Gaius Julius Caesar

Gaius Julius Caesar – 100 bis 44 v. Chr.

Bild von Statue von Gaius Julius Caesar
Gaius Julius Caesar (pixabay)

Gaius Julius Caesar wurde am 13. Juli des Jahres 100 v. Christus in Rom geboren. Ursprünglich war ihm eine nachrangige gesellschaftliche Rolle im öffentlichen Dienst des Römischen Reiches vorbestimmt.

Doch Caesar erwies sich als ein sehr gewiefter Politiker und war ein talentierter Redner. Später konnte er seine Qualitäten als brillanter Feldherr zeigen und stieg dank solcher Fähigkeiten in der römischen Republik immer weiter auf.

Während seiner Karriere machte sich Gaius Julius Caesar jedoch auch viele Feinde. Diese motivierten ihn schließlich zu einer militärischen Besetzung der Hauptstadt Rom.

Nach seiner gewaltsamen Machtergreifung ließ sich Caesar zum römischen Diktator auf Lebenszeit ernennen. Doch nur wenige Wochen später wurde er an den Iden des März 44 v. Christus mit 23 Dolchstichen im Senat ermordet.

alea iacta est

Seinem ehrgeizigen Adoptivsohn Octavian sollte es jedoch gelingen, in diese historischen Fußstapfen von Gaius Julius Caesar zu treten. Nach weiteren Bürgerkriegen wurde er zum ersten Princeps der Republik und ging dann als Kaiser Augustus in die Geschichte ein.

Politischer Aufstieg von Julius Caesar

Familiärer Hintergrund

Die Familie des Gaius Julius Caesar, die gens Iulia, war eine alt-römische Adelsfamilie. Mit dem Namen bezogen sie sich auf Iulus, den Sohn des legendären Trojaners Aeneas, der wiederum ein Sohn der Liebesgöttin Aphrodite war.

Aeneas hatte den Fall von Troja mit einer kleinen Schar überlebt. Nach einer langen Flucht über das Mittelmeer waren sie der Sage nach bis Italien gekommen. Dort gründeten sie Alba Longa, die Geburtsstadt von Romulus und Remus, den sagenhaften Gründern Roms. Bei der Ortschaft handelte es sich wohl um das heutige Castel Gandolfo. 

Doch die Julier hatten sich während der Zeit der alten Könige und auch in der Republik nicht besonders ausgezeichnet. Nur zwei Mitglieder der alten Patrizier-Familie hatten es bis zum Konsul gebracht.

Die Julier waren auch nicht reich, so dass Gaius Julius Caesar in seiner Jugend eine unbedeutende Person war. Doch über seinen berühmten Onkel Gaius Marius wurde Caesar schließlich in die Wirren der römischen Bürgerkriege gezogen.

Politischer Anfang

Gaius Julius Caesar wurde bereits als junger Knabe mit der Tochter eines römischen Ritters verlobt. Doch die Verwandtschaft zu seinem Onkel und der römische Bürgerkrieg sollten seinen Weg bestimmen. 

Die Karriere von Gaius Julius Caesar begann im Jahr 84 v. Christus. Er wurde zum Oberpriester des Jupiter nominiert und heiratete Cornelia. Sie war die Tochter von Lucius Cornelius Cinna, einem mächtigen Politiker. Zu einer Inauguration in das Priesteramt kam es jedoch nie.

Doch fortan stand er in der Öffentlichkeit und aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den Popularen auch in Opposition zum mächtigen Lucius Cornelius Sulla. Die inneren Konflikte der untergehenden Republik sollten ihn von da an begleiten.

Mit 19 Jahren trat Gaius Julius Caesar den militärischen Dienst in Asien an. Als Neffe des Heeresreformers Gaius Marius hatte er Verbindungen. Darüber hinaus zeigte er bereits früh seine militärischen Talente.

Schon als junger Offizier wurde er für Tapferkeit ausgezeichnet. Bei einer Überfahrt geriet Caesar in die Gefangenschaft von Piraten. Nachdem sein Lösegeld bezahlt wurde, stellte er selbst einige Truppen zusammen und besiegte seine Geiselnehmer. 

