Russische Herrscher

Russlands Zaren, Kaiser und Diktatoren

Das heutige Russland blickt auf eine lange Geschichte zurück. Namensgebend war das einstige Fürstentum der Kiewer Rus, welches von schwedischen Wikingern gegründet wurde. Aus einem Handelszentrum entwickelte sich ein Weltreich, in dem die Sonne nicht untergeht.

„Russland ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium.“ (Winston Churchill)

Großfürsten der Kiewer Rus

Im 8. Jahrhundert begannen die Skandinavier mit ihren Wikingerschiffen in fast alle Richtungen auszuschwärmen. Während sich Dänen und Norweger tendenziell gen Süden und Westen wandten, fuhren die Schweden nach Osten.

Wikinger Expansion Karte
Karte der skandinavischen Expansion ab 8. Jahrhundert (Schöpfer: Gikü / Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

Dank der eleganten Bauweise und dem niedrigen Tiefgang konnten die Schiffe dann auch nicht nur über Ostsee fahren. Die Wikinger drangen über Flüsse wie dem Dnepr oder der Wolga bis tief ins russische Kernland ein.

Als Ruderer beziehungsweise als „Rus“ waren sie dabei vor allem als Händler und nicht als Plünderer unterwegs. So entstanden dauerhafte Niederlassungen wie Nowgorod.

In solchen Zentren verschmolzen die Einheimischen und die Zuwanderer. Aus dieser Verbindung entstand schließlich das erste russische Fürstentum.

Dynastie der Rurikiden (ab 862)

In der Nestorchronik wird der schwedische Adelige Rurik als legendärer Stammvater für ein gemeinsames Fürstentum von Einheimischen und Wikingern genannt. Die Historizität der Figur ist jedoch strittig, weil es kaum Quellen aus dieser Phase in der Mitte des 9. Jahrhunderts gibt.

Ruriks Bruder Oleg der Weise regierte ab 879 in Nowgorod. Er konnte drei Jahre später weiter südlich einige Gebiete erobern und das Reich der „Kiewer Rus“ gründen. Dort kontrollierten sie zentrale Handelsrouten der Region und entwickelten eine kraftvolle Regionalmacht.

Heilige Olga von Kiew
Heilige Olga von Kiew gemalt von Nikolay Bruni. (gemeinfrei)

Angrenzende Slawen und darunter vor allem die Drewlanen wurden in den folgenden Jahren in die Tributpflicht gezwungen. Mit Igor I. wurde der dritte Fürst der Kiewer Rus in diesen Konflikten jedoch getötet.

Es folgte eine recht düstere Episode, die als Rache der heiligen Olga von Kiew bekannt wurde. Ihr Sohn Swjatoslaw I. führte dann später weitschweifende Eroberungszüge, die ihn etwa 1.500 Kilometer weiter nach Osten bis ans Kaspische Meer führten.

Im Süden drang Swjatoslaw etwa 1.000 Kilometer bis an die untere Donau vor. Zwischenzeitlich, wenn auch wenig erfolgreich, bedrohten die Kiewer Rus im Jahr 941 sogar Konstantinopel.

Fürstentum von Moskau (ab 1340)

Die territoriale Expansion der Kiewer Rus führte zur Herausbildung von Teilreichen. Das 1147 erstmals erwähnte Moskau entwickelte sich in der Phase gegen Mitte des 13. Jahrhunderts zu einem eigenen Fürstentum.

Im Jahr 1340 erhielt Moskau den Status eines Großfürstentums. In der folgenden Zeit prägten zwei Faktoren die dominierende Stellung dieses Teilreiches.

Großfürstentum Moskau Karte
Karte der territorialen Entwicklung des Großfürstentums Moskau von 1390 bis 1525 (Urheber: David Liuzzo)

Zunächst setzte sich Moskau intern gegen den etwa 400 Kilometer östlich gelegenen großen Rivalen Nischni Nowgorod durch. Aber vor allem wurde die Stadt zum Bollwerk gegen Mongolen und Tartaren.

