Papst Gregor I. – der Große

Gregor I. der Große war römischer Papst von 590 bis zu seinem Tod im Jahr 604. Er gehörte zu den vier lateinischen Kirchenvätern und wurde 1295 sogar heiliggesprochen. Darüber hinaus prägte er einen wichtigen Teil des Titels der christlichen Oberhirten:

„Servus Servorum Dei“ / „Knecht der Knechte Gottes

Zu seiner Zeit stand Rom unter der nominellen Kontrolle des ost-römischen Kaisers. Dennoch betrieb Gregor der Große eine eigene Politik und verhandelte insbesondere mit den vor allem im Norden der Halbinsel ansässigen Langobarden.

Papst Gregor der Große
Papst Gregor der Große gemalt um 1614 (Jusepe de Ribera / gemeinfrei)

Gregor der Große baute außerdem die Hegemonie des Bischofs von Rom über die Christenheit aus. Während seiner Zeit endete auch die Phase der religiösen Toleranz in Italien, wie sie zu Beginn des 6. Jahrhunderts von Theoderich dem Großen eingeführt wurde:

„[…] dass ihr sie mit größtem Eifer verfolgt. Sind sie unfrei, so züchtigt sie mit Prügel und Folter, um sie zur Besserung zu zwingen. Sind sie aber freie Menschen, so sollen sie durch strengste Kerkerhaft zur Einsicht gebracht werden […]“

Papst Gregor der Große gilt deshalb als Wegweiser für die gewaltsame Konvertierung von Nicht-Christen im Mittelalter.

Durch das aktive Aussenden von Missionaren trieb Gregor der Große bereits selbst die Expansion seiner Religion voran. Historisch bedeutsam wurde die Missionierung des angelsächsischen Königs Æthelberht I. von Kent. Damit legte er den Grundstein für die christliche Tradition der englischen Könige.

Als großer Anhänger des heiligen Benedikt von Nursia erklärte Papst Gregor der Große die Benediktsregeln als verbindliche Grundlage für die gesamte Kirche. Einige Forscher glauben jedoch, dass Gregor diese Regeln selbst geschrieben hat oder zumindest schreiben ließ.

Als „Consul Dei“, als Gottes Konsul, setzte sich Papst Gregor der Große sehr für die Verteilung von Lebensmitteln an Arme ein. Dies hatte den Hintergrund, dass Rom zu seiner Zeit nur über eine mangelhafte Versorgung an Getreide verfügte.

Die Verteilung von Almosen diente dabei jedoch auch dem Selbstzweck. Papst Gregor der Große sah solche Gesten als ein zweckmäßiges Mittel, um sich am Tag des jüngsten Gerichtes den Weg in den Himmel zu erkaufen.

Der Nachwelt hinterließ Gregor der Große zahlreiche schriftliche Werke. Der sprachliche Stil war sehr einfach gehalten und spiegelte damit sowohl den Niedergang der allgemeinen Bildung zu Beginn des Mittelalters wie auch seine „Demut“ wider.

Gregor aus dem Haus der Anicier

Der spätere Papst Gregor I. der Große war ein Angehöriger der römischen Aristokratie. Er stammte aus der gens Anicia, einer sehr alten Adelsfamilie deren Spuren bis ins 3. Jahrhundert v. Christus zurückverfolgt werden können.

Die Anicier verdankten ihren Aufstieg Lucius Anicius Gallus. Dieser hatte sich als Prätor im Dritten Makedonischen Krieg besonders hervorgetan.

Im Jahr 160 v. Christus wurde Lucius Anicius Gallus dann als homo novus, als Aufsteiger, zum Konsul ernannt. Seine Regierungszeit blieb langfristig als besonders guter Jahrgang für Wein in Erinnerung.

Die Anicier der Spätantike

Die Familie von Gregor I. dem Großen hatte seiner Zeit bereits enge Verbindungen zur Kirche. Er war sogar der Ur-Enkel von Papst Felix II., der 483 unter der Herrschaft von Odoaker gewählt wurde.

Gordianus, der Vater von Gregor dem Großen, war ein hoher Beamter in Rom. Er selbst wurde dann um 540 geboren. Das genaue Datum ist nicht bekannt.

Der spätere Papst Gregor der Große erhielt eine standesgemäße Ausbildung in Rhetorik und Recht. Anschließend verfolgte er zunächst eine weltliche Karriere und stieg schon im Alter von 30 Jahren bis zum Praefectus Urbi auf.

Damit hatte Gregor der Große bereits die höchste Stufe einer senatorischen Laufbahn erreicht, denn das west-römische Reich war längst zerfallen. In der christlichen Legendenbildung um seine Person wird dieser Aspekt jedoch gerne ausgeblendet. Da wird Gregor auch als armer Einsiedler oder früherer Sünder inszeniert, der durch göttliche Eingebung zum Papst wurde.

Gründung eines Klosters in Rom

Ab 575 führte der spätere Papst Gregor I. der Große ein Leben als Mönch. Forscher spekulieren, dass die fehlende Perspektive auf eine weitere weltliche Karriere diese Entscheidung zumindest beeinflusst hat.

San Gregorio al Monte Celio
San Gregorio auf dem Monte Celio in Rom (Livioandronico2013 / CC-BY-SA 3.0)

Die Villa seiner Eltern auf dem Caelius-Hügel wandelte er in ein benediktinisches Kloster um. Die Einrichtung wurde Andreas geweiht, einem der Zwölf Apostel.

Das Santi Andrea e Gregorio al Monte Celio existiert bis heute und beherbergt immer noch einen Konvent. Auch Besuchern steht der Zugang offen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage mehrfach umgebaut. Darüber hinaus stammen eine ganze Reihe von großen Persönlichkeiten des Christentums aus dieser Einrichtung.

Ein besonders bekanntes Beispiel war der heilige Augustinus von Canterbury. Er trat 596 von diesem Kloster seine Missionsreise nach Britannien an. Aber auch Paulinus von York kam aus dieser Einrichtung.

Klerikale Karriere unter Pelagius II.

Im Jahr 579 wurde Gregor für höhere Aufgaben in den Kirchendienst berufen. Der amtierende Papst Pelagius II. entsandte ihn als Apokrisiar nach Konstantinopel. In dieser Rolle war er eine Art Sondergesandter.

Der spätere Papst Gregor der Große blieb für sechs Jahre in Konstantinopel. Er sollte dort um Unterstützung für Rom beziehungsweise ganz Italien zu werben. Während der Völkerwanderung war die Halbinsel nämlich wiederholt geplündert worden.

Vom alten Glanz des Römischen Reiches war praktisch nichts mehr übrig. Im fernen Konstantinopel hatte man jedoch andere Sorgen.

Außerdem soll das Griechisch von Gregor dem Großen ziemlich schlecht gewesen sein. Er hatte als Gesandter deshalb wohl auch erhebliche Schwierigkeiten bei der Verständigung.

Im Anschluss an die Rückkehr nach Rom wurde Gregor von Papst Pelagius II. in den Kreis seiner Berater berufen. Später wurde er zu dessen Nachfolger ernannt.

Pontifikat von Gregor dem Großen

Gregor der Große wurde am 03. September 590 zum Papst gewählt. Damit war er der erste Bischof von Rom, der einen monastischen Hintergrund hatte und aus der lateinischen Kirche stammte. Deshalb ist er heute noch als „Mönchspapst“ bekannt.

Einer Legende nach soll Gregor der Große durch Anrufung des Erzengels Michael zu Beginn seiner Amtszeit auch die Pest aus Rom vertrieben haben. Jener erschien ihm über der Engelsburg und steckte sein flammendes Schwert in die Scheide, woraufhin die Seuche verschwand.

Unter Gregor dem Großen, wurde wenn auch inoffiziell, der bereits von Leo dem Großen wiederbelebte Titel als „Pontifex Maximus“ erneuert.

Verhandlung mit Langobarden

Als das Pontifikat von Gregor dem Großen begann, befand sich Rom in einem erbärmlichen Zustand. In der einstigen Welt-Metropole lebten nur noch wenige zehntausend Menschen.

Karte Langobardenreich um 572
Karte des Langobardenreiches in Italien um 572 (Castagna / CC-BY-SA 3.0)

Ein großes Problem waren die Langobarden, die vor allem im reichen Norden von Italien siedelten. Gregor der Große bewies in dieser schwierigen Situation jedoch sein Talent für die Politik.

Von besonderer Bedeutung war ein diplomatischer Vorstoß im Jahr 593. Er verhandelte einen Teilabzug der Langobarden gegen einen jährlichen Tribut von 500 Goldpfund.

Zu diesem Zweck pflegte er einen Briefwechsel mit der Langobardenkönigin Theudelinde. Die holde Maid erhielt nicht nur teure Geschenke wie das Gregoriuskreuz. Sie wird von den Christen auch als Selige verehrt und hat im 19. Jahrhundert sogar eine Gedenktafel in der Walhalla bei Regensburg bekommen.

Administration und Almosen

Papst Gregor der Große erfüllte die Verteilung von Almosen an Bedürftige als christliche Pflicht mit neuem Leben. Er reorganisierte die reichen kirchlichen Ländereien in Italien, um Getreide an die Hauptstadt liefern zu können.

Darüber hinaus entwickelte Gregor der Große die Buchführung weiter. Die Verteilung der Almosen fand dann immer zum Anfang eines Monats statt.

Diese christliche Nächstenliebe folgte dabei einer klaren Logik. Mit milden Gaben konnten Gläubige ihre Chancen auf ein positives Urteil vor dem jüngsten Gericht verbessern und damit einen Einzug in den Himmel wahrscheinlicher machen.

Streit mit orthodoxen Patriarchen

Die Bischöfe von Rom hatten schon lange vor Papst Gregor dem Großen den Anspruch, dass nur sie als Nachfolger von Petrus die Oberhirten der Christenheit seien. Während seines Pontifikats kam es dann ebenfalls zu Konflikten mit den Patriarchen von Konstantinopel. Es ging vor allem um den Titel als „ökumenischer Patriarch“:

  • Eutychios von Konstantinopel (577 bis 582)
  • Johannes IV. Nesteutes (582 bis 595)

Johannes IV. und Papst Gregor der Große kannten sich sogar noch aus seiner Zeit als Apokrisiar in Konstantinopel und schätzten sich ursprünglich sehr. Kirchenpolitisch stellten sie sich jedoch gegenseitig mit austauschbaren Argumenten in Frage.

Besonders kritisch war die Frage der Rechtsprechung. Ein wichtiger Fall war die Erlaubnis von Papst Gregor dem Großen zur Auspeitschung des der Häresie angeklagten Anastasius in der Kirche von Konstantinopel im Jahr 593.

Damit wurde Johannes IV. demonstrativ übergangen und öffentlich gedemütigt. Darüber hinaus verhängte Gregor der Große im Jahr 595 ein Redeverbot zwischen dem Patriarchen von Konstantinopel und dem päpstlichen Legaten.

Dennoch hatte Johannes IV., der als Johannes der Faster heiliggesprochen wurde, großen Einfluss auf die christliche Lehre. Der orthodoxe Patriarch befasste sich sehr detailliert mit sexuellen Sünden in allen Formen und Kombinationen. Besonders leidenschaftlich widmete er sich dem Analverkehr.

Erfindung des Fegefeuers

Die Christen waren von Beginn an eine apokalyptische Sekte, deren Hoffnungen sich auf ein angebliches Leben nach Tod konzentriert. Bereits im 1. Jahrhundert entstanden beispielsweise mit der Offenbarung des Johannes farbenfrohe Vorstellungen, wie das ultimative Ende aussehen würde:

„Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken.

(Offenbarung 20,12)

Das Problem mit der dystopischen Weltanschauung der Christen war jedoch, dass zu viele Sünden für die Lebenden formuliert wurden. Realistischerweise hatte man deshalb eigentlich keine Chance auf ein positives Urteil gegen die Vorwürfe von Luzifer vor dem jüngsten Gericht.

„Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.“

(Offenbarung 20,15)

Etwa 900 Jahre bevor Papst Leo X. die Idee mit dem Ablasshandel hatte, fand Gregor der Große als ausgebildeter Jurist bereits ein rechtliches Schlupfloch in den Paragraphen der Bibel. Der Winkeladvokat aus dem Vatikan entwickelte auf dieser Basis eine zusätzliche Zwischenwelt, die zwar Vorstufe der Hölle, aber auch Transitraum zum Himmel ist.

Deshalb gilt Papst Gregor der Große als „Erfinder des Fegefeuers“. Ob der Pontifex dafür die inhaltliche Rückendeckung seines Gottes hatte, ist historisch jedoch nicht überliefert. Konkret ging es dem Rechtsverdreher um folgende Stelle im Evangelium des Matthäus:

„Auch wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.“ (Mt 12,13)

Für Gregor den Großen war diese Stelle der eindeutige Beleg, dass zumindest einige Sünden erlassen werden können. Immerhin darf man ja offensichtlich Jesus beleidigen, während ein Wort gegen den Heiligen Geist nicht drin ist. Inwiefern eine solche Interpretation noch mit dem grundlegenden Bekenntnis zur trinitarischen Göttlichkeit vereinbar sein kann, sei mal dahingestellt.

Denn diese „Heilsökonomie“ war für die christliche Kirche als machtpolitische Organisation sehr vorteilhaft. Das Darbringen von Opfern kann sich laut Gregor dem Großen sogar noch positiv auf das Sündenregister von bereits Verstorbenen auswirken.

Mit diesem Winkelgriff erhöhte Gregor der Große die Attraktivität des christlichen Glaubens entscheidend. Darüber hinaus erschloss er für seine Organisation zusätzliche Einnahmen. Auch deshalb gilt er völlig zu Recht als einer der vier großen Kirchenväter.


Inhaltsverzeichnis von Frag Machiavelli

„Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun so klatscht Beifall!“

(Augustus – letzte Worte)


Vorzeit

NameRolle
Gott/
SatanDämon
MetatronErzengel
AzraelErzengel
MichaelErzengel
GabrielErzengel
RaphaelErzengel
UrielErzengel
RazielErzengel
LuziferDämon
SamaelDämon
LilithDämonin
NemesisDämonin
BaphometDämon

Frühantike

NameRolle
SunziMilitärtheoretiker
SokratesPolitischer Philosoph
PlatonPolitischer Philosoph
AristotelesPolitischer Philosoph
Hannibal BarkasFeldherr
Quintus Fabius MaximusSenator / Feldherr / Diktator
Scipio AfricanusFeldherr
Cato der ÄltereSenator
PolybiosPolitischer Philosoph
Tiberius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius MariusFeldherr / Militärtheoretiker
Lucius Cornelius SullaSenator / Feldherr / Diktator
Gnaeus Pompeius MagnusSenator / Feldherr
SpartakusAufständischer
Marcus CrassusSenator / Feldherr
Marcus Tullius CiceroSenator
Gaius Iulius CaesarSenator / Feldherr / Diktator
VercingetorixAufständischer
Gaius CassiusSenator
Marcus BrutusSenator
Marcus AntoniusSenator / Feldherr

Antike

NameRolle
AugustusRömischer Kaiser
ArminiusAufständischer
TiberiusRömischer Kaiser
Pontius PilatusRömischer Ritter
Johannes der TäuferHäretiker / Prophet
Jesus von NazarethHäretiker / Prophet
Maria MagdalenaApostelin
Simon PetrusApostel
JohannesApostel
Jakobus der ÄltereApostel
MatthäusApostel
Judas IskariotApostel
PaulusApostel
LukasEvangelist
Judas ThaddäusApostel
MarkusEvangelist
CaligulaRömischer Kaiser
ClaudiusRömischer Kaiser
NeroRömischer Kaiser
BoudiccaAufständische
VespasianRömischer Kaiser
DomitianRömischer Kaiser
TraianRömischer Kaiser
HadrianRömischer Kaiser
Mark AurelRömischer Kaiser
CommodusRömischer Kaiser
CaracallaRömischer Kaiser
AurelianRömischer Kaiser

Spätantike

NameRolle
DiokletianRömischer Kaiser
Konstantin I.Römischer Kaiser
AugustinusPolitischer Philosoph
Alarich I.König der Völkerwanderungszeit
GeiserichKönig der Völkerwanderungszeit
Leo I. der GroßePapst
AttilaKönig der Völkerwanderungszeit
OdoakerKönig der Völkerwanderungszeit
TheoderichKönig der Völkerwanderungszeit

Frühmittelalter

NameRolle
Chlodwig I.König des Frankenreichs
Benedikt von NursiaPriester
Gregor der GroßePapst
Abu BakrFeldherr
Karl MartellHausmeier / Feldherr
Pippin III.König des Frankenreichs
Karl der GroßeKaiser des Frankenreichs
Ludwig I. der FrommeKaiser des Frankenreichs
Ludwig II. der DeutscheKönig des Ostfrankenreichs
Karl der KahleKönig des Westfrankenreichs
Ragnar LodbrokKönig der Wikinger
Alfred der GroßeKönig von England
Karl III. der DickeKaiser des Frankenreichs
Konrad I.König des Ostfrankenreichs
Olga von KiewApostelin
Heinrich I.König des Ostfrankenreichs
Otto I. der GroßeKaiser des Ostfrankenreichs
Otto II.Kaiser des Ostfrankenreichs
Harald BlauzahnKönig der Wikinger
Erik der RoteEntdecker der Wikinger
Sven GabelbartKönig von England
Otto III.Kaiser des Ostfrankenreichs
Leif ErikssonEntdecker der Wikinger
Heinrich II. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Knut der GroßeKönig von England
Konrad II.Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Heinrich III. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs

Hochmittelalter

NameRolle
Heinrich IV. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Harald HardradeKönig der Wikinger
Wilhelm der ErobererKönig von England
Gregor VII.Papst
Urban II.Papst
Anselm von CanterburyPriester
Gottfried von BouillonKreuzritter
Bernhard von ClairvauxPriester
Eleonore von AquitanienHerzogin
Heinrich der LöweHerzog im Heiligen Römischen Reich
Friedrich I. BarbarossaKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Thomas BecketPriester
Sultan SaladinFeldherr
Richard LöwenherzKönig von England
Johann OhnelandKönig von England
William MarshalRitter
Friedrich II. der StauferKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Rudolf I. von HabsburgKönig des Heiligen Römischen Reichs
Adolf von NassauKönig des Heiligen Römischen Reichs

Spätmittelalter

NameRolle
William WallaceAufständischer
Robert the BruceKönig von Schottland
Jaques de MolayHäretiker / Templer
Schwarze PrinzFeldherr

Frühe Neuzeit

NameRolle
Alexander VI.Papst
Cesare BorgiaFeldherr
Girolamo SavonarolaHäretiker / Priester
Niccolo MachiavelliPolitischer Philosoph
Julius II.Papst
Heinrich VIII.König von England
Leo X.Papst
Martin LutherHäretiker / Priester
Thomas MüntzerHäretiker / Priester
Götz von BerlichingenRitter im Heiligen Römischen Reich
Florian GeyerRitter im Heiligen Römischen Reich
Sebastian von RotenhanOffizier
Paul III.Papst
Iwan IV. der SchrecklicheRussischer Zar
Maria TudorKönigin von England
Elisabeth I.Königin von England
Maria StuartKönigin von Schottland & Frankreich
Francis DrakeOffizier
Walter RaleighOffizier
Jakob I. StuartKönig von England & Schottland
WallensteinFeldherr
Kardinal RichelieuFeldherr / Agent
Gustav AdolfFeldherr
Oliver CromwellLord Protector von England
Henry MorganOffizier
Rob Roy MacGregorAufständischer
Peter der GroßeRussischer Zar
August der StarkeKurfürst im Heiligen Römischen Reich
Karl XII.König von Schweden
Anne StuartKönigin von Großbritannien
Friedrich der GroßeKönig von Preußen
Bonnie Prince CharlieAufständischer
Katharina die GroßeRussische Zarin
Benjamin FranklinPolitischer Philosoph
George WashingtonUS-Präsident
Alexander HamiltonPolitischer Philosoph
Henry ShrapnelOffizier
John AdamsUS-Präsident

19. Jahrhundert

NameRolle
NapoleonFeldherr
Thomas JeffersonUS-Präsident
Alexander I.Russischer Zar
Horatio NelsonOffizier
Gerhard von ScharnhorstOffizier / Militärtheoretiker
Arthur WellesleyOffizier
Carl von ClausewitzOffizier / Militärtheoretiker
James MadisonUS-Präsident
James MonroeUS-Präsident
Andrew JacksonUS-Präsident
VictoriaKönigin von Großbritannien
Arthur SchopenhauerPolitischer Philosoph
Martin van BurenUS-Präsident
Michail BakuninPolitischer Philosoph
James K. PolkUS-Präsident
Abraham LincolnUS-Präsident
Robert Edward LeeOffizier
William T. ShermanOffizier
George A. CusterOffizier
Ulysses S. GrantUS-Präsident
Otto von BismarckReichskanzler
Cornelius VanderbiltTycoon
Andrew CarnegieTycoon
John D. RockefellerTycoon
Grover ClevelandUS-Präsident

20. Jahrhundert

NameRolle
Theodore RooseveltUS-Präsident
Leo TrotzkiPolitischer Philosoph
Woodrow WilsonUS-Präsident
Manfred von RichthofenOffizier
Lawrence von ArabienAgent
LeninDiktator / Sowjetunion
Josef StalinDiktator / Sowjetunion
MussoliniDiktator / Italien
Adolf HitlerDiktator / Deutschland
Simo HäyhäOffizier
Erich von MansteinOffizier
Erwin RommelOffizier
Georgi SchukowOffizier
Mao ZedongDiktator / Militärtheoretiker
Konrad AdenauerDeutscher Bundeskanzler
Nikita ChruschtschowDiktator / Sowjetunion
Vo Nguyen GiapOffizier
Ludwig ErhardDeutscher Bundeskanzler
Leonid BreschnewDiktator / Sowjetunion
Carlos MarighellaAufständischer / Militärtheoretiker
Kurt Georg KiesingerDeutscher Bundeskanzler
Willy BrandtDeutscher Bundeskanzler
Helmut SchmidtDeutscher Bundeskanzler
Juri AndropowDiktator / Sowjetunion
Helmut KohlDeutscher Bundeskanzler
Michail GorbatschowDiktator / Sowjetunion

Sonstiges: Blog-Beiträge

NameEpoche
SteinschleuderFrühantike
PrimitivbogenFrühantike
Griechische PhalanxFrühantike
Makedonische PhalanxFrühantike
Römische RitterFrühantike
Römische LegionäreFrühantike
Römische FormationenFrühantike
PyrrhussiegeFrühantike
Keltische KriegerFrühantike
Germanische KriegerFrühantike
Divide et ImperaFrühantike
PrätorianerAntike
Römischer LimesAntike
HunnenSpätantike
PanzerreiterFrühmittelalter
WikingerschiffeFrühmittelalter

Sonstige: Drittes Reich

NameZuordnung
Wilhelm KeitelWehrmacht / OKW
Gerd von RundstedtWehrmacht / Heeresgruppe
Fedor von BockWehrmacht / Heeresgruppe
Walter ModelWehrmacht / Heeresgruppe
Heinz GuderianWehrmacht / Panzer
Hermann HothWehrmacht / Panzer
Otto CariusWehrmacht / Panzer
Karl DönitzWehrmacht / U-Boot
Günther PrienWehrmacht / U-Boot
Otto KretschmerWehrmacht / U-Boot
Joachim SchepkeWehrmacht / U-Boot
Werner MöldersWehrmacht / Jagdflieger
Adolf GallandWehrmacht / Jagdflieger
Erich HartmannWehrmacht / Jagdflieger
Paul HausserWaffen-SS
Sepp DietrichWaffen-SS
Theodor EickeWaffen-SS
Felix SteinerWaffen-SS
Hermann FegeleinWaffen-SS
Joachim PeiperWaffen-SS
Michael WittmannWaffen-SS

Alfred der Große – König von Wessex

Alfred der Große (altenglisch Ælfred) wurde 848 n. Christus in Wantage in Berkshire geboren. Er war der jüngste Sohn von König Æthelwulf, der im Süden von England über die Westsachsen herrschte.

Die Zeit war geprägt von Einfällen des Großen Heidnischen Heeres. Das waren dänische Wikinger, die über die Nordsee kamen und im Jahr 865 zunächst East Anglia eroberten. Das war eines von sieben angelsächsischen Königreichen, der Heptarchie, und befand sich in den heutigen Grafschaften Suffolk und Norfolk.

Die Wikinger eroberten in den folgenden Jahren den größten Teil des heutigen England. Schließlich war nur noch Wessex als letztes Königreich, als Last Kingdom, ein angelsächsisches Gebiet. Aber sogar dort wurden sie bedroht.

Alfred der Große Statue Winchester
Alfred der Große – Statue in Winchester (gemeinfrei)

Nach dem Tod seines letzten Bruders in der Schlacht von Merton wurde Alfred im Jahr 871 zum König von Wessex erhoben. Damit überging man zwei seiner minderjährigen Neffen.

Aber auch Alfred musste zunächst schwere Niederlagen hinnehmen. Er wurde selbst beinahe aus Wessex vertrieben. Doch im Mai 878 gelang ihm schließlich der entscheidende Sieg gegen den dänischen König Guthrum in der Schlacht bei Edington.

Nach der Schlacht zogen sich die Dänen in eine Festung zurück. Dort konnte Alfred der Große seine Feinde aushungern und sie so zu Verhandlungen zwingen.

Dieser Sieg in der Schlacht bei Edington war die Grundlage, um dem Dänen-König Guthrum im Frieden von Wedmore Bedingungen stellen zu können. Der Kern war, dass der heidnische Guthrum getauft wurde. Alfred der Große fungierte dabei als sein Pate. Dies sollte wohl zu einem friedlichen Zusammenleben unter dem Dach des Christentums beitragen.

Im Vertrag von Alfred und Guthrum wurden weitere Einzelheiten ausgehandelt. Das Datum der Vereinbarung kann nicht genau bestimmt werden. Die Inhalte des Dokumentes sind jedoch bis heute überliefert. Besonders bekannt ist der erste Satz:

„Zuerst betreffend unsere Grenzen: Die Themse hinauf, und sodann den Lea hinauf, und den Lea entlang bis zu seiner Quelle, dann in einer geraden Linie nach Bedford, dann die Ouse hinauf bis nach Watling Street.“

Den Beinnamen als Alfred „der Große“ erhielt der angelsächsische König jedoch erst im nachhinein und auch nicht nur für seine militärischen Erfolge. Nach dem Sieg über die Dänen führte er die verbliebenen Territorien der Angelsachsen politisch zusammen und prägte die Idee von einem gemeinsamen Königreich der Engländer.