Nach seinem Militärdienst und dem Tod von Sulla im Jahr 78 v. Christus kehrte Caesar nach Rom zurück. Dort wurde er zunächst Ankläger.

In diesem Amt sorgte er für Aufsehen. Im Jahr 73 v. Christus wurde der Julier dann in das Kollegium der höchsten Priester gewählt. Vier Jahre später erreichte er die Quaestur.

Aufseher für Straßenbau

In der römischen Ämterlaufbahn absolvierte man zwischen den großen Stationen auch kleinere Posten. Solche Ämter boten die Möglichkeit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Ein weiterer Schritt im politischen Werdegang von Gaius Julius Caesar war seine Zeit als Aufseher für Straßenbau im Jahr 67 v. Christus. Das Amt des Curators Viarum war jedoch auch mit vielen Stolpersteinen versehen. Durch schlechte Entscheidungen oder Bequemlichkeit konnte man auf diesem Posten schnell den Unmut der Bevölkerung auf sich ziehen.

Doch der junge Caesar konnte sich als Aufseher für Straßenbau bewähren. Er empfahl sich mit einer geschickten Amtsführung für höhere Ämter. Auch konnte er sich einen Namen in der breiten Bevölkerung der Hauptstadt machen.

Amtsführung als Aedil

Bereits im Jahr 65 v. Christus wurde Gaius Julius Caesar dann in den Kreis der Aedilen berufen. Dabei handelte es sich bereits um eine hohe Position in der römischen Ämterlaufbahn.

Die Aedilen verwalteten Marktplätze, Tempel, Bordelle und Bäder. Erfolgreiche Aufsteiger hatten zwar die Möglichkeit, dieses Amt zu überspringen. Doch Caesar nutzte die Gelegenheit, um sich vor der städtischen Bevölkerung zu inszenieren.

Heimlich ließ Gaius Julius Caesar einige Statuen seines Onkels Gaius Marius produzieren. In einer Nacht-und-Nebel-Aktionen brachte man diese dann auf das Capitol. Am nächsten Morgen war das Erstauen groß.

Die Anhänger der Popularen waren von Caesar begeistert. Diese Aktion war eine große symbolische Geste für das Ende der sullanischen Schreckensherrschaft.

Gaius Julius Caesar nutzte seine Zeit als Aedil aber auch, um sich mit prachtvollen Spielen noch bekannter und beliebter zu machen. Hierfür nahm er große Schulden auf. Die Investitionen sollten sich jedoch auszahlen.

Nach seiner Amtszeit als Aedil arbeitete Gaius Julius Caesar mit hoher Konstanz auch weiterhin an seinem politischen Profil. Da er zunächst keine offizielle Position mehr inne hatte, trat Caesar auf dem Forum auf und hielt dort Reden. Damit gelang es ihm, permanent im Gespräch zu bleiben.

Praetor und Pontifex Maximus

Im Jahr 63 v. Christus konnte Gaius Julius Caesar zwei große Durchbrüche feiern. Er stellte sich sowohl für die Prätur wie auch für das Amt als oberster Priester zur Wahl und gewann beide Abstimmungen.

Dabei konnte sich Caesar gegen prominente Konkurrenten durchsetzen. Doch er triumphierte nicht nur dank seiner Popularität. Er half auch mit Bestechungsgelder nach.

Doch Gaius Julius Caesar hatte sich mit diesem Aufstieg nicht nur Freunde gemacht. Erstmals traten vehemente Gegner auf den Plan. Darüber hinaus war das Jahr 62 v. Christus von der Verschwörung des Catilina geprägt.

Dabei handelte es sich um ein vermeintliches Komplott gegen Staat. Doch Caesar hatte Catilina lange Zeit unterstützen müssen, weil auch dieser den Popularen zu zuordnen war. Doch mit der Verhaftung des ehrgeizigen Politikers konnte sich Gaius Julius Caesar von dieser partei-internen Konkurrenz distanzieren.

Als designierter Praetor gelang ihm dabei in den Senatssitzungen vom 4. und 5. Dezember des Jahres 63 v. Christus ein politischer Coup. Dabei wurde über die sofortige Hinrichtung der Angeklagten verhandelt. Ohne die catilinarischen Verschwörer zu verteidigen, stritt Caesar als einzige Person für die Verfahrensrechte der Angeklagten. 

