James K. Polk – 11. Präsident der USA

James Knox Polk wurde am 02. November 1795 geboren. Er gehörte zur Demokratischen Partei und regierte ab 1845 für eine Amtszeit als elfter Präsident der USA.

James K. Polk Foto
James K. Polk war der 11. Präsident der USA. (Mathew B. Brady / gemeinfrei)

„Ein Präsident, der seine Pflichten aufrichtig und gewissenhaft erfüllen will, kann sich keine Freizeit leisten.“

Seine Regierung gilt als eine der wichtigsten in der Geschichte der Vereinigten Staaten, weil James K. Polk die Expansion nach Westen und Süden vorantrieb.

Er war ein Anhänger des Manifest Destiny, der „offenkundigen Bestimmung“ Amerikas sich auszudehnen.

In Folge des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges gliederte er Kalifornien in die Vereinigten Staaten ein. Dank erfolgreicher Verhandlungen konnte er darüber hinaus das Oregon-Territorium aus der Abhängigkeit von Großbritannien lösen und vollständig unter Kontrolle bekommen. Es handelte sich dabei um eine Fläche von etwa 700.000 km².

Zu Beginn des Goldrausches löste James K. Polk dann mit einer Rede vor dem Kongress die sagenhafte Arbeitsmigration von mehreren hunderttausend Personen aus. Er machte sich damit zur prägenden Figur des amerikanischen Traums.

Politischer Lebenslauf von James K. Polk

James K. Polk war das älteste von zehn Kindern einer schottisch-irischen Familie. Er wurde in North Carolina geboren und wuchs später in Tennessee auf.

Sarah Childress Polk
Die Ehefrau von James K. Polk gemalt von George Dury nach einer Vorlage. (gemeinfrei)

Seine große Liebe und spätere Ehefrau Sarah lernte er schon früh kennen. Sie war eine gesellige Person und damit auch gesellschaftlich eine ideale Ergänzung für den eher humorlosen James K. Polk, der beispielsweise große Probleme mit Small Talk hatte.

„Ich liebe dich, Sarah. Für alle Ewigkeit. Ich liebe dich.“

Er war ein talentierter Schüler und schloss seine Studium von klassischen Sprachen und der Mathematik als Bester seines Jahrgangs ab. Anschließend trat er in den Dienst eines Anwalts und wurde Jurist.

Mit diesem beruflichen Einstieg eröffnete sich der junge James K. Polk bereits Zugang zu wichtigen politischen Netzwerken und schuf damit eine Basis für seinen Aufstieg. Dieser Anwalt war nämlich Felix Grundy, ein späterer Senator und Justizminister in der Regierung des achten Präsidenten Martin van Buren. 1820 eröffnete James K. Polk zusammen mit einem späteren Postminister eine Anwaltskanzlei in Columbia.

Mitglied des Repräsentantenhauses

Andrew Jackson
Offizielles Gemälde von Andrew Jackson als Präsident im Weißen Haus gemalt von Ralph Eleaser Whiteside Earl. (gemeinfrei)

1823 wurde James K. Polk in das Repräsentantenhaus gewählt. Dort unterstützte er den späteren Präsidenten Andrew Jackson, zu dem er auch ein sehr gutes persönliches Verhältnis entwickelte.

Inhaltlich ging es vor allem um die Ablehnung der nationalen Bank of the United States sowie des Papiergeldes. James K. Polk zog eine Währung aus Silber und Gold vor.

Darüber hinaus stand James K. Polk für eine Wirtschaftspolitik zu Gunsten der ländlichen Gegenden im Gegensatz zu den Interessen der Industrie.

Von Jacksons Sieg in der Präsidentschaftswahl von 1828 profitierte er dann auch besonders. Polk erhielt den Vorsitz im Committee on Ways and Means. Der Ausschuss im Repräsentantenhaus war für die Haushalts-, Finanz-, Steuer- sowie Sozialpolitik zuständig und war damit das Nervenzentrum politischer Entscheidungen.

Sprecher des Repräsentantenhauses

Dank der Unterstützung durch Andrew Jackson erhielt James K. Polk im Jahr 1835 schließlich sogar den Posten als Sprecher des Repräsentantenhauses. Er war damit der Präsident und ranghöchste Vertreter des Parlamentes.

