Schwarzer Prinz

Schwarzer Prinz – Edward of Woodstock

Der „Schwarze Prinz“ hieß eigentlich Eduard Plantagenêt. Nach seinem Geburtsort ist er in der englischen Schreibweise auch bekannt als Edward of Woodstock. Er war als der älteste Sohn von König Eduard III. (1327 bis 1377) der Thronfolger und der Prince of Wales.

Schwarzer Prinz Grab
Grab des Schwarzen Prinzen in der Kathedrale von Canterbury (Foto: Josep Renalias / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Seine Bezeichnung als „Schwarzer Prinz“ erhielt er, weil er angeblich immer eine schwarze Rüstung trug. Möglicherweise handelte es sich bei diesem Namen jedoch auch um eine Anspielung auf seine teils sehr brutale Kriegsführung. Beide Theorien sind jedoch historisch nicht belegt.

Der Schwarze Prinz wurde am 15. Juni 1330 geboren und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Feldherrn im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Bereits als Teenager war er eine Kriegerlegende.

Im Alter von 16 Jahren führte der Schwarze Prinz in der Schlacht bei Crécy den rechten Flügel der Engländer. Trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit von etwa 1:2 erlitten die Franzosen eine entscheidende Niederlage. Mit etwa 20.000 bis 60.000 Pfeilen pro Minute mähten die englischen Langbogenschützen ihre Feinde nieder.

Anschließend bewies er seine Fähigkeiten bei der Eroberung von Calais im Jahr 1347. Im darauffolgenden Jahr wurde der Schwarze Prinz das erste Mitglied des Hosenbandordens, der damals von seinem Vater Eduard III. gestiftet wurde. Der Orden existiert bis heute und ist elitärste Vereinigung seiner Art mit maximal 24 lebenden Angehörigen.

Im Jahr 1355 führte der Schwarze Prinz bei der Eroberung von Bordeaux. Anschließend startete er einen überraschenden Feldzug bis nach Narbonne am Mittelmeer und plünderte dabei den Süden von Frankreich.

In der Schlacht von Maupertuis in der Nähe von Poitiers am 19. September 1356 errang der Schwarze Prinz erneut einen spektakulären Sieg trotz einer Unterzahl von etwa 1:2. Dabei konnte er sogar den französischen König Johann II. den Guten gefangen nehmen.

In der Schlacht von Nájera fügte der Schwarze Prinz einem Bündnis von Franzosen und Spaniern am 03. April 1367 erneut trotz Unterzahl von mehr als 1:2 eine vernichtende Niederlage zu. Dabei erwies er sich erneut als ein brillanter Taktiker, dem seine Gegner einfach nicht das Wasser reichen konnten.

Seine letzte große Aktion war ein Vergeltungsschlag gegen Limoges in Aquitanien. Dabei wurden 3.000 Zivilisten niedergemetzelt.

Ein Jahr später erkrankte der Schwarze Prinz und zog sich anschließend aus dem öffentlichen Leben zurück. Am 08. Juli 1376 verstarb er noch zu Lebzeiten seines Vaters an der Ruhr.

In der Kathedrale von Canterbury erhielt der Schwarze Prinz ein prächtiges Grabmal. Sein ältester Sohn Richard II. wurde der neue Thronfolger und erhielt schon ein Jahr später als Minderjähriger die Krone von England.

Edward of Woodstock – ein Plantagenêt

Der seit dem 16. Jahrhundert als Schwarze Prinz bekannte Edward of Woodstock stammte aus dem Haus Anjou-Plantagenêt.

Woodstock Palace
Woodstock Palace in Oxfordshire (Urheber: unbekannt / Lizenz: gemeinfreies Bild)

Dabei handelte es sich um eine Nebenlinie aus dem Haus der Rolloniden, den Nachkommen von Wilhelm dem Eroberer.

Die Herrschaft der Rolloniden endete jedoch 1154 mit dem Tod von König Stephan. Anschließend übernahmen die Erben von Graf Gottfried von Anjou, der einen Ginsterzweig als Helmschmück führte (frz.: plante genêt).

