Gnaeus Pompeius Magnus

Gnaeus Pompeius Magnus – General

Gnaeus Pompeius Magnus oder auch Pompejus war ein römischer Staatsmann und Feldherr im 1. Jahrhundert v. Christus.  Für seine militärischen Erfolge erhielt er den Beinnamen Magnus, der Große.

Doch Gnaeus Pompeius Magnus spielte eine ambivalente Rolle in dem konfliktreichen Jahrhundert. Als einflussreiche Person verbündete er sich zunächst mit dem aufstrebenden Gaius Julius Caesar.

Zusammen mit dem sagenhaft reichen Marcus Crassus bildeten sie das Erste Triumvirat. Das Männer-Bündnis war als militärisch-politischer Machtblock so einflussreich, dass sie am römischen Senat vorbei eine eigene Politik betreiben konnten.

Doch es kam zum Bruch und schließlich zu einem erneuten Bürgerkrieg in der römischen Republik. Gnaeus Pompeius Magnus wurde zum größten Gegenspieler für den aufstrebenden Gaius Julius Caesar.

Aber die entscheidende Schlacht von Pharasalos ging verloren. Der einst ruhmreiche General musste fliehen. In Ägypten wurde Gnaeus Pompeius Magnus schließlich am 28. September des Jahres 48 v. Christus von Höflingen ermordet.

Herkunft und Aufstieg

Das Geschlecht der Pompeii gehörte nicht zum römischen Ur-Adel. Vielmehr gehörten sie als Plebjer ursprünglich zur Unterschicht. Erst 141 v. Christus stellte die Familie mit Quintus Pompeius ihren ersten Konsul.

In den folgenden Jahrzehnten baute der Clan seinen Einfluss aus. Als Gnaeus Pompeius Magnus am 29. September 106 v. Christus geboren wurde, gehörte das Geschlecht politisch zu den Optimaten, der aristokratischen Oberschicht.

Populare gegen Optimaten

In den jungen Jahren von Gnaeus Pompeius Magnus war die römische Republik bereits tief zerrissen. Über die Jahrhunderte hatten sich die gesellschaftlichen Konflikte zwischen der Oberschicht und der Unterschicht immer weiter verschärft.

Die Angehörigen des Ritter-Standes, die eine niedere Adelsschicht bildeten, agierten häufig als das Zünglein an der Waage. Hinzu kam der Einfluss von mächtigen Heerführern, die ebenfalls bedeutende Machtfaktoren im alten Rom darstellten.

Es gab zwar demokratische Elemente. Aber die Wahlen im alten Rom waren entscheidend von einem Klientelismus geprägt. Ökonomisch und politisch starke Familien sammelten Anhänger und kauften deren Stimmen.

Es bildeten sich zwei politische Haupt-Strömungen heraus, die um die Macht konkurrierten. Die Partei der unteren Schicht wurde als die Popularen bezeichnet, ihre politischen Interessen wurde häufig von Volkstribunen wahrgenommen wie:

Um 100 v. Christus entbrannte schließlich ein großer Bürgerkrieg, deren Hauptakteure waren Marius auf Seiten der Popularen und Sulla für die Optimaten. Für Letzteren stellte der junge Pompeius freiwillig und auf eigene Kosten ein Heer auf.

Pompeius – General der Republik

Sizilien und Nord-Afrika

An der Seite des schließlich siegreichen Sulla wurde Gnaeus Pompeius zu einem der großen Profiteure des römischen Bürgerkrieges. Im Jahr 82 v. Christus heiratete er dessen Stieftochter, so dass der junge Mann über eine familiäre Verbindungen zum mächtigsten Mann im Staat verfügte.

Nach den Siegen gegen die Popularen auf der italienischen Halbinsel erhielt Gnaeus Pompeius das Kommando über zwei Feldzüge gegen verbliebene Gegner. Zunächst operierte er erfolgreich auf Sizilien.

Dann begab sich Gnaeus Pompeius nach Nord-Afrika und siegte dort ebenfalls. Im Jahr 79 v. Christus erhielt er dafür die Ehre eines eigenen Triumphzuges in Rom.

Prokonsul in Spanien

Für seine Verdienste wurde Gnaeus Pompeius Magnus im Jahr 77 v. Christus mit einem Prokonsulat in Spanien belohnt. Er wurde zum Statthalter der Provinz Hispania citerior, des diesseitigen Spaniens, ernannt und begann mit den Vorbereitungen.

Die iberische Halbinsel stand nämlich noch nicht unter der vollen Kontrolle der Optimaten in Rom. Während der kurzen Herrschaft der Popularen hatten diese nämlich Quintus Sertorius im Jahr 83 v. Christus als einen Statthalter ihrer Partei nach Spanien entsandt.