In seiner Argumentation bezog sich Gaius Julius Caesar dabei auf ein Gesetz aus dem Jahr 123 v. Christus. Dieses schützte vor einer Hinrichtung ohne ordentliches Verfahren. Aber das Gesetz war auch ein Symbol für die Erfolge der popularen Politik, denn es stammte aus dem Amtsjahr des Volkstribuns Gaius Gracchus.

Gaius Julius Caesar unterlag zwar in der Debatte. Aber er avancierte zum wichtigsten Sprecher seiner politischen Partei und wurde so zum politischen Schwergewicht.

Im späteren Verlauf seiner Praetur war Caesar jedoch von Pech verfolgt. Er geriet in einen Skandal, weil in einer seiner Immobilien eine frevelhafte Orgie mit prominenten Mitgliedern gefeiert wurde. Aus politischer Opportunität trennte er sich im Zuge dieser gesellschaftlichen Affaire von seiner zweite Ehefrau Pompeia.

Proprätur in Hispania Ulterior

Nach seiner Amtszeit als Praetor wurde Gaius Julius Caesar die römische Provinz Hispania Ulterior zugewiesen. Diese erstreckte sich entlang der Mittelmeerküste.

Doch Gaius Julius Caesar hatte inzwischen gigantische Schulden angehäuft. Seine Gläubiger drohte zunächst, seine Abreise zu verhindern. Doch der reiche Crassus gewährte dem politischen Aufsteiger eine Bürgschaft.

In Spanien angekommen erhöhte Caesar zunächst seine örtliche Truppenstärke von 20 auf 30 Kohorten. Dann suchte er einen Kriegsgrund, um ohne Zustimmung des Senats Krieg führen zu können.

Hierfür konstruierte er ein Bedrohungsszenario. Dessen vermeintliche Abwehr führte zu einem siegreichen Feldzug bis Brigantium. Die Ortschaft ist das heutige A Coruña im äußersten Nordwesten an der Atlantikküste. Die Quellen berichten überstimmend von reicher Beute.

Doch Gaius Julius Caesar war in Spanien auch ein aktiver Statthalter. Er regelte Streitigkeiten zwischen Städten und erließ Verordnungen für die Verwaltung. In der Folge besaß Caesar großen Rückhalt in Spanien.

Rückkehr als Triumphator nach Rom

Gaius Julius Caesar konnte seine Amtszeit in Spanien offenbar sehr gut nutzen. Bereits nach einem Jahr hatte er sich soweit bereichert, dass seine Schulden bedient werden konnten.

Darüber hinaus stand ihm für seine militärischen Erfolge ein Triumphzug zu. Seine Rückkehr aus Spanien nach Rom stand deshalb ursprünglich unter einem sehr guten Stern.

Er bewarb sich deshalb um das Konsulat. Doch seine politischen Gegner brachten ihm viel Widerstand entgegen und legten ihm möglichst viele Steine in den Weg.

Trotz seines politischen Talents war Gaius Julius Caesar deshalb auf Verbündete angewiesen, um seinen Aufstieg weiter voranzutreiben. 

Triuumvirat mit Pompeius und Crassus

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Gaius Julius Caesar startete eine Initiative. Er sprach die beiden mächtigsten Personen im Staat an und es kam zu einem geheimen Abkommen. Dieses Männerbündnis wurde später als Erstes Triuumvirat bekannt.

Bei den beiden anderen Personen handelte es sich um den verdienten General und Politiker Gnaeus Pompeius Magnus. Dieser gehörte ebenfalls der politischen Fraktion der Popularen an.

Der dritte Triuumvir war der sagenhaft reiche Marcus Licinius Crassus. Dieser zählte sich zu den Optimaten, der politischen Partei der Oberklasse.

Alle drei Männer verband das Streben nach Macht. Sie bildeten die wichtigsten Sphären des römischen Staates ab und wollten die Kontrolle unter sich aufteilen:

  • Geld
  • Militär
  • Politik

Die Absprache war, dass zunächst Caesar zum Konsul gewählt werden sollte. Anschließend sollten dann Pompeius und Crassus in diese Ämter gelangen. Nichts solle mehr im Staat möglich sein, was den drei Oligarchen schaden könnte. 

