Kaiser Commodus

Kaiser Commodus – Gladiator und Tyrann

Lucius Aurelius Commodus wurde am 31. August 161 n. Christus geboren. Ab 180 regierte er bis zu seiner Ermordung am 31. Dezember 192 als römischer Kaiser.

Kaiser Commodus Büste
Kaiser Commodus als Hercules – Büste im Kapitolinischen Museum in Rom (Foto: Ricardo André Frantz / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Commodus stand schon früh als Nachfolger seines Vaters Kaiser Mark Aurel fest. Entgegen verschiedener Darstellungen stand dies wohl nie in Frage. Deswegen erhielt er bereits als Teenager eine Rolle im politischen Betrieb des Römischen Reiches.

Commodus verbrachte einen großen Teil der Jugend an der Seite seines Vaters. Er begleitete ihn während der Markomannenkriege und war beim Vorgehen gegen den Usurpator Avidius Cassius dabei.

Nach dem Tod des Vaters verlief die Nachfolge zunächst reibungslos. Doch als Kaiser schürte Commodus zahlreiche Konflikte insbesondere zwischen dem Senat und der Bevölkerung von Rom.

Dabei stützte sich die Herrschaft von Kaiser Commodus vor allem auf Präfekte der Prätorianer. Doch aus eben diesem Umfeld erwuchsen auch zahlreiche Gefahren und Verschwörungen.

Während dessen soll sich Kaiser Commodus jedoch vor allem um sein persönliches Vergnügen gekümmert und die Staatsgeschäfte vernachlässigt haben. Er gefiel sich als Gladiator und Wagenlenker. Ganz besonders gerne inszenierte er sich als „Hercules“.

Nach zahlreichen Verschwörungen gelang am 31. Dezember 192 schließlich seine Ermordung. Der Athlet Narcissus erdrosselte Kaiser Commodus in seinem Bad.

Narcissus fand jedoch selbst ein grausames Ende. Der nachfolgenden Kaiser Septimius Severus Pertinax warf ihn den wilden Tieren in der Arena zum Fraß vor.

Jugend von Lucius Aurelius Commodus

Commodus war ein Sohn von Kaiser Mark Aurel und dessen Cousine sowie Ehefrau Faustina die Jüngere. Die Mutter war darüber hinaus die jüngste Tochter des früheren Kaisers Antoninus Pius.

Commodus wechselte im Laufe seines Lebens mehrfach den Namen, geboren wurde er als Lucius Aurelius Commodus. Ansonsten weiß man beispielsweise noch, dass er blond und Linkshänder war.

Der Geburtsort von Commodus war Lanuvio unweit von Rom. Er hatte auch einen älteren Zwillingsbruder, Titus Aurelius Fulvus Antoninus, der jedoch im Jahr 165 verstarb.

Auch ein jüngerer Bruder, Marcus Annius Verus, verstarb ebenfalls noch im Knabenalter. Commodus war deshalb letztlich der einzige männliche Nachkomme seines Vaters.

Rolle in der Regierung des Vaters

Commodus wurde natürlich standesgemäß erzogen und ausgebildet. Beispielsweise gehörte der berühmte Arzt Galen aus Griechenland zu seinen Lehrern. Er war auch später als sein Leibarzt tätig.

Commodus Knabe Büste
Commodus als Knabe (Foto: Naughtynimitz / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Bereits im Alter von fünf Jahren wurde Commodus zum „Caesar“ erhoben. Durch diesen Titel war er der designierte Nachfolger.

Im Jahr 172 hielt sich Commodus bei seinem Vater in Carnuntum auf. Das war ein großes Militärlager am römischen Limes in Oberpannonien.

In dieser Zeit konnte endlich ein Sieg über die Markomannen errungen werden. Commodus erhielt daraufhin den Ehrentitel „Germanicus“ und nahm mit seinem Vater am anschließenden Triumphzug teil.

Der Markomannenkrieg endete jedoch erst Jahre später. In der Zwischenzeit führten falsche Gerüchte über den Tod von Mark Aurel zu einer Usurpation in Syrien. Ein Zenturio brachte den Rebellen Avidius Cassius jedoch um, bevor es zu einem militärischen Schlagabtausch kam.

Im Jahr 177 wurde Commodus dann bereits zum „Augustus“ erhoben. Damit war er formal ein Mit-Kaiser seines Vaters und hatte alle Vollmachten eines römischen Kaisers.

Kaiser Commodus und seine Herrschaft

Nach dem Tod von Kaiser Mark Aurel kam es zunächst zu einem reibungslosen Übergang der Herrschaft im Jahr 180. Commodus war zu dieser Zeit auch sehr beliebt in der Bevölkerung.