Alfred der Große Kupfermünze
Alfred der Große auf einer Münze von 880 (gemeinfrei)

Zur kulturellen Konsolidierung des Königreiches England gründete Alfred der Große außerdem Klöster und baute Schulen. Die primäre Sprache des Unterrichts wurde Englisch. Für diese Bildungsreform ließ der König zahlreiche Texte aus dem Lateinischen übersetzen.

Für das entstehende England erweiterte Alfred der Große die Zahl der angelsächsischen Burgen auf mehr als 30 Stück. Diese wurden dauerhaft bemannt und über jeweils zugewiesene Ländereien versorgt, um die Landesverteidigung zu professionalisieren.

Alfred der Große war damit so erfolgreich, dass die Nordmännern zeitweise sehr viel lieber im fränkischen Reich plünderten. Vor allem Kaiser Karl der Dicke war ihnen überhaupt nicht gewachsen, was entscheidend zu seinem Sturz im Herbst 887 beitrug.

Des Weiteren führte Alfred der Große eine bedeutende Gesetzesreform durch. Im Code of Alfred wurden mehrere angelsächsische Werke sowie die Zehn Gebote von Mose zu einem neuen Werk zusammengefasst.

Schließlich wird Alfred dem Großen auch die Gründung der Royal Navy im Jahr 896 zugeschrieben. Das ist historisch nicht korrekt, aber dennoch wurde er zum Wegbereiter für den Aufstieg Englands als Seemacht.

Alfred der Große starb am 26. Oktober 899 an einer unbekannten Ursache. Seine sterblichen Überreste wurden im Old Minster von Winchester begraben, dem Vorläufer der heutigen Kathedrale. Das Grab ging jedoch verloren. Gerüchte über Funde seiner Gebeine können nicht belegt werden.

Schon bald nach seinem Tod wurde Alfred der Große als Heiliger verehrt. Er wurde jedoch nie offiziell heiliggesprochen.

Ælfred – jüngster Sohn von Æthelwulf

Haus Wessex – Geschichte und Hintergründe

Der Stammvater des Hauses Wessex war Cedric. Dieser war der Überlieferung nach im Jahr 495 n. Christus mit fünf Schiffen an der Kanalküste gelandet und konnte sich dort mit seinem Clan festsetzen. In den folgenden Jahrhunderten etablierten sich diese Westsachsen als angesehene Machthaber.

Wyvern of Wessex
Wyvern of Wessex – das Wappentier von Alfred dem Großen und seines Hauses (Hogweard / CC-BY-SA 3.0)

Egbert von Wessex wurde zu Beginn des 9. Jahrhunderts dann zur Schlüsselfigur des Königshauses. Er hatte ursprünglich am Hof von Karl dem Großen gelebt. Er kehrte 802 auf die Insel zurück und eroberte Cornwall im Jahr 815.

Zehn Jahre später gelang ihm ein entscheidender Sieg in der Schlacht bei Ellandun gegen den König von Mercien im Zentrum der Hauptinsel. In der Folge unterwarfen sich auch East Anglia und Sussex seiner Führungsrolle.

Die Stammtafel der englischen Könige zählt deshalb bereits Egbert von Wessex als ersten Herrscher von England. Während seiner Regierungszeit ab dem Jahr 802 wurde sein Kleinkönigtum die führende Macht in der angelsächsischen Heptarchie, der Herrschaft der sieben Königreiche:

  1. Essex
  2. Sussex
  3. Wessex
  4. Kent
  5. East Anglia
  6. Mercia
  7. Northumbria

Im Jahr 829 gelang ihm ein weiterer Sieg gegen Mercien. Anschließend entwickelte sich der Einflussbereich des Egbert von Wessex bis zum Fluss Humber im Norden des heutigen England.

Ein Jahrzehnt später starb Egbert von Wessex und wurde in der Kathedrale von Winchester bestattet. Sein Sohn Æthelwulf wurde vom Witan, der Versammlung der Ealdormänner (= Grafen), zum König ernannt.

Æthelwulf – König von Wessex

Æthelwulf bestieg 839 den Thron von Wessex. Er war bereits im darauffolgenden Jahr von den zunehmenden Wikinger-Einfällen bedroht. Die Angriffe hatten zunächst ihren Schwerpunkt an der Kanalküste.

Nach zahlreichen Kämpfen und auch Niederlagen gelang Æthelwulf im Jahr 851 jedoch ein bedeutender Sieg in der Schlacht bei Aclea. Die Angelsächsische Chronik berichtet dazu:

„350 [Viking] ships came into the Thames and stormed Canterbury and London and put to flight Beorhtwulf, King of Mercia with his army, and then went south over the Thames to Surrey and King Aethelwulf and his son Aethelbald with the West Saxon army fought against them at Oak Field [Aclea], and there made the greatest slaughter of a heathen raiding-army that we have heard tell of up to the present day, and there took the victory.“

Im Jahr 853 n. Christus zeigte Æthelwulf seine große Frömmigkeit. Nach dem Sieg über die Heiden verschenkte er 10 % seines Reiches an die Kirche. Anschließend begab sich der König mit seinem jüngsten Sohn Ælfred auf eine Pilgerreise nach Rom.

Die Regierungsgeschäfte überließ er seinem ältesten noch lebenden Sohn Æthelbald. Doch während Æthelwulf in Rom verweilte kam es zu einer Verschwörung. Der bereits zum Mitkönig ernannte Sohn erhob sich nun zum neuen König von Wessex.

Æthelbald, Æthelberht und Æthelred

Nachdem Æthelwulf und sein jüngster Sohn Ælfred aus Rom zurückkehrten, wurden die neuen Verhältnisse jedoch um des Friedens Willen vom Vater anerkannt. Doch der Usurpator sollte letztlich im Jahr 860 ohne eigene Erben sterben:

  • Æthelbald herrschte von 855 bis 860 mit dem Einverständnis seines Vaters über Wessex, während dieser die Kontrolle über Kent und Sussex behielt. Das Reich der Westsachsen blieb deshalb bis zu seinem Tod gespalten. Weil er jedoch selbst keine Erben hatte, kam es anschließend wieder zur Vereinigung unter seinem dann folgenden Bruder.
  • Æthelberht regierte von 860 bis 865. Unter seiner Herrschaft fanden die Gebiete der Westsachsen wieder zusammen. Die Zeit war jedoch von großen Plünderungen durch die Dänen unter Ragnar Lodbrok in Kent und Northumbria geprägt.
  • Æthelred I. wurde nach dem Tod des ehe- und kinderlosen Vorgängers im Jahr 865 als Thronfolger erhoben und erbte damit die Führungsrolle im Kampf gegen die Wikinger. Das große heidnische Heer wurde inzwischen von Bagsecg und Halfdan Ragnarsson geführt und konnte auch in Wessex plündern.

Das Jahr 871 sollte sich schließlich als Schicksalsjahr für das Haus Wessex erweisen. Noch am 31. Dezember 870 kam es in der Schlacht von Englefield zu einem blutigen Sieg gegen ein Vorauskommando der Wikinger. Die Angelsächsische Chronik berichtet von der Schlacht und dem Tod eines dänischen Jarls mit dem Namen Sidrac:

„This year came the army to Reading in Wessex; and in the course of three nights after rode two earls up, who were met by Alderman Ethelwulf at Englefield; where he fought with them, and obtained the victory. There one of them was slain, whose name was Sidrac.“

Schon der folgende Januar brachte drei große Schlachten und im April sollte König Æthelred dann sogar fallen. Ælfred, der später als Alfred der Große bekannt wurde, diente dabei seinem älteren Bruder bereits als Heerführer und Mitkönig. So konnte er wichtige militärische Erfahrungen sammeln:

  • In der Schlacht von Reading am 4. Januar 871 führten Æthelred und Ælfred die Angelsachsen in eine schwere Niederlage gegen die dänischen Truppen unter der Führung von Bagsecg und Halfdan Ragnarsson. Angeblich konnten sie dem Tod nur durch bessere Geländekenntnisse entrinnen.
  • In der Schlacht von Ashdown am 8. Januar 871 konnten die Westsachsen dann einen bedeutenden und vor allem auch sehr überraschenden Sieg erringen. Laut dem Chronisten Symeon von Durham aus dem 11. Jahrhundert soll sich Alfred besonders hervorgetan haben. Wahrscheinlich handelt es sich dabei jedoch auch um eine nachträgliche Verklärung von Alfred dem Großen. Insbesondere die Angaben zu Zahlen der Getöteten sind höchst zweifelhaft.
  • In der Schlacht von Basing am 22. Januar 871 erlitten Æthelred und sein Bruder, der künftige König Alfred der Große, jedoch erneut eine Niederlage auf heimatlichem Boden im heutigen Hampshire.
  • In der Schlacht von Merton kam es am 22. März 871 erneut zum blutigen Gefecht. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die Angelsachsen von den Dänen zurückgedrängt. Während des Kampfes erlitt auch König Æthelred eine schwere Verletzung. Etwa einen Monat später erlag er dieser Verwundung.

Als König Æthelred am 23. April 871 verstarb, waren seine beiden Söhne noch minderjährig. Aufgrund der akuten Bedrohung durch die Dänen wurden sie deshalb in der Thronfolge übergangen. Der inzwischen kampferprobte Ælfred hatte schon eine Befehlsgewalt als Mitkönig und wurde nun mit dem Rückhalt der Ealdormänner im Witan zum Monarchen erhoben.

Das Übergehen der minderjährigen Erben von König Æthelred sollte sich jedoch als eine tickende Zeitbombe für das Reich von Wessex erweisen. Nach dem Tod von Alfred dem Großen zettelte einer seiner Neffen eine Rebellion an.

  • Æthelhelm war der ältere Sohn. Seine Existenz ist nur durch eine Nennung im Testament von seinem Onkel Alfred dem Großen bekannt. Die weitere Rolle von ihm ist jedoch nicht überliefert. Eine unbelegte Theorie ist, dass er Ealdorman von Wiltshire wurde. Damit hätte er als Graf einen Platz in der angelsächsischen Herrschaftsordnung und auch im Witan gehabt.
  • Æthelwold war der zweite Sohn von König Æthelred. Nach dem Tod von Alfred dem Großen versuchte er in Æthelwold’s Revolt von 899 bis 902 den Sohn seines Onkels und nun regierenden Edward den Älteren zu verdrängen. Zu diesem Zweck verbündete er sich sogar mit den Dänen. Æthelwold wurde jedoch am 13. Dezember 902 in der Schlacht von Holme getötet.

Alfred der Große und das Königreich England

Nordische Invasion im Süden von England

Nachdem Alfred der Große in Folge des Todes seines Bruders zum König wurde, gingen die Angriffe der Dänen mit steigender Intensität weiter. Im Jahr 874 kollabierte das Königreich Mercia im Zentrum der Hauptinsel.

Karte Britannien um 886
Verteilung der Gebiete von Alfred dem Großen und Guthrum dem Dänen (Lotroo / gemeinfrei)

Unter der Führung von Guthrum kam es ab 875 zunächst zu zahlreichen kleineren Angriffen auf das südlicher gelegene Königreich von Wessex. Die Strategie der Dänen war meist, eine Stadt zu besetzen und dann Lösegeld zu fordern.

Die Dänen stießen sogar bis Wareham und dann bis Exeter an der Kanalküste vor. Nach der Zahlung von Lösegeld schlossen sie einen „festen Frieden“ mit Alfred dem Großen.

Doch im Winter diesen Jahres kam es zu einem dänischen Überraschungsangriff auf das Winterlager der Westsachsen bei Chippenham. Alfred der Große geriet dabei selbst fast in Gefangenschaft und konnte nur mit einer kleinen Schar entkommen.

Dies wäre beinahe das Ende der angelsächsischen Herrschaft in England gewesen. Den restlichen Winter vor der entscheidenden Schlacht bei Edington verbrachte Alfred der Große deshalb in den unwegsamen Sümpfen von Somerset bei Athelney.

In diese Zeit fällt eine wichtige Legende aus dem Leben von Alfred dem Großen. Er soll inkognito bei einer Bäuerin Unterschlupf gefunden haben. Sie bat ihn der Erzählung nach, auf Brot im Ofen zu achten. Doch der König war so in Gedanken, dass das Brot verbrannte.

Schlacht von Cynwit Anfang 878

Zu Beginn des Jahres 878 landete Ubba mit 23 Schiffen und 1.200 Mann an der Küste der Grafschaft Devon. Das war der Sohn von Ragnar Lodbrok sowie dritter Bruder von Ivar und Halfdan Ragnarsson.

Dänisches Rabenbanner
Die Dänen kämpften unter dem Rabenbanner mit Bezug auf Odins Raben: Hugin und Mugin (Skydrake / CC-BY-SA 3.0)

Nach der Landung belagerten die Dänen eine Gruppe von Angelsachsen in einem Hügel-Fort. Dies wird im Bericht des Mönches Asser als „Cynwit“ bezeichnet wurde.

Der Ort kann heutzutage nicht mehr genau bestimmt werden. Zwei nahe liegende Möglichkeiten sind der Cannigton Hill in Somerset oder der Countisbury Hill in Devon.

Aber die Wikinger rechneten wohl mit einer Kapitulation der Angelsachsen aufgrund von Wassermangel auf dem jeweiligen Hügel. Doch Odda, der Ealdorman von Devon, führte seine Truppen zu einem überraschenden Sieg.

Dabei gelang es, Ubba zu töten. Auch das dänische Rabenbanner wurde erbeutet. Die Angelsachsen konnten so das Schicksalsjahr 878 mit einem Sieg beginnen, der sowohl militärisch wie auch symbolisch sehr wertvoll für ihre Sache machte.

Schlacht von Edington im Mai 878

Alfred der Große befand sich zu Beginn des Jahres noch in den Sümpfen von Somerset bei Athelney. Im Frühjahr 878 trommelte er von dort aus die angelsächsischen Truppen zusammen.

Denkmal der Schlacht von Edington
Denkmal der Schlacht von Edington unter Alfred dem Großen (Trish Steel / CC-BY-SA 2.0)

Alfred der Große rief die Banner zu Egbert’s Stone. Der vermutete Ort ist bei Brewham in Somerset. Dort versammelten sich zahlreiche Kämpfer aus den umliegenden Regionen, die angelsächsische Fyrd.

Zwischen dem 6. und dem 12. Mai 878 kam es dann zur Schlacht bei Edington. Der Mönch Asser berichtete in seiner Chronik des Lebens von Alfred dem Großen:

„Fighting ferociously, forming a dense shield-wall against the whole army of the Pagans, and striving long and bravely…at last he [Alfred] gained the victory. He overthrew the Pagans with great slaughter, and smiting the fugitives, he pursued them as far as the fortress.“

Nach dem Rückzug der Dänen wurde die Burg von den Angelsachsen belagert. Aufgrund fehlender Vorräte mussten sich die Wikinger dann nach zwei Wochen an den Verhandlungstisch begeben.

Vertrag von Alfred und Guthrum

Alfred der Große war nach seinem Sieg bei Edington in einer einmaligen Position für Verhandlungen. Vorherige Abmachungen mit den Dänen waren stets gebrochen worden. Doch nun hatte er Guthrum eine zwingende Niederlage zugefügt.

Zunächst musste der heidnische Guthrum zum christlichen Glauben konvertieren. Dabei fungierte Alfred der Große als Taufpate. Der gemeinsame Glauben sollte wohl fortan für eine friedlichere Koexistenz von Angelsachsen und Dänen führen.

  1. Des Weiteren wurden die Grenzen zwischen den Reichen von König Alfred und König Guthrum definiert. Damit war auch eine territoriale Abgrenzung von angelsächsischem und dänischem Recht, dem Danelaw, verbunden.
  2. Das Wergeld wurde im zweiten Artikel bestimmt. Dabei handelte es sich um eine Geldstrafe für Totschlag. Damit sollte die Blutrache verhindert werden. Die Höhe dieses Wergeldes wird von Historiker als sehr ausgewogen beurteilt, was wohl eine tatsächliche Anerkennung des Vertrages durch die Parteien erhöhen sollte.
  3. Die Zahl der notwendigen Eide für Ankläger und Verteidiger bei einem Prozess wegen Totschlages wurde bestimmt.
  4. Im vierten Abschnitt wurde festgelegt, dass beim Kauf von Sklaven, Pferden oder Ochsen ein Bürge genannt werden musste.
  5. Im letzten Abschnitt wurde geregelt, dass Angelsachsen nicht bei Dänen und umgekehrt Kriegsdienst leisten durften. Des Weiteren vereinbarten Alfred der Große und Guthrum, dass notwendiger Handel erlaubt sei. Die guten Absichten eines solchen Kontaktes mussten jedoch mit dem Austausch von Geiseln abgesichert werden.

Dieser Vertrag von Alfred und Guthrum ist eines der wenigen Dokumente aus dieser Zeit, die bis heute existieren. Es gibt eine Version in Alt-Englisch und eine Fassung auf Latein. Die Texte wurden von Dorothy Whitelock an der Cambrigde University übersetzt und ab dem Jahr 1953 publiziert.

Burghal Hidage – Liste der angelsächsischen Burgen

Nach dem Sieg von Alfred dem Großen in der Schlacht bei Edington unterblieben weitere Angriffe in den Jahren von 878 bis 892. In dieser Zeit wuchs die Zahl der befestigte Anlagen (burhs) auf 33. Diese sind in insgesamt sieben Dokumenten aus der angelsächsischen Zeit aufgelistet, dem Burghal Hidage.

Karte angelsächsischer Burgen
Karte der Burgen aus der angelsächsischen Zeit (Hel-hama / CC-BY-SA 3.0)

Zur Errichtung dieser angelsächsischen Burgen wurde eine Kriegssteuer genutzt. Man rechnete für je 1,25 Meter Wallanlage einer Burg je einen Kämpfer. Dessen Unterhalt wurde von je einem Stück Land (hide) gesichert.

Die drei größten dieser Burghs waren in Winchester, Wallingford und Warwick. Ihnen standen beispielsweise je 2.400 Hides zur Verfügung, was etwa einer Fläche von 96.000 Hektar entsprach. Die tatsächliche Größe unterschiedlicher Hides konnte jedoch auch stark variieren.

Laut dem Burghal Hidage war die kleinste Burg von Alfred dem Großen in Lyng im heutigen Somerset. Ihr standen gerade einmal 100 Hides beziehungsweise 4000 Hektar zu. Mit diesen Fortifikationen schuf er deshalb nicht nur eine langfristige Verteidigungsstrategie.

Alfred der Große legte auch den Grundstein für einen Mechanismus zur wirtschaftlichen Umverteilung zwischen ziviler und wehrhafter Bevölkerung. Damit war das Burghal Hidage auch ein Vorläufer des Domesday Books von Wilhelm dem Eroberer von 1086.

Gründung von Klöstern und Schulen

Alfred der Große war ein sehr religiöser Mensch. Nach den Plünderungen vieler Klöster durch die Dänen nutzte er die Friedenszeit der 880er Jahre für die Gründung neuer Einrichtungen wie in Athelney. Möglicherweise handelte Alfred der Große dabei nach dem Vorbild der Bildungsreform von Karl dem Großen.

Er gründete nämlich auch Schulen, in welchen zunächst auf Englisch und erst im weiteren Studium auf Latein unterrichtet wurde. Zu diesem Zweck ließ Alfred der Große Übersetzungen anfertigen wie von den Dialogen von Papst Gregor dem Großen durch Werferth, den Bischof von Worchester.

Alfred der Große forderte seine Adeligen auf, ihre Kinder in diesen Schulen unterrichten zu lassen. Er bot jedoch auch talentierten Jungen aus niederen Schichten die Möglichkeit einer schulischen Ausbildung.

Doom Book – Code of Alfred

Alfred der Große führte eine Reform der angelsächsischen Gesetze durch. Zu diesem Zweck ließ er drei ältere Gesetzbücher mit den Zehn Geboten in einem neuen Werk zusammenfassen, dem Doom Book:

  • Code des Æthelberht of Kent aus dem Jahr 602
  • Code des Ine of Wessex aus dem Jahr 684
  • Code des Offa of Mercia aus dem Jahr 786

Der Begriff „Doom“ hatte bei den Angelsachsen jedoch lediglich die Bedeutung von „Urteil“ oder „Gesetz“ und nicht von „Schicksal“ wie in späteren Zeiten. Trotz der religiösen Komponenten handelte es sich beim Code of Alfred um eine Rechtsgrundlage für weltliche Fragen.

Dieses Gesetzbuch von Alfred dem Großen entwickelte sich in der längerfristigen Folge zu einer Basis für das englische Common Law. Bis heute bietet das Dokument spannende Einblicke in den früh-mittelalterlichen Alltag wie beispielsweise:

„If a man unintentionally kills another man by letting a tree fall on him, the tree shall be given to the kinsmen of the slain.“ (Code of Alfred)

Wikinger-Angriffe von 892 bis 897

Nach der langen Friedensphase in den 880er Jahren kam es zu Beginn des neuen Jahrzehnts wieder zu Angriffen der Dänen. Im Herbst 892 (oder 893) kamen neue Wikinger mit insgesamt etwa 330 Schiffen in zwei Wellen in Kent an.

Wikingerschiff
Das Gokstad-Wikingerschiffe aus dem 9. Jahrhundert (Karamell / CC-BY-SA 3.0)

Edward der Ältere, der älteste Sohn von Alfred dem Großen, errang einen ersten großen Sieg etwa 50 Kilometer südlich von London bei Farnham. Bei Benfleet in Essex wurden die Wikinger erneut geschlagen.

Doch parallel griff nun ein Verband von Dänen aus Northumbria mehr als 300 Kilometer weiter westlich bei Exeter an. Alfred der Große konnte die Stadt jedoch befreien und den Vorstoß zurückschlagen.

In der Folge konnte Alfred der Große die Wikinger zwar nicht mit Gewalt vertreiben. Aber es gelang, Nachschubwege zu blockieren.

Im Jahr 896 (oder 897) zogen sich die letzten Dänen aus Mangel an Nahrung nach Northumbria zurück.

„Gründung“ der Royal Navy 896

Die militärischen Reformen von Alfred dem Großen hatten sich im Angesicht der neuen Bedrohungen bewährt. Im Jahr 896 befahl er dann sogar den Bau einer kleinen Flotte.

Dabei handelte es sich wohl um etwa ein Dutzend Schiffe mit je 60 Rudern. Damit waren sie etwa doppelt so groß wie die dänischen Modelle. Als Vorbild dienten möglicherweise griechische und römische Kriegsschiffe aus der Antike.

Alfred der Große hatte jedoch wohl tatsächlich die Vision von Seestreitkräften, die angreifende Wikinger bereits auf dem Meer abfangen konnten. Im viktorianischen Zeitalter galt Alfred der Große deshalb als Gründer der Royal Navy. Historisch ist dies nicht ganz korrekt.

Es hatte bereits 851 eine Seeschlacht gegeben, bei der die Angelsachsen neun Schiffe der Dänen eroberten. Die späteren Erfolge der alfredianischen Marine waren darüber hinaus auch sehr überschaubar. Die Schiffe waren zwar größer, aber auch schwerer und weniger wendig als die Wikingerschiffe.

Außerdem hatte man diese Schiffstypen aus der Zeit von Alfred dem Großen ursprünglich für den Transport von Truppen entwickelt wurden. Sie waren nicht für die Vernichtung von feindlichen Schiffen konzipiert, sondern konnten nur für das Entern genutzt werden.

Noch im Jahr 896 kam es zu einem dokumentierten Gefecht der Flotte von Alfred dem Großen. Dabei konnten zwar zwei dänische Schiffe gekapert werden. Aber die Verluste der englischen Seeleute fielen mit etwa 120 Mann fast doppelt so hoch aus wie auf gegnerischer Seite.

Bei den Kämpfen wurden außerdem zwei englische Schiffe so beschädigt, dass sie von ihren Besatzungen vor der Küste von Sussex auf Grund gesetzt wurden. Alfred der Große ließ die Seeleute dafür in Winchester hängen.


