Cato der Ältere

Cato der Ältere – Antike Rhetorik

Marcus Porcius Cato Censorius, Cato der Ältere, (* 234 v. Chr.; † 149 v. Chr.) war römischer Feldherr und Staatsmann der Antike.

„Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“ – Cato der Ältere

Cato der Ältere stammte aus dem Ritter-Stand. Er trat 217 v. Chr. in die Armee ein. Dort machte er schnell Karriere. Im Jahr 214 v. Chr. wurde er bereits zum Militärtribun befördert. Angeblich hat er in der Jugend besonders hart auf dem Feld gearbeitet.

Deshalb sei er für Karrieren empfohlen worden. Später in seinem Leben wurde Cato der Ältere für seine Verdienste als homo novus vom Ritter zum Senator und damit in die Aristokratie befördert.

Leben des Marcus Porcius Cato dem Älteren (Maior)

Cato der Ältere war Quästor unter Publius Cornelius Scipio Africanus Maior im Zweiten Punischen Krieg gegen Hannibal Barkas. Diese Auseinandersetzung dauerte von 218 v. Chr. bis 201 v. Chr. an. Im Anschluss an diesen Krieg konzentrierte er sich auf die zivile Laufbahn und wurde 195 v. Chr. zum Konsul ernannt.

Cato der Ältere steht für sittentreues Verhalten und der Orientierung an den Sitten der Väter. Dazu gehört Askese, Frömmigkeit, Ernsthaftigkeit, militärischer Tapferkeit und die Loyalität zur römischen Verfassung.

Im Jahr 199 v. Chr. war Cato Ädil. In dieser Zeit trug erstmals Verantwortung innerhalb von Rom. Er ließ in seiner Amtszeit gerne Spiele abhalten. Im darauffolgenden Jahr schritt er dann auch schon in das nächste Amt weiter, die Prätur.

Er machte sich im späteren Verlauf seiner Ämterlaufbahn einen großen Namen. Insbesondere im Amt des Zensoren wurde er mit unbequemen, luxusfeindlichen Steuerschätzungen und als Korruptionsbekämpfer bekannt. Wegen ihm wurden sechs Senatoren aus ihren Würden entlassen. Außerdem legte er strenge Regeln bei der Musterung der Ritter an. Bis heute blieb der Beiname: Cato Censorius, Cato der Zensor.

„Von mir aus sei es jedem erlaubt, was er hat zu nutzen und zu genießen.“ – Cato der Ältere

Cato der Ältere war als Geschäftsmann im Silbergeschäft und auch als Feldherr erfolgreich. Er schlug als Konsul aufständische Stämme nieder. Dafür erhielt er die höchste öffentliche Ehre für einen römischen Feldherrn, den Triumphzug durch Rom. Daraufhin nahm er einen Platz im römischen Senat ein. Er gilt bis heute als Inbegriff eines Konservativen. In seiner Zeit war er Sprecher seiner politischen Strömung.

Leben von Marcus Porcius Cato dem Jüngeren (Minor)

Aus der Familie des Marcus Porcius Cato stammt auch Cato der Jüngere, der bekannte Urenkel des Censorius. Der Jüngere war wie sein Urgroßvater ein Senator und Feldherr.

Cato der Jüngere war ebenfalls stramm konservativ sowie eindeutig republikanisch orientiert. Er ging als prominenter Gegner von Gaius Julius Caesar in die Geschichte ein. Nachdem dieser den Rubikon im Jahre 49 v. Chr. überschritten hatte, konnte die italienische Halbinsel militärisch nicht verteidigt werden. Da erhielt Cato der Jüngere den Oberbefehl über Sizilien.

Er tat sich als kommandierender Offizier immer wieder durch Besonnenheit und seine Rücksicht auf Zivilisten hervor. Er war sehr beliebt bei seinen Truppen. Unter seinem Kommando wurden ethische Richtlinien zum Umgang mit der Bevölkerung in besetzten Gebieten durchgesetzt. Den Soldaten waren sogar Beleidigungen bzw. jede Form von ehrverletzendem Verhalten verboten.

