Schottische Clans

Schottische Clans – eine Auswahl

Schottische Clans sind lose, weitläufige Familienverbände, die bis heute existieren. Sie verfügen meist über ein Motto, ein Wappen und einen Tartan. Das sind die traditionellen Webmuster, die beispielsweise in Kilts verarbeitet werden.

Die Wurzeln dieser gesellschaftlichen Strukturen reichen bis tief in die keltische Vergangenheit zurück. Eine weitere Besonderheit ist, dass schottische Clans vor allem in der Antike und im Mittelalter sehr kurzfristig viele keltische Krieger mobilisieren konnten. Damit stellten sie für reguläre Armeen eine andauernde Bedrohung dar.

Bonnie Prince Charlie Portrait
Bonnie Prince Charlie als Anführer der schottischen Clans im Zweiten Jakobitenaufstand (gemeinfrei)

Das schottische Königreich entstand dann 843 unter dem äußeren Druck eines Wikingereinfalls. Es wurde etwa zwei Jahrhunderte lang von einer Dynastie aus einstmals irischen Skoten geführt.

Die Geschichte der heute noch bekannten Clans wurde jedoch von drei historischen Zäsuren geprägt. Zunächst erfasste die normannische Invasion unter Wilhelm dem Eroberer mit einer gewissen Latenz auch den Norden von Britannien.

In der Folge erhielten einige, vor allem bretonische Adelige eigene Gebiete in den Lowlands oder auch in Speyside. Zu diesen Clans gehörten zwei spätere königliche Häuser von Schottland: Bruce und Stuart.

Der zweite historische Schnitt ergab sich aus den inner-schottischen Konflikten während des Ersten Unabhängigkeitskrieges. Vor allem die jeweilige Rolle während der Schlacht von Bannockburn im Jahr 1314 wurde zum Weichensteller.

Unterstützer der Rebellion von Robert the Bruce wurden nach dem Sieg sehr reich bedacht. Teils profitierten die jeweiligen Clans für Jahrhunderte. Im Jahr 1320 brachten sie ihr neues Selbstbewusstsein zum Ausdruck. Mit der Deklaration von Arbroath formulierten der König und die wichtigsten Clan-Chefs die erste Unabhängigkeitserklärung der Welt:

„[…] denn solange auch nur einhundert von uns am Leben bleiben, wird man uns niemals, zu welchen Bedingungen auch immer, unter englische Herrschaft zwingen. Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.“

Unter Jakob I. Stuart kam es im 17. Jahrhundert aufgrund von Widerstanden seitens der schottischen Clans zum dritten bedeutenden Einschnitt. Der König wollte sehr gezielt die Kultur ausrotten und die gesellschaftlichen Strukturen zerschlagen. Der Clan MacGregor wurde sogar aufgelöst.

Doch selbst in der Mitte des 18. Jahrhundert hatten die Clans noch erhebliches Mobilisierungspotential. So gingen die frühen Erfolge von Bonnie Prince Charlie im Zweiten Jakobitenaufstand noch wesentlich auf die alte Ordnung zurück.

Highlands – vom Firth of Clyde bis Stonehaven

Clan Buchanan – „Heller die Ehre“

Der Clan Buchanan hatte irische Wurzeln und entstammen einem König von Ulster. Die Buchanans erhielten im 13. Jahrhundert von Malcolm II. einige Ländereien am Loch Lomond im Südwesten der Highlands.

Der Clan Buchanan war sehr kriegerisch und unterstützte Robert the Bruce. Später gehörten sie zum Umfeld der Stuarts.

Im 18. Jahrhundert wanderten viele Angehörige des Clans wegen der vielen Hungersnöte nach Nord-Amerika aus. Ein besonders bekannter Vertreter war James Buchanan, der 15. Präsident der USA.

Clan Cameron – „Lasst uns vereinigen“

Der Clan Cameron geht auf einen Chief des 14. Jahrhunderts zurück, der eine besonders krumme Nase hatte, daher der Name. Der Clan stammt aus der Gegend um Fort William. Sie waren vor allem für ihre Tapferkeit und den Kriegsschrei bekannt:

„Hundesöhne, kommt her und holt euer Fleisch!“

Die Camerons beteiligten sich dann auch am Jakobitischen Aufstand und trugen schon anfangs sehr wesentlich zu der Entstehung bei.