Inhaltsverzeichnis von Frag Machiavelli

„Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun so klatscht Beifall!“

(Augustus – letzte Worte)


Vorzeit

NameRolle
Gott/
SatanDämon
MetatronErzengel
AzraelErzengel
MichaelErzengel
GabrielErzengel
RaphaelErzengel
UrielErzengel
RazielErzengel
LuziferDämon
SamaelDämon
LilithDämonin
NemesisDämonin
BaphometDämon

Frühantike

NameRolle
SunziMilitärtheoretiker
SokratesPolitischer Philosoph
PlatonPolitischer Philosoph
AristotelesPolitischer Philosoph
Hannibal BarkasFeldherr
Quintus Fabius MaximusSenator / Feldherr / Diktator
Scipio AfricanusFeldherr
Cato der ÄltereSenator
PolybiosPolitischer Philosoph
Tiberius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius MariusFeldherr / Militärtheoretiker
Lucius Cornelius SullaSenator / Feldherr / Diktator
Gnaeus Pompeius MagnusSenator / Feldherr
SpartakusAufständischer
Marcus CrassusSenator / Feldherr
Marcus Tullius CiceroSenator
Gaius Iulius CaesarSenator / Feldherr / Diktator
VercingetorixAufständischer
Gaius CassiusSenator
Marcus BrutusSenator
Marcus AntoniusSenator / Feldherr

Antike

NameRolle
AugustusRömischer Kaiser
ArminiusAufständischer
TiberiusRömischer Kaiser
Pontius PilatusRömischer Ritter
Johannes der TäuferHäretiker / Prophet
Jesus von NazarethHäretiker / Prophet
Maria MagdalenaApostelin
Simon PetrusApostel
JohannesApostel
Jakobus der ÄltereApostel
MatthäusApostel
Judas IskariotApostel
PaulusApostel
LukasEvangelist
Judas ThaddäusApostel
MarkusEvangelist
CaligulaRömischer Kaiser
ClaudiusRömischer Kaiser
NeroRömischer Kaiser
BoudiccaAufständische
VespasianRömischer Kaiser
DomitianRömischer Kaiser
TraianRömischer Kaiser
HadrianRömischer Kaiser
Mark AurelRömischer Kaiser
CommodusRömischer Kaiser
CaracallaRömischer Kaiser
AurelianRömischer Kaiser

Spätantike

NameRolle
DiokletianRömischer Kaiser
Konstantin I.Römischer Kaiser
AugustinusPolitischer Philosoph
Alarich I.König der Völkerwanderungszeit
GeiserichKönig der Völkerwanderungszeit
Leo I. der GroßePapst
AttilaKönig der Völkerwanderungszeit
OdoakerKönig der Völkerwanderungszeit
TheoderichKönig der Völkerwanderungszeit

Frühmittelalter

NameRolle
Chlodwig I.König des Frankenreichs
Benedikt von NursiaPriester
Gregor der GroßePapst
Abu BakrFeldherr
Karl MartellHausmeier / Feldherr
Pippin III.König des Frankenreichs
Karl der GroßeKaiser des Frankenreichs
Ludwig I. der FrommeKaiser des Frankenreichs
Ludwig II. der DeutscheKönig des Ostfrankenreichs
Karl der KahleKönig des Westfrankenreichs
Ragnar LodbrokKönig der Wikinger
Alfred der GroßeKönig von England
Karl III. der DickeKaiser des Frankenreichs
Konrad I.König des Ostfrankenreichs
Olga von KiewApostelin
Heinrich I.König des Ostfrankenreichs
Otto I. der GroßeKaiser des Ostfrankenreichs
Otto II.Kaiser des Ostfrankenreichs
Harald BlauzahnKönig der Wikinger
Erik der RoteEntdecker der Wikinger
Sven GabelbartKönig von England
Otto III.Kaiser des Ostfrankenreichs
Leif ErikssonEntdecker der Wikinger
Heinrich II. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Knut der GroßeKönig von England
Konrad II.Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Heinrich III. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs

Hochmittelalter

NameRolle
Heinrich IV. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Harald HardradeKönig der Wikinger
Wilhelm der ErobererKönig von England
Gregor VII.Papst
Urban II.Papst
Anselm von CanterburyPriester
Gottfried von BouillonKreuzritter
Bernhard von ClairvauxPriester
Eleonore von AquitanienHerzogin
Heinrich der LöweHerzog im Heiligen Römischen Reich
Friedrich I. BarbarossaKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Thomas BecketPriester
Sultan SaladinFeldherr
Richard LöwenherzKönig von England
Johann OhnelandKönig von England
William MarshalRitter
Friedrich II. der StauferKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Rudolf I. von HabsburgKönig des Heiligen Römischen Reichs
Adolf von NassauKönig des Heiligen Römischen Reichs

Spätmittelalter

NameRolle
William WallaceAufständischer
Robert the BruceKönig von Schottland
Jaques de MolayHäretiker / Templer
Schwarze PrinzFeldherr

Frühe Neuzeit

NameRolle
Alexander VI.Papst
Cesare BorgiaFeldherr
Girolamo SavonarolaHäretiker / Priester
Niccolo MachiavelliPolitischer Philosoph
Julius II.Papst
Heinrich VIII.König von England
Leo X.Papst
Martin LutherHäretiker / Priester
Thomas MüntzerHäretiker / Priester
Götz von BerlichingenRitter im Heiligen Römischen Reich
Florian GeyerRitter im Heiligen Römischen Reich
Sebastian von RotenhanOffizier
Paul III.Papst
Iwan IV. der SchrecklicheRussischer Zar
Maria TudorKönigin von England
Elisabeth I.Königin von England
Maria StuartKönigin von Schottland & Frankreich
Francis DrakeOffizier
Walter RaleighOffizier
Jakob I. StuartKönig von England & Schottland
WallensteinFeldherr
Kardinal RichelieuFeldherr / Agent
Gustav AdolfFeldherr
Oliver CromwellLord Protector von England
Henry MorganOffizier
Rob Roy MacGregorAufständischer
Peter der GroßeRussischer Zar
August der StarkeKurfürst im Heiligen Römischen Reich
Karl XII.König von Schweden
Anne StuartKönigin von Großbritannien
Friedrich der GroßeKönig von Preußen
Bonnie Prince CharlieAufständischer
Katharina die GroßeRussische Zarin
Benjamin FranklinPolitischer Philosoph
George WashingtonUS-Präsident
Alexander HamiltonPolitischer Philosoph
Henry ShrapnelOffizier
John AdamsUS-Präsident

19. Jahrhundert

NameRolle
NapoleonFeldherr
Thomas JeffersonUS-Präsident
Alexander I.Russischer Zar
Horatio NelsonOffizier
Gerhard von ScharnhorstOffizier / Militärtheoretiker
Arthur WellesleyOffizier
Carl von ClausewitzOffizier / Militärtheoretiker
James MadisonUS-Präsident
James MonroeUS-Präsident
Andrew JacksonUS-Präsident
VictoriaKönigin von Großbritannien
Arthur SchopenhauerPolitischer Philosoph
Martin van BurenUS-Präsident
Michail BakuninPolitischer Philosoph
James K. PolkUS-Präsident
Abraham LincolnUS-Präsident
Robert Edward LeeOffizier
William T. ShermanOffizier
George A. CusterOffizier
Ulysses S. GrantUS-Präsident
Otto von BismarckReichskanzler
Cornelius VanderbiltTycoon
Andrew CarnegieTycoon
John D. RockefellerTycoon
Grover ClevelandUS-Präsident

20. Jahrhundert

NameRolle
Theodore RooseveltUS-Präsident
Leo TrotzkiPolitischer Philosoph
Woodrow WilsonUS-Präsident
Manfred von RichthofenOffizier
Lawrence von ArabienAgent
LeninDiktator / Sowjetunion
Josef StalinDiktator / Sowjetunion
MussoliniDiktator / Italien
Adolf HitlerDiktator / Deutschland
Simo HäyhäOffizier
Erich von MansteinOffizier
Erwin RommelOffizier
Georgi SchukowOffizier
Mao ZedongDiktator / Militärtheoretiker
Konrad AdenauerDeutscher Bundeskanzler
Nikita ChruschtschowDiktator / Sowjetunion
Vo Nguyen GiapOffizier
Ludwig ErhardDeutscher Bundeskanzler
Leonid BreschnewDiktator / Sowjetunion
Carlos MarighellaAufständischer / Militärtheoretiker
Kurt Georg KiesingerDeutscher Bundeskanzler
Willy BrandtDeutscher Bundeskanzler
Helmut SchmidtDeutscher Bundeskanzler
Juri AndropowDiktator / Sowjetunion
Helmut KohlDeutscher Bundeskanzler
Michail GorbatschowDiktator / Sowjetunion

Sonstiges: Blog-Beiträge

NameEpoche
SteinschleuderFrühantike
PrimitivbogenFrühantike
Griechische PhalanxFrühantike
Makedonische PhalanxFrühantike
Römische RitterFrühantike
Römische LegionäreFrühantike
Römische FormationenFrühantike
PyrrhussiegeFrühantike
Keltische KriegerFrühantike
Germanische KriegerFrühantike
Divide et ImperaFrühantike
PrätorianerAntike
Römischer LimesAntike
HunnenSpätantike
PanzerreiterFrühmittelalter
WikingerschiffeFrühmittelalter

Sonstige: Drittes Reich

NameZuordnung
Wilhelm KeitelWehrmacht / OKW
Gerd von RundstedtWehrmacht / Heeresgruppe
Fedor von BockWehrmacht / Heeresgruppe
Walter ModelWehrmacht / Heeresgruppe
Heinz GuderianWehrmacht / Panzer
Hermann HothWehrmacht / Panzer
Otto CariusWehrmacht / Panzer
Karl DönitzWehrmacht / U-Boot
Günther PrienWehrmacht / U-Boot
Otto KretschmerWehrmacht / U-Boot
Joachim SchepkeWehrmacht / U-Boot
Werner MöldersWehrmacht / Jagdflieger
Adolf GallandWehrmacht / Jagdflieger
Erich HartmannWehrmacht / Jagdflieger
Paul HausserWaffen-SS
Sepp DietrichWaffen-SS
Theodor EickeWaffen-SS
Felix SteinerWaffen-SS
Hermann FegeleinWaffen-SS
Joachim PeiperWaffen-SS
Michael WittmannWaffen-SS

Otto I. der Große – König und Kaiser

Otto I. „der Große“ war ein sächsischer Herzog und König des ostfränkischen Reiches im 10. Jahrhundert. Er stammte aus dem Geschlecht der Liudolfinger.

Otto der Große Grabmal im Dom von Magdeburg
Grabmal von Otto dem Großen im Dom von Magdeburg (© Wolfgang Reinöhl)

Durch eine geschickte Heirat mit Adelheid von Burgund im Jahr 951 konnte er sich auch der italienischen Krone bemächtigen.

In der Schlacht auf dem Lechfeld von 955 knüpfte Otto der Große dann an den außerordentlichen militärischen Fortschritt seines Vaters Heinrich I. gegen die Ungarn an.

Er besiegte die heidnischen Ungarn, die sich daraufhin nie wieder gegen das fränkische Reich wendeten. Damit legte Otto der Große auch einen symbolischen Grundstein für das Heilige Römische Reich.

Otto der Große baute konstant und gegen alle Widerstände seine Position als König aus. Im Jahr 962 wurde er sogar vom römischen Papst zum Kaiser gekrönt wurde.

Damit begründete er die Tradition der römisch-deutschen Kaiser und knüpfte so an den Ruhm des Römischen Reiches an. Diese Form der Herrschaft bestand bis zur Abdankung von Kaiser Franz II. im Jahr 1806 fort.

Stammtafel der Ottonen
Stammtafel der Ottonen im Kloster Wiperti in Quedlinburg (© Wolfgang Reinöhl)

Außerdem leitete er die Ottonische Renaissance ein und führte sein Reich zu einer kulturellen Blüte. Unter seiner Führung entwickelte sich eine Großmacht auf Augenhöhe mit dem byzantinischen Reich, die auch dem nordischen Wikinger-König Harald Blauzahn den Respekt abnötigte.

Otto der Große wurde schließlich selbst weit im Osten von den Kiewer Rus als zentraler Machtfaktor anerkannt und stand in gutem Kontakt mit der Olga von Kiew.

Doch hinter der glamourösen Fassade seiner Herrschaft spielten sich zahllose Konflikte ab. In der Frühphase seiner Herrschaft musste er sich gegen seine Brüder wie auch aufständische Fürsten behaupten. Selbst der eigene Sohn sollte eine Rebellion gegen ihn anzetteln.

Jugendjahre als Thronfolger

Otto der Große wurde im Jahr 912 n. Christus als Sohn von Heinrich I. und seiner zweiten Ehefrau, der Heiligen Mathilde, geboren. Er hatte einen älteren Halbbruder namens Thankmar sowie zwei jüngere Schwestern und zwei jüngere Brüder, Heinrich und Brun.

Neue Erbfolge ab dem Jahr 929

Doch der Vater brach mit der unseligen Tradition des fränkischen Erbrechts. Dieses sah vor, dass alle Söhne gleichermaßen erben. Das Frankenreich war deshalb bereits schon mehrfach gespalten worden. Eine solche Entwicklung wollte der alte König jedoch unbedingt vermeiden.

Deshalb erließ Heinrich I. bereits im 929 eine neue „Hausordnung“. In dieser legte der König fest, dass das Reich nach seinem Tod in ungeteilter Form an Otto den Großen gehen soll. Diese hervorgehobene Stellung unter den Brüdern bestimmte schließlich sein ganzes Leben.

Ehe mit der englischen Editha

Zunächst musste er sich von seiner Jugendliebe verabschieden. Mit einer adeligen Slawin hatte er bereits im Alter von 16 Jahren einen Jungen namens Wilhelm gezeugt. Dieser sollte später zum Erzbischof von Mainz werden und Otto dem Großen noch enormen Ärger bereiten.

Grabmal der Frau Editha von Otto dem Großen im Magdeburger Dom
Grabmal von Ottos Frau Editha im Dom von Magdeburg (© Wolfgang Reinöhl)

Aber der Vater von Otto dem Großen warb erfolgreich am englischen Königshof um eine Braut. Das angelsächsische Königshaus entsprach dem Wunsch, so dass der junge Otto im Jahr 929 die Prinzessin Ed[g]itha heiratete. Dabei handelte es sich um eine Enkelin von Alfred dem Großen.

Das war sehr förderlich für das Prestige der Liudolfinger. Außerdem war Heiratspolitik unter mittelalterlichen Herrscherhäusern vor allem auch Außenpolitik.

Die Brüder von Otto reagierten aber sehr negativ auf ihren Ausschluss von der Thronfolge und diese Form der inner-familiären Degradierung. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte dieser Zwist zu Aufständen im Reich führen.

Krönung und erste Aufstände im Reich

Die Ereignisse nach dem Tod von Heinrich I. wurden zwei Generationen später in einem Bericht des Widukind von Corvey zusammengefasst. Seine Darstellung einer harmonischen Situation ist jedoch wenig glaubhaft.

Otto der Große wurde zwar nach wenigen Wochen von Herzögen und Markgrafen als neuer deutscher König gewählt. Auch erhielt er am 02. Juli 936 die Salbung und eine offizielle Krönung. Darauf hatte sein Vater noch verzichten müssen.

Aber bereits zu diesem Zeitpunkt stellte sein Bruder Heinrich ebenfalls Ansprüche. Aufstrebende Herzöge witterten Chancen in dieser Konfliktsituation und stachelten die Brüder gegeneinander auf.

Erbrechtliche Ansprüche von Adeligen

Doch Otto der Große folgte nur seinen eigenen Regeln. Er besetzte führende Positionen im Reich nach Gutdünken. Dabei pflegte er auch einen sehr autoritären Stil

Auf persönliche Befindlichkeiten nahm er keine Rücksicht. Mit einer solchen Politik machte sich Otto der Große viele Feinde unter den deutschen Adligen. Nicht zuletzt überging er bei der Besetzung von Posten auch seinen älteren Bruder Thankmar.

Reservatrechte der Herzogtümer

Ein weiterer Streitpunkt waren einzelne Sonderstellungen der Herzogtümer. Vor allem die Bayern hatten bei der Reichseinigung unter Heinrich I. auf Reservatrechten bestanden. Das wollte Otto der Große nicht mehr hinnehmen und brach ein entsprechendes Abkommen von 921.

Es kam zum Krieg, den der sächsische König jedoch für sich entscheiden konnte. Herzog Eberhard von Bayern wurde daraufhin in die Verbannung geschickt. Doch es folgten weitere Konflikte, so dass die Zeit von 937 bis 941 durchgehend von Krisen bestimmt war.

Verschwörung und geplantes Attentat

Zu seinem Glück konnte Otto der Große eine Verschwörung um seinen Bruder Heinrich sowie ein geplantes Attentat am Osterfest des Jahres 94 abwenden. Im letzten Moment erfuhr er von den Plänen.

Daraufhin ließ er sich Tag und Nacht von einer Schar von treuen Vasallen beschützen. Letztlich kam es dann gar nicht erst zum Anschlag. Im Gegenzug setzte er die Verschwörer in der Pfalz Ingelheim fest und erstickte so die Rebellion.

Herrschaft von Otto dem Großen

In den 40er-Jahren des 10. Jahrhunderts zeigten sich die Ergebnisse der rigiden Politik von Otto dem Großen. In zahlreichen Urkunden finden sich die Spuren der Macht des Königs.

Er konnte die herrschaftliche Gewalt als Monarch sehr viel weiter ausbauen, als es noch für seinen Vater denkbar gewesen wäre. Das galt auch nicht nur für die Symbolpolitik. Otto der Große griff tief in das gesellschaftliche System ein und veränderte es nachhaltig.

Hochzeit mit Adelheid von Burgund

Kaiser Otto I. der Große
Otto der Große empfängt die Unterwerfung von Berengar (Manuscriptum Mediolanense / gemeinfrei)

Edgitha, die erste Frau von Otto dem Großen, starb 946 sehr plötzlich. Doch es gab mit Adelheid von Burgund, der Witwe des italienischen Königs, die perfekte Nachfolgerin. Die damals erst 19-jährige konnte dank des langobardischen Erbrechts den Königstitel mittels Eheschließung auf einen neuen Mann übertragen.

Deshalb wurde Adelheid von Burgund erstmal von dem italienischen Fürsten Berengar II. gefangen genommen. Man sperrte sie zunächst in Como ein. Doch der jungen Frau gelang die Flucht und sie bat Otto den Großen um Hilfe.

Dieser ließ sich nicht zweimal bitten. Otto der Große griff in Italien ein und konnte sich Braut wie Königreich sichern. Damit knüpfte er an eine wichtige Tradition an. Genau wie Karl der Große war er nun König der Franken und der Langobarden.

rex Francorum et Langobardorum

Neben dem materiellen Gewinn war dies vor allem auch ein großer symbolischer Fortschritt für seine Stellung. So leistete er bereits früh einen wichtigen Beitrag für das Fundament seiner späteren Herrschaft als römisch-deutscher Kaiser.

Liudolfinischer Aufstand (953)

Doch Otto der Große betrieb in Italien wieder einmal Großmachtpolitik zu Lasten des inneren Friedens. Er hatte mit Liudolf nämlich noch einen Sohn aus erster Ehe.

Dieser Liudolf war der natürliche Thronfolger und bereits zum Herzog von Schwaben ernannt worden. Die Ehe mit Adelheid von Burgund ließ den jungen Mann jedoch um seine Stellung fürchten. Während Otto der Große in Italien ambitionierte Pläne verfolgte, baute sich der Sohn in der Heimat eine eigene Gefolgschaft auf.

Nachdem bereits seine Brüder gegen Otto den Großen aufbegehrt hatten, zettelte nun der eigene Sohn und Thronfolger eine Rebellion gegen den Vater an. Wie so oft im Mittelalter wurde eine symbolische Veranstaltung zum politischen Schlüsselmoment.

Liudolf rief die Herzöge zu einem Bankett. Damit kommunizierte er implizit seinen Anspruch auf den Thron. Zahlreiche Aristokraten schlossen sich dieser Bewegung an.

953 brachen Kampfhandlungen aus. Der Vater belagerte seinen Sohn zunächst in Mainz. Doch Liudolf konnte sich durch eine nächtliche Flucht dem Zugriff entziehen.

Die Lage wurde für Otto den Großen nun kritisch. Von den insgesamt fünf Herzogtümern stand nur noch Franken geschlossen hinter ihm. Das Kriegsglück wogte dann ein Jahr lang hin und her.

Aber das Jahr 954 brachte eine unerwartete Wende. Die heidnischen Ungarn fielen erneut im ostfränkischen Reich ein. Unter diesem Druck scheiterte die Rebellion. Die Fürsten des Reiches scharten sich zur Abwehr des äußeren Feindes wieder um ihren König.

Schlacht auf dem Lechfeld (955)

Zunächst konnten die Ungarn erfolgreich im Reich plündern. Dabei kam ihnen die besondere Mobilität ihrer Kriegsführung zu Gute. Als eine Horde von berittenen Bogenschützen waren sie nicht nur auf dem Schlachtfeld äußerst beweglich.

Sie verfügten auch über sehr ausdauernde Steppenpferde. Diese Tiere trugen ihre Reiter in kurzer Zeit über hohe Distanzen. Sie konnten spielend eine Heerwurm umgehen und dann die schwächsten Punkte attackieren.

Schlacht auf dem Lechfeld
Otto der Große gewann die Schlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955 (Sigmund Meisterlin / gemeinfrei)

Im August 955 suchten die Ungarn jedoch aus unerklärlichen Gründen eine offene Feldschlacht. Angesichts ihrer Bewaffnung und ihres Vorgehens war diese Entscheidung ein strategischer Fehler ersten Ranges. Schätzungen gehen davon aus, dass Otto der Große etwa 10.000 Panzerreiter versammeln konnte.

Am 10. August 955 kam es dann zur Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg. Näheres über den Verlauf ist jedoch nicht bekannt.

Aber es soll an dem Tag geregnet haben. Das ist bedeutsam, weil die Wunderwaffe der Ungarn, der Kompositbogen, aus mehreren Schichten Horn bestand, die mit Leim verklebt wurden. Durch den Regen verloren die Bögen jedoch schnell an Zugkraft.

Der große Sieg wurde auch der himmlischen Unterstützung durch Erzengel Michael zugeschrieben, der anschließend zum Schutzpatron der Deutschen wurde. Die Konsequenzen der Schlacht auf dem Lechfeld waren aber auf jeden Fall sehr irdisch.

Otto der Große hatte ein Heer aus Bayern, Böhmen, Franken, Sachsen und Schwaben erfolgreich gegen den äußeren Feind geführt. Die Ungarn tauchten auch nicht wieder auf, so dass der König sehr gestärkt aus dem Konflikt hervorging.

Vorzeitige Regelung der Thronfolge

Die persönlichen Erfahrungen mit dem Erbrecht motivierten Otto den Großen zu einer vorzeitigen Regelung seiner Thronfolge. Da seine ersten Söhne nicht in Betracht kamen, rückte Otto II., der älteste Sohn aus der Ehe mit Adelheid von Burgund, auf.

Kaiser Otto II.
Darstellung von Kaiser Otto II. (Registrum Gregorii / gemeinfrei)

Auch die Ehe dieses Thronfolgers wurde nicht dem Zufall oder gar der Liebe überlassen. 961 gelang eine erfolgreiche Brautwerbung um Theophanu. Das war die Nichte des byzantischen Kaisers, so dass dieses Arrangement im Kontext der Außenpolitik stand.

Auf dem Hoftag zu Worms im selben Jahr erhob er seinen minderjährigen Sohn zum Mitkönig. Doch Otto der Große klärte damit nicht nur dynastische Fragen. Vor allem brauchte er einen Repräsentanten, um mehr Präsenz im Reich zeigen zu können.

Denn während der Zeit der inneren Konflikte im deutschen Raum war der lehnspflichtige Berengar II. von Italien rebellisch geworden. Aber Otto der Große hatte aus den Erfahrungen mit seinen Brüdern und dem ältesten Sohn Liudolf gelernt.

Mit Hilfe seines Erben gelang es Otto dem Großen schließlich, seine königliche Herrschaft im wachsenden Reich flächendeckender zu repräsentieren. Dies war auch dringend nötig, wollte er Italien nicht wieder verlieren.

Kaiserkrönung in Rom (962)

Doch der rebellische Berengar II. stellte sich in Italien offen gegen den minderjährigen Sohn von Otto dem Großen. Anschließend überfiel er einige Gebiete und übte militärischen Druck auf den römischen Papst aus.

Deshalb sandte Otto der Große im Jahr 962 erneut ein Heer nach Italien. Militärisch konnte er sich binnen kürzester Zeit durchsetzen.

Die Truppen von Berengar II. weigerten sich bei Pavia schlichtweg gegen den Otto den Großen zu kämpfen. Zum Dank für die Entlastung wurde er von Johannes XII. zum ersten römisch-deutschen Kaiser gekrönt.

Damit erneuerte Otto der Große die Tradition der kaiserlichen Herrschaft, wie sie mit ihrem letzten westfränkischen Vertreter untergegangen war.