Er sorgte für „Brot und Spiele“ und war dabei außerordentlich freigiebig. Die Staatskasse des Reiches war wegen der Kriege unter seinem Vater jedoch stark belastet.

Konflikte mit reichen Senatoren

Kaiser Commodus erhöhte die Steuern für die römischen Senatoren. Damit wollte er die Staatsfinanzen sanieren. Aber nicht nur diese Entscheidung führte zu Spannungen mit der reichen Oberschicht.

Commodus gewährte auch den Präfekten der Prätorianer viel Einfluss. Damit wurde die alte Elite in ihren Vorrechten beschränkt.

Besonders beleidigend war, dass Kaiser Commodus im Laufe seiner Herrschaft vermehrt Freigelassene und Angehörige aus dem Stand der römischen Ritter auf wichtigen Posten installierte.

Die Kaiser Commodus insgesamt sehr feindlich gesonnene Geschichtsschreibung wirft ihm vor, dass er sich ansonsten kaum um die Staatsgeschäfte kümmerte. Er soll seine Zeit lieber als Gladiator verbracht haben.

Gladiator, Hercules und Wagenlenker

Kaiser Commodus gefiel sich sehr in der Rolle als Gladiator. Besonders gerne stellte er sich als „Hercules“ dar. Er ließ sogar Münzen mit entsprechenden Bildern und Inschriften prägen.

Kaiser Commodus Münze Hercules
Denar von Kaiser Commodus als Hercules (Foto:
Hermann Junghans / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Entgegen der Darstellung im Hollywood-Film „Gladiator“ kämpfte Kaiser Commodus in der Arena jedoch wohl nicht mit echten Waffen. Laut Cassius Dio tobte er diese Leidenschaft nur privat aus:

„Gerne kämpfte er als Gladiator, und zwar zu Hause bei sich und in einer Art und Weise, dass er ab und zu einen Gegner tötete […]. In der Öffentlichkeit hingegen verzichtete Commodus auf Eisen und Menschenblut.“

Aber Kaiser Commodus ließ sich wohl auf kleinere Schaukämpfe mit Holzschwertern ein. Damit wollte er wohl seine Beliebtheit in der breiten Bevölkerung steigern. Tatsächlich hat ihm das jedoch zumindest von den Senatoren wohl eher Spott eingebracht.

Außerdem trat Kaiser Commodus wohl gerne als Wagenlenker bei Rennen an. Darüber hinaus beteiligte er sich an Kämpfen gegen wilde Tiere (venationes).

In den letzten Monaten vor seiner Ermordung fanden noch Spiele für die Bevölkerung statt. Dabei hat Kaiser Commodus wohl noch hunderte Tiere mit Pfeil und Bogen oder Wurfspeeren getötet.

Verschwörung von Schwester Lucilla

Bereits 181 oder 182 kam es zu einer ersten Verschwörung gegen Kaiser Commodus. Neben dem Kaiser galt insbesondere der mächtige Kämmerer Aelius Saoterus als Feindbild.

Das Attentat auf den Kaiser schlug fehl. Die Ermordung von Saoterus gelang jedoch, was bei Commodus zu einer heftigen Reaktion geführt haben soll. Er verlor mit dem Kämmerer nämlich nicht nur einen engen Mitarbeiter, sondern angeblich auch einen Liebhaber.

Doch ausgerechnet die kaiserliche Schwester Lucilla gehörte zu dem wohl sehr kleinen Kreis der Verschwörer. In der Folge wurden einige Senatoren hingerichtet. Das führte zu weiteren Spannungen und vor allem auch zu einer Verschiebung der Macht.

Nach der Lucilla-Verschwörung wurde Sextus Tigidius Perennis zur Schlüsselfigur der Regierung. Dabei handelte es sich um einen alten Vertrauten von Mark Aurel, der unter Commodus dann bereits Präfekt der kaiserlichen Garde war.

Sextus Tigidius Perennis war laut Cassius Dio ein sehr ehrgeiziger, aber auch rücksichtsloser Funktionär. Er soll jedoch nicht korrupt gewesen sein und den Staat insgesamt recht geschickt verwaltet haben.

Kaiser Commodus hingegen soll sich laut der Historia Augusta dann wieder seinem persönlichen Vergnügen gewidmet haben. Diese Quelle gilt zwar als eher unzuverlässig. Aber die in einer solchen Situation erwartbaren Machtkämpfe im Umfeld von Commodus traten tatsächlich ein.

Rolle des Marcus Aurelius Cleander

Dem bemerkenswerten Aufstieg von Sextus Tigidius Perennis folgte schließlich ein noch tieferer Fall. Zunächst konnte er zwar für einige Jahre nach Belieben vorgehen. Während dieser Zeit verschaffte er beispielsweise seinen Söhnen einflussreiche Positionen im Militär.