Dieses Haus regierte dann bis 1399 über das Inselreich und brachte eine Reihe teils sehr berühmter Monarchen hervor:

  • Heinrich II. Kurzmantel (1154–1189)
  • Richard I. Löwenherz (1189–1199)
  • Johann Ohneland (1199–1216)
  • Heinrich III. (1216–1272)
  • Eduard I. (1272–1307)
  • Eduard II. (1307–1327)
  • Eduard III. (1327–1377)
  • Richard II. (1377–1399)

Ältester Sohn von Eduard III. und Philippa

Der Schwarze Prinz wurde als Eduard Plantagenêt am 15. Juni 1330 in Woodstock geboren. Sein Vater war zu diesem Zeitpunkt bereits seit drei Jahren der König von England. Die Mutter war Phillipa, Gräfin von Holland-Hennegau.

Königin Philippa war eine Nichte des französischen Königs Philipp VI., der als erster Vertreter des Hauses Valois von 1328 bis 1350 regierte. In diese Zeit fiel auch der Beginn des 100-jährigen Krieges.

Die Mutter des Schwarzen Prinzen galt als gutherzige Frau. Doch die Streitigkeiten unter ihren zahllosen Nachkommen sollten zu einem späteren Zeitpunkt noch die Rosenkriege zwischen den Häusern Lancaster und York auslösen. Damit war Königin Philippa eine dynastische Schlüsselfigur in der englischen Geschichte des späten Mittelalters.

Ernennung zum Prince of Wales (1343)

Entsprechend der Gepflogenheiten im englischen Königshaus wurde der Schwarze Prinz bereits als Kind mit zahlreichen Würden bedacht. Mit einem Jahr erhielt er erste Ländereien, im Alter von drei Jahren wurde er zum Earl of Chester ernannt.

Caernarfon Castle
Caernarfon Castle in Wales (pixabay)

Mit sechs Jahren ernannte man den Schwarzen Prinzen zum Duke of Cornwall. Die bis heute durch den englischen beziehungsweise britischen Thronfolger besetzte Position als Prince of Wales erhielt Eduard of Woodstock mit zwölf Jahren am 12. Mai 1343.

Die Ernennung zum Prince of Wales war zu Zeiten des Schwarzen Prinzen noch eine relativ neue Tradition, die auf das Jahr 1282 zurückging. Damals hatte König Eduard I. nach der Vernichtung des walisischen Widerstands seinen Sohn erstmals in diese Position erhoben.

Seitdem wird die Zeremonie in der damaligen Besatzungsburg Caernarfon Castle durchgeführt. Der Schwarze Prinz sollte diese Position dann entscheidend prägen.

Der Schwarze Prinz im 100-jährigen Krieg

Auslöser und Phasen des Konfliktes

Der Schwarze Prinz war in der Frühphase des 100-jährigen Krieges ein sehr wichtiger Anführer auf englischer Seite. Auslöser des Konfliktes waren Streitigkeiten um Ländereien und erbrechtliche Fragen zwischen den damals verwandten Königshäusern von England und Frankreich. Außerdem waren die Plantagenêts aufgrund ihres normannischen Erbes gegenüber dem König von Frankreich zur Lehenstreue verpflichtet.

Allerdings hatte der französische König Philipp VI. Valois auch ein mächtiges Heer und wollte sich die englischen Ländereien auf dem Festland einverleiben. Die Spannungen eskalierten, nachdem Eduard III. sich aufgrund seiner Abstammung mütterlicherseits als wahren König von Frankreich bezeichnete und einen netten Brief an seinen Cousin schickte:

„… an den Grafen Philipp von Valois, der vorgibt, König von Frankreich zu sein.“

Der 100-jährige Krieg begann dann im Jahr 1337 mit einer englischen Kampagne am Ärmelkanal und in Flandern. Die erste Aktion war ein erfolgreicher Überfall von König Eduard III. auf die flämische Insel Cadzand. Damit sollte zunächst die Kriegskasse gefüllt werden.

  1. Die erste Phase des Konfliktes konnte England sehr gut nutzen. Als zentrale Gefechte gelten die Schlacht von Caen (1346) und die Schlacht von Crecy (1346) sowie die Eroberung von Calais (1347). In diese Zeit fallen auch die großen Siege des Schwarzen Prinzen.
  2. Die zweite Phase des 100-jährigen Krieges brachte beispielsweise mit der Schlacht von Azincourt (1415) ebenfalls noch englische Siege. Die Franzosen konnten jedoch dank des Einsatzes von Jeanne d’Arc das Blatt nach und nach wenden.
  3. In der dritten Phase war England dann selbst sehr geschwächt von inneren Konflikten, den Rosenkriegen um die Krone. Als letztes Gefecht gilt die Schlacht bei Castillon (1453). Letztlich verloren sie bis auf Calais alle Ländereien auf dem Festland und waren schließlich die großen Verlierer des 100-jährigen Krieges.