Inhaltsverzeichnis von Frag Machiavelli

„Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun so klatscht Beifall!“

(Augustus – letzte Worte)


Vorzeit

NameRolle
Gott/
SatanDämon
MetatronErzengel
AzraelErzengel
MichaelErzengel
GabrielErzengel
RaphaelErzengel
UrielErzengel
RazielErzengel
LuziferDämon
SamaelDämon
LilithDämonin
NemesisDämonin
BaphometDämon

Frühantike

NameRolle
SunziMilitärtheoretiker
SokratesPolitischer Philosoph
PlatonPolitischer Philosoph
AristotelesPolitischer Philosoph
Hannibal BarkasFeldherr
Quintus Fabius MaximusSenator / Feldherr / Diktator
Scipio AfricanusFeldherr
Cato der ÄltereSenator
PolybiosPolitischer Philosoph
Tiberius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius MariusFeldherr / Militärtheoretiker
Lucius Cornelius SullaSenator / Feldherr / Diktator
Gnaeus Pompeius MagnusSenator / Feldherr
SpartakusAufständischer
Marcus CrassusSenator / Feldherr
Marcus Tullius CiceroSenator
Gaius Iulius CaesarSenator / Feldherr / Diktator
VercingetorixAufständischer
Gaius CassiusSenator
Marcus BrutusSenator
Marcus AntoniusSenator / Feldherr

Antike

NameRolle
AugustusRömischer Kaiser
ArminiusAufständischer
TiberiusRömischer Kaiser
Pontius PilatusRömischer Ritter
Johannes der TäuferHäretiker / Prophet
Jesus von NazarethHäretiker / Prophet
Maria MagdalenaApostelin
Simon PetrusApostel
JohannesApostel
Jakobus der ÄltereApostel
MatthäusApostel
Judas IskariotApostel
PaulusApostel
LukasEvangelist
Judas ThaddäusApostel
MarkusEvangelist
CaligulaRömischer Kaiser
ClaudiusRömischer Kaiser
NeroRömischer Kaiser
BoudiccaAufständische
VespasianRömischer Kaiser
DomitianRömischer Kaiser
TraianRömischer Kaiser
HadrianRömischer Kaiser
Mark AurelRömischer Kaiser
CommodusRömischer Kaiser
CaracallaRömischer Kaiser
AurelianRömischer Kaiser

Spätantike

NameRolle
DiokletianRömischer Kaiser
Konstantin I.Römischer Kaiser
AugustinusPolitischer Philosoph
Alarich I.König der Völkerwanderungszeit
GeiserichKönig der Völkerwanderungszeit
Leo I. der GroßePapst
AttilaKönig der Völkerwanderungszeit
OdoakerKönig der Völkerwanderungszeit
TheoderichKönig der Völkerwanderungszeit

Frühmittelalter

NameRolle
Chlodwig I.König des Frankenreichs
Benedikt von NursiaPriester
Gregor der GroßePapst
Abu BakrFeldherr
Karl MartellHausmeier / Feldherr
Pippin III.König des Frankenreichs
Karl der GroßeKaiser des Frankenreichs
Ludwig I. der FrommeKaiser des Frankenreichs
Ludwig II. der DeutscheKönig des Ostfrankenreichs
Karl der KahleKönig des Westfrankenreichs
Ragnar LodbrokKönig der Wikinger
Alfred der GroßeKönig von England
Karl III. der DickeKaiser des Frankenreichs
Konrad I.König des Ostfrankenreichs
Olga von KiewApostelin
Heinrich I.König des Ostfrankenreichs
Otto I. der GroßeKaiser des Ostfrankenreichs
Otto II.Kaiser des Ostfrankenreichs
Harald BlauzahnKönig der Wikinger
Erik der RoteEntdecker der Wikinger
Sven GabelbartKönig von England
Otto III.Kaiser des Ostfrankenreichs
Leif ErikssonEntdecker der Wikinger
Heinrich II. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Knut der GroßeKönig von England
Konrad II.Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Heinrich III. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs

Hochmittelalter

NameRolle
Heinrich IV. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Harald HardradeKönig der Wikinger
Wilhelm der ErobererKönig von England
Gregor VII.Papst
Urban II.Papst
Anselm von CanterburyPriester
Gottfried von BouillonKreuzritter
Bernhard von ClairvauxPriester
Eleonore von AquitanienHerzogin
Heinrich der LöweHerzog im Heiligen Römischen Reich
Friedrich I. BarbarossaKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Thomas BecketPriester
Sultan SaladinFeldherr
Richard LöwenherzKönig von England
Johann OhnelandKönig von England
William MarshalRitter
Friedrich II. der StauferKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Rudolf I. von HabsburgKönig des Heiligen Römischen Reichs
Adolf von NassauKönig des Heiligen Römischen Reichs

Spätmittelalter

NameRolle
William WallaceAufständischer
Robert the BruceKönig von Schottland
Jaques de MolayHäretiker / Templer
Schwarze PrinzFeldherr

Frühe Neuzeit

NameRolle
Alexander VI.Papst
Cesare BorgiaFeldherr
Girolamo SavonarolaHäretiker / Priester
Niccolo MachiavelliPolitischer Philosoph
Julius II.Papst
Heinrich VIII.König von England
Leo X.Papst
Martin LutherHäretiker / Priester
Thomas MüntzerHäretiker / Priester
Götz von BerlichingenRitter im Heiligen Römischen Reich
Florian GeyerRitter im Heiligen Römischen Reich
Sebastian von RotenhanOffizier
Paul III.Papst
Iwan IV. der SchrecklicheRussischer Zar
Maria TudorKönigin von England
Elisabeth I.Königin von England
Maria StuartKönigin von Schottland & Frankreich
Francis DrakeOffizier
Walter RaleighOffizier
Jakob I. StuartKönig von England & Schottland
WallensteinFeldherr
Kardinal RichelieuFeldherr / Agent
Gustav AdolfFeldherr
Oliver CromwellLord Protector von England
Henry MorganOffizier
Rob Roy MacGregorAufständischer
Peter der GroßeRussischer Zar
August der StarkeKurfürst im Heiligen Römischen Reich
Karl XII.König von Schweden
Anne StuartKönigin von Großbritannien
Friedrich der GroßeKönig von Preußen
Bonnie Prince CharlieAufständischer
Katharina die GroßeRussische Zarin
Benjamin FranklinPolitischer Philosoph
George WashingtonUS-Präsident
Alexander HamiltonPolitischer Philosoph
Henry ShrapnelOffizier
John AdamsUS-Präsident

19. Jahrhundert

NameRolle
NapoleonFeldherr
Thomas JeffersonUS-Präsident
Alexander I.Russischer Zar
Horatio NelsonOffizier
Gerhard von ScharnhorstOffizier / Militärtheoretiker
Arthur WellesleyOffizier
Carl von ClausewitzOffizier / Militärtheoretiker
James MadisonUS-Präsident
James MonroeUS-Präsident
Andrew JacksonUS-Präsident
VictoriaKönigin von Großbritannien
Arthur SchopenhauerPolitischer Philosoph
Martin van BurenUS-Präsident
Michail BakuninPolitischer Philosoph
James K. PolkUS-Präsident
Abraham LincolnUS-Präsident
Robert Edward LeeOffizier
William T. ShermanOffizier
George A. CusterOffizier
Ulysses S. GrantUS-Präsident
Otto von BismarckReichskanzler
Cornelius VanderbiltTycoon
Andrew CarnegieTycoon
John D. RockefellerTycoon
Grover ClevelandUS-Präsident

20. Jahrhundert

NameRolle
Theodore RooseveltUS-Präsident
Leo TrotzkiPolitischer Philosoph
Woodrow WilsonUS-Präsident
Manfred von RichthofenOffizier
Lawrence von ArabienAgent
LeninDiktator / Sowjetunion
Josef StalinDiktator / Sowjetunion
MussoliniDiktator / Italien
Adolf HitlerDiktator / Deutschland
Simo HäyhäOffizier
Erich von MansteinOffizier
Erwin RommelOffizier
Georgi SchukowOffizier
Mao ZedongDiktator / Militärtheoretiker
Konrad AdenauerDeutscher Bundeskanzler
Nikita ChruschtschowDiktator / Sowjetunion
Vo Nguyen GiapOffizier
Ludwig ErhardDeutscher Bundeskanzler
Leonid BreschnewDiktator / Sowjetunion
Carlos MarighellaAufständischer / Militärtheoretiker
Kurt Georg KiesingerDeutscher Bundeskanzler
Willy BrandtDeutscher Bundeskanzler
Helmut SchmidtDeutscher Bundeskanzler
Juri AndropowDiktator / Sowjetunion
Helmut KohlDeutscher Bundeskanzler
Michail GorbatschowDiktator / Sowjetunion

Sonstiges: Blog-Beiträge

NameEpoche
SteinschleuderFrühantike
PrimitivbogenFrühantike
Griechische PhalanxFrühantike
Makedonische PhalanxFrühantike
Römische RitterFrühantike
Römische LegionäreFrühantike
Römische FormationenFrühantike
PyrrhussiegeFrühantike
Keltische KriegerFrühantike
Germanische KriegerFrühantike
Divide et ImperaFrühantike
PrätorianerAntike
Römischer LimesAntike
HunnenSpätantike
PanzerreiterFrühmittelalter
WikingerschiffeFrühmittelalter

Sonstige: Drittes Reich

NameZuordnung
Wilhelm KeitelWehrmacht / OKW
Gerd von RundstedtWehrmacht / Heeresgruppe
Fedor von BockWehrmacht / Heeresgruppe
Walter ModelWehrmacht / Heeresgruppe
Heinz GuderianWehrmacht / Panzer
Hermann HothWehrmacht / Panzer
Otto CariusWehrmacht / Panzer
Karl DönitzWehrmacht / U-Boot
Günther PrienWehrmacht / U-Boot
Otto KretschmerWehrmacht / U-Boot
Joachim SchepkeWehrmacht / U-Boot
Werner MöldersWehrmacht / Jagdflieger
Adolf GallandWehrmacht / Jagdflieger
Erich HartmannWehrmacht / Jagdflieger
Paul HausserWaffen-SS
Sepp DietrichWaffen-SS
Theodor EickeWaffen-SS
Felix SteinerWaffen-SS
Hermann FegeleinWaffen-SS
Joachim PeiperWaffen-SS
Michael WittmannWaffen-SS

Karl Martell – karolingischer Hausmeier

Im fränkischen Reich herrschte seit 486 n. Christus das Geschlecht der Merowinger. Doch diese Linie brachte über die Jahrhunderte viele sehr schwache Anführer hervor. Aus dem Hintergrund heraus übernahm deshalb nach und nach ein neues Haus die Macht im Reich, die Karolinger.

Grab von Karl Martell
Grabmal von Karl Martell in St. Denis (Patrick Fischer / CC-BY-SA 3.0)

Karl Martell war einer ihrer mächtigsten Vertreter, bevor die Linie direkt nach der Königswürde greifen konnte.

Den Beinamen Martellus, was soviel wie „der Hammer“ bedeutet, erhielt Karl jedoch erst im 9. Jahrhundert. Er selbst lebte ein Jahrhundert früher und verstarb im Jahr 741.

Dieser Ehrenname wurde Karl also nur rückwirkend und auch erst nach den großen politischen wie militärischen Erfolgen von Karl dem Großen, seinem Enkel, zu teil.

Vor allem den großen Sieg von Karl Martell gegen die Araber in der Schlacht von Tours und Poitiers im Oktober 732 nutzte man im nachhinein als Aufhänger für eine propagandistische Überhöhung seiner Person.

Karl Martell wurde zum „Retter des Abendlandes“ stilisiert. Das ist nach heutiger Einschätzung jedoch eine starke Übertreibung. Trotz alledem war er eine prägende Figur in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts.

Darüber hinaus trieb er ein politisches Meisterstück immer weiter voran. Seine Linie verwandelte das aristokratische Amt des „Hausmeiers“ am Hofe des Königs in das faktische Machtzentrum im Reich, bis schließlich die völlige Kontrolle übernommen werden konnte.

Doch erst Pippin der Jüngere, auch Pippin der Kurze oder Pippin III. genannt, ein Sohn von Karl Martell, konnte öffentlich zum wahren König werden. Mit seiner Krönung im Jahr 751 endete ein mehr als 100-jähriges Spiel um den fränkischen Thron zwischen zwei sehr alten Dynastien.

Häufige Fragen zu Karl Martell (FAQs)

  • Wer war Karl Martell? Er war ein unehelicher Sohn von Pippin dem Mittleren aus dem Geschlecht der Karolinger und wurde mächtigster Mann im Frankenreich.
  • War Karl Martell ein Brudermörder? Sein Bruder Grimoald wurde 714 in einer Kirche bei Lüttich erschlagen. Die genaueren Umstände sind unbekannt.
  • Wodurch wurde Karl Martell so bekannt? Er besiegte 732 in der Schlacht von Tours und Poitiers eine große arabische Armee und wurde mächtigster Mann im Frankenreich.
  • Hat Karl Martell Europa gerettet? Er gilt als „Retter des Abendlandes“, doch der Angriff der Araber von 732 zielte nicht auf eine Besetzung von Europa, sondern nur auf Plünderungen.
  • Welche Beinamen erhielt Karl? Er wurde für seine militärischen Erfolge „Martellus“ genannt – „der Hammer“.
  • Wie wurde der erste Karolinger König? Der Sohn von Karl Martell wurde 751 mit der Unterstützung von Papst Zacharias zum ersten König aus dem Geschlecht der Karolinger.

Entstehung eines neuen Herrscherhauses

Karl Martell gehörte zum Hochadel seiner Zeit. Er war ein Spross zweier mächtiger Familien des Frankenreiches, die schließlich ein historisches Bündnis schlossen:

Die Arnulfinger und das Bierwunder von Metz

Bischof Arnulf von Metz
St. Arnulf – Patron der Bierbrauer (gemeinfrei)

Großväterlicherseits stammte Karl Martell von den Arnulfingern ab. Das war eine sehr reiche und damals schon lange etablierte Adelsfamilie.

Die Arnulfinger stellten vor allem über zwei Generationen hinweg den Bischof von Metz, darunter der namensgebende Arnulf von Metz. Das machte sie politisch und wirtschaftlich zu einem einflussreichen Clan.

Die Arnulfinger waren im Norden des heutigen Frankreich und auf den Gebieten der Benelux-Staaten fest verankert. Die Familie stiftete dort auch mehrere Klöster.

Mit dem Bischof ist darüber hinaus eine sagenhafte Geschichte verbunden. Als eine Seuche sein Bistum heimsuchte, erkannte Arnulf angeblich, dass der Herstellungsprozess von Bier die Keime tötete.

Der Bischof warf daraufhin ein Kruzifix in einen Braukessel und sprach einen Segen. Die Bevölkerung trank anschließend nur noch Bier und die Krankheitswelle flachte ab. Deshalb wird dieser Vorfahre von Karl Martell als Patron der Bierbrauer verehrt.

Die Pippiniden – Hausmeier der Merowinger

Großmütterlicherseits stammte Karl Martell hingegen von den Pippiniden ab. Dabei handelte es sich ebenfalls um ein sehr mächtiges Geschlecht, dass aus der gleichen Region stammte. Das Haus hatte sich unter der Führung von Pippin dem Älteren im Reich sehr erfolgreich positioniert.

Pippin der Ältere
Statue von Pippin dem Älteren am Palais Provincial in Lüttich (Kleon3 / CC-BY-SA 3.0)

Diese Machtstellung konnte er durch seine Funktion im Reich immer weiter ausbauen. Unter den Königen der Merowinger diente er als ein Hausmeier. Dieses Amt hatte eine alt-römische Tradition und wurde ursprünglich als „Majordomus“ bezeichnet.

Wörtlich bedeutet das „Verwalter des Hauses“. In der Antike ließen Adlige beispielsweise ihre Landgüter von einem solchen Majordomus verwalten. Heutzutage würde man wohl von einem Geschäftsführer sprechen.

Im fränkischen Reich waren solche Hausmeier für einzelne Regionen oder auch das gesamte Reich zuständig. Je nach persönlicher Interpretation konnte ein gewiefter Hausmeier diese Funktion sehr machtvoll und weitreichend ausüben.

Unter der gestaltenden Hand von Pippin dem Älteren, dem Ur-Großvater von Karl Martell, begann bereits die dominante Taktart solcher Amtsinhaber. Um seine Macht abzusichern, verheiratete Pippin der Ältere seine Tochter Begga mit dem Arnulfinger Ansegisel.

Damit gingen zwei einflussreiche Männer einen folgenreichen Pakt ein. Denn das Paar hatte einen Sohn, Pippin den Mittleren. Dieser sollte die schleichende Machtübernahme durch seine Großväter mit noch größerem Erfolg voran treiben.

Game of Thrones im frühen Mittelalter

Das Frankenreich war über seine ganze Geschichte hinweg von zahllosen inneren Konflikten geprägt. Dabei waren viele Krisen strukturell veranlagt und wiederholten sich deshalb immer wieder.

Besonders fatal war das fränkische Erbrecht. Dieses sah vor, dass alle Söhne (möglichst) gleich erben sollten. Deshalb kam es im privaten Bereich aber eben auch auf der Reichsebene zu zahllosen Spaltungen.

Darüber hinaus brachte die althergebrachte Gliederung in Stämme auch mächtige Clan-Fürsten hervor. Solche Familien, wie die von Karl Martell, nutzten natürlich ihre Möglichkeiten, um die Monarchie permanent im eigenen Interesse zu untergraben.

Ostreich gegen Westreich

Neben den gesellschaftlichen Konfliktpotentialen ging auch schon im frühen Mittelalter ein geographischer Riss durch das fränkische Reich. Den östlichen Teil, das Ostreich, bezeichnete man als Austrasien.

Das Westreich hingegen wurde Neustrien genannt. Bei diesen Regionen handelte sich um einen großen Teil der Gründungsgebiete des fränkisches Reichs aus dem Jahr 486. Doch es hatte stets wirtschaftliche, aber auch kulturelle Unterschiede gegeben.

Frankenreich um 737 Karte
Das Reich der Franken um 737 (Richard Ishida / CC-BY-SA 4.0)

Das Ostreich war die Wiege zahlloser Krieger-Dynastien. Die Merowinger und auch die Ahnen von Karl Martell hatten dort ihre Stammsitze. Die regionale Bevölkerung war aus germanischen Stammeskulturen hervorgegangen.

Wesentliche Teile dieser Gebiete konnten zu allen Zeiten von germanischen Kriegern gegen das antike Rom verteidigt werden. Das fränkische Westreich hatte in seiner tieferen Historie jedoch eher einen keltischen Hintergrund.

Noch dazu hatte Gaius Julius Caesar diese Gebiete bereits im 1. Jahrhundert v. Christus erobert. Teile des Westreiches waren aus Belgica Secunda, der letzten römischen Provinz in Gallien, hervorgegangen. Die Gebiete waren deshalb bereits sehr früh latinisiert und dann christianisiert worden.

Außerdem hatten die Römer mit ihren Fähigkeiten diese Gegenden infrastrukturell erschlossen. In diesem Bereich, in etwa in der heutigen Normandie, fand sich landwirtschaftlicher Reichtum und auch produzierendes Handwerk. Deshalb versuchte das Westreich auch immer mal wieder, sich der Kontrolle durch die Mächtigen aus dem Ostreich zu entziehen.

Karolinger gegen Merowinger

Die Hochphase der merowingischen Dynastie begann im Jahr 486. Mit einem Überfall nutzten sie unter der Führung von Chlodwig I. den Untergang des Römischen Reiches zur Gründung einer neuen Großmacht. Aus ihren belgischen Stammesgebieten stießen sie vor bis zur Loire und machten Paris zur Hauptstadt des neuen Reiches.

Aber die Linie der alten Könige hatte nur sehr wenige, wirklich gute Herrscher hervorgebracht. Dieser Mangel an Qualität und widrige Umstände führten zu einer Erosion ihrer Herrschaft. Mit dem Tod von Dagobert I. im Jahr 639 endete auch das Machtmonopol dieses Clans.

Dagobert I. war es noch gelungen, die südlich gelegenen Regionen Aquitanien und auch Burgund in das Reich zu integrieren. Er regierte durchaus erfolgreich und stiftete als besonders religiöser Mensch die Basilika von Saint-Denis.

Dort ruhten seitdem lange die Gebeine der Könige von Frankreich. Allerdings kam es während der französischen Revolution zur Plünderung der Königsgräber und großen Zerstörungen an der Kathedrale.

Doch mit Pippin dem Älteren war Dagobert I. bereits ein sehr mächtiger Gegenspieler im Amt des Hausmeiers gegenüber getreten. Auch Arnulf von Metz war politisch bereits auf den Plan getreten, so dass der letzte erfolgreiche Merowinger bereits erheblich mit seinen Beratern zu kämpfen hatte.

Reichsteilung von 639 n. Christus

Nach dem Tod von Dagobert I. wurde das fränkische Reich unter seinen beiden Söhnen Sigibert III. und Chlodwig II. aufgeteilt. Paris wurde zur Hauptstadt des Westreiches, während Metz zum Zentrum des östlichen Teils wurde.

Aber keiner der beiden Jungen hatte damals ein regierungsfähiges Alter. Nach dieser territorialen Spaltung waren noch dazu auch die einzelnen Gebiete in ihrer Existenz bedroht. Deshalb begannen realpolitische Mechanismen zu greifen.

Bis zu seinem Tod hatte Dagobert I. vor allem Pippin den Älteren, den Hausmeier des Ostreiches, noch kontrollieren können. Doch nun hatte die Stunde der beiden Großväter von Karl Martell geschlagen.

Für wirtschaftliches Wohlergehen und äußere Sicherheit untergruben sie die Königsherrschaft der alten Linie. Doch es dauerte noch mehr als 100 Jahre, bis diese machtpolitische Transformation abgeschlossen war.

Pippin der Mittlere – Hausmeier der Könige

Pippin der Mittlere
Der Heilige Hubertus bietet Pippin dem Mittleren seine Dienste an. (David Aubert / gemeinfrei)

Pippin der Mittlere war das menschliche Ergebnis der politischen Vereinigung seiner beiden Großväter: Pippin dem Älteren und Arnulf von Metz.

Deshalb stand auch sein Leben bis zu seinem Tod im Jahr 714 ganz im Dienste seines Hauses. Er wurde ebenfalls in das Amt des Hausmeiers erhoben.

Zu Beginn seiner Amtszeit zweifelte man noch an seiner Dominanz. Doch Pippin der Mittlere setzte sich durch. Er konnte zwar selbst nicht direkt nach der Krone greifen.

Er beließ seine Konkurrenten auf ihren Positionen, aber behielt dennoch alle Fäden in der Hand. Vier Könige aus dem Geschlecht der Merowinger dienten im Laufe der Zeit unter seiner politischen Kontrolle:

  • Theuderich III. (679–690)
  • Chlodwig III. (690–694)
  • Childebert III. (694–711)
  • Dagobert III. (711–715)

In dieser Zeit gelang es dem Vater von Karl Martell vor allem, die Reichweite seiner politischen Macht über die Kernregionen hinaus auszudehnen. Nach dem Tod des wichtigsten Oppositionsführers verheiratete Pippin der Mittlere sogar noch seinen ältesten Sohn Drogo mit dessen Witwe. So zog er deren Anhänger auf seine Seite.

Neben dem Ostreich und dem Westreich waren vor allem die reichen Gebiete von Aquitanien und Burgund von besonderer Bedeutung für das Frankenreich. Noch zu Lebzeiten setzte Pippin der Mittlere deshalb seine Söhne in regionale Posten ein.

Außerdem erwies sich Pippin der Mittlere als fähiger Feldherr. Er bezwang die Friesen und schuf in deren Gebieten die Voraussetzungen für eine Christianisierung.

Karl, Drogo und Grimoald

Pippin der Mittlere hatte drei Söhne, die ebenfalls zu Macht gelangten. Drogo, Grimoald und den Bastard Karl Martell. Diese folgten ihm als Hausmeier für einzelne Gebiete im Reich.

Darüber hinaus wurden sie jeweils zum Dux ernannt. Das ist ein Titel aus der Antike und bedeutet Anführer. Später entwickelte sich hieraus der Titel des Herzogs.

Doch Drogo starb bereits früh und Grimoald übernahm seinen Platz. Ihm gelang es zwei Hausmeier-Positionen im Reich in Personalunion zu vereinen. Unter seiner direkten Kontrolle stand nun auch Burgund im Süden.

Doch Grimoald wurde 714 in einer Kirche bei Lüttich erschlagen. Die genaueren Umstände sind unbekannt. In diesem Machtvakuum versuchte Plektrudis, die Witwe von Pippin dem Mittleren, die Macht an sich zu reißen. Sie wollte einen vierten, einen minderjährigen Sohn installieren.

Die Witwe des mächtigen Pippin ließ Karl Martell, den Bastard ihres verstorbenen Mannes, inhaftieren. Doch Plektrudis hatte nicht mit dem eigennützigen Widerstand der Adeligen gerechnet. Viele sahen ihre Chance auf einen persönlichen Machtgewinn. Darüber hinaus gelang dem Gefangenen bald die Flucht.

Daraufhin formierten sich die Mächtigen des Reiches schnell hinter dem jungen Karl Martell, der Drogo und Grimoald nun erfolgreich beerbte. Vor allem die bereits ausgebaute Funktion des Hausmeiers erwies sich für sein kommendes Lebenswerk als entscheidender Vorteil.

Martellus – „der Hammer“ der Franken

Nachdem Karl Martell als Hausmeier im Jahr 718 an die Macht kam, ließ er zunächst zwei Söhne seines Halbbruders Drogo gefangennehmen. Damit waren alle dynastischen Fragen zumindest für ihn selbst geklärt.

Doch die innenpolitische Lage und die Traditionen im Reich ließen es immer noch nicht zu, dass ein neues Geschlecht die Königsherrschaft übernehmen konnte. Deshalb trieb Karl die Machtentfaltung seiner Linie im Inneren immer weiter fort. Darüber hinaus führte er zahlreiche militärische Kampagnen rundum das Frankenreich durch.

Frankenreich Karte
Expansion des fränkischen Reiches von 486 bis zum Tod von Karl dem Großen im Jahr 814. (Sémhur / CC-BY-SA 3.0)

Kriege gegen die Friesen

Karl Martell war 716 vor Köln von Friesen besiegt worden. Dafür rächte er sich nach seinem Herrschaftsantritt. Ein willkommener Anlass ergab sich, als Radbod, der heidnische König der Friesen, die Christianisierung durch Bischof Willibrord im Bistum Utrecht gewaltsam behinderte.

Bischof Willibrord bat daraufhin Karl Martell um Hilfe, der die Einladung wohl dankend annahm. Der Krieg gegen die Friesen war nämlich auch ein Raubzug, der die Kasse füllen sollte. Die Franken stießen bis in die Kerngebiete der Friesen vor und zerstörten dabei viele heidnische Heiligtümer.

Das betroffene Gebiet entspricht in etwa der heutigen Provinz Friesland in den Niederlanden. Offenbar war der Kriegszug ein durchschlagender Erfolg.

Eine Schenkung von Karl Martell an das Bistum Utrecht im Jahr 734 ist urkundlich belegt. Zu Lebzeiten von Karl Martell begehrten die Friesen nicht mehr auf.

Kriege gegen die Sachsen

Die kriegerischen Sachsen zogen im frühen Mittelalter nicht nur gegen die Briten, sondern stellten auch eine permanente Bedrohung für die Franken dar. Während der inneren Machtkämpfe im Frankenreich waren sie sogar bis zum Rhein vorgedrungen.

Die Sachsen sollten jedoch erheblich mehr Widerstand als die Friesen gegen Karl Martell leisten. Unklar ist, ob bereits im Jahr 722 ein Feldzug stattfand.

Belegt sind jedoch Kriegszüge in den Jahren 724 und 738. Wiederum bot die Christianisierung einen willkommenen Vorwand für die Gewalt.

Tatsächlich dürften jedoch Sicherheitsinteressen und Beutegier eine zentrale Rolle gespielt haben. Die Sachsen mussten nach ihren Niederlagen hohe Tribute zahlen und Geiseln stellen.

Doch es sollte erst Karl dem Großen, dem Enkel von Karl Martell, gelingen, die Sachsen und ihre heidnische Kultur endgültig niederzuwerfen. Bis dahin blieben sie eine eigenständige Macht.

Kriege gegen die Alemannen

Ebenfalls in den ersten Jahren der Herrschaft von Karl Martell begannen die Kriege gegen die Alemannen. Deren Territorien im heutigen Bayerisch-Schwaben wollte er jedoch von Anfang an ins fränkische Reich integrieren.

Erneut bot die Christianisierung einen willkommenen Anlass. Das Kloster Murbach und das Kloster Reichenau wurden in diesen Zusammenhängen gegründet. Nachdem der alemanische Dux den Fehler gemacht hatte, einen Abt zu vertreiben, wurde er selbst vertrieben und der Abt wieder eingesetzt.

Karl Martell verzichtete zunächst auf die Ernennung eines Nachfolgers für die Spitze der Alemannen. Später wurde das Ducat beziehungsweise das Herzogtum noch einmal von seinem Sohn besetzt, aber verfiel dann endgültig. Damit endete dann auch eine 500-jährige Stammesgeschichte.

Anschluss von Mainfranken

Heiliger Bonifatius
Statue des Hl. Bonifatius (Frank Schulenburg / CC-BY-SA 2.5)

Im Raum Würzburg hatte sich im 7. Jahrhundert das Haus der Hedenen als Herzöge erhoben. Diesen gelang es auch, Thüringen unter ihre Kontrolle zu bekommen. Doch sie waren in der Bevölkerung unbeliebt.