Simeon Iwanowitsch der Stolze bezeichnete sich zur Mitte des 14. Jahrhunderts dann bereits als Großfürst der Kiewer Rus. Nachdem Konstantinopel vom Osmanischen Reich im 1453 erobert wurde, erhielt das Reich eine sehr bedeutende kulturelle Aufwertung:

Der Moskauer Iwan III. der Große sah sein Reich als letzte verbliebene christliche Macht im Osten. Der Großfürst erklärte sich zum Erben des byzantinischen Reiches und heiratete sogar die Tochter des letzten Kaisers.

Moskau trug fortan den schwungvollen Titel als „Drittes Rom“ und entwickelte sich zum Zentrum der orthodoxen Kirche. In dieser Zeit wurde auch der Doppeladler in das Wappen übernommen.

Die Herrschaft von Iwan III. dem Großen dauerte 43 Jahre. Er vervierfachte das Territorium und begann mit dem Bau des Kremls. Eine ältere Konstruktion aus Holz wurde durch die auch heute noch sehr beeindruckende Anlage aus Stein ersetzt.

Das kulturelle und realpolitische Streben der Großfürsten von Moskau führte jedoch auch zu weiteren Konflikten mit den Nachbarn. Die Schlacht an der Wedrosch gegen Litauen am 14. Juli 1500 endete dann nicht nur mit einem militärischen Sieg sondern auch mit einem Zuwachs der Gebiete um etwa ein Drittel.

Russische Zaren – Kaiser im Osten

Die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts waren zwar nicht ausschließlich, jedoch wesentlich von weiteren militärischen Erfolgen der Großfürsten von Moskau geprägt. Die wichtigsten Gegner waren Krimtartaren sowie Khanate im Osten, die aus der Erbmasse des Mongolischen Reiches hervorgegangen waren.

Iwan IV. „der Schreckliche“ – erster Zar

Der Moskauer Großfürst Iwan der Schreckliche wurde 1530 geboren und hatte eine traumatische Jugend: Zunächst wurde er im Alter von nur acht Jahren ein Vollwaise, weil man nach dem Tod des Vaters seine Mutter vergiftete.

Die Cliquen am fürstlichen Hof machten den Jungen daraufhin erstmal zu ihrem Spielball. Mit 13 Jahren wurde ihm allerdings seine Macht bewusst. Iwan ließ den dominierenden Höfling einfach von der Palastwache ergreifen und anschließend von Jagdhunden zerfetzen.

Der Zwischenfall wurde zu einer Art von Erweckungserlebnis. Iwan IV. emanzipierte sich schnell in seiner neuen Rolle und führte substantielle Reformen der Verwaltung durch.

Zar Ivan der Schreckliche Thron
Zar Iwan IV. der Schreckliche erhielt von Byzanz einen Thron aus Elfenbein. (Foto: Stan Shebs / CC-BY-SA 3.0)

Wenig überraschend fielen diese zu Lasten des hohen Adels aus. Außerdem trieb der Moskauer Großfürst durch gezielte Enteignungen von fruchtbaren Ländereien die Erosion der Souveränität seiner politischen Gegner voran.

Im Alter von nur 16 Jahren ließ sich Iwan IV. dann am 16. Januar 1547 vom Moskauer Bischof zum ersten Zar von Russland krönen. Noch in diesem Jahr heiratete er die Tante des Stammvaters der später regierenden Romanows. Es war eine sehr glückliche Ehe, die den Jähzorn des jungen Zaren in Grenzen hielt.

Doch diese Anastassija Romanowna verstarb sehr früh und die labile Seite von Zar Iwan dem Schrecklichen brach endgültig hervor. Selbst seine sechs späteren Ehefrauen waren nicht sicher vor ihm. Besonders fatal war ein Wutausbruch gegen seinen ältesten Sohn, den er dann im Zorn erschlug.

Neben den Übergriffen gegen einzelne Personen gab es während der Regierungszeit des ersten Zaren eine Reihe von Massenexekutionen. Zur Durchsetzung seiner Terrorherrschaft gründete Iwan die Opritschniki. Das war eine spezielle Einheit mit etwa 1.500 Mann, die brutal gegen Feinde im Inneren vorging.