Seine vierjährige Amtszeit war von Grabenkämpfen der beiden damals führenden Parteien geprägt: den Demokraten und den Whigs. Anschließend zog es James K. Polk vorerst zurück auf die Landesebene seines heimatlichen Bundesstaates Tennessee.

Gouverneur von Tennessee

In Tennessee hatten zuletzt die Whigs das Amt des Gouverneurs für sich gewinnen können. James K. Polk stellte sich als glühender Anhänger der Demokraten zur Wahl im Jahr 1839.

Martin van Buren
Martin van Buren im Jahr 1837 gemalt von Henry Inman. (gemeinfrei)

Tatsächlich konnte er auch dank seiner Bekanntheit mit 2.500 Stimmen Vorsprung gewinnen. Das Land war jedoch gezeichnet von einer schweren Wirtschaftskrise, die damals bereits seit zwei Jahren wütete.

Diese Wirtschaftskrise von 1837 hatte ihren Ursprung in einer Spekulationsblase beim Handel mit Flächen vertriebener Ureinwohner.

Nach dem Platzen trudelten zahlreiche Banken in die Zahlungsunfähigkeit. Die Wirtschaft erlebte einen dramatischen Abschwung und Arbeitslosigkeit griff um sich.

Die Demokraten unter der Führung des damals amtierenden Präsidenten Martin van Buren hatten sich zwar mit allen Mitteln im „Bank War“ gegen diese Spekulationen gestellt. Die Öffentlichkeit lastete ihnen dennoch die Schuld für diese verheerende Wirtschaftskrise an, was die ganze Partei in ein Tief riss.

James K. Polk scheiterte bei der nächsten Wahl für das Amt des Gouverneurs von Tennessee dann selbst. Auch ein weiterer Versuch blieb erfolglos, woraufhin er sich für einige Zeit aus der Politik zurückzog.

James K. Polk als Präsident der USA

Nominierung & Wahlkampf

Im Mai 1844 stellte sich James K. Polk im Vorwahlkampf zur Nominierung als Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaftswahl. Er war dabei ein Außenseiter neben mehreren sehr prominenten Figuren.

Doch auch in acht Wahlgängen konnte keiner der Favoriten die notwendige Mehrheit von Zweidritteln auf sich vereinen. James K. Polk wurde deshalb als Kompromiss ins Rennen gebracht und erreichte tatsächlich die notwendige Stimmenzahl im innerparteilichen Wettstreit.

Während des Wahlkampfes gegen den Whig Henry Clay aus Kentucky punktete James K. Polk dann vor allem mit expansionistischen Positionen. So gewann er vor allem im Süden und im Westen der Vereinigten Staaten viele Stimmen und trat seine Präsidentschaft dann am 04. März 1845 an.

Vier Ziele der Präsidentschaft

James K. Polk verfolgte während seiner Präsidentschaft vier große Ziele. Zu diesen zählte vor allem die Expansion nach Westen und Süden, so dass seine Amtszeit als eine der bedeutendsten der amerikanischen Geschichte gilt:

  • Wiedereinführung eines unabhängigen Schatzamtes
  • Senkung von Zöllen
  • Erwerb des Oregon-Territoriums
  • Erwerb von Kalifornien von Mexiko

Für die Nachwelt führte James K. Polk ein Tagebuch über seine Präsidentschaft. Er zeichnete darin allerdings von sich selbst das sehr unvorteilhafte Bild einer engstirnigen, humorlosen und prüden Person.

Anhänger des „Manifest Destiny“

Manifest Destiny bedeutet soviel wie „offensichtliche Bestimmung“. Damit ist die selbst erklärte Mission zur Verbreitung der US-Kultur in Nordamerika gemeint.

Amerikanischer Fortschritt von John Gast
Der „Amerikanische Fortschritt“ gemalt von John Gast. (gemeinfrei)

Vor allem Pioniere und Siedler fühlten sich von diesem Manifest Destiny angesprochen. Aber auch das robuste Auftreten insbesondere gegenüber Großbritannien wurde mit dieser Idee bildhaft begriffen.

Die Ideale der Freiheit und des Nationalismus erhielten dabei zugleich einen quasi religiösen Anstrich wie auch einen politischen Leitfaden. Das Manifest Destiny erklärte aggressiven Expansionismus zu sozial erwünschtem Verhalten.