Es kam zu Aufständen. Ohne dass Karl Martell groß eingreifen musste, schlossen sich die Mainfranken ihren „westlichen Vettern“ an. Auch hier spielte die Verbreitung des Glaubens eine Rolle. Schenkungen an Klöster sind belegt.

741, im Jahr des Todes von Karl Martell, wurde schließlich sogar das Bistum Würzburg vom Hl. Bonifatius gegründet. Die offizielle Bestätigung erging zwar erst ein Jahr später.

Die neue Institution unterstellte man jedoch umgehend dem Hl. Burkhard, der auch ein wichtiger Berater von Pippin dem Jüngeren war. Das weltliche Herzogtum wurde von einer geistlichen Herrschaft abgelöst.

Der fürstbischöfliche Hochstift Würzburg bestand dann für mehr als 1.000 Jahre. Erst die erzwungene Säkularisierung durch Napoleon im Jahr 1802 beendete die Herrschaft der Erzbischöfe.

Intervention in Bayern

Auch die Bayern waren gegen die Interessen des Karl Martell nicht gefeit. Das damals herrschende Haus der Agilolfinger war ursprünglich wohl von den Merowingern eingesetzt worden. Sie residierten in Regensburg, einer alten Römer-Siedlung an der Donau aus dem 2. Jahrhundert n. Christus.

Binnen weniger Jahre hatte das Haus jedoch den Tod zweier Oberhäupter zu beklagen. In dieser Phase kamen innere Unstimmigkeiten auf. Karl Martell mischte sich zusammen mit dem König der Langobarden ein. Es gelang den Beiden, Odilo zu inthronisieren, eine Marionette.

Darüber hinaus nahm Karl Martell eine Prinzessin der Agilolfinger, Swanahild, als zweite Ehefrau. Die stolzen Bajuwaren akzeptierten den fremden Odilo jedoch nicht. Dieser musste schließlich sogar zu Karl Martell flüchten.

Doch der fränkische Hausmeier setzte sich daraufhin mit Gewalt durch. Odilo kehrte nach Bayern zurück und zeugte einen Sohn, den Hl. Tassilo. Diesen machte man dann bereits im Alter von sieben Jahren als willfähriges Spielzeug zum Herzog der Bayern.

Später gründete er als Tassilo III. zahlreiche Stifte in Bayern und Tirol. Jenseits der kirchlichen Aufgaben blieb er jedoch ein Leben lang in der politischen Opferrolle. Beispielsweise wurde der Hl. Tassilo für Schauprozesse instrumentalisiert.

Verteidigung gegen die Araber

Seit der Völkerwanderung und bis zum Jahr 711 wurde Spanien von Westgoten dominiert. Doch dann waren die Gebiete an muslimische Araber und Berber gefallen. 720 gelangten sie bereits über die Pyrenäen und plünderten im Süden von Aquitanien.

Anschließend konnten sie zwar vor Toulouse zurückgeschlagen werden. Aber die Araber zogen sich nicht zurück, sondern plünderten entlang der Mittelmeerküste. Im Jahr 724 stießen sie wieder tief ins Frankenreich vor.

Im August 725 kam es zu Plünderungen in Burgund. Wieder ging die Stadt Autun im Herzen von Frankreich in Flammen auf. Das kleine Städtchen, war bereits 300 Jahre zuvor für die Hunnen eine Wegmarke.

Schlacht von Tours und Poitiers (732)

Die Aquitanier im Süden von Frankreich waren von den Angriffen der Araber militärisch überfordert und riefen Karl Martell zu Hilfe. Dieser eilte mit einem Verband aus fränkischen, friesischen, langobardischen und sächsischen Truppen herbei.

Schlacht von Tours und Poitiers 732
Karl Martell in der Schlacht von Tours und Poitiers 732 (Carl von Steuben / gemeinfrei)

Sie waren dennoch 3:4 unterlegen, als es im Oktober 732 zur Schlacht von Tours und Poitiers kam. Man geht davon aus, dass etwa 15.000 Mann unter Karl Martell gegen 20.000 Mann unter Abd ar-Rahman siegten.

Während auf fränkischer Seite wohl etwa 1.000 bis 2.000 Kämpfer fielen, belief sich der Blutzoll bei den Arabern auf etwa 5.000 Mann. Außerdem wurde der muslimische General Abd ar-Rahman getötet.

Darüber hinaus wurden angeblich erstmals Panzerreiter eingesetzt. Damit eignete sich die Schlacht von Tours und Poitiers ideal zur Verklärung der Person von Karl Martell. Außerdem hatte er natürlich bereits zu Lebzeiten ein Interesse an der Betonung seiner Leistungen.

Seine Erhöhung zum „Retter des Abendlandes“ hält einer differenzierten Sichtweise jedoch nicht wirklich stand. Es gelang eben nicht, die Araber vollkommen zurückzuwerfen. Überhaupt wollten die muslimischen Truppen vor allem Beute machen. Dass der General Abd ar-Rahman getötet wurde, war wohl eher persönliches Pech.

Darüber hinaus ging es den Arabern wohl auch darum, gegenüber den räuberischen Franken ein Zeichen zu setzen, dass sie ihre Finger von den muslimischen Gebieten lassen sollen. Beide Ziele wurden erreicht und die taktische Niederlage im Oktober 732 war in strategischer Hinsicht wohl nur ein nachrangiges Element.

Karl Martell – „erwählter Hausmeier“

Aber Karl Martell gilt nicht umsonst als entscheidender Wendepunkt in der Genese der fränkischen Königsherrschaft. Obwohl sich bereits mit Pippin dem Mittleren das Gravitationszentrum der Macht entscheidend zu den Karolingern geneigt hatte, benötigte dieser jedoch stets noch einen König als Marionette.

Genauso verfuhr zunächst auch Karl Martell. Er machte einen höchstens zehnjährigen Nachkommen aus der Königslinie im Jahr 721 als Theuderich III. zum König der Franken. Nach der Krönung wurde der Junge aber erstmal in ein Kloster geschickt.

Dann verstarb der junge König bereits 737. Karl Martell verzichtete im Anschluss jedoch darauf, dessen kleinen Sohn zum König zu erheben. Stattdessen ließ er sich von der fränkischen Reichsversammlung nun als „erwählter Hausmeier“ bestätigen.

Bis zum Tod von Karl Martell im Jahr 741 blieb der fränkische Königsthron vakant. Weitere zwei Jahre später wurde mit Childerich III. ein letztes Mal einem Nachkommen der ursprünglichen Königslinie die Krone auf das Haupt gesetzt.

Doch Karl Martell hatte den Beweis erbracht, dass das fränkische Reich nicht mehr auf das alte Herrscherhaus angewiesen war. Sein Sohn Pippin der Jüngere wurde dann 751 zum ersten karolingischen König erhoben.

„Es ist besser, den als König zu bezeichnen, der die Macht hat.“ (Papst Zacharias)


Inhaltsverzeichnis von Frag Machiavelli

„Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun so klatscht Beifall!“

(Augustus – letzte Worte)


Vorzeit

NameRolle
Gott/
SatanDämon
MetatronErzengel
AzraelErzengel
MichaelErzengel
GabrielErzengel
RaphaelErzengel
UrielErzengel
RazielErzengel
LuziferDämon
SamaelDämon
LilithDämonin
NemesisDämonin
BaphometDämon

Frühantike

NameRolle
SunziMilitärtheoretiker
SokratesPolitischer Philosoph
PlatonPolitischer Philosoph
AristotelesPolitischer Philosoph
Hannibal BarkasFeldherr
Quintus Fabius MaximusSenator / Feldherr / Diktator
Scipio AfricanusFeldherr
Cato der ÄltereSenator
PolybiosPolitischer Philosoph
Tiberius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius MariusFeldherr / Militärtheoretiker
Lucius Cornelius SullaSenator / Feldherr / Diktator
Gnaeus Pompeius MagnusSenator / Feldherr
SpartakusAufständischer
Marcus CrassusSenator / Feldherr
Marcus Tullius CiceroSenator
Gaius Iulius CaesarSenator / Feldherr / Diktator
VercingetorixAufständischer
Gaius CassiusSenator
Marcus BrutusSenator
Marcus AntoniusSenator / Feldherr

Antike

NameRolle
AugustusRömischer Kaiser
ArminiusAufständischer
TiberiusRömischer Kaiser
Pontius PilatusRömischer Ritter
Johannes der TäuferHäretiker / Prophet
Jesus von NazarethHäretiker / Prophet
Maria MagdalenaApostelin
Simon PetrusApostel
JohannesApostel
Jakobus der ÄltereApostel
MatthäusApostel
Judas IskariotApostel
PaulusApostel
LukasEvangelist
Judas ThaddäusApostel
MarkusEvangelist
CaligulaRömischer Kaiser
ClaudiusRömischer Kaiser
NeroRömischer Kaiser
BoudiccaAufständische
VespasianRömischer Kaiser
DomitianRömischer Kaiser
TraianRömischer Kaiser
HadrianRömischer Kaiser
Mark AurelRömischer Kaiser
CommodusRömischer Kaiser
CaracallaRömischer Kaiser
AurelianRömischer Kaiser

Spätantike

NameRolle
DiokletianRömischer Kaiser
Konstantin I.Römischer Kaiser
AugustinusPolitischer Philosoph
Alarich I.König der Völkerwanderungszeit
GeiserichKönig der Völkerwanderungszeit
Leo I. der GroßePapst
AttilaKönig der Völkerwanderungszeit
OdoakerKönig der Völkerwanderungszeit
TheoderichKönig der Völkerwanderungszeit

Frühmittelalter

NameRolle
Chlodwig I.König des Frankenreichs
Benedikt von NursiaPriester
Gregor der GroßePapst
Abu BakrFeldherr
Karl MartellHausmeier / Feldherr
Pippin III.König des Frankenreichs
Karl der GroßeKaiser des Frankenreichs
Ludwig I. der FrommeKaiser des Frankenreichs
Ludwig II. der DeutscheKönig des Ostfrankenreichs
Karl der KahleKönig des Westfrankenreichs
Ragnar LodbrokKönig der Wikinger
Alfred der GroßeKönig von England
Karl III. der DickeKaiser des Frankenreichs
Konrad I.König des Ostfrankenreichs
Olga von KiewApostelin
Heinrich I.König des Ostfrankenreichs
Otto I. der GroßeKaiser des Ostfrankenreichs
Otto II.Kaiser des Ostfrankenreichs
Harald BlauzahnKönig der Wikinger
Erik der RoteEntdecker der Wikinger
Sven GabelbartKönig von England
Otto III.Kaiser des Ostfrankenreichs
Leif ErikssonEntdecker der Wikinger
Heinrich II. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Knut der GroßeKönig von England
Konrad II.Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Heinrich III. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs

Hochmittelalter

NameRolle
Heinrich IV. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Harald HardradeKönig der Wikinger
Wilhelm der ErobererKönig von England
Gregor VII.Papst
Urban II.Papst
Anselm von CanterburyPriester
Gottfried von BouillonKreuzritter
Bernhard von ClairvauxPriester
Eleonore von AquitanienHerzogin
Heinrich der LöweHerzog im Heiligen Römischen Reich
Friedrich I. BarbarossaKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Thomas BecketPriester
Sultan SaladinFeldherr
Richard LöwenherzKönig von England
Johann OhnelandKönig von England
William MarshalRitter
Friedrich II. der StauferKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Rudolf I. von HabsburgKönig des Heiligen Römischen Reichs
Adolf von NassauKönig des Heiligen Römischen Reichs

Spätmittelalter

NameRolle
William WallaceAufständischer
Robert the BruceKönig von Schottland
Jaques de MolayHäretiker / Templer
Schwarze PrinzFeldherr

Frühe Neuzeit

NameRolle
Alexander VI.Papst
Cesare BorgiaFeldherr
Girolamo SavonarolaHäretiker / Priester
Niccolo MachiavelliPolitischer Philosoph
Julius II.Papst
Heinrich VIII.König von England
Leo X.Papst
Martin LutherHäretiker / Priester
Thomas MüntzerHäretiker / Priester
Götz von BerlichingenRitter im Heiligen Römischen Reich
Florian GeyerRitter im Heiligen Römischen Reich
Sebastian von RotenhanOffizier
Paul III.Papst
Iwan IV. der SchrecklicheRussischer Zar
Maria TudorKönigin von England
Elisabeth I.Königin von England
Maria StuartKönigin von Schottland & Frankreich
Francis DrakeOffizier
Walter RaleighOffizier
Jakob I. StuartKönig von England & Schottland
WallensteinFeldherr
Kardinal RichelieuFeldherr / Agent
Gustav AdolfFeldherr
Oliver CromwellLord Protector von England
Henry MorganOffizier
Rob Roy MacGregorAufständischer
Peter der GroßeRussischer Zar
August der StarkeKurfürst im Heiligen Römischen Reich
Karl XII.König von Schweden
Anne StuartKönigin von Großbritannien
Friedrich der GroßeKönig von Preußen
Bonnie Prince CharlieAufständischer
Katharina die GroßeRussische Zarin
Benjamin FranklinPolitischer Philosoph
George WashingtonUS-Präsident
Alexander HamiltonPolitischer Philosoph
Henry ShrapnelOffizier
John AdamsUS-Präsident

19. Jahrhundert

NameRolle
NapoleonFeldherr
Thomas JeffersonUS-Präsident
Alexander I.Russischer Zar
Horatio NelsonOffizier
Gerhard von ScharnhorstOffizier / Militärtheoretiker
Arthur WellesleyOffizier
Carl von ClausewitzOffizier / Militärtheoretiker
James MadisonUS-Präsident
James MonroeUS-Präsident
Andrew JacksonUS-Präsident
VictoriaKönigin von Großbritannien
Arthur SchopenhauerPolitischer Philosoph
Martin van BurenUS-Präsident
Michail BakuninPolitischer Philosoph
James K. PolkUS-Präsident
Abraham LincolnUS-Präsident
Robert Edward LeeOffizier
William T. ShermanOffizier
George A. CusterOffizier
Ulysses S. GrantUS-Präsident
Otto von BismarckReichskanzler
Cornelius VanderbiltTycoon
Andrew CarnegieTycoon
John D. RockefellerTycoon
Grover ClevelandUS-Präsident

20. Jahrhundert

NameRolle
Theodore RooseveltUS-Präsident
Leo TrotzkiPolitischer Philosoph
Woodrow WilsonUS-Präsident
Manfred von RichthofenOffizier
Lawrence von ArabienAgent
LeninDiktator / Sowjetunion
Josef StalinDiktator / Sowjetunion
MussoliniDiktator / Italien
Adolf HitlerDiktator / Deutschland
Simo HäyhäOffizier
Erich von MansteinOffizier
Erwin RommelOffizier
Georgi SchukowOffizier
Mao ZedongDiktator / Militärtheoretiker
Konrad AdenauerDeutscher Bundeskanzler
Nikita ChruschtschowDiktator / Sowjetunion
Vo Nguyen GiapOffizier
Ludwig ErhardDeutscher Bundeskanzler
Leonid BreschnewDiktator / Sowjetunion
Carlos MarighellaAufständischer / Militärtheoretiker
Kurt Georg KiesingerDeutscher Bundeskanzler
Willy BrandtDeutscher Bundeskanzler
Helmut SchmidtDeutscher Bundeskanzler
Juri AndropowDiktator / Sowjetunion
Helmut KohlDeutscher Bundeskanzler
Michail GorbatschowDiktator / Sowjetunion

Sonstiges: Blog-Beiträge

NameEpoche
SteinschleuderFrühantike
PrimitivbogenFrühantike
Griechische PhalanxFrühantike
Makedonische PhalanxFrühantike
Römische RitterFrühantike
Römische LegionäreFrühantike
Römische FormationenFrühantike
PyrrhussiegeFrühantike
Keltische KriegerFrühantike
Germanische KriegerFrühantike
Divide et ImperaFrühantike
PrätorianerAntike
Römischer LimesAntike
HunnenSpätantike
PanzerreiterFrühmittelalter
WikingerschiffeFrühmittelalter

Sonstige: Drittes Reich

NameZuordnung
Wilhelm KeitelWehrmacht / OKW
Gerd von RundstedtWehrmacht / Heeresgruppe
Fedor von BockWehrmacht / Heeresgruppe
Walter ModelWehrmacht / Heeresgruppe
Heinz GuderianWehrmacht / Panzer
Hermann HothWehrmacht / Panzer
Otto CariusWehrmacht / Panzer
Karl DönitzWehrmacht / U-Boot
Günther PrienWehrmacht / U-Boot
Otto KretschmerWehrmacht / U-Boot
Joachim SchepkeWehrmacht / U-Boot
Werner MöldersWehrmacht / Jagdflieger
Adolf GallandWehrmacht / Jagdflieger
Erich HartmannWehrmacht / Jagdflieger
Paul HausserWaffen-SS
Sepp DietrichWaffen-SS
Theodor EickeWaffen-SS
Felix SteinerWaffen-SS
Hermann FegeleinWaffen-SS
Joachim PeiperWaffen-SS
Michael WittmannWaffen-SS

Heinrich I. – deutscher König im 10. Jhd.

Der spätere König Heinrich I. wurde um 876 geboren. Im 12. Jahrhundert kam die Bezeichnung als Heinrich der Vogler auf. Er gehörte zum Geschlecht der Liudolfinger, den damaligen Herzögen von Sachsen.

Siegel von Heinrich I.
Das Siegel von Heinrich I. zeigt ihn als König in der ostfränkischen Tradition mit Schild und Speer. (gemeinfrei)

Die schwache Zentralgewalt zu Beginn des 10. Jahrhunderts bot Heinrich I. viel Raum zur machtvollen Entfaltung in seinem Stammesgebiet und darüber hinaus. Für König Konrad I. war er als Herzog von Sachsen eine große Herausforderung.

Heinrich I. erwies sich in den Machtkämpfen als ein sehr geschickter Politiker, der vor allem auch ein besonderes Gefühl für Gesten und Symbole hatte. Dank seiner Fähigkeiten gelangte er dann als erster Sachse auf den ostfränkischen beziehungsweise deutschen Königsthron.

Mit seinem Griff zur Macht begründete Heinrich I. eine neue Dynastie von Herrschern. Die einstmals so mächtigen Karolinger existierten zwar noch.

Doch die Nachkommen von Karl Martell hatten ihre politische Macht im ostfränkischen Reich verloren. Nachdem Heinrich I. im Jahr 936 starb, führten vier weitere Generationen das Reich für insgesamt mehr als einhundert Jahre.

Sein Sohn und Nachfolger Otto der Große wurde später nicht nur zum König, sondern schließlich auch zum Kaiser gekrönt. Damit hatten die Liudolfinger endgültig die herrschaftliche Tradition von Karl dem Großen übernommen.

In der Nachwelt ist die Dynastie von Heinrich I. deshalb besser als „Ottonen“ bekannt. Sie zeigten eine große Nähe zum Christentum und schlugen in zahlreichen Schlachten die einfallenden Ungarn zurück. Damit waren sie entscheidende Begleiter der Metamorphose des Ostfränkischen Reiches zum werdenden Heiligen Römischen Reich (HRR).

Geschlecht der sächsischen Liudolfinger

Der Ahnherr und Großvater von Heinrich I. hieß Liudolf. Der lebte wohl von 806 bis 866 und war ein Graf. Das war ein niederer Stand des deutschen Adels. Solche Amtsträger übten in dieser Zeit königliche Rechte in einem bestimmten Gebiet, in einer Grafschaft, aus.

Dafür hatten die Grafen aber auch Pflichten gegenüber ihren Monarchen. Die gräflichen Ländereien von Liudolf lagen vor allem im Harzvorland. Wahrscheinlich waren sie bereits im Besitz seiner Vorfahren.

Profiteure der Sachsenkriege

Die Liudolfinger hatten sich in den Sachsenkriegen von 772 bis 804 wahrscheinlich nicht gegen Karl den Großen gestellt. Im Anschluss profitierten sie dann von den blutigen Säuberungen und konnten so ihre Stellung verbessern.

Frankenreich Sachsenkriege Karte
Expansion des fränkischen Reiches von 486 bis zum Tod von Karl dem Großen im Jahr 814. (Sémhur / CC-BY-SA 3.0)

Liudolf zeigte sich gegenüber den Franken stets kooperativ und erlangte so auch zahlreiche Vorteile. Er heiratete Oda, die Tochter eines fränkischen Aristokraten.

Damit stieg er in der Rangordnung des Adels vom Grafen zum Herzog auf. In den kommenden Jahrzehnten schlossen die Liudolfinger dann noch weitere politische Ehen.

Liudolf hatte mit Oda zwölf Kinder. Eine der Töchter heiratete mit Ludwig dem Jüngeren einen Sohn von Ludwig dem Deutschen. Damit waren die Liudolfinger nicht nur Herzöge von Sachsen, sondern nun auch mit dem karolingischen Königshaus verschwägert.

Darüber hinaus investierte der Clan intensiv in seine Kontakte zum Klerus. Sie stifteten zahlreiche Klöster und versorgten ihren Nachwuchs mit einflussreichen Posten. Alleine aus dem Kreis der zwölf Kinder von Liudolf gingen ein Abt und drei Äbtissinnen hervor.

Heinrich – der Herzog von Sachsen

Jahre von Ludwig dem Kind

Im Laufe des 9. Jahrhunderts ging es mit dem Reich der Franken immer weiter bergab. Die inneren Konflikte zwischen den Regionen und den Adligen sowie eine Reihe von schwachen Königen ergaben eine fatale Kombination.

Vertrag von Verdun Karte
Ludwig der Deutsche erhielt im Vertrag von Verdun von 843 das Ostfränkische Reich. (Furfur / CC-BY-SA 3.0)

Das Frankenreich hatte seit Anbeginn bereits zahlreiche Spaltungen und  anschließende Vereinigungen durchmachen müssen. Mit der Teilung durch den Vertrag von Verdun aus dem Jahr 843 wurde das endgültige Ende des Großreiches eingeläutet.

Aber auch die Fragmente erwiesen sich als anfällig gegen die Stürme der Zeit. Im ostfränkischen Reich endete die karolingische Herrschaft mit dem Tod von Ludwig dem Kind im Jahr 911.

Bereits in dieser Phase waren zentrale Aufgaben des Staates faktisch in andere Hände übergegangen. Vor allem die Verteidigung gegen einfallende Ungarn fiel spätestens mit dem Jahr 906 in die Verantwortung von lokalen Fürsten wie Heinrich I., der in diesen Tagen noch der Herzog von Sachsen war.

Heirat mit der Heiligen Mathilde

Ganz wie seine Vorfahren wollte auch Heinrich I. seine Stellung mit einer guten Heirat verbessern. Doch er beendete die Tradition der Liudolfinger, sich Gatten bei den Franken zu suchen. Stattdessen konzentriert er sich ganz auf sein sächsisches Stammgebiet.

Er fand mit Mathilde eine ideale Partie. Sie war die Tochter eines sächsischen Grafen aus seiner Region. Mathilde war in einem Kloster erzogen worden und sehr religiös. Dank dieser Allianz konnte Heinrich I. seine etwas verstreuten Ländereien nicht nur insgesamt vergrößern, sondern vor allem auch territorial verschmelzen.

Quedlinburger Dom
Quedlinburger Dom von der Altenburgwarte gesehen (© Wolfgang Reinöhl)

Im Jahre des Herrn 909 heiratete Heinrich I. deshalb auch das damals wohl erst 13-jährige Mädchen. Aus der Verbindung gingen fünf Kinder hervor, drei Söhne und zwei Töchter. Darunter auch der spätere Thronfolger Otto.

Mathilde nutzte ihre Position und gründete zahlreiche Stifte. Sie engagierte sich besonders für die Armenhilfe, was zu ihrer späteren Heiligsprechung beitrug. Sie wusste wie ihr Mann jedoch vor allem zu kommunizieren.

Die Heilige Mathilde investierte nämlich ganz massiv in ihre Klöster. Für viel Geld kaufte sie prunkvolle Ausstattungen und Reliquien, um konkurrierende Klöster und Bistümer auszustechen.

Auch nach dem Tod von Heinrich I. im Jahr 936 gründete sie ein weiteres Kloster in Quedlinburg. Die dortigen Nonnen sollten das Gedenken an den verstorbenen König erhalten.

Regierung von König Konrad I.

Mit dem Tod von Ludwig dem Kind im Jahr 911 n. Christus endete auch die Linie der ostfränkischen Karolinger. Normalerweise wäre nun ein Erbfolger aus dem westfränkischen Zweig inthronisiert worden. Doch es kam zu einem erfolgreichen Coup.

Siegel König Konrad I.
Siegel von Konrad I. dem Jüngeren als König der Ostfranken mit Schild und Speer (gemeinfrei)

Noch zu Lebzeiten von Ludwig dem Kind hatte Konrad der Jüngere, ein Herzog der Franken, nicht nur mit voller Prokura im Namen des Königs gehandelt. Er wurde in Urkunden bereits als „nepos“ bezeichnet. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Neffe.

So ähnlich wie bei den römischen Adoptivkaisern konnte man so eine nicht blutsverwandte Person in die Herrschaftslinie einschleusen. Statt einer erbrechtlichen Thronfolge kam es zu einem Novum in der deutschen Geschichte. Die Fürsten des Reiches wählten ihn einfach als Konrad I. zum König.

Konrad war aber nicht besonders erfolgreich und starb kinderlos schon im Jahr 918. Das Reich zerfiel immer weiter. Die innere und äußere Sicherheit schwanden genauso dahin wie der einstige Wohlstand.

König Heinrich I. – der erste Ottone

Erhebung von Heinrich I.

Stammtafel der Ottonen
Stammtafel der Ottonen im Kloster Wiperti in Quedlinburg (© Wolfgang Reinöhl)

Nach dem Ableben von Konrad I. ging man genauso trickreich wie nach dem Tod von Ludwig dem Kind vor. Laut der offiziellen Geschichtsschreibung der Ottonen beschwor der sterbende König die Herzöge von Bayern, Franken, Lothringen und Schwaben doch mit Heinrich I. den Herzog von Sachsen zu ihrem König zu erheben.

Darüber hinaus trat Abt Eberhard, der Bruder des Verstorbenen, als besonderer Zeuge für diesen letzten Willen auf. Gleich drei mittelalterliche Autoren liefern hierzu identische Beschreibungen. Der Wahrheitsgehalt wird von der modernen Forschung jedoch bezweifelt.