Außenpolitisch trieb Iwan der Schreckliche die Expansion des jungen Zarenreiches voran. Er führte Feldzüge gegen Livland und Kasan. Außerdem begann er mit der Eroberung von Sibirien. Die Konflikte war jedoch so kostenintensiv, dass das junge Zarenreich geschwächt aus dieser Regentschaft hervorging.

Dynastie der Romanows (ab 1613)

Die Romanows waren alter russischer Adel und seit der Zeit von Zar Iwan dem Schrecklichen auch eng mit der alten Herrscherlinie der Rurikiden verbandelt.

Peter der Große um 1717 gemalt von Jean-Marc Nattier. (gemeinfrei)

Als Stellvertreter für einen regierungsunfähigen Zar übernahmen die Romanows 1613 in Person von Michael I. die Macht. Seine Regierung lastete der Bevölkerung sehr hohe Steuern auf und goss die Leibeigenschaft in eine gesetzliche Fassung.

Ab 1682 regierte mit Zar Peter dem Großen der erste bedeutende Visionär. Unter seiner Führung wurden in Russland vor allem weltliche Schulen gebaut, um der technologischen Rückständigkeit und zugleich der Macht der Kirche zu begegnen. Darüber hinaus reformierte er die territoriale Gliederung, die Verwaltung, die Wirtschaft und auch das Militär.

Im Großen Nordischen Krieg von 1700 bis 1721 konnte Zar Peter I. trotz hoher Verluste einen Zugang zur Ostsee erkämpfen. Damit eröffneten sich für Russland ganz neue Möglichkeiten im Handel und zum Aufbau einer Kriegsmarine.

Peter der Große nahm dann als erster Zar noch im Jahr 1721 den verwestlichten Titel als „Kaiser von Russland“ an. Vier Jahrzehnte später kam dann eine wahrlich inspirierende Figur an die Macht:

1762 bestieg mit Peter III. zunächst eine wenig talentierte Person den russischen Thron. Er wurde umgehend von seiner Frau gestürzt, die man heute als Katharina der Großen kennt.

Kaiser Katharina die Große
Katharina die Große um 1780 gemalt von einem Nachahmer von Giovanni Battista Lampi. (gemeinfrei)

Als russische Kaiserin förderte sie die Immigration und erkämpfte einen Zugang zum Schwarzen Meer. Darüber hinaus führte Katharina die Große erfolgreiche Kriege gegen die Türken und engagierte sich gegen Schweden.

Mit Kaiser Alexander I. stellten die Romanows auch einen sehr bedeutenden Teilnehmer an den Kriegen gegen Napoleon Bonaparte. Während des zunächst erfolgreichen Feldzuges von Frankreich gegen Russland ließ der russische Kaiser sogar Moskau niederbrennen, um der Grande Armée das sichere Dach über dem Kopf im russischen Winter zu nehmen.

Diese Opferung der eigenen Hauptstadt brachte die strategische Wende. Der Feldzug endete für Napoleon in einem Desaster.

Das 19. Jahrhundert war in Russland jedoch vor allem von wachsenden Konflikten zwischen den Monarchen und der Bevölkerung geprägt. 1825 kam es sogar im Militär zu einer Revolte, an der insbesondere Offiziere der Garde beteiligt waren. In diesen Strudel geriet beispielsweise auch die Familie des späteren Revolutionärs Michail Bakunin.

Russlands Diktatoren – die Sowjetunion

Ende der Romanows (ab 1881)

Der Anfang vom Ende der mehr als 1000-jährigen Monarchie in Russland begann mit einem Attentat am 13. März 1881. Die Sozialrevolutionäre der Narodnaja Wolja töteten mit Kaiser Alexander II. ausgerechnet den letzten echten Reformer aus dem herrschenden Geschlecht der Romanows.

Zar Nikolaus II. Foto
Kaiser Nikolaus II. fotografiert im Jahr 1909. (gemeinfrei)

Der – nebenbei erste Anschlag mit einer Handgranate in der Geschichte – war zwar erfolgreich. Doch die Rädelsführer, darunter auch ein älterer Bruder von Lenin, wurden gehängt.