Das Kalkül ging auf. Gaius Julius Caesar wurde für das Jahr 59 v. Christus zum Konsul gewählt. Damit erreichte er das höchste Staatsamt. Während seiner Amtszeit kam es dann zu schweren Konflikten mit seinen Gegnern in der Oberschicht. 

Unter den römischen Senatoren machte sich Gaius Julius Caesar in dieser Zeit viele Feinde. Ein zentrales Konfliktfeld war die Agrarpolitik. Die Optimaten versuchte die neuen Gesetze von Caesar zunächst juristisch zu verhindern. Wenn dies nicht gelang, wurde die Realisierung gestört. 

Gaius Julius Caesar und der Gallische Krieg

Karte des kreisförmigen Feldzuges von Gaius Julius Caesar durch Gallien gegen den Uhrzeigersinn.
Gaius Julius Caesar und der Gallische Krieg – Karte (ODbL)

Jeder Konsul musste nach seiner Amtszeit die Hauptstadt Rom verlassen und als Prokonsul die Statthalterschaft über eine Provinz übernehmen. Dies sollte übermäßiger Korruption vorbeugen.

Gaius Julius Caeser erhielt die Provinz Gallien. Er begab sich nach seinem Konsulat dorthin. Dann suchte er nach Möglichkeiten, mit einem ruhmreichen Krieg drohende Strafen gegen seine Person abzuwenden. Im zersplitterten Gallien sah Caesar deshalb die große Chance.

Dafür bewegte sich Gaius Julius Caesar zunächst sehr geschickt auf diplomatischen Pfaden durch die inner-gallischen und gallisch-germanischen Konfliktlinien. Der Julier ließ sich hierbei absichtlich in Stammesfehden hineinziehen.

veni, vidi, vici

So gelang es Caesar, einen bellum iustum, einen aus römischer Sicht legalen Krieg in Gallien zu beginnen. Dabei erwies er sich als sehr erfolgreich im Kampf gegen die keltischen Krieger.

„Ganz Gallien besteht aus drei Teilen, wovon die Belger einen Teil bewohnen, die Aquitanier einen anderen und den dritten jene, welche in ihrer Sprache Kelten heißen, von uns jedoch Gallier genannt werden.“ (Erster Satz aus „de bello gallico“)

In dieser Zeit entwickelten sich viele Loyalitäten innerhalb der Armee zu Gaius Julius Caesar. Dies galt sowohl für einfache Soldaten wie auch für Offiziere wie Marcus Antonius. Diese Verbindungen waren später ein wichtiger Schlüssel zur Macht.

Stärken der römischen Armee

Die römische Armee hatte zu Zeiten von Gaius Julius Caesar bereits ein überragendes Niveau. Doch zwischen den einzelnen Legionen gab es große qualitative Unterschiede, weil die jeweiligen Kommandeure für die Ausbildung verantwortlich waren.

Julius Caesar nahm diese Funktion sehr ernst, so dass der Ausbildungsstand in seinen Legionen sehr hoch war. Darüber hinaus setzte er im Gefecht auch die gesamte Klaviatur der römischen Formationen ein.

Aus den zahlreichen Stärken der römischen Armee im Kampf gegen die Gallier treten jedoch drei Aspekte ganz besonders hervor:

  • Gaius Julius Caesar und seine Soldaten hatten sehr viel bessere Schwerter als die Gallier. Die gallischen Schwerter verbogen während des Gefechts schneller. Die gallischen Krieger mussten sich dann jeweils zurückziehen, um ihre Waffen wieder gerade biegen zu können. Währenddessen verfügten die Legionen mit ihrem Kurzschwert über eine hervorragende Standardwaffe aus sehr viel besserem Material.
  • Gaius Julius Caesar setzte mehrfach die schiefe Schlachtenordnung ein: Statt einer gleichmäßigen Verteilung aller Kräfte auf die gesamte Schlachtlinie wird ein asymmetrischer Schwerpunkt gesetzt. Zu Lasten eines Flügels und/oder des Zentrums wird der andere Flügel massiv verstärkt. Das Ziel dieser Taktik ist, durch den einen starken Flügel, den Gegner erst in diesem Bereich zu schlagen. Dadurch konfrontiert man den Gegner von der Seite. Dann wird von dort der Flügel aufgerollt und ins Zentrum vorgestoßen, bis man den Gegner zerschlagen kann.
  • Bekannt geworden ist seine Verwendung des „Rotate„-Befehls in der Schlacht um Alesia gegen das letzte Aufgebot der Gallier. Die römischen Legionäre in der ersten Reihe traten alle fünf Minuten auf ein Pfeifsignal hin während des Kampfes einen Schritt beiseite. Die Kämpfer aus der zweiten Reihe rückten nahtlos in die entstehende Lücke in der Phalanx vor. Die erschöpften Soldaten der vormals ersten Reihe zogen sich durch die Linien ihrer ausgeruhten Kameraden zurück. Dann reihten sie sich am Ende wieder neu ein, bis entsprechend viele Rotationen (meist 8x) sie, dann wieder ausgeruht, erneut in die erste Reihe und in den Kampf beförderten.

