Talcott Parsons

Talcott Parsons – Das AGIL-Schema

Talcott Parsons (* 13. Dezember 1902; † 8. Mai 1979) war ein US-amerikanischer Soziologe. Er gilt als einflussreichster soziologischer Theoretiker vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die 1960er Jahre hinein. Niklas Luhmann war einer seiner Studenten, er beeinflusste Anthony Giddens und hat sich als Übersetzer für Werke von Max Weber verdient gemacht.

Talcott Parsons hat eine Handlungstheorie strukturfunktionalistisch bis zu einer allgemeinen Soziologischen Systemtheorie weiterentwickelt.

Über die fachlichen Grenzen der Soziologie hinaus wurde seine theoretische Arbeit beispielsweise von Politikwissenschaftlern aufgegriffen und im Polity IV-Demokratieindex zur Messung von Demokratie verwendet.

AGIL-Schema für Soziale Systeme

AGIL-Schema von Talcott Parsons aus der Systemtheorie für Soziale Systeme
Talcott Parsons: AGIL-Schema

Talcott Parsons übertrug das systemische AGIL-Schema aus den Naturwissenschaften in die Sozialwissenschaften. Die grundsätzliche Aussage ist, dass jedes System vier Grundfunktionen aufrecht erhalten muss, um überleben zu können. Diese vier Grundfunktionen ergeben sich aus der Matrix von instrumental/konsumatorisch sowie aktiv/passiv und beeinflussen sich wechselseitig.

Die vier Grundfunktionen stehen dabei für das auf Bedürfnissen beruhendem Verhaltenssystem. Dem motivierten persönlichen System zur Erreichung von Zielen. Dem sozialen System zur Rollenbildung in der Gesellschaft und dem auf Wertvorstellungen basierenden kulturellem System.

Das AGIL-Schema kann in sich selber verschachtelt werden: Die Fähigkeit eines Systems, sich beispielsweise aktiv-instrumental zu verhalten, muss ebenfalls über die vier Grundfunktionen verfügen. Systeme müssen auch in der Lage sein, über (aktiv-instrumentale) Anpassungsfähigkeit einer ersten Instanz auch über eine anpassungsfähige Anpassungsfähigkeit zweiter Instanz verfügen. („A“ von „A“)

Am Beispiel von politischen Reformen kann man erklären, dass eine Reform zwar eine Veränderung an sich ist, aber dass diese Veränderung nicht notwendigerweise ebenfalls reformier-/veränderbar ist. Eine Veränderung kann also in der aktuellen Situation vorteilhaft sein, aber wegen mangelnder Veränderbarkeit der Veränderung wird diese Veränderung zwangsläufig zum Problem werden.