Der revisionistische Alexander III. übernahm als neuer Kaiser von Russland das politische Ruder. Nach seinem Tod im Jahr 1884 übernahm sein gleichgesinnter Sohn Nikolaus II. den Thron.

„Ich werde das Prinzip der Autokratie so fest und unerschütterlich bewahren wie mein verstorbener Vater.“ (Nikolaus II.)

Die Konfliktlinien zwischen Bevölkerung und Herrscher verhärten sich weiter. Das sagenhafte Elend des Ersten Weltkrieges wurde schließlich zum Katalysator einer gesellschaftlichen und politischen Eruption.

Bereits 1917 entglitt dem Herrscher die Kontrolle über das riesige Reich. Als letzter russischer Kaiser wurde Nikolaus II. am 17. Juli 1918 zusammen mit seiner Familie in einem Keller ermordet.

Oktoberrevolution von 1917

Die Herrschaft der Zaren beziehungsweise Kaiser endete mit der Februarrevolution zu Beginn des Jahres 1917. Das monarchische Prinzip wurde durch eine parallele Struktur einer provisorischen Regierung des Parlamentes sowie durch Arbeiter- und Soldatenräte, den sogenannten „Sowjets“ abgelöst.

Lenin Foto
Wladimir Iljitsch Lenin im Jahr 1920 fotografiert von Pavel Semyonovich Zhukov. (gemeinfrei)

Eigentlich war dann eine verfassungsgebende Versammlung für den Herbst 1917 geplant. Doch mit dem Juliaufstand kam es vorzeitig zu einer weiteren Erhebung.

Im Rahmen der Oktoberrevolution wurde die provisorische Regierung unter Alexander Kerenski gestürzt. Die Sowjets übernahmen unter der Führung von Lenin die Zentralgewalt.

In Windeseile wurde von Feliks Dzierżyński mit der Tscheka eine Geheimpolizei aufgebaut, die sehr schnell politische Gegner durch Inhaftierung oder Mord neutralisierte.

Dennoch brach 1918 der Russische Bürgerkrieg aus. Die Kommunisten beziehungsweise Bolschewiki brauchten mehrere Jahre, um sich durchzusetzen. Sie gingen dabei auch extrem blutig gegen partei-internen Widerspruch wie beispielsweise der Trotzkisten vor.

Herrschaft der Sowjets (bis 1991)

Den Kommunisten gelang es aber, bis 1922 mehr als 95 % des alten russischen Kaiserreiches unter ihre Kontrolle zu bekommen. Am 30. Dezember diesen Jahres wurde die Sowjetunion als neuer Staat ausgerufen.

Das neue politische System kreiste um das Zentralkomitee der kommunistischen Einheitspartei. Die Verfassung entwickelte sich in drei großen Stufen:

  • 1924 wurde die Sowjetische Verfassung erlassen, die die Gründung und Verfasstheit der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) konstituierte. Darüber hinaus wurden die höchsten Institutionen bestimmt.
  • 1936 trat die sogenannte Stalin-Verfassung in Kraft, die der Sowjetunion einen demokratischen Anstrich verlieh und wohl vor allem eine außenpolitische Wirkung haben sollte.
  • 1977 trat die sogenannte Breschnew-Verfassung in Kraft, die eine formale Rückkehr zur totalen Herrschaft des Proletariats darstellte.

Bis zur Auflösung der Sowjetunion gab es sieben Parteivorsitzende der KPdSU. Dem Selbstverständnis nach übernahmen sie auch die Rolle als Regierungschef:

  1. Wladimir Lenin
  2. Josef Stalin
  3. Nikita Chruschtschow
  4. Leonid Breschnew
  5. Juri Andropow
  6. Konstantin Tschernjenko
  7. Michail Gorbatschow

Präsidenten der Russischen Föderation

Im Zuge der Auflösung der UdSSR erklärte die Russische Föderation im Jahr 1990 ihre Souveränität. Zwei Jahre später trat dieser größte Teilstaat der ehemaligen Sowjetunion auch dessen Rechtsnachfolge an.

