch kühlte das Verhältnis zu Jefferson und Madison deutlich ab.

Wenn auch etwas überraschend, erlitt James Monroe eine schwere Wahlniederlage gegen Madison. Er zog sich daraufhin zunächst ins Privatleben zurück.

1810 trat er jedoch erfolgreich zur Wahl in das Abgeordnetenhaus von Virginia an. Im folgenden Jahr war James Monroe kurzzeitig sogar wieder Gouverneur, bis er zu einer höheren Aufgabe berufen wurde.

Außenminister von Madison

Madison war seit 1809 der vierte Präsident der USA. Er berief den alten Freund James Monroe trotz der zwischenzeitlichen Konkurrenzsituation im Jahr 1811 als Außenminister in sein Kabinett.

Zentrales Thema der damaligen Außenpolitik war der Umgang mit Großbritannien. Die einstige Kolonialmacht war noch durch die napoleonischen Kriege gebunden, was von den USA als relative Stärkung der eigenen Position wahrgenommen wurde.

James Madison
James Madison im Jahr 1816 gemalt von John Vanderlyn. (gemeinfrei)

Am 01. Juni 1812 erklärte James Madison schließlich den Krieg und wollte das britische Kanada erobern. Doch ein weitgehend unfähiges Offizierskorps führte trotz zahlenmäßiger Überlegenheit vor allem schwere Niederlagen herbei.

Nach dem verheerenden Russlandfeldzug von Napoleon wendete sich das Blatt endgültig. Die Briten planten sogar eine Invasion der Vereinigten Staaten und segelten am 16. August 1814 schon mal mit 50 Kriegsschiffen und 5000 Soldaten den Potomac hoch.

James Monroe wurde in der Folge noch zusätzlich zum Kriegsminister ernannt und warb entgegen der republikanischen Doktrin für die Aufstellung eines stehenden Heeres von 100.000 Mann.

Im weiteren Kriegsverlauf kam es zu einigen günstigen Siegen, die auch James Monroe als Kriegsminister zugeschrieben wurden. Er ging deshalb politisch sehr gestärkt aus diesem sogenannten „Zweiten Unabhängigkeitskrieg“ hervor.

James Monroe – Fünfter US-Präsident

Auch Madison verzichtete nach zwei Amtszeiten auf eine weitere Kandidatur. James Monroe wurde deshalb bereits früh als möglicher Nachfolger gehandelt. Parteiintern hatte er einen starken Konkurrenten, den er jedoch bei der entscheidenden Abstimmung mit 65 zu 54 Stimmen schlagen konnte.

Der Wahlkampf gegen die Partei der Föderalisten war leichter entschieden. James Monroe wurde dann am 04. März 1817 als fünfter Präsident der USA vereidigt.

Bereits in seiner Antrittsrede stellte James Monroe die Bedeutung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik in den Mittelpunkt. Neben den Ureinwohnern Amerikas waren inzwischen nicht nur Großbritannien, Frankreich und Spanien zu Konkurrenten um Gebiete geworden.

Amerikanische Interessen kollidierten im pazifischen Norden inzwischen sogar mit dem russischen Zarenreich. Vor allem die US Navy profitierte von der Schwerpunktsetzung und erhielt ein achtjähriges Ausbauprogramm.

Adams-Onís-Vertrag mit Spanien

Während der Amtszeit von James Monroe erklärten einige südamerikanische Staaten ihre Unabhängigkeit von Spanien. Dies führte jedoch auch zu einem Anstieg der Piraterie insbesondere vor der Küste von Florida.

Karte Adams-Onís-Vertrag
James Monroe verhandelte die Grenzen zu Spanien neu. (NordNordWest / CC-BY-SA-3.0)

Das Kabinett von James Monroe beschloss deshalb den Einsatz der Armee. Diese sollte dann auch gleich die Grenzgebiete von Georgia und Alabama befrieden.

Die Vereinigten Staaten schwangen sich damals erstmals zur Hegemonialmacht in Amerika auf: Über die Botschafter in Europa ließ James Monroe ausrichten, dass jede Einmischung aus der alten Welt als feindseliger Akt aufgenommen werden würde.