Doch mit Marcus Aurelius Cleander drängte nun eine sehr intrigante Person an die Macht. Dieser war zwar noch als Sklave geboren, doch bereits unter Mark Aurel freigelassen worden. Mit einem solchen Hintergrund konnte man in der römischen Gesellschaft normalerweise bestenfalls eine Rolle als enger Vertrauter einer mächtigen Person erreichen.

Für einen solchen Aufstieg hatte Cleander jedoch eine hervorragende Ausgangsposition. Er war schon seit Kindertagen mit Kaiser Commodus befreundet und wusste diese Verbindung zu nutzen.

Nach Cassius Dio war Cleander bereits früh in Palast-Verschwörungen verwickelt. Angeblich war er sogar schon an der Intrige von 182 und der damit verbundenen Ermordung von Saoterus beteiligt.

Sturz von Sextus Tigidius Perennis

Im Jahr 185 kam dann für Cleander die große Chance, um Sextus Tigidius Perennis zu stürzen. Der Auslöser waren Beschwerden von römischen Legionären aus Britannien.

Cleander war der entscheidende Einflüsterer. Der einstmals so mächtige Perennis wurde im Jahr 185 von Kaiser Commodus fallen gelassen und anschließend sogar hingerichtet.

Cleander wurde daraufhin die einflussreichste Person im Umfeld von Kaiser Commodus. Er war jedoch klug genug, nicht gleich offen nach hohen Ämtern zu streben.

Vielmehr begnügte er sich zunächst mit einer Rolle als graue Eminenz im Hintergrund. Er trug lediglich den sehr einfachen Rang als „Kämmerer und Dolchträger“.

Aufstieg zum Präfekten und Fall

Der tatsächliche Einfluss von Marcus Aurelius Cleander auf Kaiser Commodus zeigte sich erst in Konflikten mit anderen Aufsteigern. Den in einem Prozess feindlich auftretenden Präfekten Publius Atilius Aebutianus ließ er im Jahr 187 erst juristisch kaltstellen und dann ermorden.

Dann begann Cleander jedoch Fehler zu machen. Zunächst ließ er sich von Kaiser Commodus zum dritten Präfekten der Prätorianer ernennen. Das war ein offener Affront gegen das Standesbewusstsein seiner Zeitgenossen.

Außerdem rückte Cleander durch diese Beförderung in die Öffentlichkeit und wurde angreifbar. Darüber hinaus zeigte sich nun auch seine Gier nach Reichtum.

Cleander verkaufte Ämter und machte sich damit weitere Feinde im politischen Apparat. Zur Schlüsselfigur wurde der Präfekt für die Getreideversorgung (praefectus annonae) der Hauptstadt Marcus Aurelius Papirius Dionysius.

Der Getreide-Präfekt hatte ohnehin eine Rechnung mit Kaiser Commodus offen. Deshalb verschärfte er eine sich anbahnende Knappheit an Nahrungsmitteln in der Hauptstadt.

In der Folge kam es zu einer Hungerrevolte in Rom. Der Getreide-Präfekt schob die Schuld jedoch sehr geschickt in die Schuhe von Cleander.

Kaiser Commodus ließ Cleander daraufhin zur Besänftigung der Bevölkerung hinrichten. Aber auch der Getreide-Präfekt war noch im selben Jahr fällig und wurde zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls exekutiert.

Ermordung von Commodus

Im Herbst 192 entstand eine weitere Verschwörung gegen Kaiser Commodus. Die genauen Hintergründe sind jedoch unklar. Auskünfte von Quellen werden von Forschern bezweifelt.

Septimius Severus – Nachfolger von Kaiser Commodus (Foto: Bibi Saint-Pol / Lizenz: gemeinfreies Bild)

Die Schlüsselfiguren sollen der inzwischen amtierende Garde-Präfekt Quintus Aemilius Laetus, der Kammerdiener Eclectus sowie die kaiserliche Konkubine Marcia gewesen sein.

Am 31. Dezember 192 wurde Kaiser Commodus dann in seinem Bad von dem Athleten Narcissus erdrosselt. Die Belohnung für diesen Mord fiel jedoch nicht wie erwünscht aus.

Der nachfolgende Kaiser Pertinax warf Narcissus den wilden Tieren in der Arena zum Fraß vor. Das Jahr 193 war jedoch von heftigen Kämpfen um die Macht gezeichnet. Es ist bis heute besser bekannt als das „Zweite Vierkaiserjahr“.

Letztlich setzte sich Septimius Severus als Befehlshaber der Donau-Legionen im Machtkampf durch. Er wurde Begründer der severinischen Dynastie, die mit seinem ältesten Sohn Caracalla einen besonders bekannten Vertreter hatte.