Schlacht von Caen am 26. Juli 1346

Der Schwarze Prinz war zu Beginn des Krieges erst sieben Jahre alt. Seinen ersten Kampfeinsatz hatte er bei der Schlacht von Caen. Dabei spielte er jedoch noch keine bedeutende Rolle, sondern sollte an der Seite seines Vaters wohl zunächst erste Kampferfahrungen sammeln.

Der Verlauf der Schlacht von Caen eignete sich auch sehr gut, um Lektionen zu lernen. Entscheidend war zunächst, dass die etwa 12.000 bis 15.000 Engländer keine Belagerungswaffen dabei hatten.

Hundertjähriger Krieg Kampagne 1346 Karte
Angriff der Engländer im Jahr 1346 (Urheber: Goran tek-en / Lizenz: CC-BY-SA 4.0)

König Eduard III. überlegte sich deshalb eine entsprechende Taktik und reagierte seinerseits sehr agil auf das dynamische Kampfgeschehen gegen etwa 1.500 Verteidiger. Er wollte eigentlich planvoll Brücken zur Stadt stürmen.

Doch die Beutegier einiger Soldaten machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Sie stürmten vor und schließlich überquerten hunderte Engländer auf breiter Front den Fluss nach Caen. Sie wateten durch das Gewässer oder nutzten erbeutete Boote.

Das große Glück der Engländer war, dass dieser Massenangriff von den wenigen Verteidigern auch nicht abgewehrt werden konnte. Caen wurde dann fünf Tage lang geplündert, wobei insgesamt etwa 5.000 Franzosen zu Tode kamen.

Für den Schwarzen Prinz dürfte dies ein wichtiger Anschauungsunterricht gewesen sein. Er sollte dann künftig auf eine sehr hohe Disziplin seiner Truppen achten. Ein solches Chaos entstand unter seinem Befehl nie wieder.

Schlacht bei Crécy am 26. August 1346

In der Schlacht bei Crécy trafen Ende August 1346 die beiden Hauptstreitkräfte von England und Frankreich aufeinander. Die beiden Cousins König Eduard III. und König Philipp VI. standen sich an diesem regnerischen Tag persönlich gegenüber.

Die Engländer boten etwa 12.000 Mann auf und mussten sich etwa 20.000 bis 25.000 Feinde stellen. Die Franzosen wurden dabei von genuesischen Söldnern, Truppen aus Mallorca sowie aus dem Heiligen Römischen Reich unterstützt.

Schlacht bei Crécy Karte
Karte der Schlacht bei Crécy (Urheber: Westpoint Academy / Lizenz: gemeinfreies Bild)

Doch König Eduard III. und der Schwarze Prinz hatten ihre Lektion aus dem Chaos von Caen gelernt. Sie positionierten sich hervorragend auf dem Schlachtfeld und führten ihre Truppen mit einer hohen taktischen Disziplin.

Entscheidend war eine besondere Bodenformation auf dem Gelände. Dabei handelte es sich um eine tiefe Senke, die auch heute noch existiert. Obwohl das Schlachtfeld auf den ersten Blick offen wirkte, war es tatsächlich durch einen Engpass geprägt. Dadurch wurde die große Übermacht des französischen Heeres im Verlauf der Schlacht sogar zum Problem.

Zunächst griffen 6.000 genuesische Armbrustschützen mit ihrer Reichweite von etwa bis zu 150 Metern an. Diese wurden jedoch von der höheren Schussfrequenz der englischen Langbogenschützen sehr erfolgreich bekämpft, die auch noch über eine höhere Reichweite von etwa mehr als 200 Metern verfügten.

Währenddessen drängten die französischen Nahkämpfer wegen des Engpasses die Armbrustschützen vor sich her. Ein Rotation der Einheiten war nicht möglich und das Chaos wurde perfekt.