Quintus Sertorius genoss in der breiten Bevölkerung ein hohes Ansehen. Er berichtete nämlich von einer Begegnung mit einer weißen Hirschkuh. Diese Tiere galten als heilige Symbole der Götter. Dem Glauben nach durften nur besonders favorisierte Personen diesen Anblick erleben.

Die Lusitaner, ein Stamm aus dem heutigen Portugal, erhoben Quintus Sertorius schließlich zu ihrem Anführer. Die Bewegung erhielt großen Zulauf. Im Jahr 77 v. Christus riefen sie ein Sonderreich sowie einen eigenen Senat mit 300 Mitgliedern ins Leben.

Mit 30.000 römischen Legionären traf Gnaeus Pompeius dann 76 v. Christus in Spanien ein. Es kam zu einem langjährigen Krieg mit schweren Verlusten auf beiden Seiten. Erst als Quintus Sertorius im Jahr 72 v. Christus von Verschwörern ermordet wurde, endete dieser Sertoriuskrieg.

Sklaven-Aufstand in Italien

Nach dem Ende des Krieges in Spanien kehrte Gnaeus Pompeius schnell nach Italien zurück. Dort war ein Sklaven-Aufstand unter Spartakus ausgebrochen. Nach frühen Erfolgen war das Momentum der Bewegung zwar gebrochen.

Doch in der letzten Entscheidungsschlacht spielten die Truppen von Pompeius eine zentrale Rolle. In der Schlacht von Lukanien mussten zusammen etwa 40.000 Legionäre gegen etwa 75.000 Sklaven bestehen.

Die Aufständischen waren den regulären Truppen unter Gnaeus Pompeius und Marcus Crassus jedoch militärisch weit unterlegen. Mehr als 60.000 Sklaven fielen den Legionen zum Opfer.

Es wurden nur etwa 6.000 Gefangene gemacht. Diese ließen man an entlang der Via Appia als Warnung kreuzigen.

Lex Gabinia und Piratenkrieg

Dem siegreichen General Gnaeus Pompeius wurden bald neue Aufgaben übertragen. Diese spiegelten nicht nur seinen bisherigen Aufstieg in der römischen Republik wider. Sie verliehen ihm Macht auf einem ganz neuen Niveau.

Im Jahr 67 v. Christus wurde von einem Volkstribun nämlich ein Gesetz eingebracht, um die Kilikischen Seeräuber im östlichen Mittelmeer zu bekämpfen. Diese bedrohten die Getreideversorgung der Hauptstadt.

Der Volkstribun hieß Aulus Gabinius und konnte die sympathisierende Bevölkerung überzeugen, seinem Gesetz, der Lex Gabinia, zuzustimmen. Damit wurde ein imperium extraordinarium an Gnaeus Pompeius Magnus verliehen.

Gnaeus Pompeius erhielt zahlreiche Sonderrechte für die Bekämpfung der Piraten. Darüber hinaus wurde er mit einem gigantischen Budget von 36 Millionen Denaren ausgestattet. Damit stellte er dann eine riesige Flotte auf:

  • 500 Schiffe
  • 120.000 Infanterie
  • 5000 Reiter

Seine Befehlsgewelt umfasste alle Küsten des Mittelmeeres sowie bis zu 75 km ins Landesinnere. Dadurch kam es zu einigen politischen Konflikten mit den Statthaltern von örtlichen Provinzen. Doch Gnaeus Pompeius konnte sich stets durchsetzen.

Zur systematischen Bekämpfung der Piraten teilte Gnaeus Pompeius das Mittelmeer in Sektoren auf:

  1. Spanien und Straße von Gibraltar
  2. Gallien und Ligurien
  3. Nord-Afrika, Sardinien, Korsika, Balearen
  4. Italienische West-Küste
  5. Sizilien und Adriatisches Meer
  6. Griechisches Festland
  7. Griechische Inseln
  8. Thrakisches Meer
  9. Östliches Mittelmeer, Zypern

In der Schlacht von Korakesion, heute die Stadt Alanya in Anatolien, konnte Gnaeus Pompeius Magnus die Piraten vernichtend schlagen. Außerdem erbeuteten die Römer etwa 370 Schiffe und nahmen 20.000 Mann gefangen.

Insgesamt konnte Pompeius etwa 120 Stützpunkte ausheben. Dabei wurden auch zahlreiche Geiseln befreit.

Dritter Mithridatischer Krieg

Nach dem Ende des Krieges gegen die Piraten verblieb Gnaeus Pompeius noch im Osten des Reiches. Im heutigen Norden der Türkei tobten Kriege zwischen lokalen Fürsten. Deshalb kam es 66 v. Christus erneut zu einem imperium extraordinarium für den General.

Dieses mal hieß der Volkstribun Gaius Manilius, der die nach ihm benannte Lex Manilia auf der Volksversammlung einbrachte. Das Gesetz hatte noch dazu mit Marcus Tullius Cicero einen sehr prominenten Fürsprecher.