Schlacht um Alesia 52 v. Chr.

Die Schlacht von Alesia war im Jahr 52 v. Christus das entscheidende Gefecht um die Zukunft Galliens. Gaius Julius Caesar hatte nach den frühen Erfolgen zu Beginn seiner Feldzüge mit erheblichen Problemen bei der Besatzung zu kämpfen.

Im Jahr 52 v. Christus brach dann ein großer Aufstand unter Vercingetorix aus, einem Fürsten der Arvener. Nach mehreren Gefechten hatten dieser sich mit einem Großteil seiner Kräfte im Herzen Galliens in die Bergfeste von Alesia zurückgezogen.

Gaius Julius Caesar gelang es, einen Belagerungsring um Alesia zu ziehen (Circumvallation). Ursprünglich hatte der Arverner wohl gehofft, er würde mit seinen Reitern auf der Ebene unterhalb der zentralen Erhebung operieren können. Doch die Römer unterbanden dies.

Caesar hatte aber auch nicht genügend Truppen, um Alesia zu stürmen. Er wollte die Stadt aushungern. Doch schon bald näherte sich ein Entsatzheer. Deshalb ließ er einen nach außen hin gerichteten Verteidigungsring errichten (Contravallation).

Die römischen Legionen mussten nun diesen dünnen Streifen um Alesia halten. Deshalb waren sie in der Zeit vor dem Eintreffen des Entsatzheeres sehr aktiv und bauten zahlreiche Verteidigungsanlagen.

Die Römer gruben nach innen wie nach außen einen Graben und nutzten den Aushub gleich für den Bau von Wällen. Diese wurden noch mit einer Palisadenmauer versehen. Gaius Julius Caesar ließ darüber hinaus auch noch mehrstöckige Holz-Wachtürme errichten. Die Wälle wurden mit angespitzten Stöcken gespickt.

Außerdem schufen die Legionäre eine Art von Minenstreifen vor den Wällen, indem sie kleine Löcher gruben und spitze Stöcke in diesen versenkten. Das Ganze wurde dann mit Blättern und Grünzeug bedeckt, so dass anstürmende Gallier in diese Fallen rannten.

Es gelang der römischen Armee, die innere wie auch die äußere Linie zu halten. Als entscheidend erwies sich das Zurückhalten von taktischen Reserven. Diese konnten während der schwersten Angriffe rechtzeitig an die Brennpunkte geschickt werden.

Schließlich musste sich Vercingetorix in der ausgehungerten Stadt ergeben. Gaius Julius Caesar hatte damit einen der größten Siege seiner Karriere errungen. Gallien wurde dauerhaft besetzt und schnell romanisiert.

Caesar und die Diktatur auf Lebenszeit

Doch Gaius Julius Caesar hatte sich viele Feinde im Senat gemacht. Darüber hinaus war Marcus Crassus mit seinen Legionen auf einem Parther-Feldzug bereits im Jahr 53 v. Christus untergegangen. Das alte Triumvirat war längst zerbrochen.

Als sich die Amtszeit von Caesar in Gallien dem Ende zuneigte, zeichneten sich drohende Konsequenzen für ihn persönlich ab. Anfang Januar des Jahres 49 v. Christus wurde er vom Senat aufgefordert, die Befehlsgewalt über seine Truppen abzugeben.