Quincunx - Rotation von Manipeln und Kohorten
Der Quincunx – Angriffsformation der römischen Armee

Die Engländer hingegen hatten ihre 2.000 bis 4.000 Langbogenschützen in einem Quincunx aufgestellt. Diese Formation wurden schon in der Antike von den römischen Legionären praktiziert.

So konnten die Engländer innerhalb ihrer Reihen rotieren und deckten das französische Heer mit einem Pfeilhagel von etwa 20.000 bis 60.000 Geschossen pro Minute ein. Außerdem wurden erstmals Kanonen auf einem Schlachtfeld eingesetzt, die jedoch noch nicht besonders wirkungsvoll waren.

Der Schwarze Prinz führte dabei mit nur 16 Jahren den entscheidenden, den rechten Flügel der Engländer. Dort wehrte er mit hoher Disziplin mehr als ein Dutzend verzweifelter Angriffe der Franzosen auf seine Linien ab. Am Ende der Schlacht bei Crécy hatten die Engländer etwa 100 bis 1.000 Mann verloren.

Wappen Prince of Wales
Wahlspruch „Ich Dien“ im Wappen des Prince of Wales (Urheber: Sodacan / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Bei den Franzosen ließen etwa 10.000 Kämpfer oder mehr ihr Leben. Besonders fatal war, dass auch etwa 1.500 adelige Panzerreiter fielen, darunter vor allem auch Erben von großen Häusern. Die französische Aristokratie benötigte fast ein Jahrhundert, um sich personell von diesem Blutzoll zu erholen.

„There lies the Prince of Chivalry, but he does not die.“

Zu den Toten gehörte auch der blinde König Johann von Luxemburg. Er hatte einen internationalen Ruf als Inbegriff von Ritteridealen. Der Schwarze Prinz soll seine Leiche entdeckt und ein Kleinod mit dem deutschen Wahlspruch „Ich Dien“ an sich genommen haben. Seitdem führt der Prince of Wales dieses Motto im Wappen.

Kämpfe um Calais (1346/47 & 1350)

Eroberung von Calais (1346/47)

Nach dem großen Sieg bei Crécy zog der Schwarze Prinz mit seinem Vater weiter nach Calais. Die Belagerung begann am 04. September 1346. Aber die Stadt war damals sehr gut befestigt.

In Erwartung einer langen Belagerung schickte der Kommandant Jean de Vienne rund 1.700 Bürger aus der Stadt, um Vorräte zu sparen. Diese erste Gruppe ließen die Engländer passieren. Eine zweite Gruppe von weiteren 500 Bürgern musste jedoch zwischen den Linien elendig verhungern.

Im Mai 1347 sammelte der französische König seine gesamte Ritterschaft für einen Befreiungsschlag. Die Streitmacht soll bis zu 100.000 Mann umfasst haben. Doch das widrige Gelände um Calais machte Angriffe auf die verschanzten Belagerer unmöglich.

König Philipp VI. musste deshalb unverrichteter Dinge wieder abziehen. Am 03. August 1348 kapitulierte Calais und war fortan für etwa 200 Jahre in englischem Besitz. Die Stadt ging erst während der Herrschaft von Maria I. Tudor wieder verloren.

Anschließend schlossen England und Frankreich einen Waffenstillstand, der in Aquitanien und der Bretagne jedoch kaum Beachtung fand. Der Hintergrund für diese Vereinbarung war nämlich kein Willen zum Frieden, sondern grassierende Seuchen in beiden Lagern.

König Eduard III. dürfte jedoch recht zufrieden mit dem bisherigen Verlauf gewesen. Er stiftete noch im Jahr 1348 den Hosenbandorden. Das ist bis heute der höchste Ritterorden von England beziehungsweise Großbritannien. Der Schwarze Prinz wurde das erste Mitglied.

Verteidigung von Calais (1350)

Sehr viel spannender als die Eroberung von Calais war die spätere Verteidigung der Stadt gegen einen nächtlichen Überfall. Der Historiker Yuval Noah Harari hat in seinem Buch über mittelalterliche Geheimoperationen die Ereignisse sehr anschaulich aufgearbeitet.

Die Aktion begann mit einer Initiative von Geoffroy de Charny, der zufälligerweise auch der erste nachweisbare Besitzer des Turiner Grabtuches war. Dieser französische Ritter bestach einen Lombarden namens Aimeric, der in Calais für einen Wachtturm verantwortlich war.