Daraufhin erhielt Gnaeus Pompeius Magnus den Oberbefehl im Dritten Mithridatischen Krieg. Dieser dauerte bereits seit 74 v. Christus an und hatte den Römern schwere Niederlagen gebracht. Als neuer Oberbefehlshaber konnte Pompeius die Kontrolle jedoch schnell erringen.

Bereits im Jahr 63 v. Christus kam es zur entscheidenden Niederlage für Mithridates VI. von Pontos. In der Folge ordnete Gnaeus Pompeius den ganzen Osten des Reiches bis nach Syrien neu. Dabei schuf er auch neue Klientel-Königtümer:

  1. Armenien
  2. Juda
  3. Colchis
  4. Kappadokien

Im Jahr 62 v. Christus kehrte Gnaeus Pompeius dann als großer Triumphator nach Rom zurück. Seine Stellung war so einflussreich, dass er in der Folge seine Legionen verließ und sich der Politik zuwandte.

Politische Rolle in der Republik

Obwohl Gnaeus Pompeius Magnus seine militärische Befehlsgewalt abgelegt hatte, sahen ihn viele Senatoren als Risiko. Bereits im unmittelbaren Nachgang an die erfolgreichen Kriegszüge begannen politische Manöver.

Vor allem die Belohnung, quasi die Altersversorgung, für seine Veteranen wurde verweigert. Doch der erfahrene Stratege reagierte offensiv auf die drohende Isolierung seiner Person.

Triumvirat

Pompeius schloss sich mit Crassus, einem der reichsten Männer seiner Zeit, und mit dem politischen Talent Julius Caesar zu einem informellen Bündnis zusammen. Damit hatten sich die drei einflussreichsten Männer im Staat verschworen.

Im Jahr 59 v. Christus wurde Julius Caesar dank dieser Rückendeckung zum Konsul gewählt. Während seiner Amtszeit brach er gleich mehrmals die Verfassung, auch um Gnaeus Pompeius zu begünstigen.

Beispielsweise zwangen sie den römischen Senat, in einem anderen Gebäude, im Theater des Pompeius, zu tagen. Dort konnten dann auch militärische Befehlshaber an den Sitzungen teilnehmen. Dies war in ursprünglichen Räumlichkeiten nicht zulässig.

Um das Bündnis zu stärken heiratete Gnaeus Pompeius Magnus sogar Julia, die Tochter von Caesar. Doch diese verstarb während ihr Vater in Gallien immer erfolgreicher wurde, so dass das familiäre Band brach.

Marcus Crassus verstarb ebenfalls, als er gegen die Parther ins Feld zog. Gnaeus Pompeius Magnus entwickelte sich politisch in dieser Zeit zu einem starken Verfechter der Republik. Schließlich kam es deshalb zum politischen Bruch mit Julius Caesar kam.

Bürgerkrieg

Die republikanischen Kräfte in Rom wollten Caesar nach seiner Rückkehr aus Gallien für seine Verfehlungen zur Rechenschaft ziehen. Dieser entschloss sich jedoch, mit seiner Armee gegen die Hauptstadt zu ziehen.

Nachdem er den Rubikon überschritten hatte, wurden Pompeius beauftragt, die Hauptstadt zu verteidigen. Doch ein großer Teil seiner Truppen stand in Spanien. Deshalb ließ er zunächst die Veteranen als Evocati reaktivieren.

Dennoch hatte Gnaeus Pompeius keine Chance, Rom gegen den anrückenden Caesar zu halten. Zusammen mit republikanischen Senatoren zogen sie sich zunächst nach Brundisium zurück. Dann flohen sie nach Griechenland.

Die Anhänger der alten Republik konnten dort große Kräfte mobilisieren. Doch Julius Caesar und sein getreuer Marcus Antonius setzten ihren politischen Feinde bald nach. Dem erfahrenen Gnaeus Pompeius Magnus gelang es zwar lange Zeit, sich gegen seine militärischen Feinde zu behaupten.

Doch die Senatoren wurden ungeduldig und suchten die Entscheidung. Sie zwangen den erfahrenen Pompeius in die Schlacht von Pharasalos. Diese wurde zur entscheidenden Niederlage für die republikanische Sache.

Ermordung

Gnaeus Pompeius Magnus galt als größter Feldherr seiner Zeit, bis er in der Schlacht von Pharasalos vernichtend geschlagen wurde. Er selbst flüchtete noch während der Kämpfe und zog sich bis nach Ägypten zurück.

Doch Höflinge des Königs ließen Gnaeus Pompeius am 28. September im Jahr 48 v. Christus ermorden. Seine Kopf wurde abgetrennt und als Geschenk zu Caesar geschickt. Dieser weinte angeblich und ließ den Kopf seines alten Freundes und Gegners mit Würde bestatten.