Clan MacDonald – „Zu Meer und Zu Land“

Die MacDonalds stammen aus den westlichen Highlands und den Hebriden. Ihr Stammvater lebte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Flora MacDonald
Flora MacDonald gemalt von Richard Wilson. (gemeinfrei)

Sie gehörten damals schon zu den mächtigsten Clans in Schottland und kontrollierten wesentliche Teile der Westküste sowie der vorgelagerten Inseln.

John MacDonald von der Isle of Islay sah sich als „Herr der Inseln“. Entsprechend distanziert war das Verhältnis zur Zentralgewalt der schottischen Könige.

Aber letztlich sollten sie vor allem in Person von Angus Og MacDonald zum entscheidenden Unterstützer von Robert I. werden.

Die MacDonalds spielten in den folgenden Jahrhunderten stets eine bedeutende Rolle in der Geschichte des schottischen Königreiches. Besonders prominent wurde Flora MacDonald.

Sie versteckte Bonnie Prince Charlie nach seiner vernichtenden Niederlage in der Schlacht von Culloden. Flora MacDonald genießt bis heute Heldenstatus. Bei ihrer Beerdigung im Jahr 1790 erschienen mehrere tausende Trauergäste.

Clan MacDougall – „Sieg oder Tod“

Die MacDougalls haben ihren Stammsitz in Oban an der Westküste. Der Stammvater war ein Sohn von „König Somerled“, einem Anführer von den Hebriden.

Die MacDougalls waren Feinde von Robert the Bruce. Bei einem Mordanschlag auf den schottischen König ließen sogar drei Angehörige des Clans ihr Leben.

Um 1400 kam es zu ersten Ehen mit dem Haus Stewart. Sie blieben dem Königshaus lange, bis einschließlich zu einer Beteiligung am Ersten Jakobitenaufstand, verbunden.

Dafür verloren die MacDougalls aber ihre Ländereien. Während des Zweiten Jakobitenaufstandes stellten sie sich auf die Seite der Regierung wurden dafür rehabilitiert.

Clan MacGregor – „Königlich ist meine Rasse“

Der Clan MacGregor sieht den ersten König Kenneth I. MacAlpin als Stammvater an. Nach der Niederlage in einem Machtkampf gegen die Campbells verloren sie jedoch relativ früh einen großen Teil ihrer Ländereien.

Rob Roy MacGregor
Rob Roy MacGregor von W.H. Worthington um 1820 (gemeinfrei)

Aus der wirtschaftlichen Not heraus suchten sich die Angehörigen des Clans neue Felder der Betätigung. Sie hatten einen legendären Ruf als Viehdiebe.

Geradezu historisch war der Raubzug gegen den Clan Colquhoun im Jahr 1603. Es kam zu einem Kampf, bei dem 200 Colquhouns getötet wurden, jedoch nur zwei MacGregors ihr Leben verloren.

Jakob I. Stuart löste den Clan anschließend formal auf. Daraufhin prägten die MacGregors das „Blackmailing“, die Erpressung von Schutzgeldern – vor allem von anderen Kriminellen.

Besonders bekannt war Rob Roy MacGregor, der sich in dieser Okkupation sogar zum Volkshelden entwickelte. Sir Walter Scott schuf ihm mit „Rob Roy“ ein literarisches Denkmal.

Clan MacLeod – „Bleibe standhaft“

Die MacLeods sind ein Clan von den Äußeren Hebriden. Ihr Stammvater war der Sohn eines norwegischen Königs.

Sie beteiligten sich ebenfalls am Schottischen Unabhängigkeitskrieg und kämpften in der Schlacht von Bannockburn. Aber die MacLeods unterstützten auch die Ansprüche der MacDonalds als „Könige der Inseln“ und sind bekannt für ihre blutigen Fehden.

Mütterlicherseits stammt Donald Trump, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von den MacLeods ab. Sie kam aus dem kleinen Örtchen Tong auf der Isle of Lewis am nördlichen Ende der Äußeren Hebriden.

Lowlands – Edinburgh, Glasgow und Stirling

Clan Bruce – Worte: „Wir sind gewesen“

Der schottische Clan Bruce existiert bis heute. Das Adelsgeschlecht hat seinen Stammsitz in Kincardine, einer kleinen Hafenstadt etwa 25 Kilometer westlich von Edinburgh am Firth-of-Forth in den Lowlands.