Es folgte nämlich eine Vakanz des Thrones von ganzen fünf Monaten. Dies kann als klares Zeichen gewertet werden, dass der Anspruch des Herzogs von Sachsen keinesfalls so eindeutig war. Darüber hinaus findet sich noch ein weiterer Hinweis, dass Heinrich I. wohl tatsächlich nur mit großem Geschick und rhetorischem Feingespür erfolgreich sein konnte:

„Es genügt mir […], dass ich König heiße und dazu ernannt worden bin.“

Heinrich I. verzichtete auf die traditionelle Legitimation eines Königs durch Salbung und Krönung. Angeblich wies er diese sonst erforderlichen Gesten voller Demut zurück, da solchen Ehrungen „einem Würdigeren […] vorbehalten seien“.

Heinrich I. Königskrone Finkenherd in Quedlinburg
Der Legende nach bot man Heinrich I. am „Finkenherd“ in Quedlinburg die Krone an. (© Wolfgang Reinöhl)

Die realpolitische Lage sah wohl anders aus. Auch die weiteren Fürsten des Reiches hatten dank der schwachen Könige an Selbstbewusstsein und Macht gewonnen.

Sie akzeptieren Heinrich I. wohl zunächst nur als einen Primus inter Pares, aber keinesfalls als einen absoluten Monarchen. Später sollte sogar nur ein Mönch ausreichen, um den gesamten Schriftverkehr zwischen dem neuen König und dem Adel abzuwickeln.

Der Legende nach wurde „Heinrich dem Vogler“ die Krone dann am Finkenherd in Quedlinburg angeboten. Er war jedoch nachweislich am Ort des Geschehens, wo die Weichen für seine Herrschaft über das Ostfrankenreich gestellt wurden. Er war in der Phase sicher nicht mit Vögeln beschäftigt, sondern höchstens mit seinen sechs Mätressen.

Zur Erhebung kam es dann im Mai des Jahres 919. Auch der Ort, die Königspfalz von Fritzlar, ist ein Zeichen für den wohl eher nüchternen Charakter dieser Ereignisse. Man traf sich in einem fränkisch-sächsischen Grenzgebiet. In diesem Kontext wirkt es wie ein neutrales Territorium zwischen den eigentlichen Machtblöcken.

Hausordnung von 929

Aus diesen negativen Erfahrungen mit dem fränkischen Erbrecht zog König Heinrich I. später Konsequenzen und entschied sich für eine Neuregelung der Thronfolge.

König Heinrich I.
Darstellung von Heinrich I. in der Chronik von Heinrich V. (gemeinfrei)

Er wollte eine neuerliche Spaltung des ostfränkischen Reiches unbedingt verhindern. Dies sollte die äußere Sicherheit verbessern, hatte aber auch dynastische Gründe.

„König Heinrich wurde von Tag zu Tag mächtiger, stärker und berühmter. Er brachte das Königreich […] zusammen, einigte und befriedete es.“

Widukind von Corvey – die Sachsengeschichte

Deshalb erließ Heinrich I. im Jahre 929 eine „Hausordnung“, die sein Nachlass regelte. Er setzte alles daran, dass sein Lieblingssohn Otto der Große den Thron erben würde.

Im selben Jahr wurde der junge Thronfolger auch mit der Prinzessin Ed[g]itha aus dem englischen Königshaus verheiratet. Das war eine Enkelin von Alfred dem Großen. Doch diese Bevorzugung schürte auch viel Hass und warf neuen Zwist auf.

Bedrohung durch die Ungarn

Doch zunächst musste sich Heinrich I. den Einfällen der Ungarn stellen. Diese Angriffe begannen 899. Die Ungarn hatten sehr viele berittene Bogenschützen und verfügten damit über eine sehr mobile Streitkraft. Das ostfränkische Militärwesen war dagegen stark veraltet und marode.

Die Soldaten waren schlecht trainiert und falsch ausgerüstet. Sie konnten sich nur hinter Burgmauern wirksam verteidigen. Die Ungarn plünderten dagegen ungehindert und galten schon als die neuen Hunnen.

Zahlreiche Kirchen-Chroniken beziehen sich auf diese Ereignisse und schildern teils in biblischer Manier die scheinbar apokalyptischen Szenen. Die Ungarn seien wie geschorene Raubtiere, die ohne Mitgefühl das Blut ihrer Opfer trinken und deren Herzen essen.

Die Ungarn verbreiteten Angst und Schrecken in ganz Mittel-Europa. Der Papst erweiterte angeblich sogar die Liturgie, die vorgeschriebenen Texte für die Messe:

Gott schütze uns vor den Pfeilen der Ungarn!“

Exkurs: Ungarische Reflexbogen

Eine große Herausforderung für König Heinrich I. war die unterschiedliche Bewaffnung seiner Soldaten. Die germanischen Krieger kannten nämlich nur den Langbogen, aber noch nicht den Recurve beziehungsweise Reflexbogen.

Entgegen filmischer Darstellungen handelt es sich bei Langbögen um relativ träge, unpräzise Waffen. Im 10. Jahrhundert hatten sie noch lange nicht ihren legendären Ruf.

Das Problem an einem Langbogen ist die einteilige Bauweise mit den schweren Wurfarmen. Deshalb ist ein solcher Bogen ohnehin schon völlig abhängig vom organischen Wuchs des Bogenschaftes.

Aber vor allem verkonsumieren die wuchtigen Wurfarme einen großen Teil der Zugenergie. Das geht sehr zu Lasten des Wirkungsgrades und der Beschleunigung von Projektilen. Das Tempo der Pfeile liegt dann häufig bei grob 150 bis 160 km/h.

Deshalb war selbst der Jahrhunderte später eingesetzte englische Langbogen vor allem auf den indirekten Schuss im steilen Winkel nach oben ausgelegt. Die Reichweite eines solchen Bogens konnte dann bis zu 400 Metern betragen.

Der Schwarze Prinz hat dann beispielsweise bei Crecy im Sommer 1346 wohl zwischen 20.000 und 60.000 Schüsse abgeben lassen. Der direkte Schuss mit einem Langbogen ist zwar durchaus möglich, wurde aber idealerweise nur zur Selbstverteidigung auf Distanzen von höchstens 70 Metern eingesetzt.

Der Reflexbogen der Ungarn ist dagegen etwas völlig anderes. Zum einen besteht der Bogen nicht mehr aus einem Stück Holz, sondern aus verschiedenen, leichteren Lagen. Deswegen bezeichnet man eine solche Ausführung auch als Kompositbogen.

Reflexbogen
Die Enden eines Reflexbogens haben eine bessere Energieeffizienz. (Korisios / CC-BY-SA 3.0)

Zum anderen erhielten diese reaktionsfreudigen Wurfarme auch eine doppelte Schwingung, so ähnlich wie eine Sinus-Kurve. Das hat den Effekt, dass sich die Zugenergie nach dem Lösen des Pfeils in doppelter Richtung entladen kann.

Der ungarische Reflexbogen bot deshalb eine sehr viel höhere Anfangsbeschleunigung. Die Pfeile haben dann grob eine Geschwindigkeit von häufig etwa 190 bis 200 km/h.

Das höhere Tempo verbesserte ganz deutlich sowohl die Durchschlagskraft wie auch das Trefferbild. Bis heute sind solche Modelle im Bogensport sehr beliebt und werden als Jagdrecurve bezeichnet.

Die Ungarn verfügten damit über eine präzise Distanzwaffe mit hoher Durchschlagskraft und Feuerrate. Heinrich I. und seine Mannen kannten solche Fernwaffen zunächst überhaupt nicht und waren auch deshalb hoffnungslos unterlegen. Sie mussten sich hinter ihren Mauern verkriechen und schließlich enorme Tribute zahlen.

Reform des Militärwesens

Doch Heinrich I. gab sich keinesfalls geschlagen. Er begann das ostfränkische Militärwesen grundsätzlich umzubauen. Er bestimmte, dass in seinem Reich jeder neunte wehrfähige Mann zum Kämpfer wird.

Die anderen acht Männer mussten den Kämpfer mit Nahrung und Ausrüstung versorgen. Die erste Aufgabe des Kämpfers war es, zunächst eine (Flieh-)Burg bei ihm vor Ort anzulegen. Auch die weitere Pflege des Standortes wurde ihm übertragen.

Dieser Burgwart musste stetig seine Waffenkunst trainieren. Darüber hinaus leitete er auch Wehrübungen für die anderen acht Männer, damit man bei einem Ungarneinfall gemeinsam die Fliehburg verteidigen kann.

Alle waren verpflichtet, sich diesem System zu beugen und Heinrich I. kontrollierte die Umsetzung genau. Der Schutz für die breite Bevölkerung verbesserte sich damit ganz deutlich. Das Burgwart-System war aber noch kein Ansatz, mit dem man die Ungarn hätte dauerhaft verteidigen können.

Deshalb investierte Heinrich I. in die Ausrüstung und Ausbildung seiner Kämpfer. Er baute sie zu einer schweren Kavallerie auf, um den berittenen Bogenschützen der Ungarn einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Die Schlacht auf dem Lechfeld unter seinem Sohn Otto dem Großen wurde dann der lange ersehnte Tag der Abrechnung. Bis zu diesem 10. August 955 vergingen jedoch Jahrzehnte der Vorbereitung.

Heilige Lanze des Longinus

Aber König Heinrich I. musste vor dem entscheidenden Kampf gegen die Ungarn zunächst den Krieg an der Heimatfront gewinnen. Die Landesfürsten seines ostfränkisches Reiches stellten sich immer wieder quer und machten dem König das Leben schwer.

Heilige Lanze
Die Heilige Lanze in der Schatzkammer der Wiener Hofburg (Aiwok / CC-BY-SA 3.0)

Die Lösung für sein Problem fand er im benachbarten Burgund. Das dortige Herrscherhaus war zufällig in den Besitz der Heiligen Lanze gekommen. Angeblich hatte der römische Hauptmann Longinus mit diesem Speer die Seite des Jesus von Nazareth durchbohrt, als dieser leblos am Kreuz hing.

Dieser Longinus konvertierte der Überlieferung nach später selbst zum Christentum und wurde dann für ein Glaubensbekenntnis getötet. Longinus gehörte damit zur ersten Garde der Märtyrer, die sowohl das Leiden von Christus wie auch eigene Qualen erlebt hatten.

Der Legende nach wurde dann sogar ein Nagel vom Kreuz in dieser Waffe verarbeitet. Heinrich I. tauschte diesen Speer des Schicksals gegen einen Teil des Herzogtums Schwaben. Er verzichtete auf Gebiete im Raum Basel. Dafür erhielt er ein kraftvolles Symbol, um die Christen in seinem Reich für den Kampf gegen die heidnischen Ungarn zu vereinen.

Die Heilige Lanze wurde später auch zum Bestandteil der Reichskleinodien. Das sind die Insignien der deutschen Könige und Kaiser. Bis heute ist das Relikt sicher in der Schatzkammer der Wiener Hofburg aufbewahrt.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Gegenstand jedoch auf keinen Fall um eine echte Berührungsreliquie. Metallurgische Untersuchungen haben ergeben, dass es eine Fälschung aus dem 8. Jahrhundert ist.

Die Spitze dieser Heiligen Lanze sieht nicht einmal so aus, als wäre sie aus der Produktion des Römischen Reiches. Vielmehr ist sie völlig fantasielos den fränkischen Flügelblättern eines germanischen Speeres aus eben jener Zeit nachempfunden.

Schlacht bei Riade im Jahr 933

Nach und nach gelang es König Heinrich I., die militärischen Fähigkeiten seines Reiches auszubauen. In Feldzügen gegen Slawen erprobte er die Möglichkeiten und entwickelte das neue System immer weiter.

Schließlich sah er den richtigen Moment gekommen. Als die Ungarn wieder einmal Tribut einforderten, servierte Heinrich I. ihnen nur den Kadaver eines Hundes. Damit war der Krieg erklärt, was die Ungarn zunächst aber nicht besonders ernstnahmen.

Tatsächlich ließen die Ungarn erstmal auf sich warten, doch dann kam es zu einem erneuten Zug gegen das ostfränkische Reich. Schließlich traf man sich im Jahr 933 im Raum Merseburg zur Schlacht bei Riade.

Der kluge König Heinrich I. wählte den 15. März, den Tag des Heiligen Longinus. Für die tief religiösen Menschen des 10. Jahrhunderts war diese Kombination von Symbolen ein ideales Vorzeichen. Vollen Mutes stellten sie sich unter der Führung von Heinrich I. mit seiner Heiligen Lanze dem Ansturm der Ungarn.

Einem Trupp Fusssoldaten hatte Heinrich I. genau befohlen, dass sie sich beim Angriff zunächst gemäß alter Taktiken verhalten sollten. So täuschte er die Ungarn, die schon einen Sieg vor Augen hatten. Doch dann gingen seinen schweren Panzerreiter zum Gegenangriff über und fügten den berittenen Bogenschützen eine herbe Niederlage zu.

Damit konnte Heinrich I. das ostfränkische Reich von den Tributen und den Demütigungen befreien. Doch erst sein Sohn Otto der Große würde die entscheidende Schlacht gegen die Ungarn gewinnen und der Bedrohung durch die Ungarn endgültig ein Ende setzen.

Designation von Otto I. & Tod

Grabmal von Heinrich I. im Dom von Quedlinburg
Grabmal von Heinrich I. und Mathilde im Dom von Quedlinburg (© Wolfgang Reinöhl)

Gegen Ende des Jahres 935 erlitt König Heinrich I. seinen ersten Schlaganfall. Davon konnte er sich noch weitgehend erholen. Dennoch rief er einen Hoftag ein, um seine Nachfolge zu organisieren.

Der Hoftag fand dann im Frühsommer des Jahres 936 in Erfurt statt. Dort empfahl er den Fürsten eindringlich seinen Sohn Otto als Nachfolger. Die weiteren Söhne erhielten dann Landbesitz und Wertgegenstände als Abfindungen.

Nach der Abreise von Erfurt nach Memleben hatte Heinrich I. einen zweiten Schlaganfall und starb am 02. Juli 936. Er wurde in Quedlinburg bestattet, wo seine Frau Mathilde einen Stift zu seinen Ehren gründete. Sie ließ sich später neben ihm bestatten. Das Grabmal ist noch vorhanden. Aber die sterblichen Überreste von Heinrich I. wurden irgendwann nach 1018 an einen anderen, jedoch unbekannten Ort verbracht.


Inhaltsverzeichnis von Frag Machiavelli

„Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun so klatscht Beifall!“

(Augustus – letzte Worte)


Vorzeit

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Urban II.Papst
Anselm von CanterburyPriester
Gottfried von BouillonKreuzritter
Bernhard von ClairvauxPriester
Eleonore von AquitanienHerzogin
Heinrich der LöweHerzog im Heiligen Römischen Reich
Friedrich I. BarbarossaKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Thomas BecketPriester
Sultan SaladinFeldherr
Richard LöwenherzKönig von England
Johann OhnelandKönig von England
William MarshalRitter
Friedrich II. der StauferKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Rudolf I. von HabsburgKönig des Heiligen Römischen Reichs
Adolf von NassauKönig des Heiligen Römischen Reichs

Spätmittelalter

NameRolle
William WallaceAufständischer
Robert the BruceKönig von Schottland
Jaques de MolayHäretiker / Templer
Schwarze PrinzFeldherr

Frühe Neuzeit

NameRolle
Alexander VI.Papst
Cesare BorgiaFeldherr
Girolamo SavonarolaHäretiker / Priester
Niccolo MachiavelliPolitischer Philosoph
Julius II.Papst
Heinrich VIII.König von England
Leo X.Papst
Martin LutherHäretiker / Priester
Thomas MüntzerHäretiker / Priester
Götz von BerlichingenRitter im Heiligen Römischen Reich
Florian GeyerRitter im Heiligen Römischen Reich
Sebastian von RotenhanOffizier
Paul III.Papst
Iwan IV. der SchrecklicheRussischer Zar
Maria TudorKönigin von England
Elisabeth I.Königin von England
Maria StuartKönigin von Schottland & Frankreich
Francis DrakeOffizier
Walter RaleighOffizier
Jakob I. StuartKönig von England & Schottland
WallensteinFeldherr
Kardinal RichelieuFeldherr / Agent
Gustav AdolfFeldherr
Oliver CromwellLord Protector von England
Henry MorganOffizier
Rob Roy MacGregorAufständischer
Peter der GroßeRussischer Zar
August der StarkeKurfürst im Heiligen Römischen Reich
Karl XII.König von Schweden
Anne StuartKönigin von Großbritannien
Friedrich der GroßeKönig von Preußen
Bonnie Prince CharlieAufständischer
Katharina die GroßeRussische Zarin
Benjamin FranklinPolitischer Philosoph
George WashingtonUS-Präsident
Alexander HamiltonPolitischer Philosoph
Henry ShrapnelOffizier
John AdamsUS-Präsident

19. Jahrhundert

NameRolle
NapoleonFeldherr
Thomas JeffersonUS-Präsident
Alexander I.Russischer Zar
Horatio NelsonOffizier
Gerhard von ScharnhorstOffizier / Militärtheoretiker
Arthur WellesleyOffizier
Carl von ClausewitzOffizier / Militärtheoretiker
James MadisonUS-Präsident
James MonroeUS-Präsident
Andrew JacksonUS-Präsident
VictoriaKönigin von Großbritannien
Arthur SchopenhauerPolitischer Philosoph
Martin van BurenUS-Präsident
Michail BakuninPolitischer Philosoph
James K. PolkUS-Präsident
Abraham LincolnUS-Präsident
Robert Edward LeeOffizier
William T. ShermanOffizier
George A. CusterOffizier
Ulysses S. GrantUS-Präsident
Otto von BismarckReichskanzler
Cornelius VanderbiltTycoon
Andrew CarnegieTycoon
John D. RockefellerTycoon
Grover ClevelandUS-Präsident

20. Jahrhundert

NameRolle
Theodore RooseveltUS-Präsident
Leo TrotzkiPolitischer Philosoph
Woodrow WilsonUS-Präsident
Manfred von RichthofenOffizier
Lawrence von ArabienAgent
LeninDiktator / Sowjetunion
Josef StalinDiktator / Sowjetunion
MussoliniDiktator / Italien
Adolf HitlerDiktator / Deutschland
Simo HäyhäOffizier
Erich von MansteinOffizier
Erwin RommelOffizier
Georgi SchukowOffizier
Mao ZedongDiktator / Militärtheoretiker
Konrad AdenauerDeutscher Bundeskanzler
Nikita ChruschtschowDiktator / Sowjetunion
Vo Nguyen GiapOffizier
Ludwig ErhardDeutscher Bundeskanzler
Leonid BreschnewDiktator / Sowjetunion
Carlos MarighellaAufständischer / Militärtheoretiker
Kurt Georg KiesingerDeutscher Bundeskanzler
Willy BrandtDeutscher Bundeskanzler
Helmut SchmidtDeutscher Bundeskanzler
Juri AndropowDiktator / Sowjetunion
Helmut KohlDeutscher Bundeskanzler
Michail GorbatschowDiktator / Sowjetunion

Sonstiges: Blog-Beiträge

NameEpoche
SteinschleuderFrühantike
PrimitivbogenFrühantike
Griechische PhalanxFrühantike
Makedonische PhalanxFrühantike
Römische RitterFrühantike
Römische LegionäreFrühantike
Römische FormationenFrühantike
PyrrhussiegeFrühantike
Keltische KriegerFrühantike
Germanische KriegerFrühantike
Divide et ImperaFrühantike
PrätorianerAntike
Römischer LimesAntike
HunnenSpätantike
PanzerreiterFrühmittelalter
WikingerschiffeFrühmittelalter

Sonstige: Drittes Reich

NameZuordnung
Wilhelm KeitelWehrmacht / OKW
Gerd von RundstedtWehrmacht / Heeresgruppe
Fedor von BockWehrmacht / Heeresgruppe
Walter ModelWehrmacht / Heeresgruppe
Heinz GuderianWehrmacht / Panzer
Hermann HothWehrmacht / Panzer
Otto CariusWehrmacht / Panzer
Karl DönitzWehrmacht / U-Boot
Günther PrienWehrmacht / U-Boot
Otto KretschmerWehrmacht / U-Boot
Joachim SchepkeWehrmacht / U-Boot
Werner MöldersWehrmacht / Jagdflieger
Adolf GallandWehrmacht / Jagdflieger
Erich HartmannWehrmacht / Jagdflieger
Paul HausserWaffen-SS
Sepp DietrichWaffen-SS
Theodor EickeWaffen-SS
Felix SteinerWaffen-SS
Hermann FegeleinWaffen-SS
Joachim PeiperWaffen-SS
Michael WittmannWaffen-SS

Chlodwig I. – der Merowinger

Chlodwig I. wurde 466 geboren und verstarb im Jahr 511. Er war ein salfränkischer König an der Epochengrenze zwischen Spätantike und frühem Mittelalter und gilt als Gründer des Frankenreichs.

Taufe Chlodwig I.
Taufe von Chlodwig I. – Darstellung aus dem 15. Jahrhundert (gemeinfrei)

Chlodwig I. war ein Sohn von Childerich I. und Enkel von Merowech. Die beiden Ahnen hatten noch dem Römischen Reich gedient. Zugleich schufen sie als listige Stammesführer auch die Basis für den Aufstieg der Merowinger.

Neben der Reichsgründung war das Leben von Chlodwig I. durch seine Konvertierung zum Christentum geprägt. Das war ein besonderer Schritt, weil sich die Merowinger bis dato zum Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit auf eine Abstammung von einem heidnischen Gott beriefen.

Der Sage nach waren die Merowinger den Lenden eines Wassergottes aus dem Rhein entsprungen. Diese Legende der fränkischen Merowinger ähnelt jedoch sehr der Minotaurus-Sage aus dem Mittelmeerraum, so dass man von einer Adaption ausgehen kann.

Doch Chlodwig I. schuf nicht nur ein neues Reich. Unter seiner Führung sollte sich vieles ändern. Der fränkische König bewies dabei ein hohes Geschick in militärischen, politischen und auch diplomatischen Fragen. Damit schuf er während der Völkerwanderungszeit die Grundlage für die wichtigste europäische Großmacht im frühen Mittelalter.

Häufige Fragen zu Chlodwig I. (FAQs)

  • Wer waren die Merowinger? Die Merowinger stammten aus dem heutigen Belgien und waren das erste Königsgeschlecht des fränkischen Reiches.
  • Wie wurde Chlodwig I. König? Er war der Sohn von Childerich I. und eroberte 486 die letzte römische Provinz in Gallien.
  • Wann regierte Chlodwig I.? Er regierte ab 481 oder 482 über das Erbe seines Vaters und dann bis zu seinem Tod im Jahr 511 über das neue Frankenreich.
  • Warum ließ sich Chlodwig I. taufen? Offiziell ließ er sich taufen, weil Gott ihm den Sieg in der Schlacht bei Zülpich schenkte. Er stabilisierte damit aber vor allem seine Herrschaft.

Chlodwig I. – der Sohn von Childerich I.

Chlodwig I. wurde im heutigen Belgien als Heide geboren. 481 oder 482 starb sein Vater Childerich. Dieser wurde nach heidnischer Sitte in einem imposanten Hügelgrab zusammen mit sagenhaften Schätzen bestattet.

Hügelgrab von Childerich I. in Tournai

Man fand das Grab von Childerich I. bereits im Jahr 1653 bei Bauarbeiten für ein Hospiz in Tournai im Hennegau, einer Provinz des heutigen Belgien. Es kamen zahlreiche, sehr hochwertige Waffen zu Tage. Diese deuten auf enge Kontakte zu den Römern und zu weiteren Zivilisationen hin:

  • Spatha – ein römisches Langschwert
  • Sax – eine skandinavische Hiebwaffe
  • Lanze – eine fränkische Distanzwaffe
  • Franziska – eine fränkische Wurfaxt

Außerdem war kostbarer Schmuck in dem Hügelgrab. Die Stücke konnten den im 17. Jahrhundert noch sehr herablassenden Blick auf die Menschen der Spätantike etwas korrigieren. Gerade die Annahme, es hätte kein hochwertiges Kunsthandwerk außerhalb der römischen Sphäre gegeben, wurde widerlegt.

Childerich Bienen
Zwei Exemplare der Childerich-Bienen (Bibliothek Gallica / gemeinfrei)

Feinste Goldarbeiten wie eine Fibel und zahlreiche Armringe beeindrucken die Fachwelt bis heute. Zu dem Schatz gehörte auch der inzwischen verschollene Siegelring von Childerich I. mit der Aufschrift:

CHILDIRICI REGIS

Darüber hinaus legte man dem Vater von Chlodwig I. angeblich sogar etwa 300 goldene Anhänger in Form von Bienen mit in das Hügelgrab. Diese sogenannten Childerich-Bienen weckten später jedoch die Begierde von Napoleon Bonaparte. Der Kaiser der Franzosen nutzte die Childerich-Bienen als Symbol und Wappen für seinen Sieg über die Bourbonen. Die meisten Exemplare sind jedoch inzwischen gestohlen worden.

Die letzte römische Provinz in Gallien

Dank der fränkischen Erbmonarchie bestieg Chlodwig I. nach dem Tod seines Vaters zu Beginn der 480er Jahre den Thron des Kleinkönigtums der Franken. Das Territorium der Merowinger lag in den südlichen Niederlanden und erstreckte sich über den angrenzenden Norden von Belgien.

Die Ländereien entsprachen in etwa der vormaligen römischen Provinz Belgica Secunda. Chlodwig I. war dort zunächst Verwalter und Heerführer in Kooperation mit der benachbarten letzten römischen Provinz in Gallien.

Der junge Merowinger entwickelte früh Ambitionen und hatte auch ein klares Ziel vor Augen: die letzte römische Provinz in Gallien, bewohnt von Ubiern. Diese waren als willfährige Unterstützer der divide et impera-Strategie der Römer im Kreise der germanischen und gallischen Stämme sehr unbeliebt.

Angriff auf die römische Provinz

Bis dato hatten ubische Hilfstruppen wiederholt Aufstände in anderen Regionen des früheren römischen Reiches niedergeschlagen. Doch Rom und Italien waren bereits im Jahr 476 in die Hände des germanischen Heerführers Odoaker gefallen.