Das politische System nach dem Wortlaut der Verfassung wird als semipräsidentiell eingeordnet. Formal handelt es sich dabei um eine Demokratie, die durch eine sehr starke Stellung des Präsidenten geprägt ist.

In der Verfassungswirklichkeit wird die Russische Föderation jedoch als eine gescheiterte beziehungsweise defekte Demokratie eingeschätzt, die lediglich als Fassade für eine Autokratie gilt.

Ein wesentlicher Grund für das Scheitern der Transformation vom Kommunismus zu einem demokratischen System lag in den Verwerfungen der wirtschaftlichen Ordnung. Den kapitalistischen Schock der Frühphase konnten gewiefte und rücksichtlose Geschäftsleute nutzen, die sich häufig als Gangster zu den „russischen Oligarchen“ entwickelten.

Boris Jelzin – der Alkoholiker

Boris Jelzin war der erste demokratisch gewählte Präsident der Russischen Föderation. Er hatte seine Karriere 1961 in der KPdSU begonnen. Nach zwanzig Jahren war er in das Zentralkomitee aufgestiegen und positionierte sich in den 80ern als radikaler Reformer.

Boris Jelzin
Boris Jelzin im Jahr 1996 (kremlin.ru / CC-BY-SA 3.0)

Damit geriet er selbst zu Michail Gorbatschow in Widerspruch. Boris Jelzin trat deshalb am 12. Juli 1990 aus der Partei aus und ging in die Opposition. Ein Jahr später gewann er die Präsidentschaftswahl.

Boris Jelzin brach jedoch schnell mit demokratischen Prinzipien, als er 1993 ohne rechtliche Grundlage das Parlament auflöste. Nur mit Hilfe des Militärs konnte er sich gegen den gewählten Gegenkandidaten Alexander Ruzkoi behaupten.

Besonders fatal erwies sich jedoch die Transformation der Wirtschaft. Im Zuge der Privatisierung von Staatsbetrieben konnten sich liquide und riskobereite Geschäftsleute sagenhaft bereichern. Mit Hilfe von teils mafiösen Methoden entstand ein neuer Geldadel, den man als russische Oligarchie bezeichnet.

Zugleich erlebte die breite Bevölkerung in Russland einen dramatischen Niedergang ihrer Lebensqualität. Darüber hinaus zeigten sich bei Boris Jelzin vermehrt die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum.

Wladimir Putin – der Agent

Wladimir Putin wurde 1952 geboren und diente zunächst im Geheimdienst KGB in der Hauptabteilung für Auslandsspionage. In dieser Funktion war er lange in Dresden tätig und stieg zum Oberstleutnant auf.

Wladimir Putin
Wladimir Putin als Direktor des FSB im Jahr 1998 (RIA Novosti archive, image #100306 / Sergey Subbotin / CC-BY-SA 3.0)

Ab 1991 arbeitete er als Berater in der Politik. Dank seiner Talente für Organisation wurde Putin bereits im darauffolgenden Jahr zum stellvertretenden Bürgermeister von St. Petersburg ernannt.

Einige Jahre später wechselte er in den Stab von Boris Jelzin. Während des Niedergangs seines Vorgängers etablierte sich Putin in den Moskauer Zirkeln. Kritische Stimmen unterstellten ihm dabei eine besondere Nähe zu alten Seilschaften des KGB sowie zur organisierten Kriminalität.

1998 wurde er zunächst zum Direktor des neuen Dienstes FSB ernannt. Im darauffolgenden Jahr übertrug man ihm auch die Rolle als Sekretär des Sicherheitsrates der Russischen Föderation.

Am 09. August 1999 machte Boris Jelzin ihn mit der Zustimmung des Parlamentes zum Ministerpräsidenten. Nach dem überraschenden Rücktritt des alkoholkranken Präsidenten gegen Ende des Jahres übernahm Putin verfassungsgemäß die Amtsgeschäfte. Seitdem ist er der starke Mann in Russland.