Statue von Robert the Bruce in Sterling Castle
Statue von Robert the Bruce in Stirling Castle mit Wallace-Monument im Hintergrund (gemeinfrei)

Der Gründer der Linie soll Robert de Brus beziehungsweise de Bruis gewesen sein. Dabei handelte es sich um einen normannischen Ritter aus der Gemeinde Brix in Frankreich. Der Edelmann war mit Wilhelm dem Eroberer im Jahr 1066 nach Britannien gekommen.

Im Jahr 1109 erwarben sie Anwesen und Ländereien in Yorkshire. Das ist eine Region im heutigen Nord-Osten von England. Ein historisch verbriefter Robert de Brus erwarb als erster Lord von Annandale dann 1124 auch weitere Ländereien in der Region von Dumfries und Galloway.

Robert de Brus, der vierte Lord von Annandale, heiratete im Jahr 1219 eine Tochter des Enkels des schottischen Königs. Damit hatte dessen Enkel, der spätere König Robert I. eine Verbindung zum Haus Dunkeld, welches von 1058 bis 1290 regierte.

Clan Campbell – „Vergesset nicht“

Der Clan Campbell ist sehr groß, hat zahlreiche Sippen und viele bedeutende Vertreter. Sie stammen wahrscheinlich aus Strathclyde.

Sie wurden erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. Mit Neil Campbell stellte der Clan einen der frühesten und bedeutendsten Unterstützer von Robert I. und seiner Rebellion.

Glencoe Massaker Memorial
1883 wurde das Glencoe Massaker Memorial eingeweiht. (Foto: Kim Traynor / CC-BY-SA 3.0)

Im 16. Jahrhundert kam es zu einem internen Krieg zwischen konkurrierenden Linien. Dabei wurde der Clan Campbell fast vernichtet.

Im Jahr 1692 waren Campbells in das Massaker von Glencoe an den MacDonalds verstrickt. Die 1. und 2. Kompanie des Earl of Argyll’s Regiments unter Captain Robert Campbell of Glenlyon war im Vorfeld für eine Woche friedlich zu Gast, bevor sie zuschlugen.

Bei dem Massaker von Glencoe wurden 38 Männer sowie zahlreiche Frauen und Kinder umgebracht. Der Wortlaut des schriftlichen Befehls an Captain Campbell von seinem Vorgesetzen Major Duncanson ist noch erhalten:

„Sir, Sie werden hiermit beauftragt, die Rebellen zu überfallen, die MacDonalds of Glencoe, und alle Personen jünger als 70 Jahre hinzurichten. Sie werden insbesondere angewiesen, darauf zu achten, dass der alte Fuchs und seine Söhne Ihnen auf keinen Fall entkommen können. Sie haben alle Straßen und Wege zu sichern, dass kein Mann entkommen kann. Diesen Befehl müssen Sie exakt um 5 Uhr morgens ausführen. Ich werde um diese Uhrzeit oder kurz danach mit einer starken Streitmacht zu Ihnen stoßen. […].“

Im 18. Jahrhundert unterstützen sie den Act of Union von Anne Stuart und damit die Auflösung des Königreiches von Schottland. Während der Jakobitischen Aufstände kommandierte John Campbell, 2. Duke of Argyll die regierungstreuen Truppenverbände aus Hannover und wurde einer der ersten Feldmarschälle des Empire.

Clan Cochrane – „Mit Stärke und Fleiß“

Der Clan Cochrane geht auf Wikinger zurück, die sich im heutigen Renfrewshire im Verwaltungsbezirk von Paisley niederließen. Erste namentliche Nennungen stammen aus der Zeit des John Balliol im ausgehenden 13. Jahrhundert.

Der Clan ist bis heute legendär, weil noch in der Neuzeit sehr talentierte und wagemutige Offiziere aus ihren Reihen hervorgingen. Dies gilt insbesondere für:

  • Sir Thomas Cochrane diente während der Napoleonischen Kriege in der Royal Navy. Das Enfant Terrible der Marine gilt als Gegenstück zu dem eher gesetzten Horatio Nelson. Seine Person war auch das Vorbild für die literarische Figur des Horatio Hornblower.
  • Sir Ralph Cochrane war während des Zweiten Weltkrieges in der Royal Air Force und diente zuletzt als Air Chief Marshal. Er wurde berühmt für seine Beteiligung an der Operation Chastise. Es handelte sich dabei um die parallele Zerstörung von sechs deutschen Talsperren in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943. Dabei mussten die Piloten nicht nur in der Dunkelheit bis tief ins Feindesland vordringen, sondern anschließend noch im Tiefflug sogenannte „Rollbomben“ abwerfen. Es handelte sich dabei um experimentelle Sprengkörper, die zunächst mehrfach über das Wasser sprangen und dann vor der Staumauer absanken, um größtmöglichen Schaden an der Statik zu verursachen. Die Aktion setzte viele hundert Millionen Liter Wasser frei. Es kam zu großen Zerstörungen und auch vielen Toten im Dritten Reich.