Schon im Jahr 486 hatte Chlodwig I. dann seine Chance. Er besiegte mit Hilfe von Verwandten die letzte (gallo-)römische Armee in Gallien. Die Reste der geschlagenen Truppen integrierte er in seine eigenen Verbände und übernahm dann als neuer Machthaber die ganze Provinz.

Das Reich der Merowinger dehnte sich nun bis zur Loire aus. Paris wurde zur Hauptstadt seines neuen Frankenreichs erhoben. Doch die Bevölkerung war zu großen Teilen römisch kultiviert und glaubte noch dazu an den Gott der Christen.

Paris – das neue Machtzentrum

Doch von Paris aus gelang Chlodwig I. der Ausbau einer Machtstellung im Norden von Gallien. Darüber hinaus konnte er als gefragter Junggeselle seine zweite Ehe schließen und damit die Bündnispolitik vorantreiben.

Chlodwig I. heiratete im Jahr 492 mit Chrodechild eine christliche Prinzessin aus Burgund. Aus dieser zweiten Ehe gingen vier weitere Söhne und eine Tochter hervor:

  • Ingomer, geboren und gestorben im Jahr 494.
  • Chlodomer, geboren im Jahr 495 und von 511 bis 524 Teilkönig in Orléans.
  • Childebert I., geboren im Jahr 497 und von 511 bis 558 Teilkönig in Paris.
  • Chlothar I., geboren im Jahr 497 und von 511 bis 561 Teilkönig in Soissons, ab 560 auch König der Franken.
  • Chlodechild, geboren im Jahr 500, später mit dem West-Goten Amalrich verheiratet.

Doch auch befeuert durch die Ehe zwischen Chlodwig I. und Chrodechild wurden die Konflikte zwischen den Kulturen und Religionen in dem neuen Reich immer virulenter. Die holde Maid aus Burgund war dem Christentum nämlich sehr zugetan.

Chrodechild soll entscheidende Vorarbeit für die spätere Taufe von Chlodwig I. geleistet haben. Jedoch hatten sich mit der Eroberung der letzten römischen Provinz in Gallien auch die Gleichgewichte im Reich des neuen Königs der Franken verschoben.

Chlodwig I. brauchte die christlichen Eliten der eroberten Provinz, um sein Reich zu führen. Dabei muss man aber auch anmerken, dass der Christengott der Spätantike nicht unbedingt mit Nächstenliebe verbunden wurde. Weil Jesus von Nazareth sogar den Tod bezwungen hatte, wurde er auch als ein Gott der militärischen Stärke verehrt.

Ausübung der Königsherrschaft

Über Chlodwig I. ist eine Szene aus der Zeit unmittelbar nach der Eroberung der letzten römischen Provinz überliefert, die für Historiker sehr aufschlussreich ist. Diese Geschichte bietet einen der wenigen Einblicke in die Politik der damaligen Gesellschaft sowie die rechtlichen Beziehungen zwischen König und Volk.

Der Merowinger Chlodwig I. erschlug den Krieger wahrscheinlich meinter Franziska (= Axt).
Zur Zeit des Merowingers Chlodwig I. war eine speziell Axt sehr verbreitet, die Franziska.

Nach dem Sieg kam es zu Plünderungen in der letzten römischen Provinz in Gallien. Von den Übergriffen war auch eine Kirche war betroffen.

Bischof Remigius, ein mächtiger Christ im Umfeld des Merowingerkönigs, bat Chlodwig I. einen besonderen Kelch aus der Beute zurückzugeben.

Chlodwig I. war dem Anliegen von Remigius durchaus zugewandt. Der Kelch gehörte zu der Beute eines Kriegers unter dem Kommando des Merowingers. In dieser Zeit waren germanische Krieger jedoch freie Leute.

Der fränkische Krieger weigerte sich jedoch nicht nur den Kelch herauszugeben. Wohl aus Trotz zerschlug er das Stück einfach. Das war sein gewohnheitsmäßiges Recht. Chlodwig I. musste diesen Affront als König akzeptieren. Er ließ die Angelegenheit aber nicht auf sich beruhen, sondern schlug wortwörtlich zurück:

Im folgenden Jahr sah er den Krieger bei einer Heerschau. Der Monarch bemängelte die Ausrüstung des Mannes und erschlug ihn daraufhin persönlich mit seiner Axt.

Chlodwig I. kam mit diesem Übergriff durch. Er bewegte sich als Anführer offensichtlich innerhalb eines Rahmens, den die anderen fränkischen Krieger akzeptierten. Dennoch beleuchtet dieser blutige Zwischenfall sehr anschaulich, wie sich gesellschaftliche Regeln und Zwänge unter den bis dato freien Franken verhärteten.

Weitere Expansion und Taufe

Schlacht von Zülpich im Jahr 496

Das Reich der Franken wurde in seiner Anfangszeit von den Alemannen bedrängt und 496 kam es zur Schlacht bei Zülpich. Das war wahrscheinlich auf der Wollersheimer Heide, etwa 60 km östlich von der deutsch-belgischen Grenze entfernt. Das Gefecht war bereits die zweite von drei großen Schlachten in diesem Krieg.

Schlacht bei Zülpich
Chlodwig I. in der Schlacht bei Zülpich (Ary Scheffer / gemeinfrei)

Im Verlauf der Schlacht von Zülpich wendete sich das Glück gegen den heidnischen Merowinger. Chlodwig I. gelobte (angeblich) mitten in der Schlacht, dass er sich taufen lässt, wenn der christliche Gott ihm den Sieg schenkt. Wie das Schicksal so wollte, starb der feindliche König wenig später.

Bei dieser Geschichte sollte man jedoch bedenken, dass germanische Anführer persönlich an solchen Kämpfen teilnahmen. Arminius wurde beispielsweise ebenfalls bei Gefechten gegen die Römer schwer verwundet. Insofern stellt der Tod eines Königs in der Schlacht noch kein wundersames Ereignis dar.

Aber die Alemannen verloren ihre Moral, nachdem ihr König gefallen war. Sie zogen sich ungeordnet zurück und erlitten dabei schwere Verluste. Chlodwig I. ging als Sieger aus der Schlacht bei Zülpich hervor und annektierte einige Gebiete von den Alemannen.

Christliche Taufe von Chlodwig I.

Chlodwig I. ließ sich wohl noch im Jahr der Schlacht taufen. Die Zeremonie wurde zu Weihnachten von Bischof Remigius durchgeführt. Diese Überlieferung erinnert damit sehr an die Geschichte von Kaiser Konstantin. Dieser hatte im Jahr 312 ebenfalls eine Schlacht zu gewinnen, die zu einer ähnlichen Legendenbildung führte.

Die Folgen der Taufe gingen sehr weit. Damals bestimmte der König die Religion seines Volkes. Mit Chlodwig I. wurden deshalb bereits 3.000 seiner Gefolgsleute ebenfalls getauft.

Diese Ereignisse hatten jedoch vor allem auch eine realpolitische Dimension. Durch die Übernahme des Christentums reduzierte Chlodwig I. nämlich die inneren Konflikte in seinem Reich.

Aber Chlodwig I. ging mit seiner Taufe auch ein großes Risiko ein. Immerhin hatten sich die Merowinger bis dato auf die Abstammung von einem Wassergott berufen.

Die Rechnung ging jedoch auf. Chlodwig I. hatte sein Herrschaft als König der Franken schon soweit etabliert, dass er nicht mehr auf die heidnische Legende seiner Vorfahren angewiesen war.

Feldzüge nach Süden und Osten ab 507

Nach der Konsolidierung seines Königreiches begab sich Chlodwig I. auf einen Feldzug vom Norden in den Süden von Frankreich. Die dortigen Regionen waren bereits im Laufe des 5. Jahrhunderts nach den Vorstößen von Alarich I. in die Hände der West-Goten gefallen.

Karte Feldzüge Chlodwig I.
Chlodwig I. attackierte ab 507 den Süden von Frankreich (Furfur / gemeinfrei)

In der Schlacht von Schlacht von Vouillé siegte Chlodwig I. im Spätsommer des Jahres 507. Damit brachte er einen weiteren Teil des früheren Gallien unter seine Herrschaft. Der damalige König der West-Goten Alarich II. wurde in der Schlacht getötet.

Der Weg bis zum Mittelmeer war zunächst frei. Chlodwig I. zog deshalb weiter nach Toulouse.

Doch die Ost-Goten eilten von Italien aus unter ihrem Anführer Theoderich der Große im Jahr 508 herbei. Sie drängten Chlodwig I. zurück.

Trotz des militärischen Rückschlages konnte Chlodwig I. dennoch einen wichtigen Erfolg in der internationalen Diplomatie der Spätantike erzielen. Der ost-römische Kaiser Anastasius erwies ihm die Anerkennung, womit das neue Reich der Franken politisch aufgewertet wurde.

Das Verhältnis zwischen dem Fränkischen Reich und Ost-Rom blieb auch in den kommenden Jahrzehnten sehr gut. Manche Historiker spekulieren dabei sogar, dass sich Chlodwig I. und Anastasius auch militärisch verbündeten, um die Ost-Goten in Italien von zwei Seiten aus zu bedrängen.

Man weiß jedoch, dass sich Chlodwig I. nach der gescheiterten Kampagne gen Süden einen neuen Gegner suchte. Er attackierte die fränkischen Stämme am Rhein und gliederte deren Gebiete in das Reich ein.

Lex Salica – fränkische Gesetze

Lex Salica von Chlodwig I.
Kopie der Lex Salica aus dem Jahr 793 (Vandalgrius / gemeinfrei)

Chlodwig I. formte das Fränkische Reich jedoch nicht nur mit dem Schwert. Zur weiteren Konsolidierung des jungen Reiches der Franken ließ er ein Gesetzeswerk erarbeiten – die Lex Salica.

Vier Jahre, von 507 bis 511, dauerte die Entwicklung eines kodifizierten Stammesrechts. Die Lex Salica ist mit einem Alter von inzwischen mehr als 1.500 Jahren eines der ältesten noch erhaltenen Gesetzeswerke.

Die zentrale Errungenschaft war die Übertragung von mündlichem Gewohnheitsrecht in ein beständiges Schriftwerk.

Die Regelungen zur Erbfolge der Lex Salica haben in Teilen sogar noch bis heute eine geltende Bedeutung. Das Haus Hannover beruft sich beispielsweise noch immer auf das salische Erbrecht. Darüber hinaus wurden Regeln zur Gliederung der Gesellschaft und zum Strafrecht erlassen.

Drei gesellschaftliche Klassen

In der gesellschaftlichen Rangfolge standen die Mitglieder des Königshofes hoch erhoben über der Bevölkerung. Diese „Tischgenossen“ von Chlodwig I. bildeten die aristokratische Keimzelle für den späteren Hochadel des Reiches.

Des Weiteren unterschied das fränkische Stammesrecht und die Lex Salica von Chlodwig I. vor allem in freie und unfreie Menschen. Die freien Menschen hatten mehr Rechte. Sie wurden auch für die gleichen Vergehen anders bestraft als unfreie Menschen.

Wer ist Täter? Wer hat Schaden?

Grundsätzlich verfolgte die Rechtsprechung gemäß der Lex Salica zwei Fragen bei der Bemessung einer Strafe:

  • Der gesellschaftliche Stand des Täters entschied über den Katalog der Strafen. Adelige und Freie mussten meist hohe Bußgelder zahlen, während Unfreie körperlich bestraft wurden.
  • Die Höhe der Strafe wurde am Schaden bemessen.

Gerade beim Strafrecht der Lex Salica zeigte Chlodwig I. sein Denken in gesellschaftlichen Klassen. Es war beispielsweise nur halb so teuer, einen Römer zu töten, wie einen freien Franken. Für schwerste Verbrechen gab es jedoch auch die Todesstrafe.

Beleidigungen: „Du Hure!“

Die Lex Salica widmete sich auch den Beleidigungen. Denn auch verbale Übergriffe wurden nach dem fränkischen Stammesrecht und dem Willen von Chlodwig I. mit schmerzhaften Bussgeldern geahndet.

Im Katalog der Strafen für Beleidigungen fiel der Ausspruch „Du Hure!“ besonders teuer aus. Zweimal „Du Hure!“ sagen, war schon fast so teuer, wie einen Römer töten.

Erbfolge von Chlodwig I.

Chlodwig I. starb im Jahr 511. Das junge Reich der Franken wurde entsprechend der Lex Salica unter den vier noch lebenden Söhnen aufgeteilt.

Das waren Theuderich aus der ersten Ehe mit einer adeligen Fränkin sowie den drei Söhnen aus der Verbindung mit Chrodechild. Die Söhne von Chlodwig I. gründeten daraufhin vier Königshöfe:

  • Teilkönigreich Metz unter Theuderich
  • Teilkönigreich Orléans unter Chlodomer
  • Teilkönigreich Paris unter Childebert I.
  • Teilkönigreich Neustrien unter Chlothar I.

Die vier Teilkönigreiche wurden administrative Einheiten unter dem Dach des weiterhin formal bestehenden Fränkischen Reiches. Chlodwig I. wurde in der Folge jedoch nicht nur als Reichsgründer, sondern auch als Heiliger verehrt (Saint Clovis). Eine offizielle Heiligsprechung durch einen Papst ist jedoch nie erfolgt.

Mit der Erbfolge von Chlodwig I. wurde jedoch die Grundlage für die kommenden Probleme der Merowinger gelegt. 200 Jahre lang brachte das Geschlecht zahlreiche schwache Herrscher hervor, bis der Hausmeier Karl Martell das Reich zu neuer Stärke führte.

Chlothar I. gelang 560 nach zahlreichen inneren Kämpfen jedoch zunächst eine kurzfristige Wiedervereinigung der Franken. Er starb jedoch selbst schon im darauffolgenden Jahr.


Inhaltsverzeichnis von Frag Machiavelli

„Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun so klatscht Beifall!“

(Augustus – letzte Worte)


Vorzeit

NameRolle
Gott/
SatanDämon
MetatronErzengel
AzraelErzengel
MichaelErzengel
GabrielErzengel
RaphaelErzengel
UrielErzengel
RazielErzengel
LuziferDämon
SamaelDämon
LilithDämonin
NemesisDämonin
BaphometDämon

Frühantike

NameRolle
SunziMilitärtheoretiker
SokratesPolitischer Philosoph
PlatonPolitischer Philosoph
AristotelesPolitischer Philosoph
Hannibal BarkasFeldherr
Quintus Fabius MaximusSenator / Feldherr / Diktator
Scipio AfricanusFeldherr
Cato der ÄltereSenator
PolybiosPolitischer Philosoph
Tiberius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius MariusFeldherr / Militärtheoretiker
Lucius Cornelius SullaSenator / Feldherr / Diktator
Gnaeus Pompeius MagnusSenator / Feldherr
SpartakusAufständischer
Marcus CrassusSenator / Feldherr
Marcus Tullius CiceroSenator
Gaius Iulius CaesarSenator / Feldherr / Diktator
VercingetorixAufständischer
Gaius CassiusSenator
Marcus BrutusSenator
Marcus AntoniusSenator / Feldherr

Antike

NameRolle
AugustusRömischer Kaiser
ArminiusAufständischer
TiberiusRömischer Kaiser
Pontius PilatusRömischer Ritter
Johannes der TäuferHäretiker / Prophet
Jesus von NazarethHäretiker / Prophet
Maria MagdalenaApostelin
Simon PetrusApostel
JohannesApostel
Jakobus der ÄltereApostel
MatthäusApostel
Judas IskariotApostel
PaulusApostel
LukasEvangelist
Judas ThaddäusApostel
MarkusEvangelist
CaligulaRömischer Kaiser
ClaudiusRömischer Kaiser
NeroRömischer Kaiser
BoudiccaAufständische
VespasianRömischer Kaiser
DomitianRömischer Kaiser
TraianRömischer Kaiser
HadrianRömischer Kaiser
Mark AurelRömischer Kaiser
CommodusRömischer Kaiser
CaracallaRömischer Kaiser
AurelianRömischer Kaiser

Spätantike

NameRolle
DiokletianRömischer Kaiser
Konstantin I.Römischer Kaiser
AugustinusPolitischer Philosoph
Alarich I.König der Völkerwanderungszeit
GeiserichKönig der Völkerwanderungszeit
Leo I. der GroßePapst
AttilaKönig der Völkerwanderungszeit
OdoakerKönig der Völkerwanderungszeit
TheoderichKönig der Völkerwanderungszeit

Frühmittelalter

NameRolle
Chlodwig I.König des Frankenreichs
Benedikt von NursiaPriester
Gregor der GroßePapst
Abu BakrFeldherr
Karl MartellHausmeier / Feldherr
Pippin III.König des Frankenreichs
Karl der GroßeKaiser des Frankenreichs
Ludwig I. der FrommeKaiser des Frankenreichs
Ludwig II. der DeutscheKönig des Ostfrankenreichs
Karl der KahleKönig des Westfrankenreichs
Ragnar LodbrokKönig der Wikinger
Alfred der GroßeKönig von England
Karl III. der DickeKaiser des Frankenreichs
Konrad I.König des Ostfrankenreichs
Olga von KiewApostelin
Heinrich I.König des Ostfrankenreichs
Otto I. der GroßeKaiser des Ostfrankenreichs
Otto II.Kaiser des Ostfrankenreichs
Harald BlauzahnKönig der Wikinger
Erik der RoteEntdecker der Wikinger
Sven GabelbartKönig von England
Otto III.Kaiser des Ostfrankenreichs
Leif ErikssonEntdecker der Wikinger
Heinrich II. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Knut der GroßeKönig von England
Konrad II.Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Heinrich III. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs

Hochmittelalter

NameRolle
Heinrich IV. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Harald HardradeKönig der Wikinger
Wilhelm der ErobererKönig von England
Gregor VII.Papst
Urban II.Papst
Anselm von CanterburyPriester
Gottfried von BouillonKreuzritter
Bernhard von ClairvauxPriester
Eleonore von AquitanienHerzogin
Heinrich der LöweHerzog im Heiligen Römischen Reich
Friedrich I. BarbarossaKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Thomas BecketPriester
Sultan SaladinFeldherr
Richard LöwenherzKönig von England
Johann OhnelandKönig von England
William MarshalRitter
Friedrich II. der StauferKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Rudolf I. von HabsburgKönig des Heiligen Römischen Reichs
Adolf von NassauKönig des Heiligen Römischen Reichs

Spätmittelalter

NameRolle
William WallaceAufständischer
Robert the BruceKönig von Schottland
Jaques de MolayHäretiker / Templer
Schwarze PrinzFeldherr

Frühe Neuzeit

NameRolle
Alexander VI.Papst
Cesare BorgiaFeldherr
Girolamo SavonarolaHäretiker / Priester
Niccolo MachiavelliPolitischer Philosoph
Julius II.Papst
Heinrich VIII.König von England
Leo X.Papst
Martin LutherHäretiker / Priester
Thomas MüntzerHäretiker / Priester
Götz von BerlichingenRitter im Heiligen Römischen Reich
Florian GeyerRitter im Heiligen Römischen Reich
Sebastian von RotenhanOffizier
Paul III.Papst
Iwan IV. der SchrecklicheRussischer Zar
Maria TudorKönigin von England
Elisabeth I.Königin von England
Maria StuartKönigin von Schottland & Frankreich
Francis DrakeOffizier
Walter RaleighOffizier
Jakob I. StuartKönig von England & Schottland
WallensteinFeldherr
Kardinal RichelieuFeldherr / Agent
Gustav AdolfFeldherr
Oliver CromwellLord Protector von England
Henry MorganOffizier
Rob Roy MacGregorAufständischer
Peter der GroßeRussischer Zar
August der StarkeKurfürst im Heiligen Römischen Reich
Karl XII.König von Schweden
Anne StuartKönigin von Großbritannien
Friedrich der GroßeKönig von Preußen
Bonnie Prince CharlieAufständischer
Katharina die GroßeRussische Zarin
Benjamin FranklinPolitischer Philosoph
George WashingtonUS-Präsident
Alexander HamiltonPolitischer Philosoph
Henry ShrapnelOffizier
John AdamsUS-Präsident

19. Jahrhundert

NameRolle
NapoleonFeldherr
Thomas JeffersonUS-Präsident
Alexander I.Russischer Zar
Horatio NelsonOffizier
Gerhard von ScharnhorstOffizier / Militärtheoretiker
Arthur WellesleyOffizier
Carl von ClausewitzOffizier / Militärtheoretiker
James MadisonUS-Präsident
James MonroeUS-Präsident
Andrew JacksonUS-Präsident
VictoriaKönigin von Großbritannien
Arthur SchopenhauerPolitischer Philosoph
Martin van BurenUS-Präsident
Michail BakuninPolitischer Philosoph
James K. PolkUS-Präsident
Abraham LincolnUS-Präsident
Robert Edward LeeOffizier
William T. ShermanOffizier
George A. CusterOffizier
Ulysses S. GrantUS-Präsident
Otto von BismarckReichskanzler
Cornelius VanderbiltTycoon
Andrew CarnegieTycoon
John D. RockefellerTycoon
Grover ClevelandUS-Präsident

20. Jahrhundert

NameRolle
Theodore RooseveltUS-Präsident
Leo TrotzkiPolitischer Philosoph
Woodrow WilsonUS-Präsident
Manfred von RichthofenOffizier
Lawrence von ArabienAgent
LeninDiktator / Sowjetunion
Josef StalinDiktator / Sowjetunion
MussoliniDiktator / Italien
Adolf HitlerDiktator / Deutschland
Simo HäyhäOffizier
Erich von MansteinOffizier
Erwin RommelOffizier
Georgi SchukowOffizier
Mao ZedongDiktator / Militärtheoretiker
Konrad AdenauerDeutscher Bundeskanzler
Nikita ChruschtschowDiktator / Sowjetunion
Vo Nguyen GiapOffizier
Ludwig ErhardDeutscher Bundeskanzler
Leonid BreschnewDiktator / Sowjetunion
Carlos MarighellaAufständischer / Militärtheoretiker
Kurt Georg KiesingerDeutscher Bundeskanzler
Willy BrandtDeutscher Bundeskanzler
Helmut SchmidtDeutscher Bundeskanzler
Juri AndropowDiktator / Sowjetunion
Helmut KohlDeutscher Bundeskanzler
Michail GorbatschowDiktator / Sowjetunion

Sonstiges: Blog-Beiträge

NameEpoche
SteinschleuderFrühantike
PrimitivbogenFrühantike
Griechische PhalanxFrühantike
Makedonische PhalanxFrühantike
Römische RitterFrühantike
Römische LegionäreFrühantike
Römische FormationenFrühantike
PyrrhussiegeFrühantike
Keltische KriegerFrühantike
Germanische KriegerFrühantike
Divide et ImperaFrühantike
PrätorianerAntike
Römischer LimesAntike
HunnenSpätantike
PanzerreiterFrühmittelalter
WikingerschiffeFrühmittelalter

Sonstige: Drittes Reich

NameZuordnung
Wilhelm KeitelWehrmacht / OKW
Gerd von RundstedtWehrmacht / Heeresgruppe
Fedor von BockWehrmacht / Heeresgruppe
Walter ModelWehrmacht / Heeresgruppe
Heinz GuderianWehrmacht / Panzer
Hermann HothWehrmacht / Panzer
Otto CariusWehrmacht / Panzer
Karl DönitzWehrmacht / U-Boot
Günther PrienWehrmacht / U-Boot
Otto KretschmerWehrmacht / U-Boot
Joachim SchepkeWehrmacht / U-Boot
Werner MöldersWehrmacht / Jagdflieger
Adolf GallandWehrmacht / Jagdflieger
Erich HartmannWehrmacht / Jagdflieger
Paul HausserWaffen-SS
Sepp DietrichWaffen-SS
Theodor EickeWaffen-SS
Felix SteinerWaffen-SS
Hermann FegeleinWaffen-SS
Joachim PeiperWaffen-SS
Michael WittmannWaffen-SS

Karl der Große – Kaiser der Franken

Karl der Große wurde wahrscheinlich am 02. April 747 oder 748 geboren. Er war ab dem Jahr 768 ein fränkischer König und entwickelte das Reich zu einer europäischen Großmacht auf Augenhöhe mit Byzanz.

Karl der Große Büste
Idealisierte Büste von Karl dem Großen aus dem 14. Jahrhundert im Aachener Domschatz (Beckstet / CC-BY-SA 3.0)

Diese Erfolge machten ihn zum bekanntesten Vertreter der karolingischen Dynastie. Dabei war das einflussreiche Geschlecht erst seit der Erhebung seines Vaters Pippin dem Jüngeren im Jahr 751 zum amtierenden Herrscherhaus der Franken geworden.

Im Jahr 768 verstarb der Vater von Karl dem Großen. Das Frankenreich wurde dann zunächst zwischen ihm und seinem Bruder Karlmann aufgeteilt. Vor allem die gezielte Spaltung Aquitaniens war dabei als politischer Coup gedacht, der die Brüder zur Kooperation zwingen sollte.

Die Beiden waren jedoch sehr verstritten. Aber Karlmann verstarb im Jahr 771, bevor es zum offenen Bruch kam.

Karl der Große beerbte anschließend seinen Bruder und konnte das geteilte Reich erneut vereinigen. In der Folge expandierte er in beinahe alle Himmelsrichtungen.

Neben seinen militärischen Verdiensten machte sich Karl der Große besonders um die Kirche, aber auch um Bildung und Kultur verdient. Er ließ zahllose Klöster gründen und förderte die Verbreitung von Wissen in seinem Reich.

Am 1. Weihnachtstag des Jahres 800 wurde Karl der Große in Rom sogar zum ersten westlichen Kaiser nach der römischen Kaiserzeit gekrönt. Damit ging auch der Anspruch der fränkischen Könige auf die Rolle als weltliches Oberhaupt der Christenheit einher. Bereits zu Lebzeiten wurde er deshalb als Pater Europae – Vater Europas bezeichnet.

Karl der Große verstarb am 28. Januar 814 in Aachen. Ludwig der Fromme trat als sein Sohn die Nachfolge an. Das geeinte Reich sollte in dieser Form jedoch nicht mehr lange bestehen. Es zerfiel im Laufe des 9. Jahrhunderts endgültig. Es bildeten sich ein östlicher, ein mittlerer und ein westlicher Teil heraus.