Dabei wagte James Monroe einen diplomatischen Drahtseilakt ein. Er setzte mit Andrew Jackson, den späteren siebten Präsidenten, einen sehr offensiven Offizier ein. Der war geheim instruiert, jede Möglichkeit für einen Einmarsch in das spanische Florida zu nutzen.

Offiziell wurde Jackson von der Regierung getadelt, wobei man ihm jedoch zugestand, dass die wortwörtlichen Grenzüberschreitungen durch seine rechtmäßigen Befehle im weitesten Sinne gedeckt waren.

Der damalige Außenminister und spätere sechste Präsident John Quincy Adams verhandelte schließlich mit dem spanischen Botschafter den Adams-Onís-Vertrag. Darin wurden die Grenzen zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien neu gezogen.

Südamerikanische Unabhängigkeitskriege

Die Nordamerikaner standen den Unabhängigkeitsbewegungen in Südamerika sehr positiv gegenüber. Dennoch wollte man nicht ohne Not einen Krieg mit Spanien vom Zaun brechen.

Die Regierung von James Monroe leistete jedoch niedrigschwellige Unterstützung: Beispielsweise wurden die neuen Staaten nicht gleich diplomatisch anerkannt, jedoch schloss man wirtschaftliche Beziehungen und sicherte das freundschaftliche Wohlwollen zu.

Grenzsicherung & Indianerpolitik

James Monroe bemühte sich als erster Präsident der USA um eine aktive Indianerpolitik. Diese bestand zunächst jedoch vor allem aus der Sicherung der Grenzen unter der Leitung des Kriegsministeriums.

Der nächste wesentliche Schritt war die Zuweisung von Gebieten an bestimmte Stämme. Dies sollte die Verhältnisse im Westen sortieren.

James Monroe plädierte zwar stets für einen humanen Umgang mit den Indianern. Aber verweigerte ihn zugleich auch die Bildung von souveränen Staaten, um die Erschließung des Westens nicht zu behindern.

Monroe-Doktrin – „Amerika den Amerikanern“

Im Januar 1821 äußerte James Monroe gegenüber dem britischen Botschafter seine Meinung, dass die beiden Amerikas gegen weitere Kolonisation durch europäische Mächte geschlossen werden solle.

Obwohl nie kodifiziert, wurde der Leitsatz „Amerika den Amerikanern“ zur außenpolitischen Doktrin. Ausnahmen waren lediglich Kanada und bestehende Kolonien von Spanien in Südamerika.

Am 02. Dezember 1823 formulierte der Präsident in seiner siebten Rede zur Lage der Nation sechs Prinzipien der Monroe-Doktrin:

  1. Der amerikanische Doppelkontinent ist nicht mehr ein Objekt für den Erwerb von neuen Kolonien oder Rekolonialisierung durch Europa.
  2. Jede europäische Macht, die ihr monarchisches System auf ein Gebiet der westlichen Hemisphäre ausweiten will, wird als feindlich betrachtet.
  3. Obwohl sich die Vereinigten Staaten nicht in bestehende koloniale Beziehungen zwischen Südamerika und Europa einmischen wollten, würden sie jeden Versuch Europas, über die unabhängigen Republiken Südamerikas wieder Kolonialmacht zu erlangen, als unfreundlichen Akt betrachten.
  4. Solange sich die Umstände nicht wesentlich änderten, beispielsweise durch ein Eingreifen der Heiligen Allianz, würden die Vereinigten Staaten im Krieg zwischen Spanien und seinen früheren Kolonien in Südamerika neutral bleiben.
  5. Die Vereinigten Staaten wollen sich in keine innereuropäischen Angelegenheiten einmischen und erwarten im Gegenzug das Gleiche von Europa.
  6. Europäische Bündnisse, in diesem Fall die Heilige Allianz, sollten keinen Versuch unternehmen, ihr monarchisches System in einen Teil der westlichen Hemisphäre zu übertragen.
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