Clan Douglas – „Ein Douglas, Ein Douglas“

Der Clan Douglas hat seine mythischen Ursprünge im frühen Mittelalter. Ihr Siedlungsschwerpunkt befand sich in den zentralen Lowlands.

Archibald Douglas Portrait
Archibald Douglas – 6th Earl of Angus (gemeinfrei)

Die ersten schriftlichen Belege der Douglas stammen aus dem 12. Jahrhundert. Sie beziehen sich auf einen flämischen Adeligen, der wohl wie die Ahnen der Clans Bruce und Stewart auf Einladung nach Schottland kam und Gebiete in den Lowlands erhielt.

Der erste namentliche bekannte Douglas, war William of Douglas, der am Douglas Water durch den Abt von Kelso einige Ländereien erhielt.

Die Douglas waren darüber hinaus eng mit dem Clan Murray verbandelt. Sie gehörten außerdem zu engen Unterstützern von Robert the Bruce und dürfen sogar dessen Herz in ihrem Wappen tragen.

Der einflussreiche Clan teilte sich schließlich in zwei Hauptlinien. Heutzutage gibt es noch weitere Häuser, wie beispielsweise die Douglas-Hamiltons:

  • Die Schwarzen Douglas gehen auf James Douglas „den Schwarzen“ zurück, der bis ins hohe Alter in den Schlachten des Zweiten Unabhängigkeitskrieges kämpfte. Nach dem Sieg bei Bannockburn erhielt er vom König weite Ländereien geschenkt.
  • Die Roten Douglas beziehen sich auf Georg Douglas, der eine Tochter von Robert III. heiratete. Im 16. Jahrhundert ehelichte wiederum der rote Archibald Douglas die Schwester von Heinrich VIII. von England, der Witwe des verstorbenen Königs Jakob IV. von Schottland. Seine Tochter heiratete dann in das regierende Haus der Stuarts ein. Über diese Linie war Archibald Douglas der Großvater des legendären Lord Darnley, jenem Ehemann von Maria Stuart, den man eines Tages nackt und wohl erdrosselt in seinem Garten fand.

Clan Grant – „Steht beständig“

Die Ursprünge des Clan Grant sind nicht eindeutig geklärt. Entweder sie kamen ebenfalls im Zuge der normannischen Invasion oder aber waren die Nachfahren einer Nebenlinie des ersten schottischen Königshauses Alpin.

Der Clan siedelte ursprünglich im Speytal. John und Randolph Grant kämpften an der Seite von John Balliol und wurden in der Schlacht von Dunbar im Jahr 1296 gefangen.

Der Clan Grant gehörte dann zu den frühen Unterstützern von William Wallace. Auch nach dessen Hinrichtung kämpften sie weiter im Schottischen Unabhängigkeitskrieg.

Der rebellische Geist blieb ihnen lange erhalten. Sie beschützten noch im 17. Jahrhundert den räuberischen Roy MacGregor.

Nach erheblichen Schenkungen durch den englischen König Wilhelm von Oranien entdeckten sie ihre Regierungstreue. Sie stellten sich gegen die Aufstände der Jakobiten und kämpften in den Schlachten von Killiecrankie (1689) und Cromdale (1690).

Im folgenden Jahrhundert stellten sie mit einer geschätzten Stärke von 800 Mann eines der sechs unabhängigen Highland Kompanien der „Black Watch“. Das waren Milizen, die an zahlreichen Schlachten beteiligt waren.

Ein bedeutender Vertreter war Ulysses S. Grant, der 18. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Clan Hamilton – „Durch“

Die Hamiltons sind ein Lowland Clan, deren Geschichte ebenfalls bis zurück zum Ersten Unabhängigkeitskrieg verfolgt werden kann. Zunächst hatten sie Eduard I. die Treue geschworen, schlugen sich jedoch später auf die Seite des schottischen Königs.

James Hamilton, 1. Duke of Hamilton, heiratete die Tochter von König Jakob II. von Schottland. Nach dem Tod von Jakob V. war er bis 1554 sogar der Regent für die damals noch minderjährige Maria Stuart.