In der Neujahrsnacht 1349/50 schlich Geoffroy de Charny mit etwa 1.500 Mann zu dem Wachtturm, um die von etwa 1.200 Engländern verteidigte Stadt im Handstreich zu nehmen. Sein Sturmtrupp konnte sich unerkannt der Verteidigungsanlage nähern und dann öffneten sich die Tore.

König Eduard III. hatte wohl schon Wochen vor dem Angriff von den Plänen erfahren. Nun stürmte er persönlich an der Spitze von hunderten Engländern den verdutzten Franzosen entgegen.

Der Schwarze Prinz führte parallel einen Ausfall durch ein anderes Tor und konnte so die linke Flanke der Franzosen attackieren. Nach erstem Widerstand gegen den Gegenangriff bröckelten deren Linien sehr schnell.

Das französische Kommando geriet in Panik und zog sich in der Dunkelheit durch sumpfiges Gelände zurück zu einer schmalen Brücke. Dabei gerieten sie in das Kreuzfeuer von englischen Langbogenschützen, die nun freies Schussfeld auf die rechte Flanke der Franzosen hatten.

Kampagne nach Narbonne (1355)

König Eduard III. ernannte den Schwarzen Prinzen nach den ersten Erfolgen zum Statthalter von Guyenne. Dort nahm er 1355 zunächst die Stadt Bordeaux ein.

Hundertjähriger Krieg Kampagne 1355 Karte
Kampagne des Schwarzen Prinzen im Jahr 1355 (Urheber: Goran tek-en / Lizenz: CC-BY-SA 4.0)

Noch im selben Jahr startete der Schwarze Prinz einen Blitzkrieg. Im Mittelalter bezeichnete man eine solche Kampagne als Chevauchée.

Er drang bis tief in den Süden von Frankreich vor. In nur knapp zwei Monaten, vom 05. Oktober bis zum 02. Dezember 1355, hetzte er mit 5.000 bis 8.000 Mann von Bordeaux bis an die Mittelmeerküste und zurück.

Bei den Gewaltmärschen starben etwa 15.000 Pferde. Doch der Schwarze Prinz verlor bei dieser Kampagne fast keine Soldaten, machte aber fette Beute.

Der Schwarze Prinz ließ seine Armee in drei Kolonnen parallel marschieren, um die Schneise der Zerstörung zu maximieren. Plündernd und brandschatzend machten sie zahllose Ortschaften dem Erdboden gleich.

Die Franzosen sammelten sich zur Verteidigung in Toulouse. Aber der Schwarze Prinz zog einfach daran vorbei und ließ sich nicht aufhalten.

Das Ziel der Kampagne von 1355 war Narbonne. Die Stadt war damals fast so groß wie London. Während sich die Bewohner in der Zitadelle verschanzten, plünderten die Engländer auch hier und ließ sich selbst von Artilleriebeschuss nicht abhalten.

Schlacht bei Maupertuis (1356)

Die Schlacht bei Maupertuis von 1356, auch bekannt als Schlacht von Poitiers, war eine erneute Begegnung der englischen und französischen Hauptheere. Der Schwarze Prinz hatte inzwischen seinen Vater als Feldherr abgelöst. Auf der anderen Seite hatte es auch einen Führungswechsel gegeben. Inzwischen regierte Johann II. der Gute über Frankreich.

Schlacht von Poitiers 1356 Karte
Karte der Schlacht von Maupertuis beziehungsweise Poitiers im Jahr 1356 (Urheber: Lokiseinchef / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Im Vorfeld war der Schwarze Prinz von Bordeaux kommend losgezogen, um in der Mitte Frankreichs zu plündern. Johann II. der Gute blockte ihn zunächst an den Brücken der Loire und setzte dann zur Verfolgung an.

Die Franzosen führten wieder einmal mit etwa 20.000 Mann die doppelte Zahl an Streitern ins Feld. Das Gelände selbst war uneben und von zahlreichen Sträuchern durchzogen. Deshalb der Name: Maupertuis = schlechter Durchgang.

Die schon etwas erfahreneren Anführer auf der französischen Seite drängten auf ein vorsichtiges Vorgehen gegen den Schwarzen Prinzen. Am Morgen des 19. September 1356 verleitete eine Bewegung der Engländer den rechten Flügel der Franzosen unter Arnould d’Audrehem jedoch zu einem Angriff.