Cato der Jüngere beging Selbstmord nach dem militärischen Niedergang der Opposition gegen Julius Caesar. Er erfüllte jedoch noch eine letzte militärische Pflicht. Dann las er ein letztes mal Platons Phaidon. Schließlich nahm er sich das Leben.

Cato der Jüngere erhielt zur Unterscheidung von seinem Urgroßvater posthum den Beinamen: Uticensis. Diese zusätzliche Namensgebung bezieht sich auf den Ort seines Todes.

Das Denken von Cato

Cato der Ältere verfolgte ein einfaches aber sehr effektives Prinzip: „rem tene, verba sequentur“  – „Halte an deinem Anliegen fest, dann werden die Worte schon folgen.“

Cato dem Älteren – aber auch dem Jüngeren – kann man grundsätzlich nachsagen, dass der erste Gedanke eine Betrachtung der Gesamtsituation ist. Der Blickwinkel geht dabei bewusst sehr weit. Gegebenfalls wird bis zum geostrategischen Level gedacht.

Ein Wechsel der Situation wird einem nachteiligem Abkämpfen einer gegenwärtigen Situation vorgezogen. Von der gedanklichen Veranlagung sind inbesondere die Ausführungen von Kunst des Krieges von Sunzi  zu den unterschiedlichen Geländetypen vergleichbar.

Eine passende Anekdote hierzu ist das Manöver bei den bekannten Therompylen in Griechenland im Jahre 191 v. Chr. im Kampf gegen den syrischen König Antiochos. Genau wie beim Niedergang der Spartaner umging Cato der Ältere in einem nächtlichen Manöver die gegnerischen Stellungen. Dann konnte er durch eine anschließende Zangenbewegung den Gegner vernichten:

„Ich wünsche einen Feind lebendig in die Hand zu bekommen, um zu erfahren, welche Leute hier die Vorhut bilden, wie viele sie sind, und wie die Aufstellung der anderen ist und die Vorkehrungen, mit denen die uns empfangen wollen. Die Tat erfordert größte Geschwindigkeit und Kühnheit, so wie die Löwen sich mutig ohne Waffen auf die furchtsamen Tiere stürzen.“ (Cato der Ältere)

Rhetorische Techniken

Marcus Porcius Cato dem Älteren wurde von seinen Gegnern permanente Selbstbeweihräucherung vorgeworfen. Er scheute nicht davor zurück, öffentlich zu proklamieren, dass Selbstlob abzulehnen sei. Er selber ist ganz besonders gut darin, sich nicht selber zu loben. Selbstvermarktung gehörte zu seinen ganz großen Stärken.

Aber das Schwergewicht hat noch mehr rhetorische Tricks beherrscht. Er gilt als wortgewaltig und soll eine sehr hohe Präsenz gehabt haben. Marcus Tullius Cicero kannte noch 150 Reden von Cato. Cato glänzte vor allem mit Sachkenntnis, prägnanten und knappen Formulierungen sowie spitzen Bemerkungen.

„Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“

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Cato der Ältere: Das zerstörte Karthago

Marcus Porcius Cato der Ältere ist bis heute legendär für sein: „ceterum censeo carthaginem esse delendam.“ – „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“ Diesen Satz verwendete er nach Plutarch als eine obligatorische Schlussfloskel bei jeder seiner Reden im Senat zu egal welchem Thema.

Er wollte, dass das feindliche Karthago in einem Dritten Punischen Krieg zerstört werden solle. Dieser Krieg brach tatsächlich 149 v. Chr im Jahr seines Todes aus. Dieser letzte Punische Krieg dauerte drei Jahre und endete mit der endgültigen Vernichtung Karthagos.

Ein sehr bekannter Zeuge des Falls von Karthago war Polybios. Auch Tiberius Sempronius Gracchus und sein Bruder Gaius Sempronius Gracchus waren als Enkel von Scipio Africanus Maior anwesend. Die Römer gingen damals über das Verbrennen von Erde hinaus. Sie verstreuten Salz auf den Feldern von Karthago. So wurde eine landwirtschaftliche Nutzung dieses Raumes längerfristig verhindert.