Florian Geyer

Florian Geyer – Fränkischer Ritter

Im Deutschen Bauernkrieg machte der fränkische Reichsritter Florian Geyer von sich reden. Er ging in die Gesichte als großmütiger Edelmann ein, der in den stürmischen Jahren der Reformation für die gerechte Sache der Bauern kämpfte. Anders als die dekadente Geistlichkeit mit Papsten wie Leo X. verzichtete er auf ein standesgemäßes Leben. In den Wirren des Bürgerkrieges wurde er jedoch im Alter von nur 35 Jahren im Gramschatzer Wald ermordet.

Florian Geyer erfuhr posthum die zweifelhafte Ehre, als Symbolfigur von den beiden deutschen Diktaturen instrumentalisiert zu werden. Sowohl im Dritten Reich wie auch in der DDR wurden Truppenverbände nach ihm benannt, wie bspw. die 8. SS-Kavallerie-Division „Florian Geyer“, die ausgerechnet zur Partisanenbekämpfung eingesetzt wurde.

Ein junger Edelmann

Im Jahr 1490 wurde Florian Geyer als jüngster des Adelsgeschlechts der „Geyer von Giebelstadt“ im Landkreis Würzburg geboren. Er war ein junger Graf mit zwei älteren Brüder. Diese verstarben jedoch früh und auch der Vater wurde nicht alt.

Florian Geyer erbte schon in jungen Jahren ein erhebliches Vermögen und Landereien. In den Zeiten des Buchdrucks, der Reformation und der Söldnerheere widmete sich der Reichsritter bereits früh seiner militärischen Karriere.

Ein erfahrener Truppenführer und Verbindungsoffizier

Ab 1519 war Florian Geyer als Hauptmann und Berater im Dienste des Herren von Ansbach aktiv. In diesem Jahr war er auch schon als Landsknechtsführer an einer Strafexpedition gegen den Herzog von Württemberg beteiligt. Dabei kämpfte er u. a. gegen dem legendären Götz von Berlichingen. Einige Jahre später würden sich die beiden Ritter noch einmal begegnen und dann Seite an Seite stehen.

Noch im selben Jahr wechselte Florian Geyer als Offizier mit Erfahrung in den Dienst des Hochmeisters von Ansbach. Dort wandelte sich seine Rolle vom Hauptmann hinzu einem Verbindungsoffizier in diplomatischer Mission. Der fränkische Ritter bereiste nicht nur die Höfe Europas. Schon 1520 führte er auch erfolgreiche Verhandlungen über einen Waffenstillstand mit dem König von Polen.

Berater und Verhandlungsführer im Deutschen Bauernkrieg

Die religiösen und ständischen Spannungen nahmen in diesen Jahren immer weiter zu. Martin Luther hatte mit seinen Thesen und der Bibelübersetzung nicht nur die Reformation ausgelöst. Er hatte ohne Absicht auch das Volk in Aufruhr versetzt. 1524 brach der Deutsche Bauernkrieg aus. Florian Geyer wurde militärischer Berater sowie Verhandlungsführer des „Schwarzen Haufens“. Ein „Haufen“, war die damalige Bezeichnung einer Gruppe von aufständischen Bauern. Ein solcher bestand aus einigen hundert oder sogar vielen tausend Mann.

Die Bauern konnten zwar bereits in der Frühphase des Aufstandes viele Waffen erbeuten. Sie waren jedoch miserabel organisiert und benötigten dringend erfahrene Anführer. Florian Geyer hatte diese Qualitäten und erarbeitete strategische Leitlinien für die Bauernarmee.

Niederlagen bei Würzburg, Königshofen und Giebelstadt

Sebastian von Rotenhan, Festung Marienberg, Deutscher Bauernkrieg
Festung Marienberg im Hintergrund / Im Vordergrund die Alte Mainbrücke (CC0)

Als Unterhändler gelang es ihm noch dazu, einige Städte von der bäuerlichen Sache zu überzeugen. Der gesamte fränkische Hochstift Würzburg war Ende April 1525 in den Händen der Bauern. Es waren noch 250 Mann auf der Festung Marienberg, die eine letzte Stellung gegen die etwa 35.000 Aufständischen verteidigten. Sogar die Statdt Würzburg selbst inkl. städtischer Waffnung schloss sich unter der bürgerlichen Führung u.a. unter des berühmten Ratsherrn und Künstlers Tilman Riemenschneider dem Aufstand an.

Auch Götz von Berlichingen, inzwischen ebenfalls ein Hauptmann der Bauern, war mit seinem Haufen vor Ort. Die Belagerung der Festung auf Berg über der Stadt endete jedoch in einem Desaster. Ende Mai zogen die Bauern ab und wurden von einem fürstlichen Entsatzheer erst bei Königshofen und dann bei Giebelstadt geschlagen. Jeweils hatte vor allem die schwere Kavallerie zu schweren und entscheidenden Verlusten unter den leicht bewaffneten Bauern geführt.

Es waren die Truppen des Truchseß von Waldburg-Zeil, auch Bauernjörg genannt. Nur wenige Tage zuvor hatte diese Söldnerarmee bereits die Männer unter dem Befehl von Thomas Müntzer bei Frankenhausen in Thüringen ebenfalls vernichtend geschlagen. Der Deutsche Bauernkrieg war damit in Mitteldeutschland niedergeschlagen.

Tod im Gramschatzer Wald

Florian Geyer sollte die Niederlagen der Bauern nur um wenige Tage überleben. Schon Anfang Juni 1525 wurde der fränkische Ritter im Gramschatzer Wald überfallen und getötet. Die Täter sollen Knechte von Wilhelm von Grumbach gewesen sein. Es hat jedoch nie Belege für die gängige Version gegeben.