Häufige Fragen zu Karl dem Großen (FAQs)

  • Von wann bis wann regierte Karl der Große? Er trat 768 sein Erbe an und herrschte bis zu seinem Tod am 28. Januar 814 in Aachen.
  • Welches Reich regierte Karl der Große? Er regierte über das Frankenreich und eroberte zahlreiche weitere Gebiete.
  • Wie regierte Karl der Große? Er führte mit der Grafschaftsverfassung ein umfassendes und einheitliches Verwaltungssystem ein.
  • War Karl der Vater Europas? Er wurde bereits zu Lebzeiten als „Pater Europae“ bezeichnet. Es war jedoch ein mittelalterliches Reich und keine moderne Nation.
  • Wie groß war Karl der Große? Er hatte laut Untersuchungen seiner Knochen wahrscheinlich eine Körpergröße von 1,84 Metern.
  • Hatte Karl der Große Erben? Ludwig der Fromme war der Sohn und Nachfolger an der Spitze des fränkischen Reiches.

Anfänge als König der Franken

Machtbasis der Karolinger

Bevor die Familie von Karl die Königswürde übernahm, wurde das fränkische Reich von den Merowingern regiert. Diese Linie existierte schon zu Zeiten des Römischen Reiches.

Pippin der Jüngere
Statue von Pippin dem Jüngeren auf der Alten Mainbrücke in Würzburg (Andreas Faessler / CC-BY-SA 4.0)

Unter der Führung von Chlodwig I. hatten die Franken im Jahr 486 die letzte römische Provinz in Gallien überfallen und so das Fundament für ihr Reich gelegt. Doch seine Nachfolger waren insgesamt wenig erfolgreich und gerieten immer stärker in die Abhängigkeit von mächtigen Adeligen.

Die Zersetzung des merowingischen Königtums förderte die Entwicklung von starken Hausmeiern. In deren Händen bündelten sich die Fäden der tatsächlichen Macht, während die formalen Könige zu Marionetten wurden.

Pippin der Ältere und Arnulf von Metz setzten bereits im frühen 7. Jahrhundert zum letztlich entscheidenden Axthieb an. Sie gingen mit einer strategischen Ehe ihrer Kinder ein dauerhaftes politisches Bündnis ein. Das menschliche Ergebnis war der mächtige Hausmeier Pippin der Mittlere.

Dessen Sohn Karl Martell regierte in seiner Spätphase bereits als „erwählter Hausmeier“, ohne sich noch die Mühe mit einer merowingischen Marionette auf dem Königsthron zu machen.

Doch erst Pippin der Jüngere konnte mit dem Segen von Papst Zacharias eine Anpassung der Realitäten vornehmen und im Jahr 751 den dynastischen Übergang vollenden:

„Es ist besser, den als König zu bezeichnen, der die Macht hat.“

Konflikt mit Karlmann (bis 771)

Nach dem Tod von Pippin dem Jüngeren im Jahr 768 erhielten seine beiden Söhne Karlmann und Karl der Große gemäß des fränkischen Erbrechts je einen Teil des Reiches. Bei dieser Spaltung verfolgte der Vater jedoch einen speziellen Hintergedanken.

Die wertvollste Region des Reiches – Aquitanien – teilte er bewusst ungünstig auf. Damit wurden auch die Verbindungswege innerhalb der Teilreiche, insbesondere für Karl den Großen, absichtlich problematisiert. So wollte Pippin die Söhne über seinen Tod hinaus zur Kooperation zwingen.

Expansion Frankenreich Karte
Expansion des fränkischen Reiches von 486 bis zum Tod von Karl dem Großen im Jahr 814. (Sémhur / CC-BY-SA 3.0)

Da sich die Brüder jedoch überhaupt nicht leiden konnten, erlitten die Franken insgesamt einen erheblichen Machtverlust. Bald kam es zu einem Aufstand in Aquitanien. Dabei wurde Karl der Große ganz offen von seinem Bruder verraten und musste sich ohne die zugesicherte Unterstützung den Rebellen stellen.

Doch Karl der Große erwies sich schon damals als ein sehr fähiger Militär. Er setzte sich auch ohne Hilfe in Aquitanien durch und konnte seine politische Position gegenüber Karlmann deutlich stärken.

Bevor es jedoch zu einem Showdown zwischen den Brüdern kommen konnte, verstarb Karlmann im Jahr 771 sehr überraschend im Alter von nur 20 Jahren. In der Folge übernahm Karl der Große dessen Erbe und die beiden Teile des fränkischen Reiches wurde friedlich wiedervereint.

Karl – der fränkische Kriegsfürst

Sachsenkriege (772 bis 804)

Bereits früh begann die mehr als 30-jährige Phase der Sachsenkriege unter Karl dem Großen. Fast jährlich fanden Kriegszüge statt, die einen militärischen aber auch einen missionarischen Charakter hatten.

Schon sein Großvater Karl Martell und sein Vater Pippin der Jüngere hatten kleinere Expeditionen in das angrenzende Gebiet der Sachsen unternommen. Diese lebten in einem lockeren Verbund im heutigen Mittel- und Nord-Deutschland.

Die Franken hatten bereits zu Beginn des 8. Jahrhunderts zur Sicherung ihrer Gebiete auch Burgen angelegt wie beispielsweise bei Fritzlar oder bei Marburg. In den Grenzgebieten kam es nämlich regelmäßig zu Konflikten zwischen Franken und Sachsen.

Reiterstatue von Karl dem Großen
Reiterstatue von Karl dem Großen im Louvre (unbekannt / CC-BY-SA 2.5)

Im Jahr 772 führte Karl der Große dann eine sehr erfolgreiche Kampagne durch das Gebiet der Sachsen. Dabei konnte er mit seinen Truppen bis zur Irminsul vorstoßen, einem heiligen Baum und zugleich dem wichtigsten Versammlungsplatz der heidnischen Sachsen.

Als siegreicher Feldherr der Christenheit ließ Karl der Große die Irminsul fällen. Nach der Lehre der Druiden hätte deshalb die Welt einstürzen müssen. Da aber nichts passierte, fühlten sich die Franken in ihrem Handeln bestärkt.

Doch es war nur der Beginn von drei blutigen Jahrzehnten. In den Kämpfen waren die Sachsen unter der Führung von Widukind dabei keinesfalls hoffnungslos unterlegen.

Aber Karl der Große stellte sehr viel mehr Truppen auf. Außerdem kontrollierte er die Burgen. Langfristig konnten sich die Aufständischen nicht behaupten.

Aber bis zum Jahr 804 flackerten die Kämpfe immer wieder auf. Letztlich wurden die Sachsen brutal, aber erfolgreich christianisiert. Die Bistümer Bremen, Minden, Münster, Osnabrück, Paderborn und Verden waren dabei besonders wichtig. Außerdem erließ Karl der Große mit seinen Blutgesetzen strenge Regeln für die Heiden:

„Wenn sich jemand ungetauft verbergen will und es verschmäht, zur Taufe zu kommen, sterbe er des Todes.“

(Aus den Blutgesetzen von Karl dem Großen)

Langobardenfeldzug (772/73)

Die Familie des verstorbenen Karlmann floh nach dessen Tod zu den Langobarden im Norden von Italien. Da Karl der Große die legitimen Erben seines Bruders als Bedrohung ansah, rüstete er nach dem ersten Beutezug gegen die Sachsen zu einen Feldzug über die Alpen.

Obwohl die Franken formal noch mit den Langobarden verbündet waren, versammelte Karl der Große im Jahr 772 eine Armee bei Genf. Er fürchtete aber, dass er mit seinen Truppen in den Alpen leicht in einen Hinterhalt geraten könnte.

Karte von den militärischen Expeditionen von Karl dem Großen und der Expansion des Frankenreiches.
Die Expansion des fränkischen Reiches unter Karl dem Großen (ODbL)

Deshalb teilte Karl der Große die Armee in zwei Gruppen, die die Alpen getrennt überquerten. Dabei antizipierte er den Ort der zu schlagenden Schlacht genau richtig, weil es eben dort bereits 756 ein Gefecht gegeben hatte.

Während sich Karl mit seinen Abteilungen auf einer westlichen Route am Mons Centis vorbei gen Italien aufmachte, kam das zweite Korps auf einer östlichen Route durch das Aostatal. Die Langobarden konnten so in ihren Stellungen im Susatal bei Turin in die Zange genommen werden.

Die Langobarden mussten sich deshalb in aller Eile in die stark befestigte Stadt Verona zurückziehen. Die Franken setzten nach und konnten die Langobarden dort sowie in der Stadt Pavia durch Belagerungen einkesseln.

Doch die Langobarden gaben sich nicht einfach geschlagen. Pavia widerstand neun Monate lang den Truppen von Karl dem Großen. Dieser nutzte seine Zeit in Italien aber auch, um das Bündnis mit dem römischen Papst persönlich zu bekräftigen.

rex Francorum et Langobardorum

Noch am Tag der Kapitulation der letzten Langobarden ernannte sich Karl der Große zu deren König. Außerdem stand er zu den Versprechen seines Vaters von 756 im Rahmen der Pippinischen Schenkung zu Gunsten des Kirchenstaates.

Spanienfeldzug (778)

Trotz der fortwährenden Sachsenkriege ließ sich Karl der Große ab 778 auf ein Abenteuer in Spanien ein. In dem Jahr wurde auch sein späterer Nachfolger Ludwig der Fromme geboren.

Karl der Große zog bei diesem Spanienfeldzug gegen das Emirat Cordoba. Dabei handelte sich um ein islamisches Kalifat im Süden des Landes.

Dort gab es eine starke Opposition, die sich an Karl den Großen wandte und gleich auch vorsorglich unterwarf. Der fränkische König nahm dies zum Anlass, militärisch auf angebliche Überfälle durch Muslime zu reagieren und den Norden von Spanien anzugreifen.

Er ließ Pamplona und Saragossa parallel angreifen. Während die erste Belagerung erfolgreich verlief, scheiterte die zweite Angriffsspitze. Insgesamt hatte sich Karl der Große wohl völlig verkalkuliert.

Doch er sollte noch einen zweiten großen Fehler machen. Nachdem er seine geringen Erfolgsaussichten erkannte, ließ er wohl teils aus Frust und teils aus Beutegier die Stadt Pamplona schleifen.

Aber die Basken bekamen ihre Chance auf Rache. Als sich das fränkische Heer zurückzog, kam es zu einer schweren Attacke auf die Nachhut, die wohl komplett aufgerieben wurde und sogar ihren Kommandeur verlor.

Unterwerfung Bayerns (ab 787)

Die Bayern hatten bereits unter den Merowingern erhebliche Freiheiten. Zu Zeiten von Karl dem Großen wurde das Herzogtum von dem Agilolfinger Tassilo regiert. Dieser war dem übergeordneten König der Franken ein Dorn im Auge war.

Im Jahr 787 wurde Tassilo dann nach Worms vorgeladen, um sich Karl dem Großen formal zu unterwerfen. Er ließ sich jedoch einfach entschuldigen und bat in Rom um Vermittlung. Doch der römische Papst stellte sich auf die Seite des fränkischen Königs.

Karl der Große reagierte mit einigen militärischen Vorstößen gegen Bayern. Ein Jahr später folgte dann eine weitere Vorladung. Dem kam Tassilo nun nach, weil ihm inzwischen in der Heimat der Rückhalt fehlte.

Daraufhin wurde der bayerische Herzog mit seiner Familie festgesetzt. In einem Schauprozess verurteilte man Tassilo zu lebenslanger Klosterhaft. Bayern konnte zwar einige Privilegien bewahren, wurde in der Folge jedoch gänzlich in das fränkische Reich eingegliedert.

Awarenkriege (ab 791)

Die Awaren waren ein slawisches Reitervolk, die als Nachfolger der Hunnen in der pannonischen Tiefebene siedelten. Diese Region liegt schwerpunktmäßig im heutigen Rumänien und Ungarn. Sie bildeten eine Art Puffer zwischen dem fränkischen und dem byzantischen Reich, den beiden Großmächten dieser Zeit.

Karl der Große Königsthron Aachen
Königsthron von Karl dem Großen im Aachener Dom. (Berthold Werner / CC-BY-SA 4.0)

Unter Karl dem Großen kam es zu zwei großen Kriegen gegen das Reich der Awaren. Die erste Invasion starteten die Franken im Jahr 791. Der zeitgenössische Mönch Einhard beschrieb den Angriff in seiner Vita Karoli Magni als größte militärische Aktion des Königs nach den Sachsenkriegen.

Die erste Aktion erfolgte mit einer so großen Militärmacht, dass die Awaren einfach zurückwichen. Die Franken waren nämlich auf Flüsse als Transportwege für ihr Material angewiesen. Für das Reitervolk war es entsprechend leicht, dem konzentrierten Schlag zu entgehen.

Karl der Große startete deshalb eine weitere Kampagne. Kriege gegen die heidnischen Awaren eigneten sich nebenbei auch sehr gut, um sich als Beschützer der Christenheit zu positionieren. Im Jahr 796 gelang es dann, den legendären Awarenschatz zu erbeuten.

Der Anführer der Awaren unterwarf sich. Sein Reich zerfiel anschließend sehr schnell. Aber vor allem hatte Karl der Große nun sehr viel Kapital, um seine weiteren Interessen zu verfolgen. Mit diesen Geld wurde beispielsweise die prächtige Pfalz in Aachen gebaut.

Karl der Große – fränkischer Kaiser

Karls Kaiserkrönung (800)

Ab dem Jahr 799 spielte das Schicksal Karl dem Großen in die Hände. In Rom war das Machtgefüge ins Rutschen geraten und es kam zu einem Attentat auf den Pontifex. Dieser flüchtete nach Paderborn zum Frankenkönig.

Karl der Große ließ sich nicht zweimal um Hilfe bitten. Er gab dem römischen Papst eine Streitmacht mit. Mit dieser Armee im Rücken konnte er umgehend nach Rom zurückkehren. Im Jahr 800 reiste der fränkische König dann selbst in die ewige Stadt.

Am 1. Weihnachtsfeiertag, dem 25. Dezember 800, wurde er vom Papst für seine Verdienste zum Kaiser gekrönt. Die Zeremonie fand in Alt-St. Peter statt.

Viele Details der Vorgänge sind jedoch auch für die neuere Forschung unbekannt. Man kann aber davon ausgehen, dass Karl der Große mit aller Kraft auf diese Kaiserkrönung hingearbeitet hatte, um sein Reich und seine Herrschaft mit dieser kraftvollen Symbolik zu untermauern.

Karolingische Bildungsreform

In den erweiterten Landen von Karl dem Großen waren zahlreiche Klöster und Abteien entstanden, die Wissensschätze pflegen und ausbauen konnten. Darüber hinaus verfügte Karl der Große über ein wirtschaftlich florierendes Reich und die Beute des Awarenschatzes.

Der neu ernannte Kaiser selbst war ein gebildeter Mann und hatte vor allem einen wichtigen Berater – Alkuin, einen britischen Gelehrten aus der Nähe von York. Dieser trieb eine große Bildungsreform voran.

Das erste wesentliche Ziel war es, dass sogenannte Vulgär-Latein zurückzudrängen. Selbst diejenigen, die des Schreibens mächtig waren, konnten sich zu Zeiten von Karl dem Großen kaum noch präzise artikulieren. Alkuin förderte eine entsprechende correctio:

in nomine patria et filia et spiriti sancti

im Namen des Vaterlandes und der Tochter und des Geistes des Heiligen

Außerdem wurde eine Hofbibliothek aufgebaut und stetig erweitert. Aber vor allem erhielten auch die neuen Klöster Fulda, Mondsee, Reichenau, St. Emmeran, St. Gallen und weitere den Bildungsauftrag, schriftliche Schätze zu erhalten und zu erweitern.

Zur Vervielfältigung beispielsweise von antiken Schriften wurden zahlreiche Scriptorien eingerichtet. In diesen Schreibstuben von Karl dem Großen saßen dann vor allem angelsächsische Mönche und kopierten Texte für die Franken von Hand. Diese tauschte man wiederum zur weiteren Verbreitung zwischen den einzelnen Standorten aus.

Außerdem entwickelten die Mönche die karolingische Minuskel, eine Schriftart mit Klein-Buchstaben. Die Zeichen hatten ein besonders klares Bild, was der besseren Lesbarkeit der Inhalte diente.


Inhaltsverzeichnis von Frag Machiavelli

„Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun so klatscht Beifall!“

(Augustus – letzte Worte)


Vorzeit

NameRolle
Gott/
SatanDämon
MetatronErzengel
AzraelErzengel
MichaelErzengel
GabrielErzengel
RaphaelErzengel
UrielErzengel
RazielErzengel
LuziferDämon
SamaelDämon
LilithDämonin
NemesisDämonin
BaphometDämon

Frühantike

NameRolle
SunziMilitärtheoretiker
SokratesPolitischer Philosoph
PlatonPolitischer Philosoph
AristotelesPolitischer Philosoph
Hannibal BarkasFeldherr
Quintus Fabius MaximusSenator / Feldherr / Diktator
Scipio AfricanusFeldherr
Cato der ÄltereSenator
PolybiosPolitischer Philosoph
Tiberius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius GracchusRömischer Ritter / Volkstribun
Gaius MariusFeldherr / Militärtheoretiker
Lucius Cornelius SullaSenator / Feldherr / Diktator
Gnaeus Pompeius MagnusSenator / Feldherr
SpartakusAufständischer
Marcus CrassusSenator / Feldherr
Marcus Tullius CiceroSenator
Gaius Iulius CaesarSenator / Feldherr / Diktator
VercingetorixAufständischer
Gaius CassiusSenator
Marcus BrutusSenator
Marcus AntoniusSenator / Feldherr

Antike

NameRolle
AugustusRömischer Kaiser
ArminiusAufständischer
TiberiusRömischer Kaiser
Pontius PilatusRömischer Ritter
Johannes der TäuferHäretiker / Prophet
Jesus von NazarethHäretiker / Prophet
Maria MagdalenaApostelin
Simon PetrusApostel
JohannesApostel
Jakobus der ÄltereApostel
MatthäusApostel
Judas IskariotApostel
PaulusApostel
LukasEvangelist
Judas ThaddäusApostel
MarkusEvangelist
CaligulaRömischer Kaiser
ClaudiusRömischer Kaiser
NeroRömischer Kaiser
BoudiccaAufständische
VespasianRömischer Kaiser
DomitianRömischer Kaiser
TraianRömischer Kaiser
HadrianRömischer Kaiser
Mark AurelRömischer Kaiser
CommodusRömischer Kaiser
CaracallaRömischer Kaiser
AurelianRömischer Kaiser

Spätantike

NameRolle
DiokletianRömischer Kaiser
Konstantin I.Römischer Kaiser
AugustinusPolitischer Philosoph
Alarich I.König der Völkerwanderungszeit
GeiserichKönig der Völkerwanderungszeit
Leo I. der GroßePapst
AttilaKönig der Völkerwanderungszeit
OdoakerKönig der Völkerwanderungszeit
TheoderichKönig der Völkerwanderungszeit

Frühmittelalter

NameRolle
Chlodwig I.König des Frankenreichs
Benedikt von NursiaPriester
Gregor der GroßePapst
Abu BakrFeldherr
Karl MartellHausmeier / Feldherr
Pippin III.König des Frankenreichs
Karl der GroßeKaiser des Frankenreichs
Ludwig I. der FrommeKaiser des Frankenreichs
Ludwig II. der DeutscheKönig des Ostfrankenreichs
Karl der KahleKönig des Westfrankenreichs
Ragnar LodbrokKönig der Wikinger
Alfred der GroßeKönig von England
Karl III. der DickeKaiser des Frankenreichs
Konrad I.König des Ostfrankenreichs
Olga von KiewApostelin
Heinrich I.König des Ostfrankenreichs
Otto I. der GroßeKaiser des Ostfrankenreichs
Otto II.Kaiser des Ostfrankenreichs
Harald BlauzahnKönig der Wikinger
Erik der RoteEntdecker der Wikinger
Sven GabelbartKönig von England
Otto III.Kaiser des Ostfrankenreichs
Leif ErikssonEntdecker der Wikinger
Heinrich II. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Knut der GroßeKönig von England
Konrad II.Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Heinrich III. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs

Hochmittelalter

NameRolle
Heinrich IV. (HRR)Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
Harald HardradeKönig der Wikinger
Wilhelm der ErobererKönig von England
Gregor VII.Papst
Urban II.Papst
Anselm von CanterburyPriester
Gottfried von BouillonKreuzritter
Bernhard von ClairvauxPriester
Eleonore von AquitanienHerzogin
Heinrich der LöweHerzog im Heiligen Römischen Reich
Friedrich I. BarbarossaKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Thomas BecketPriester
Sultan SaladinFeldherr
Richard LöwenherzKönig von England
Johann OhnelandKönig von England
William MarshalRitter
Friedrich II. der StauferKaiser des Heiligen Römischen Reichs
Rudolf I. von HabsburgKönig des Heiligen Römischen Reichs
Adolf von NassauKönig des Heiligen Römischen Reichs

Spätmittelalter

NameRolle
William WallaceAufständischer
Robert the BruceKönig von Schottland
Jaques de MolayHäretiker / Templer
Schwarze PrinzFeldherr

Frühe Neuzeit

NameRolle
Alexander VI.Papst
Cesare BorgiaFeldherr
Girolamo SavonarolaHäretiker / Priester
Niccolo MachiavelliPolitischer Philosoph
Julius II.Papst
Heinrich VIII.König von England
Leo X.Papst
Martin LutherHäretiker / Priester
Thomas MüntzerHäretiker / Priester
Götz von BerlichingenRitter im Heiligen Römischen Reich
Florian GeyerRitter im Heiligen Römischen Reich
Sebastian von RotenhanOffizier
Paul III.Papst
Iwan IV. der SchrecklicheRussischer Zar
Maria TudorKönigin von England
Elisabeth I.Königin von England
Maria StuartKönigin von Schottland & Frankreich
Francis DrakeOffizier
Walter RaleighOffizier
Jakob I. StuartKönig von England & Schottland
WallensteinFeldherr
Kardinal RichelieuFeldherr / Agent
Gustav AdolfFeldherr
Oliver CromwellLord Protector von England
Henry MorganOffizier
Rob Roy MacGregorAufständischer
Peter der GroßeRussischer Zar
August der StarkeKurfürst im Heiligen Römischen Reich
Karl XII.König von Schweden
Anne StuartKönigin von Großbritannien
Friedrich der GroßeKönig von Preußen
Bonnie Prince CharlieAufständischer
Katharina die GroßeRussische Zarin
Benjamin FranklinPolitischer Philosoph
George WashingtonUS-Präsident
Alexander HamiltonPolitischer Philosoph
Henry ShrapnelOffizier
John AdamsUS-Präsident

19. Jahrhundert

NameRolle
NapoleonFeldherr
Thomas JeffersonUS-Präsident
Alexander I.Russischer Zar
Horatio NelsonOffizier
Gerhard von ScharnhorstOffizier / Militärtheoretiker
Arthur WellesleyOffizier
Carl von ClausewitzOffizier / Militärtheoretiker
James MadisonUS-Präsident
James MonroeUS-Präsident
Andrew JacksonUS-Präsident
VictoriaKönigin von Großbritannien
Arthur SchopenhauerPolitischer Philosoph
Martin van BurenUS-Präsident
Michail BakuninPolitischer Philosoph
James K. PolkUS-Präsident
Abraham LincolnUS-Präsident
Robert Edward LeeOffizier
William T. ShermanOffizier
George A. CusterOffizier
Ulysses S. GrantUS-Präsident
Otto von BismarckReichskanzler
Cornelius VanderbiltTycoon
Andrew CarnegieTycoon
John D. RockefellerTycoon
Grover ClevelandUS-Präsident

20. Jahrhundert

NameRolle
Theodore RooseveltUS-Präsident
Leo TrotzkiPolitischer Philosoph
Woodrow WilsonUS-Präsident
Manfred von RichthofenOffizier
Lawrence von ArabienAgent
LeninDiktator / Sowjetunion
Josef StalinDiktator / Sowjetunion
MussoliniDiktator / Italien
Adolf HitlerDiktator / Deutschland
Simo HäyhäOffizier
Erich von MansteinOffizier
Erwin RommelOffizier
Georgi SchukowOffizier
Mao ZedongDiktator / Militärtheoretiker
Konrad AdenauerDeutscher Bundeskanzler
Nikita ChruschtschowDiktator / Sowjetunion
Vo Nguyen GiapOffizier
Ludwig ErhardDeutscher Bundeskanzler
Leonid BreschnewDiktator / Sowjetunion
Carlos MarighellaAufständischer / Militärtheoretiker
Kurt Georg KiesingerDeutscher Bundeskanzler
Willy BrandtDeutscher Bundeskanzler
Helmut SchmidtDeutscher Bundeskanzler
Juri AndropowDiktator / Sowjetunion
Helmut KohlDeutscher Bundeskanzler
Michail GorbatschowDiktator / Sowjetunion

Sonstiges: Blog-Beiträge

NameEpoche
SteinschleuderFrühantike
PrimitivbogenFrühantike
Griechische PhalanxFrühantike
Makedonische PhalanxFrühantike
Römische RitterFrühantike
Römische LegionäreFrühantike
Römische FormationenFrühantike
PyrrhussiegeFrühantike
Keltische KriegerFrühantike
Germanische KriegerFrühantike
Divide et ImperaFrühantike
PrätorianerAntike
Römischer LimesAntike
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PanzerreiterFrühmittelalter
WikingerschiffeFrühmittelalter

Sonstige: Drittes Reich

NameZuordnung
Wilhelm KeitelWehrmacht / OKW
Gerd von RundstedtWehrmacht / Heeresgruppe
Fedor von BockWehrmacht / Heeresgruppe
Walter ModelWehrmacht / Heeresgruppe
Heinz GuderianWehrmacht / Panzer
Hermann HothWehrmacht / Panzer
Otto CariusWehrmacht / Panzer
Karl DönitzWehrmacht / U-Boot
Günther PrienWehrmacht / U-Boot
Otto KretschmerWehrmacht / U-Boot
Joachim SchepkeWehrmacht / U-Boot
Werner MöldersWehrmacht / Jagdflieger
Adolf GallandWehrmacht / Jagdflieger
Erich HartmannWehrmacht / Jagdflieger
Paul HausserWaffen-SS
Sepp DietrichWaffen-SS
Theodor EickeWaffen-SS
Felix SteinerWaffen-SS
Hermann FegeleinWaffen-SS
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Michael WittmannWaffen-SS

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