Überschreitung des Rubicon

Caesar entschied sich jedoch den Befehl zu verweigern. Mit der Legio XIII Gemina, bestehend aus etwa 5.000 Mann, marschierte Gaius Julius Caesar nach Italien, „um seine Würde zu wahren“.

alea iacta est

Am 10. Januar des Jahres 49 v. Christus überschritt er mit seinen Truppen den Grenzfluss Rubikon. Damit brach erneut ein römischer Bürgerkrieg aus.

Seine Gegner hatten sich inzwischen um Gnaeus Pompeius Magnus geschart. Zusammen zogen sie sich aus Rom nach Griechenland zurück. Gaius Julius Caesar ergriff daraufhin die Macht in Rom.

Dabei profitierte er entscheidend von seiner Beliebtheit in der breiten Bevölkerung. Während er seine Feinde in Spanien und jenseits der Adria bekämpfen ließ, wurde er für das Jahr 48 v. Christus erneut zum Konsul gewählt.

In der Schlacht von Pharasalos am 9. August 48 v. Christus konnte sich Caesar endgültig gegen Pompeius durchsetzen. Dieser floh nach seiner Niederlage nach Ägypten. 

Begegnung mit Kleopatra

Gaius Julius Caesar verfolgte den Flüchtenden nach Ägypten. Dort wurde Pompeius von Höflingen ermordet. Als Caesar eintraf, lernte er die Prinzessin Kleopatra kennen und verliebte sich in die Schönheit.

Dann ließ er sich aus Zuneigung in die Kämpfe um die Thronfolge verwickeln. Caesar vernichtete die Feinde von Kleopatra und half anschließend, die Herrschaft der jungen Königin zu stabilisieren.

Klientelpolitik und Ämter-Karrussel

Gaius Julius Caesar war es zwar gelungen, die Macht in Rom zu übernehmen. Doch er hatte hierfür zahlreiche Versprechen gemacht. 

Nach der militärischen Vernichtung der Optimaten schuf er deshalb zahlreiche neue Ämter. Alleine der Senat wurde um weitere 300 Mitglieder aufgestockt. 

Darüber hinaus verplante Gaius Julius Caesar auch bereits künftige Rotationen. So gab es in Rom plötzlich zahlreiche designierte Amtsträger.

Damit hatte Caesar jedoch auch einen grundsätzlichen Wandel bei der Eliten-Fluktuation ausgelöst. Gesellschaftliche Aufsteiger waren verstärkt auf eine Ausbeutung ihrer Ämter angewiesen. Die alten Eliten der römischen Aristokratie konnten sich dagegen tendenziell noch stärker selbst finanzieren. 

Ermordung im Senat

Gaius Julius Caesar nutzte seine Macht für den Umbau des Staates und bereitete die Diktatur vor. Im Jahr 46 v. Christus ließ er sich dann zum Diktator auf zehn Jahre ernennen.

Nach seinem endgültigen Sieg in Spanien ging er noch einen Schritt weiter. Anfang des Jahres 44 v. Christus folgte die Ernennung zum Diktator auf Lebenszeit (dictator perpetuus).

Doch mit diesem Schritt hatte Caesar es sich endgültig mit zahlreichen Senatoren verscherzt. Diese sahen in seiner Ernennung zum Diktator auf Lebenszeit das faktische oder zumindest drohende Ende der römischen Republik. Viele der Senatoren waren überzeugt, dass Gaius Julius Caesar die Monarchie wieder einführen wollte.

Unter der Führung von Brutus und Cassius schlossen sich etwa 60 Personen zu einer Verschwörung zusammen. Bereits zwei Monate nach der Ernennung kam es dann am 15. März, den Iden des März 44 v. Christus, zum tödlichen Attentat auf den Diktator.

Zu Beginn einer Sitzung des Senats wurde zunächst Marcus Antonius abgelenkt. Dieser befand sich an dem Tag in Begleitung von Gaius Julius Caesar.

Daraufhin wurde Caesar im Gebäude von zahlreichen Personen umringt und mit 23 Stichen niedergestreckt. Gaius Julius Caesar verblutete dann auf dem weißen Marmorboden des Senats. Das Attentat ging als der klassische Tyrannenmord in die Geschichte ein.