Selbst der Einsatz von Militär beispielsweise gegen die ohnehin bereits stark dezimierten Indianer war eine vermeintlich logische Folge dieser „offensichtlichen Bestimmung“. James K. Polk führte während seiner Präsidentschaft in dieses Narrativ gehüllt den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg. Er wurde dafür nur von wenigen Politikern wie Abraham Lincoln angegriffen.

Mexikanisch-Amerikanischer Krieg

Präsident James K. Polk formulierte 1846 große territoriale Forderungen gegen Mexiko. Dafür ließ er auch Truppen unter dem Befehl des damaligen Generals und späteren Präsidenten Zachary Taylor in die Region verlegen.

Mexiko weigerte sich jedoch, diesen Forderungen einfach nachzugeben. Zur Eskalation kam es nach einem kleinen Gefecht zwischen mexikanischen Dragonern und einer Einheit der US-Kavallerie.

James K. Polk argumentierte anschließend, dass eine Kriegserklärung nicht weiter nötig sei, weil Mexiko bereits den Kriegszustand ausgelöst hatte. Der Mexikanisch-Amerikanische Krieg begann am 25. April 1846.

Karte Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
Karte des Verlaufs des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges von 1846 bis 1848 (Kaidor / CC-BY-SA 3.0)

Anfang Mai besiegte General Zachary Taylor mit seinen damals 2.300 Mann eine fast doppelt so große Streitmacht der Mexikaner. Die US-Armee wurde daraufhin vergrößert und mit Reservisten verstärkt.

Über drei Achsen drangen die Truppen der USA in Mexiko ein. Zunächst wurden die nördlichen Gebiete besetzt. Parallel spielte die Marine der Vereinigten Staaten ihre große Überlegenheit zur See aus.

Die militärische Entscheidung des Krieges fiel nach einer Landeoperation bei Veracruz. Innerhalb von nur vier Stunden gingen mehr als 10.000 US-Soldaten an Land. Die Stadt kapitulierte nach fünftägiger Belagerung.

Wenige Monate später fiel Mexiko-Stadt. Der Krieg endete mit einem Diktatfrieden beziehungsweise dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo. Darin erkannte Mexiko die Zugehörigkeit von Texas zu den Vereinigten Staaten an.

Kalifornischer Goldrausch 1848/49

Als scheinbare Bestätigung des Manifest Destiny begann 1848 der Kalifornische Goldrausch. Beim Bau eines Sägewerks entdeckte James W. Marshall im Januar diesen Jahres den ersten Goldnugget.

Die Nachricht brauchte mehrere Monate, um sich in den USA zu verbreiten. Im März berichten Zeitungen in Kalifornien von dem Fund, aber erst im August wurde die Nachricht auch in New York publiziert.

Im Dezember 1848 hielt Präsident James K. Polk dazu eine Rede vor dem Kongress. Daraufhin zogen mehrere hunderttausend Glücksritter in der Hoffnung auf Reichtum gen Westen.

Eingliederung des Oregon-Territoriums

Oregon-Territorium Karte
Karte des Oregon-Territoriums im Jahr 1848 (Furfur / CC-BY-SA 3.0)

Das Oregon-Territorium stand seit 1818 unter der gemeinsamen Kontrolle von Großbritannien und den USA. Das Gebiet umfasste die heutigen Bundesstaaten Washington, Idaho, Oregon sowie Teile von Montana und Wyoming.

Während die Vereinigten Staaten an den Ländereien interessiert waren, wollten die Briten vor allem die Kontrolle über den Columbia River behalten. James K. Polk präsentierte Großbritannien als erstes Angebot die Teilung entlang des 49. Breitengrades.

Dadurch wäre aber mit Fort Vancouver die wichtigste Niederlassung in dem Gebiet ebenfalls an die Vereinigten Staaten gefallen. Erst nach einem längeren Tauziehen konnte sich James K. Polk in den Verhandlungen mit dem britischen Außenminister durchsetzen.

Dadurch fiel eine Fläche von 700.000 km² an die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Supermacht des 20. Jahrhunderts hatte damit schon weitgehend ihre territoriale Gestalt angenommen.

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