Sie mussten dabei durch einen von Hecken gesäumten Weg. Dort lauerten die Bogenschützen und rieben den Flügel auf. Arnould d’Audrehem wurde gefangen genommen.

Daraufhin griff auch der linke französische Flügel unter Jean de Clermont an. Mit mehreren Wellen versuchten sie durchzubrechen, doch verursachten nur ein Chaos in der eigenen Schlachtordnung. Clermont wurde getötet.

Parallel führte nun der englische Heerführer Jean III. de Grailly mit 200 Reitern einen Umgehungsangriff. Diese Attacke wurde in dem unwegsamen Gelände von den Franzosen erst entdeckt, als es dann zu spät war.

In der Zwischenzeit wuchs der Druck der Langbogenschützen auf das gesamte Heer der Franzosen. Sie wurden soweit in die Defensive gedrängt, bis es schließlich zu einer Fluchtbewegung kam. König Johann II. der Gute wurde dabei von der englischen Kavallerie unter Jean III. de Grailly isoliert und gefangen genommen.

Im darauf folgenden Jahr schlossen England und Frankreich erneut einen Friedensvertrag. König Johann II. der Gute wurde jedoch erst 1361 nach der Zahlung von 3 Millionen Écu freigelassen. Das entsprach etwa dem zweieinhalbfachen Jahreseinkommen seines Königreiches.

Schlacht von Nájera (1367)

Der Schwarze Prinz verbündete sich im weiteren Verlauf des 100-jährigen Krieges mit Peter dem Grausamen von Kastilien und Karl dem Bösen von Navarra. Der Hintergrund war, dass die Spanier über eine Flotte verfügten, die nicht an der Seite der Franzosen kämpfen sollte.

Das Königreich Frankreich hatte sich hingegen mit der kastilischen Opposition verbündet. Im Jahr 1367 stellten sie wieder ein enormes Heer auf, um den Schwarzen Prinzen in einer gigantischen Schlacht endlich zu bezwingen.

Imperial State Crowen
Der „Rubin des Schwarzen Prinzen“ findet sich im Zentrum des vorderen Tatzenkreuzes (Foto: unbekannt / Lizenz: gemeinfreies Bild)

Das Bündnis unter Führung des Schwarzen Prinzen führte 24.000 Mann ins Feld. Seine Gegner verfügten über 60.000 Soldaten, die jedoch zusammengewürfelt und unzuverlässig waren.

Die Schlacht von Nájera am 03. April 1367 endete dann auch in einer Katastrophe für das Königreich Frankreich und die kastilische Opposition. Alles begann bereits in den ersten Stunden des Tages, als das Schlachtfeld noch im Dunkeln lag.

Die Truppen des Schwarzen Prinzen näherten sich unbemerkt und kamen im ersten Tageslicht hinter einem zentralen Hügel hervor. Die Entscheidung wurde jedoch von erfahrenen Söldnern aus der Gascogne auf den Flügeln herbeigeführt.

Sie könnten sich an den Flanken vorkämpfen, während Langbogenschützen das feindliche Zentrum aufrieben. Die Bataillone brachen nach und nach ein. Letztlich konnte nur der kastilische Oppositionsführer Heinrich II. fliehen.

Für seinen Erfolg erhielt der Schwarze Prinz einen Spinell geschenkt. Der enorme Edelstein schmückt bis heute die Staatskrone von Großbritannien. Er befindet sich im Zentrum des vorderen Tatzenkreuzes und ist auch bekannt als „Rubin des Schwarzen Prinzen“.

Massaker von Limoges (1370)

Die letzte militärische Aktion des Schwarzen Prinzen war ein Vergeltungsschlag gegen die abtrünnige Stadt Limoges in seinem Herrschaftsbereich. Er ließ 3.000 Einwohner töten und fünf Tage lang plündern.

Anfang 1371 kehrte der Schwarze Prinz krank nach England zurück. Im darauf folgenden Jahr verzichtete er auf seine Position als Herzog von Aquitanien und zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück.

Am 08. Juni 1376 verstarb der Schwarze Prinz schließlich an der Ruhr, noch vor seinem Vater. Der neue Thronfolger wurde sein ältester Sohn, der als Richard II. schließlich auch der letzte König aus dem Haus Anjou-Plantagenêt sein sollte.