Die Hamiltons gehören auch bis heute zum britischen Hochadel. Dem amtierenden Duke of Hamilton gebührt die Ehre, die schottische Krone der Königin vorantragen zu dürfen.

Clan Murray – „Weiter, Glück und die Fesseln füllen“

Der Clan Murray geht ursprünglich auf dieselbe flämische Linie zurück, wie der Clan Douglas. Sie erhielten Ländereien in der Region Moray und heirateten in den lokalen Stammesadel ein.

Wappen Clan Murray
Ursprüngliches Wappen des schottischen Clans Murray (Urheber: Newm30 / Lizenz: CC-BY-SA 4.0)

Dort wurden sie zu den Baronen von Bothwell. Mit Andrew de Moray stellte der Clan den zweiten sehr beutenden Anführer im Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg neben William Wallace.

Historiker vermuten, dass eigentlich Andrew de Moray der Architekt des historischen Sieges in der Schlacht bei der Brücke von Stirling war. Er wurde dabei vom einem Pfeil getroffen und starb zwei Monate später. Bis dahin amtierte er jedoch mit Wallace als Guardian of Scotland.

Sein Sohn Andrew Murray trat in diese Fußstapfen. Er wurde ein sehr wichtiger Anführer während Roberts Rebellion und im Zweiten Schottischen Unabhängigkeitskrieg.

Andrew Murray fügte den Engländern trotz einer Unterlegenheit von 1:3 in der Schlacht von Culblean im Jahr 1335 eine schwere Niederlage zu. Wie schon bei Stirling machten überlegene Geländekenntnisse den Unterschied. Wahrscheinlich hätte der Zweite Schottische Unabhängigkeitskrieg ohne diesen Sieg kein glückliches Ende genommen.

Clan Stewart/Stuart – „Mut wächst stark an einer Wunde“

Die Stewarts hatten bretonische Wurzeln und waren im Zuge der normannischen Invasion durch Wilhelm den Eroberer nach Britannien gekommen. Sie erhielten im 12. Jahrhundert von König David I. von Schottland einige Ländereien in den Lowlands.

Dort waren sie Nachbarn des ebenfalls ursprünglich bretonischen Clans Bruce und gründeten beispielsweise die Abtei von Paisley, wo William Wallace erzogen wurde.

Karte Schlacht von Bannockburn
Karte der Schlacht von Bannockburn im Jahr 1314 (Urheber: Andrei Nacu / Lizenz: gemeinfrei)

Die Stewarts unterstützen dann auch die Bewegung von Robert the Bruce. In der Schlacht von Bannockburn, dem entscheidenden Gefecht des Zweiten Schottischen Unabhängigkeitskrieges, führte Walter Stewart nominell einen Schildtron gegen die Engländer.

Nach der Schlacht wurde der damals noch sehr junge Walter Stewart zum Ritter geschlagen. Aber vor allem durfte er ein Jahr später Marjorie Bruce heiraten. Das war die älteste Tochter von König Robert.

Außerdem wurde Walter Stewart zum High Steward ernannt. Das war ein erbliches Hofamt und entsprach dem Truchsess im Heiligen Römischen Reich.

Im Zuge der Ehe von Maria Stuart mit dem französischen Dauphin Franz II. änderte sie die Schreibweise in „Stuart“.

Clan Wallace – „Für die Freiheit“

Der Clan Wallace hatte bretonische Wurzeln und war ebenfalls von König David I. in den Lowlands angesiedelt worden. Möglicherweise lebten sie jedoch zeitweise in Wales.

Brücke von Stirling
Wallace-Monument und Brücke bei Stirling (Foto: Kim Traynor / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Mit Richard Wallace gibt es einen belegbaren Vasall aus einer Zeit vor 1160. Der bekannteste Vertreter des Clans war William Wallace, der zeitweise sogar als Guardian of Scotland faktisch über das Land regierte. Seine letzten Worte vor der Hinrichtung klingen bis heute nach:

„Ihr englischen Hunde ihr, verweichlichte Huren seid ihr, küsst meinen schottischen Hintern und seid stolz darauf, dies tun zu können, etwas Besseres kann einem jämmerlichen Engländer nicht passieren!“

Mit Sir Hugh Wallace hatte der Clan im 17. Jahrhundert einen weiteren bedeutenden Vertreter. Er unterstützte Karl I. gegen Oliver Cromwell. Außerdem gründete er eine Baronie in Kanada, um die Gegend zu einer schottischen Kolonie zu machen.